Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Maggie (2015)
BeitragVerfasst: 19. Okt 2015, 15:25 
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Maggie
(Maggie)
mit Arnold Schwarzenegger, Abigail Breslin, Joely Richardson, Douglas M. Griffin, J.D. Evermore, Rachel Whitman Groves, Jodie Moore, Bryce Romero, Raeden Greer, Aiden Flowers, Carsen Flowers, Walter Von Huene, Dana Gourrier
Regie: Henry Hobson
Drehbuch: John Scott 3
Kamera: Lukas Ettlin
Musik: David Wingo
keine Jugendfreigabe
USA / 2015

Eine Epidemie fordert Millionen von Menschenleben in den Vereinigten Staaten. Zunächst machtlos, gelingt es der Regierung doch noch die Epidemie einzugrenzen - für die bereits Infizierten kommt allerdings jede Hilfe zu spät. Eine der letzten Infizierten ist die Schülerin Maggie, die binnen sechs Wochen zur Untoten mutieren wird. Für die ihr verbleibende Zeit kehrt sie in ihr Elternhaus, einer einsamen Farm im mittleren Westen zurück. Ihr Vater Wade will sich mit ihrem Schicksal nicht abfinden und sucht fieberhaft nach einem Heilmittel. Doch umso mehr Zeit verstreicht, umso deutlicher wird die Verwandlung und seine kleine Tochter wird zu seiner größten Gefahr!


Der Name Arnold Schwarzenegger ist seit jeher untrennbar mit dem Genre des Actionfilms verbunden und so ist es nicht unbedingt verwunderlich, das sein neuester Streich "Maggie" die Meinungen der Fans in zwei Lager spaltet. Handelt es sich doch bei dieser Independent Produktion von Henry Hobson um einen völlig untypischen Film mit dem Terminator, der in vorliegendem Fall einmal nicht als gnadenlose Kampfmaschine, sondern als liebevoller Vater unterwegs ist, der seine geliebte Tochter vor dem sicheren Tod bewahren will. Nun deklariert sich dieses Werk selbst als Horrordrama und durch die Zombie Thematik sind auch sicherlich unverkennbare Elemente des Horrorfilmes erkennbar, doch in erster Linie handelt es sich um ein äußerst ruhig erzähltes Familiendrama, das vordergründig für einige emotionale Momente sorgt. Dabei ist Hobsons Erzählung verständlicherweise nicht jedermanns Sache und wer mit der Erwartung an einen vor Action strotzenden Zombiefilm an die Sache heran geht, wird letztendlich eine herbe Enttäuschung erleben. "Maggie" funktioniert nämlich weder als das eine noch als das andere, denn von der ersten Minute an wird klar, das die Geschichte einzig und allein von ihren dramatischen Zügen lebt, die sich insbesondere auf das Verhältnis von Vater und Tochter richten.

Und so wird man dann auch fast die gesamte Laufzeit über mit dem aussichtslosen Kampf eines Vaters konfrontiert, der sich keinesfalls mit dem Unausweichlichen auseinandersetzen will. Diesen Part kann der gute Arnie dann auch zumindest phasenweise recht gut ausfüllen, denn die Story beinhaltet durchaus ihre starken und emotionalen Momente, aber andererseits konnte es nicht verhindert werden, das die Geschehnisse auch diverse Längen zum Vorschein bringen. Ab und an wird das Szenario dann auch einmal mit kleineren Action Einstellungen angereichert, die allerdings kaum der Rede wert sind und zudem auch den nötigen Pep vermissen lassen. Dafür bekommt man allerdings eine durchgehend gelungene Grundstimmung geboten, denn durch eine extrem blasse Farbgebung präsentiert sich dem Zuschauer eine düster und trostlos erscheinende Welt, in der die vorherrschende Tristesse wie eine zentnerschwere Last auf den eigenen Schultern liegt. Dadurch entsteht eine sehr beklemmende und bedrückende Atmosphäre und man vermeint die dadurch zum Vorschein kommende Hoffnungslosigkeit förmlich greifen zu können.

Dieser Aspekt ist dann wohl auch als die größte Stärke eines Filmes zu bezeichnen, der ansonsten weder spektakulär, noch sonderlich raffiniert daher kommt. So gibt es beispielsweise keinerlei Überraschungsmomente, denn die Abläufe gestalten sich vielmehr äußerst vorhersehbar. Man weiß die ganze Zeit über ganz genau auf welches Ende die Geschichte hinaus läuft, doch ehrlich gesagt ist das nicht unbedingt als negativer Kritikpunkt anzusehen. Es ist vielmehr die Beziehung zwischen Vater und Tochter, die einem streckenweise wirklich unter die Haut geht. Dabei offenbaren sich so manch subtile Momente voller Liebe und Gefühl, wobei gleichzeitig auch Verzweiflung und mangelnde Akzeptanz des Vaters immer wieder in den Vordergrund rücken, der das nicht aufzuhaltende Ende seiner Tochter keinesfalls wahr haben will. In weiten Teilen gelingt es Arnie auch recht gut diese Emotionen glaubhaft zum Zuschauer zu transportieren, anderseits gibt es jedoch auch immer wieder Passagen, in denen er eindeutig an seine schauspielerischen Grenzen stößt.

Weitaus überzeugender agiert in dieser Hinsicht die junge Abigail Breslin als Maggie, denn in ihrer Mimik ist einerseits echte Verzweiflung über ihr vorher bestimmtes Schicksal abzulesen, auf der anderen Seite lässt sie aber auch eine gewisse Akzeptanz erkennen, die insbesondere das gewählte Ende der Geschichte zum Ausdruck bringt. Die restlichen Akteure sind eher schwer zu bewerten, da ihre Figuren lediglich den Status einer nötigen Nebenrolle ausfüllen, denn größtenteils ist "Maggie" ein echtes zwei Personen Stück. Im Endeffekt ist dieses Werk absolute Geschmackssache, so das die unterschiedlichen Meinungen auch absolut nachvollziehbar erscheinen. Freunde der Zombie-und Action Thematik kommen hier keinesfalls auf ihre Kosten, Liebhaber eines sehr ruhig erzählten Familiendramas mit ein wenig Tiefgang werden allerdings recht gut bedient.


Fazit:


"Maggie" dürfte wohl einen absolut untypischen Film mit Arnold Schwarzenegger darstellen, der sich auf seine alten Tage in einer echten Charakter Rolle versucht. Leider kann er diese nicht komplett ausfüllen, liefert aber dennoch eine sehr ordentliche Leistung ab. Der Rang wird ihm jedoch meiner persönlichen Meinung nach von der jungen Abigail Breslin abgelaufen, die in der Titelrolle einen absolut überzeugenden Eindruck hinterlässt.


7/10


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