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 Betreff des Beitrags: Oculus - Das Böse in dir (2013)
BeitragVerfasst: 26. Dez 2014, 16:31 
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Oculus - Das Böse in dir
(Oculus)
mit Karen Gillan, Brenton Thwaites, Katee Sackhoff, Rory Cochrane, Annalise Basso, Garrett Ryan, James Lafferty, Miguel Sandoval, Kate Siegel, Scott Graham, Michael J. Fourticq, Katie Parker, Justin Gordon
Regie: Mike Flanagan
Drehbuch: Mike Flanagan / Jeff Howard
Kamera: Michael Fimognari
Musik: The Newton Brothers
FSK 16
USA / 2013

Als Kinder mussten Tim und seine Schwester Kaylie erleben, wie ein verfluchter Spiegel eine Familientragödie auslöste, in deren Verlauf Vater wie Mutter den Tod fanden und Tim als vermeintlicher Mörder des Vaters in der Psychiatrie landete. Nun, zehn Jahre später, wird Tim als geheilt entlassen, und vor der Tür bereits erwartet von der Schwester, die weder Kosten noch Mühen scheute, den verhexten Spiegel wieder aufzutreiben. Nun möchte sie dem Bösen ein für allemal Einhalt gebieten. Doch der Spiegel hat wenig von seiner Kraft verloren.


Ein scheinbar verhexter Spiegel und zwei Geschwister mit unterschiedlichen Wahrnehmungen vergangener Ereignisse stehen im Mittelpunkt dieses Horrorfilmes von Mike Flanagan, der hier mit überschaubaren Mitteln eine Geschichte im besten Grusel-Ambiente erzählt. Dabei wird fast vollkommen auf explizite Gewaltdarstellungen verzichtet, stattdessen präsentiert sich ein gut durchdachtes Szenario das zu Beginn allerdings ein wenig Zeit braucht um so richtig in die Gänge zu kommen. So bekommt man in den ersten gut 30 Minuten zunächst einmal eine tiefer gehende Vorstellung der beiden Hauptdarsteller geboten, die aber auch durchaus notwendig erscheint, um die darauf folgenden Ereignisse plausibel erscheinen zu lassen. In dieser Zeitspanne entfaltet sich dann auch noch kein echter Horror, denn es werden erst einmal in etlichen Dialogen die Umstände näher gebracht die zur gegenwärtigen Situation geführt haben. Flanagan lässt die ersten kleineren Flashbacks der Vergangenheit in seine Erzählung einfließen, wobei es an dieser Stelle noch längst nicht an das Eingemachte geht. Als Zuschauer spürt man jedoch sehr deutlich, das die vorherrschende Grundstimmung sich immer mehr verdichtet und ständig neu eingestreute Erklärungen für die angebliche Bösartigkeit des Spiegels sorgen dafür das sich definitiv etwas zusammen braut, was in der Folge für ein herrlich atmosphärisches Grusel-Erlebnis Sorge tragen soll.

Mit zunehmender Laufzeit präsentiert sich ein Geschehen, das ein Gemisch aus Gegenwart, Visionen und Rückblenden in die Vergangenheit der Geschwister darstellt, wobei gerade Letzteres einem die damaligen Ereignisse in deren Elternhaus vor Augen führen soll. Der Regisseur geht jedoch sogar noch einen Schritt weiter und lässt die auf zwei Zeitebenen stattfindenden Geschehnisse vor allem im letzten Drittel der Geschichte parallel zueinander laufen, so das sich die Figuren im Kindesalter und in der Gegenwart praktisch kreuzen. Dieser Umstand kann gelegentlich sogar zu leichten Irritierungen führen und spätestens jetzt kehrt sich immer mehr heraus, das "Oculus - Das Böse in dir" definitiv nicht zu der Art von Filmen zu zählen ist die man sich einfach mal so nebenbei anschaut. Dieses Werk hat schon die volle Aufmerksamkeit des Betrachters verdient, denn auch der Einsatz von unzähligen Trugbildern ist ein untrügliches Indiz dafür, das man es hier mit intelligenter Horrorkost zu tun bekommt, bei der man ganz besonders auf die kleineren Details achten sollte. Es ist im Prinzip ein Spagat zwischen Realität, Halluzination und vergangenen Ereignissen und die Summe dieser Zutaten ergibt einen durchgehend spannenden Grusler, der vor allem in der zweiten Hälfte mit mehreren gezielt eingesetzten Schockmomenten aufwarten kann.

Die unterschiedliche Wahrnehmung der Geschwister kommt in etlichen Dialogen äußerst gut zum Ausdruck und auch als Zuschauer mag man sich keinesfalls wirklich festlegen, wie sich die Dinge denn nun zueinander verhalten. Zudem hat Flanagan etliche kleine Wendungen eingebaut und der permanente Einsatz von visionsartigen Episoden sorgt dafür, das sich streckenweise eine Verschmelzung von Realität und Fiktion ergibt. Dadurch wird man selbst auch immer tiefer in den sogartigen Strudel hinein gezogen der von sämtlichen Geschehnissen ausgeht und vermeint bei so mancher Passage eine hypnotische Wirkung zu verspüren, der man sich nur sehr schwer entziehen kann. Es ist doch immer wieder erstaunlich wie man mit relativ wenig Aufwand ein ungemein spannendes und atmosphärisches Grusel-Erlebnis zu kreieren, in dem es sich nicht um blutige Szenen oder jede Menge Gewalt dreht. Einige nette Effekte die gezielt eingesetzt werden und eine intelligente Geschichte sind manchmal vollkommen ausreichend, damit ein Film auch nachhaltig in Erinnerung bleibt. Bei "Oculus - Das Böse in dir" dürfte das definitiv der Fall sein, denn die hier erzählte Geschichte vergisst man nicht so schnell.

Nun könnte es allerdings gut möglich sein, das so manch einer vom Ende ein wenig enttäuscht ist, doch ehrlich gesagt passt dieses nahezu perfekt in das gewonnene Gesamtbild hinein. Sicherlich hätte man etwas weitaus Spektakuläreres in Szene setzen können, doch gerade der etwas offen gestaltete Schluss-Akkord hinterlässt einen ziemlich bitteren Beigeschmack und erscheint auch aufgrund der Vorkommnisse absolut nachvollziehbar. Für mich persönlich handelt es sich dabei sogar um die letzte Zutat, um einen bis dahin schon sehr guten Film mit einem stimmigen Akzent zu beenden und noch einmal ein wenig aufzuwerten. Und so haben die Macher in meinen Augen alles richtig gemacht, so das man im Endeffekt nur eine dicke Empfehlung für diesen sehenswerten Film aussprechen kann, der ganz bestimmt nicht das letzte Mal im heimischen Player gelandet ist.


Fazit:


Mit "Oculus - Das Böse in dir" liegt endlich mal wieder ein gut durchdachter Gruselfilm vor, der den Zuschauer aufgrund der vorhandenen Zutaten auch oft genug auf eine falsche Fährte lockt. Mit verhältnismäßig geringen Mitteln erzeugt Regisseur Mike Flanagan dabei ein untrügliches Gespür für einen gut getimten Spannungsaufbau und eine herrlich dichte Atmosphäre, so das man als Genre-Fan bedenkenlos zugreifen kann.


8/10


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