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 Betreff des Beitrags: Open Grave (2013)
BeitragVerfasst: 10. Nov 2014, 20:02 
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Open Grave
(Open Grave)
mit Sharlto Copley, Thomas Kretschmann, Josie Ho, Joseph Morgan, Erin Richards, Max Wrottesley, Márta Szabó, Balázs Szitás, Zsuzsanna Szabados, Tofi Seffer, Éva Botos, Kati Dombi, Araceli Sanz, Pedro De Santiago
Regie: Gonzalo López-Gallego
Drehbuch: Eddie Borey / Chris Borey
Kamera: José David Montero
Musik: Juan Navazo
FSK 16
USA / 2013

Ein Mann erwacht des Nachts in einem nassen Loch im Wald unter lauter vergammelnden Leichen und kann sich weder daran erinnern, wie er dort hinein kam, noch, wer er überhaupt ist. Mühsam befreit sich der Mann aus der Grube und taumelt zu einer nahe gelegenen Hütte, in der sich weitere Menschen befinden, die wie er von nichts eine Ahnung haben. Zunächst traut niemand dem anderen. Doch als der Tag graut, unternimmt man gemeinsam Erkundigungen in die Gegend - und wird von rasenden Amokläufern attackiert.


Horrorfilme sind immer in Mode, doch leider bekommt man gerade in den letzten Jahren viel zu oft den üblichen Einheitsbrei vorgesetzt, aus dem eher selten ein Beitrag so richtig hervor sticht. Mit "Open Grave" ist es nun einmal wieder soweit, denn Regisseur Gonzalo López-Gallego legt mit seinem Werk einen herausragenden Genre-Beitrag ab, der nicht gerade von wenigen Fans als Horrorfilm des Jahres angesehen wird. Und das obwohl die hier erzählte Geschichte fast gänzlich ohne Blut und explizite Gewaltdarstellungen auskommt, was man jedoch bei der vergebenen 16er Freigabe schon im Vorfeld wissen sollte. Diese Dinge hat man hier aber auch überhaupt nicht nötig, bezieht die Story doch den Löwenanteil ihres Reizes aus der Unwissenheit des Zuschauers, der sich von der ersten Minute an auf dem gleichen Wissensstand wie die handelnden Protagonisten befindet, die allesamt ihr Gedächtnis verloren haben. Erklärungen dafür gibt es selbstverständlich zunächst keine, erst mit zunehmender Laufzeit bekommt man diverse Erinnerungsfetzen präsentiert, die sich wie kleine Puzzle-Teilchen eher langsam zusammensetzen und erst kurz vor dem Ende die Zusammenhänge des Ganzen erkennen lassen. Wo andere Filme erst mühsam Spannung aufbauen müssen, kann "Open Grave" von der ersten Minute an mit einer mysteriösen-und äußerst geheimnisvollen Atmosphäre aufwarten und den Betrachter mit einem spannungsgeladenen Szenario bedienen.

Kein Wunder also, das einem schon nach wenigen Minuten Ähnlichkeiten zu Filmen wie "Saw" oder auch "Cube" auffallen, denn auch in diesen Werken spielen die Macher mit der Unwissenheit des Zuschauers und sorgen so dafür, das man fast zwangsläufig der Faszination solcher Story's verfällt. Wenn das Ganze zudem auch noch gut durchdacht ist kann man sich also auf ein extrem aufregendes Film-Erlebnis einstellen, das phasenweise den eigenen Pulsschlag in ungeahnte Höhen treibt. López-Gallego gelingt dies fast schon spielerisch und einen Hauptanteil daran haben sicherlich auch die Figuren seiner Erzählung, die durch die Bank sehr interessant gezeichnet sind und ihre jeweiligen Parts mehr als glaubhaft verkörpern. Mit zunehmender Spielzeit schält sich dabei immer mehr John als zentrale Hauptfigur heraus, denn ganz offensichtlich ist die vorherrschende Situation hauptsächlich an seiner Person festzumachen. An dieser Stelle kann man allerdings nicht mehr verraten, ansonsten müsste man etliche Spoiler benutzen und würde anderen einen Großteil der Spannung vorwegnehmen, was in vorliegendem Fall mit einem Todesstoß für diesen Film gleichzusetzen wäre.

Aus diesem Grund könnte es auch durchaus möglich sein, das "Open Grave" für manch einen lediglich als einmaliges Film-Ereignis anzusehen ist, denn zugegebenermaßen ist das Ganze so aufgezogen, das man mit Kenntnis der Auflösung bei einer neuerlichen Sichtung nicht mehr den gleichen Reiz verspürt, der einen beim ersten Anschauen regelrecht umhaut. Für mich persönlich spielt das weniger eine Rolle, denn hier bekommt man endlich einmal wieder einen dieser Genre-Beiträge abgeliefert, der von der ersten bis zur letzten Minute zu begeistern weiß und sich in Sachen Qualität ganz sicher im obersten Drittel der Bewertungsskala ansiedelt. Die Macher haben hier wirklich alles richtig gemacht und auch der Verzicht auf visuelle Gewalt-Exzesse fällt überhaupt nicht ins Gewicht, denn diese Geschichte zeichnet sich durch ganz andere Qualitäts-Merkmale aus und bleibt nachhaltig in Erinnerung.

Auch für mich liegt hier definitiv einer der besten Horrorfilme des Jahres vor und es ist im Prinzip sehr schade, das nicht öfter so dermaßen interessante Werke den Weg zu uns finden. Vom ansonsten üblichen Einheitsbrei bekommt man schließlich mehr als genug offeriert, umso schöner ist es dann doch immer wieder wenn mancher Regisseur sich augenscheinlich doch seine eigenen Gedanken macht und diese in eine extrem intensiver Erzählung packt. Dies ist Gonzalo López-Gallego auf jeden Fall gelungen und sein "Open Grave" wird ganz bestimmt die Mehrheit der Horror-Gemeinde begeistern, auch wenn der geneigte Gorehound bei dieser Geschichte keinesfalls auf seine Kosten kommt. In vorliegendem Fall wurde nämlich kein schwächelndes Drehbuch durch extreme Brutalitäten überdeckt, sondern eindeutig der Fokus auf Spannung und Atmosphäre gelegt. Das ist auch gut so, denn alles andere hätte der Story auch mehr geschadet als das es ihr gut getan hätte. Und so sollte man sich ganz einfach auf ein intensives Szenario einstellen, in dem man zusammen mit den Akteuren auf die Suche geht, um eine rätselhafte Situation schlüssig und befriedigend aufzuklären.


Fazit:


"Open Grave" ist ein Titel den man sich unbedingt merken sollte, denn dieser Film hat es wirklich in sich. Ohne großartige Härten entwickelt sich eine Geschichte, die an Spannung schwerlich zu überbieten ist. Eine ganz klare und dicke Empfehlung an alle, die hochklassige Horrorkost zu schätzen wissen und ihre Freude daran haben, wenn sie sich auf dem gleichen Wissensstand wie die Protagonisten befinden.


9/10


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