Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Primitive (2012)
BeitragVerfasst: 7. Aug 2013, 10:05 
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Primitive - Beware the Evil Within
(Primitive)
mit Matt O'Neill, Kristin Lorenz, Jeff Ryan, S. Daxton Balzer, Reggie Bannister, Mayank Bhatter, Bruce Brown, Philip Colaprete, Carl Edge, Susan Fulton, Elliott Kwong, Rachel Riley, Anastasia Savko, Gregory Paul Smith
Regie: Benjamin Cooper
Drehbuch: Kenneth L. Province Jr.
Kamera: Adonis Cruz
Musik: Le'Rue Delashay
FSK 16
USA / 2012

Der Special Effects Make-Up Künstler Martin Blaine muss sich einer Aggressionstherapie unterziehen, nachdem es am Set eines Horror-Films zu einer Schlägerei zwischen ihm und dem Regisseur kam. Der Einsatz von Tiefenhypnose scheint zuerst von Erfolg gekrönt. Doch das ändert sich, als Martin erfährt, dass seine Mutter, zu der er schon seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte, verstorben ist. Denn kurz nachdem er in seinem früheren Heimatort angekommen ist, kommt es zu mysteriösen Todesfällen. Die Opfer werden alle zerfetzt aufgefunden, so als hätte sie ein großes, wildes Tier angegriffen. Da sämtliche Tote in irgendeiner Beziehung zu Martin stehen, hält ihn nicht nur der Sheriff für den Täter, sondern auch er selbst ist davon immer mehr überzeugt. Denn die Vorfälle weisen beunruhigende Parallelen zu seinen allnächtlichen Alpträumen auf …


Nach dem doch ziemlich enttäuschenden Film "The Brink" aus dem Jahr 2006 ist "Primitive" erst die zweite Regie-Arbeit von Benjamin Cooper und nach Ansicht des Filmes kann man auch durchaus Verständnis dafür aufbringen, das der gute Mann nicht unbedingt zu den Viel-Filmern zu zählen ist. Fehlt es ihm doch scheinbar am nötigen Talent, eine gänzlich überzeugende Produktion auf den Weg zu bringen, in der einem die offensichtlichen Defizite nicht so extrem ins Auge springen. Dennoch gestaltet sich die vorliegende Geschichte nicht ganz so schlecht, wie viele Kritiken es eventuell vermuten lassen. Man kann das Szenario durchaus als Hommage an die 80er Jahre B-Monsterfilme ansehen, sollte sich dabei jedoch darüber im Klaren sein, das gerade im Bezug auf Ausstattung und Effekte absolute Schmalkost geboten wird, denn ganz augenscheinlich wurde insbesondere für das Monster-Kostüm nicht gerade viel Geld ausgegeben. Andererseits verleiht das dem Ganzen eine unfreiwiliig komische Note, so das man aus der Sicht des Trash-Liebhabers einiges an Sympathie für diesen Film aufbringen kann, der stellenweise wirklich recht kurzweilig unterhalten kann.

Rein inhaltlich bekommt der Zuschauer die schon oft verwendete Jekyll und Hyde Thematik serviert, wobei Benjamin Cooper das eigentliche Thema nur oberflächlich ankratzt. Vielmehr verlässt sich der Regisseur auf eine gelungene-und dichte Grundstimmung, die man dem Werk nun wirklich nicht absprechen kann. Dafür leidet das Geschehen jedoch unter seiner Vorhersehbarkeit, denn schon nach wenigen Minuten weiß man ganz genau, worauf die ganze Chose am Ende hinauslaufen wird. Die Spannung hält sich also in recht überschaubaren Grenzen und daran ändert auch der Aspekt nichts, das es stellenweise atmosphärisch gesehen durchaus stimmig zur Sache geht. Auch das mordende Monster ist oft genug im Bild zu sehen und manchmal fallen die Tötungen seiner Opfer sogar erstaunlich blutig aus, dennoch kann man sich nur schwerlich ein Lachen verkneifen, wenn das zottelige Biest wieder einmal bei der Sache ist.

Zu skurril gestaltet sich der Anblick und man stellt sich ganz unweigerlich die Frage, wie niedrig das Budget des Filmes ausgestattet war, wenn noch nicht einmal genügend Geld vorhanden war, um ein bedrohlich wirkendes Monster auf die Beine zu stellen. Doch auch wenn sich das jetzt alles viel eher sehr negativ anhört, hat mir "Primitive" irgendwie ganz gut gefallen. Zwar handelt es sich ganz bestimmt um keinen Film mit nachhaltiger Wirkung, aber der reine Unterhaltungswert kann sich meiner Meinung nach durchaus sehen lassen. Langeweile kommt jedenfalls nicht auf, denn dafür sorgt schon der streckenweise unfreiwillige Humor, der insbesondere durch groteske Situationskomik zum tragen kommt und manchmal auch durch die etwas hölzern agierenden Darsteller in Erscheinung tritt. Mit etwas mehr Geld und einem talentierteren Regisseur wäre sicherlich weitaus mehr drin gewesen und hier hätte ein richtig guter Genre-Beitrag entstehen können, so aber kann man sich hauptsächlich an den augenscheinlichen Mankos erfreuen.

Man sollte von Beginn an nicht mit der Erwartung an einen richtig ernsten Monsterfilm an die Sache herangehen, denn diese kann "Primitive" definitiv nicht erfüllen. Mit einem gewissen Augenzwinkern und der Vorliebe für unfreiwillig komische Werke kommt man jedoch durchaus auf seine Kosten und wird bestens unterhalten. Mangelndes Talent des Regisseurs wird hier durch etliche Unzulänglichkeiten kompensiert, die dem Betrachter ganz unweigerlich ins Auge springen. So sollte man vor der Sichtung des Werkes auf jeden Fall seinen Verstand ausschalten, denn nur dann kann diese skurrile Story auch wirklich unterhalten.


Fazit:


Die hohe Filmkunst sieht ganz bestimmt vollkommen anders aus, aber dennoch kann man dem grotesken Treiben auch eine ganze Menge Positives abgewinnen. Gehirn ausschalten und eine Vorliebe für den schlechten Geschmack in den Vordergrund rücken sind dabei aber die wichtigsten Voraussetzungen, um dieses Monster-Movie sehenswert erscheinen zu lassen.


5/10

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