Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: Savaged (2013)
PostPosted: 16. Apr 2014, 20:40 
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trashig-exploitativer Chef
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Originaltitel : Savaged
Herstellungsland : USA
Erscheinungsjahr : 2013
Regie : Michael S. Ojeda
Darsteller : Amanda Adrienne,Rodney Rowland,Marc Anthony Samuel,Rick Mora,Ronnie Gene Blevins,Kyle Morris u.a.
Laufzeit : 90:48 Minuten (Uncut) |
Freigabe : Keine Jugendfreigabe/ab 18 (Cut) | SPIO/JK: keine schwere Jugendgefährdung (Uncut)
Label : Ascot Elite


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Story :

Die taubstumme Zoe und ihr Verlobter Dave wollen endlich den großen Schritt wagen und zusammenziehen.
Mit einer Kiste voll wichtiger Habseeligkeiten im Auto tritt sie einen Roadtrip gen Süden in Richtung New Mexico an, wo ihr zukünftiger Angetrauter lebt.

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Auf dem Weg durch die staubige Einöde wird die junge Frau Zeuge, wie ein paar hinterwüstlerische Outlaws einige Ureinwohner jagen und skrupellos abschlachten.
Als die minderbemittelten Wüstennazis versuchen Zoe ans Leder zu gehen, versucht diese sich mit einem Messer zu verteidigen, doch der Plan geht nicht auf und sie endet als Geisel in den Fängen der Männer.

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Mit Stacheldraht an eine versifftes Bett fixiert vergehen sich die Männer einer nach dem anderen sexuell an der Frau.
Da aber die Gefahr besteht das jemand nach ihr sucht, werden die Männer von einer leichten Panik und Besorgnis heimgesucht.
Während West sie über die Klinge springen lassen will um alle Beweise zu entsorgen, ist Trey sehr angetan von der Idee sie als Sexspielzeug zu behalten.
Ein Pokerduell entscheidet über das weitere Schicksal von Zoe, das West gewinnt.
Noch in der selben Nacht erdolcht er Zoe hinterrücks und begräbt sie in der staubigen Einöde von New Mexico.

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Durch Zufall findet sie ein Native American, der sie mit zu seinem nahegelegenen Trailer nimmt.
Mit der Hilfe von altbekannten Naturheilmitteln versucht er in einem schamanischem Ritual der Gepeinigten wieder Leben einzuhauchen.
Doch dies geht gehörig in die Hose, denn der Geist eines verstorbenen Apachenhäuptling fährt in Zoe und lässt sie zum skrupellosen Racheengel mutieren.
Dieser hat nur eins im Sinn : Rache zu nehmen für die Vergewaltigungen an der Taubstummen und die Greueltaten die Trey's Familie seit Generationen den Apachen angetan hat.



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Bewertung :


"Rape and Revenge" Filme sind ein beliebtes Subgenre des Exploitation Films, die aber auch meist einen bitteren Beigeschmack haben und für ihre kontroverse Art in Verbindung mit expliziten Vergewaltigungs-und Gewaltdarstellungen bekannt sind.
Der wohl erste Film dieser Art ist Ingmar Bergmans DIE JUNGFRAUENQUELLE aus dem Jahr 1960, der in seiner Art erstmal für die nächsten 10 Jahre sowas wie ein Unikat darstellte.
12 Jahre später nahmen sich zwei junge Unbekannte namens Wes Craven und Sean S. Cunningham der Vorlage von Bergman an und verpasstem diesen mit LAST HOUSE ON THE LEFT ein exploitativ-zeitgemässes Gewand.
Zu diesem Klassiker mit David Hess bedarf es keiner großen Worte mehr, da dieser wohl in jeder gut sortierten Horrorsammlung einen wohlverdienten Platz gefunden hat und auch den Weg für Craven und Cunningham ebnete um im Genrefilm Fuß fassen zu können.

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Ein Jahr nach LAST HOUSE griff auch der Schwede Bo Arne Vibenius mit THRILLER - EIN UNBARMHERZIGER FILM diese Thematik auch auf und diese sleazige Rachevehikel, welches das europäische Pendant zu den amerikanischen Vorbildern darstellt, hat zu Recht den Ruf eines Cult Classic inne.
Ein weitere Klassiker des "Rape and Revenge" trägt den Titel ICH SPUCK AUF DEIN GRAB (1978) und auch zu diesem dürfte schon alles Notwendige von Anderen gesagt worden sein.

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Einige andere Filme aus den 1970gern die sich - mal mehr, mal weniger Explizit - dieser Thematik annahmen sind z.B. DUELL BIS ZUM VERRECKEN (1975), POOR PRETTY EDDIE (1975), 'GATOR BAIT (1974), ACT OF VENGEANCE (1974), EINE FRAU SIEHT ROT (1976), EIN MANN SIEHT ROT (1974), WER GEWALT SÄT (1971), HORROR-SEX IM NACHTEXPRESS (1979), WENN DU KREPIERST LEBE ICH (1977), NIGHT TRAIN MURDERS (1975) oder IN EINEM SATTEL MIT DEM TOD (1971).

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Ein den 1980gern erreichten uns noch einige Beiträge wie MUTTERTAG (1980), DER SCHLITZER (1980), DIE FRAU MIT DER 45er MAGNUM (1981) oder auch SAVAGE STREETS (1984), bevor die Welle mit der Mainstream Variante EXTREMITIES (1986) langsam wieder abflaute.
Zwar wurde in den 1990gern im amerikanischem Low Budget Film als auch bei den asiatischen CAT III Krachern immer wieder mal ein Genrevertretter - wie z.B. ENDANGERED (1994), FINAL EXTERMINATOR (1991), SCRAPBOOK (1999), RED TO KILL (1994) oder DAUGHTER OF DARKNESS (1993) - aus dem Ärmel geschüttelt, doch zogen diese an den meisten Fans leider oft vorbei.

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In den frühen 200ern kam aber langsam wieder Bewegung in die Vergewaltigungs- und Rachevehikel und die französischen Nachbarn machten mit BAISE MOI - FICK MICH! (2000) und IRREVERSIBLE (2002) auf sich aufmerksam.
Innerhalb der letzten Jahre kam wieder Leben ins Spiel und neben recht erfolgreichen Remakes zu Klassikern und deren Sequels [LAST HOUSE ON THE LEFT (2009), I SPIT ON YOUR GRAVE (2010), I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013), STRAW DOGS-WER GEWALT SÄT (2011)] widmeten sich auch Indiependent Regisseure weltweit wieder dieser Gattung Film.
Titel wie GUTTERBALLS (2008) I'LL NEVER DIE ALONE (2008), RUN! BITCH RUN! (2009), IF A TREE FALLS (2010), SWEET KARMA (2009), CHAOS (2005), HORA aka THE WHORE (2009), , THE BUNNY GAME (2010), DESCENT (2007) oder GIRLS AGAINST BOYS (2012) machten die Runde, obwohl sich hier über die Qualität und der Existenzberechtigung einiger dieser Streifen streiten lässt.
Mit SAVAGED aus dem Jahr 2013 erreicht uns nun der nächste Genrevertretter, dem ich mich in dieser Rezension nach der kleinen, vorangegangenen und mit großer Wahrscheinlichkeit unvollständigen Bestandsaufnahme annehmen werde.
SAVAGED mag zwar von der Story her kein Überflieger sein, was aber auch daran liegt das die Pfade der "Rape and Revenge" Flicks leider sehr ausgetrampelt sind und in den meisten Fällen nicht mehr viel hergeben.

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Einige neue Impulse können hier aber doch wahrgenommen werden, was daran liegt das unser Opfer eine Taubstumme ist.
Diese wirkt dadurch während des Martyriums der sexuellen Belästigung, der Vergewaltigung und der damit eingehenden Demütigung nämlich noch eine Spur Hilf-und Wehrloser als wir es aus anderen Genrefilmen gewohnt sind.
Genau dieser Aspekt wurde aber von so Einigen nach der Sichtung des deutschen Trailers bemängelt, das es den Anschein machte die Synchronisation wäre Schlammpig und Billig ausgefallen.
Diese Kritik kann ich hier also entkräftigen!

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Ein signifikanter Unterschied bei Michael S. Ojedas Werk SAVAGED ist, das hier die Vergewaltigung nicht so explizit und ausgewälzt ist, wie in zum Beispiel ICH SPUCK AUF DEIN GRAB.
Hier wird der Fokus mehr auf den Racheteil der Geschichte gerichtet, was mal eine positive Abwechslung darstellt.
Auf dem Cover der DVD wird uns SAVAGED als ein Mix aus I SPIT ON YOUR GRAVE und THE CROW angepriesen, was aber doch ein wenig weit hergeholt ist - auch wenn das übernatürliche Elemente einen großen Stellenwert einnimmt.
Genau dieses mystisch-schamanische Elemente ist aber auch leider der Grund das der Film doch etwas Realismus einbüßt und stellenweise die ganze Geschichte ins Absurde führt.


Nichtsdestotrotz haben wir hier aber einen würdigen Vertretter vorliegen, der auf audiovisueller Ebene zu überzeugen weiß.
Grade das staubig-trockene Wüstenszenario, welches vorwiegend in überbelichteten Bildern eingefangen wurde, verleiht dem Film in Kombination mit dem subtilem Score eine bedrohliche und leicht sleazige Atmosphäre, die oft an das HILLS HAVE EYES Remake oder auch an TEXAS CHAINSAW MASSACRE : THE BEGINNING erinnert.
Garniert wird die Rachechose mit zahlreichen, blutigen Detailaufnahmen, welche die Spio/JK Freigabe der deutschen DVD durchaus gerechtfertigt.

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Ohne zuviel der gut inszenierten, handgemachten FX verraten zu wollen, wird hier stellenweise ordentlich abgesplattert; es wird auf hohem Niveau ausgeweidet, mit Messern und zerbrochenen Flaschen malträtiert und auch mal eben Gliedmaße in bester Redneckmanier mit Klebeband provisorisch geflickt.
Gut plaziert nehmen die Effekte zwar einen großen Stellenwert ein um die Story abzurunden und voran zu bringen, arten aber zum Glück nie in eine stupide Schlachtplatte ohne jegliche Substanz aus.
Neben diesen haben es auch einige wenige CGI FX in den Film geschafft, welche zwar etwas billig wirken, aber dem Film in seiner Gesamtheit nicht schaden - lediglich in 2 oder 3 Szenen sind diese gegenwärtig.
Die Riege der Darsteller biete keine große Angriffsfläche und sie verkörpern ihre Rollen ziemlich glaubhaft.
Der Hauptaugenmerk liegt natürlich bei Zoe, welche von Amanda Adrienne verkörpert wird, die als taubstummer Racheengel wirklich überzeugt.
Bei den Bösewichten stechen Tom Ardavany als West und Rodney Rowland als Trey sehr positiv heraus.
Letzterer erinnert in seiner physischen Präsenz enorm an den von Norman Reedus dargestellten Daryl Dixon aus THE WALKING DEAD, was man durchaus gut heißen kann.

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Etwas schade ist das hier die Charaktere ein wenig Oberflächlich angelegt wurden und es wieder mal die altbekannten Stereotypen zu sehen gibt.
Eine gebrechliche, junge Frau die zum Rachewerkzeug mutiert und verschrobene, hinterwüstlerische Nazis geben sich mal wieder erneut die Klinke in die Hand, um die gängigen Klischees zu bedienen.

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Diesen minimalen Kritikpunkten zum Trotz hat Michael S. Ojeda, der mit SAVAGED seinen Einstieg in das Horrorgenre etabliert, einen goutierbaren Film abgeliefert.
Die recht eignewillige Rachestory schafft es in seiner Kontinuität den Zuschauer die ganzen 90 Minuten über bei Laune zu halten, ohne das große Durststrecken entstehen und der Horrorfan im allgemeinen dürfte gefallen an SAVAGED finden.


7,5 von 10 Tomahawks


www.youtube.com Video from : www.youtube.com


DVD Details :
Label : Ascot Elite (Cinema Extreme Reihe)
Freigabe : SPIO/JK: keine schwere Jugendgefährdung
Fassung indiziert : Nein
Laufzeit : 90:48 Min. (85:47 Min. o. A.)
Regionalcode : RC 2
DVD-Format : DVD-9 (8,5 GB)
TV-Norm : PAL
Verpackung : Keep Case (Amaray)
Bildformat : 1,85:1 (anamorph / 16:9)
Tonformat : Deutsch (Dolby Digital 5.1) | Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel : Deutsch
Extras:
- Deutscher Trailer (2:16 Min.)
- Originaltrailer (2:11 Min.)
- Making of (10:17 Min.)
- Ausschnitte aus dem animierten Storyboard:
* Cody flieht (0:51 Min.)
* Kampfvorbereitungen (1:48 Min.)
* Kampf in der Bar 1 (2:17 Min.)
* Kampf in der Bar 2 (1:36 Min.)
- Deleted Scenes:
* Alternative Bar-Szene (5:36 Min.)
* Zoe in der Wüste gefunden (1:22 Min.)
* Geschnittene Eröffnungsszene (3:33 Min.)
- Trailershow

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"Are you gonna bark all day little doggie, or are you gonna bite?"


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 Post subject: Re: Savaged (2013)
PostPosted: 8. Jul 2014, 13:27 
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Alles in allem hat mir "Savaged" gut gefallen. Die Location war klasse und die SchaupielerInnen haben ihre Sache gut gemacht. Grade die Bande der Rednecks war richtig hassenswert. Die ein oder andere Szene fand ich sogar fast schon bewegend. Der Vergleich mit "The Crow" ist gar nicht so weit hergeholt. Der Geisterhokuspokus war mal was anderes und hob den Film vom Einheitsbrei des Rape-and-Revenge-Genres etwas ab. Ich fand das ganz erfrischend. Die Goreeffekte waren vom Härtegrad passend und ließen keine Wünsche offen. Nur bei einigen CGI-Effekten hätte man sich m.E. etwas mehr Mühe geben können. 8/10


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