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 Betreff des Beitrags: Silent Night - Leise rieselt das Blut (2012)
BeitragVerfasst: 12. Dez 2014, 19:22 
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Silent Night - Leise rieselt das Blut
(Silent Night)
mit Malcolm McDowell, Jaime King, Donal Logue, Rick Skene, Ellen Wong, Andrew Cecon, Courtney-Jane White, Erik J. Berg, Tom Anniko, Mike O'Brien, Curtis Moore, Adriana O'Neil, John B. Lowe, Ali Tataryn, Brendan Fehr
Regie: Steven C. Miller
Drehbuch: Jayson Rothwell
Kamera: Joseph White
Musik: Kevin Riepl
SPIO/JK
Kanada / USA / 2012

Kleinstadtpolizistin Aubrey musste eben erst den Tod ihres Ehemannes verkraften, als auch schon die nächste Herausforderung auf sie wartet. Kurz vor Weihnachten treibt in ihrem kleinen Städtchen ein Serienmörder sein Unwesen. Wie sich herausstellt, trägt der Täter bei seinen Verbrechen die Kluft eines Weihnachtsmannes. Pech bloß, dass wegen einer Nikolausparade gerade hunderte von Weihnachtsmännern in der Stadt weilen. Der Killer aber beschließt, Aubrey die Arbeit zu erleichtern, und kommt ihr entgegen.


Es ist ja mittlerweile schon fast eine kleine Tradition geworden das eigentlich jeder Horrorfilm der 80er Jahre mit einem Remake bedacht wird. Dabei ist es auch so ziemlich egal, ob es sich dabei um die Neuauflage eines echten Klassikers, oder aber auch mittelmäßigen Genre-Vertreters handelt und "Silent Night - Leise rieselt das Blut" beschäftigt sich dabei mit einer zeitgemäßen Aufbereitung eines Werkes das wohl eher zur zweiten Kategorie zu zählen ist. Dennoch vermag Steven C. Miller (The Aggression Scale) an dieser Stelle eine durchaus sehenswerte und neue Version von "Stille Nacht, Horror Nacht" präsentieren, wobei man als Zuschauer allerdings keinen allzu großen Wert auf inhaltliche Tiefe legen sollte. Es offenbart sich viel eher die für einen Slasher übliche-und typische Rahmenhandlung, die definitiv in einigen Passagen ziemlich ausgedünnt erscheint, nichtsdestotrotz aber sehr gute-und kurzweilige Genre-Kost anbietet, die zudem auch streckenweise äußerst derbe ausfällt. Die Identität des als Weihnachtsmann verkleideten Killers steht dabei nicht im Zentrum der Geschehnisse und so ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, das die Geschichte in dieser Beziehung nicht gerade von einem dichten Spannungsbogen umgeben ist. So werden dann auch erst mit den letzten Bildern die wahren Beweggründe des Mörders in den Fokus gerückt, was jedoch auch eher unwesentlich erscheint, da der Film sich ganz eindeutig durch den vorhandenen Härtegrad definiert.

Bei diesem Punkt hat sich Miller dann auch auf keinen Fall lumpen lassen und beschert dem geneigten Freund der etwas härteren Gangart ein ziemlich blutiges Weihnachtsgeschenk. Zwar gestalten sich die ersten gut 30 Minuten noch relativ bedeckt, doch danach wird so ziemlich alles geboten, was das Herz eines jeden Gorehounds phasenweise in die Höhe schnellen lässt. Witzig ist dabei der Umstand, das der Regisseur bei einigen Morden scheinbar die Samthandschuhe übergestreift hat und die Tötungen viel eher nur im Ansatz erkennen lässt, um dann wiederum mit etlichen Szenen aufzuwarten, die durchaus den normalen Rahmen sprengen. Gerade dieser Aspekt verleiht den Ereignissen in meinen Augen etwas äußerst Interessantes, weiß man doch eigentlich zu keinem Zeitpunkt wie sich der nächste Mord denn nun gestalten wird. Es handelt sich also um eine absolut gelungene Mischung aus eher harmlosen Morden und richtig brachial in Szene gesetzten Kills, so das an dieser Stelle für eine Menge Abwechslung gesorgt ist.

Was dem Werk allerdings fehlt ist eine wirkliche Weihnachtsstimmung, denn ohne die unzähligen verkleideten Weihnachtsmänner und die Dekorationen in den Geschäften der Stadt würde man nie auf die Idee kommen, das sich das Ganze am Heiligabend abspielt. Rein optisch gesehen kommt die Szenerie nämlich eher kahl daher und es lässt sich auch durch das vorherrschende Wetter nicht genau ausmachen, in welcher Jahreszeit man sich denn nun befindet. Ein verschneites Ambiente hätte an dieser Stelle weitaus atmosphärischer gewirkt und hätte die Geschichte noch um Einiges stimmiger erscheinen lassen. Aber auch so kommt man als Horror-Fan absolut auf seine Kosten und sieht sich mit einem sehenswerten Slasher konfrontiert, der mir persönlich auch besser als das Original aus dem Jahr 1984 gefallen hat. Sicher, "Silent Night - Leise rieselt das Blut" ist sicherlich kein filmisches Meisterwerk und dürfte wohl auch kaum in der Zukunft den Status eines Klassikers erreichen, doch ist man in den letzten Jahren schon mit viel schlechteren Neuauflagen von Horrorfilmen konfrontiert worden, die nicht annähernd so unterhaltsam gestaltet waren wie vorliegender Film.

Miller hat eine ganze Menge richtig gemacht und vor allem eine zeitgemäße Version eines Weihnachts-Horrorfilmes kreiert. Inhaltlich nicht unbedingt mit viel Substanz ausgestattet beinhaltet die Geschichte jedoch sämtliche Zutaten, um den Fan gut 93 Minuten lang bestens-und kurzweilig zu unterhalten. Etwas mehr Spannung und eine richtig weihnachtliche Grundstimmung hätten dem Ganzen sicher nicht geschadet, doch dafür wird man mit jeder Menge Kunstblut und mehreren richtig derben Effekten sehr wohl entschädigt. Ich fühlte mich jedenfalls bestens unterhalten und kann an jeden Liebhaber des modernen Slashers eine unbedingte Empfehlung aussprechen, denn gerade in den letzten Jahren ist man schon weitaus schlechter bedient worden.


Fazit:


"Silent Night - Leise rieselt das Blut" ist ein Film der wirklich positiv überraschen kann. Etwaige Schwächen innerhalb der Geschichte kann man dabei durchaus verschmerzen, wird man dafür doch mit einem phasenweise blutrünstigen Szenario entschädigt. Zwar dient der Film nicht dazu höheren Ansprüchen zu genügen, ist dafür jedoch durchgehend kurzweilig gestaltet und wartet mit einem ordentlichen Härtegrad auf.


7,5/10

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