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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Sinister (2012)
BeitragVerfasst: 26. Dez 2013, 14:07 
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Sinister
(Sinister)
mit Ethan Hawke, Juliet Rylance, Fred Dalton Thompson, James Ransone, Michael Hall D'Addario, Clare Foley, Rob Riley, Tavis Smiley, Janet Zappala, Victoria Leigh, Cameron Ocasio, Ethan Haberfield, Danielle Kotch
Regie: Scott Derrickson
Drehbuch: Scott Derrickson / C. Robert Cargill
Kamera: Chris Norr
Musik: Christopher Young
FSK 16
Großbritannien / USA / 2012

Der letzte Erfolg, den der True-Crime-Autor Ellison Oswalt je erzielte, liegt zehn Jahre zurück und der Familienvater braucht dringend Geld. Damals hatte er es sich mit der Polizei verscherzt, weshalb ihm beim Einzug in sein neues Haus behördliche Feindseligkeit entgegen schlägt. Seine Frau Tracy und die beiden Kinder ahnen nicht, dass die Voreigentümer im Garten ermordet wurden und Ellison auf dem Dachboden das dazugehörige Snuff-Video sichtet. Fortan häufen sich unheimliche Vorfälle einer dunklen Macht, die es auf die Oswalts abgesehen hat.


Horrorfilme die sich mit übernatürlichen Phänomenen beschäftigen gibt es nun wirklich zur Genüge, wobei jedoch die wenigsten einen wirklich überzeugenden Eindruck hinterlassen, geschweige denn ein solch wunderbares Grusel-Feeling entstehen lassen, wie es bei "Sinister" der Fall ist. Doch selbst das Werk von Scott Derrickson (Hellraiser: Inferno, Der Exorzismus der Emily Rose) schafft dies nicht über die gesamte Laufzeit, wofür ganz eindeutig die zweite Hälfte des Geschehens verantwortlich zeichnet. Doch gehen wir der Reihe nach und widmen uns der Einführung in die Geschehnisse, in deren Mittelpunkt der Autor Ellison Oswalt steht, der hier von einem glänzend agierenden Ethan Hawke dargestellt wird. Sein Schauspiel trägt den Film dann auch fast im Alleingang und seine Omnipräsenz ist der Grund dafür, das sämtliche anderen Charaktere nicht über den Status des nötigen Beiwerks hinauskommen, wobei aber dennoch alle Akteure gutes Schauspiel anbieten. Um wieder einmal einen True Crime Bestseller zu schreiben scheint Oswalt so ziemlich jedes Mittel recht zu sein, denn nicht umsonst verschweigt er seiner Familie die Tatsache, das man in das Haus gezogen ist, in dem ein brutaler Familien-Mord geschehen ist. Doch die Story ist keineswegs so einfach gestrickt wie man es zu Beginn eventuell noch vermuten mag, denn ziemlich schnell ergeben sich Parallelen zu anderen Morden und mit der Zeit ist dann auch ein gemeinsamer Nenner zu erkennen, der das mysteriöse-und übernatürliche Element in die Abläufe einfließen lässt.

Derrickson versteht es insbesondere in der ersten Hälfte seiner Erzählung nahezu perfekt an der Spannungsschraube zu drehen und dem Zuschauer lediglich durch etliche Andeutungen und das Zufügen kleinerer Puzzle-Teilchen eine Gänsehaut zu verpassen die sich gewaschen hat. Fast die ganze Zeit über steht man förmlich wie unter Strom und kann es kaum erwarten, endlich die gesamten Zusammenhänge des geheimnisvollen Treibens zu erfahren, das sich in dem neuen Haus der Familie abspielt. Zur Lösung des Ganzen tragen dann auch die gefundenen Super 8 Filme bei, auf denen die Morde an mehreren Familien enthalten sind, die anscheinend in irgendeiner Weise miteinander zu tun haben. Weiterhin wird das Ganze noch durch den Aspekt gefördert, das augenscheinlich bei sämtlichen Tötungen der Familien immer ein Kind verschwunden ist und nicht mehr aufzufinden war, was dem Szenario eine zusätzlich unheimliche Note verleiht. Diese zieht sich prinzipiell auch durch den gesamten Film und dieser entfaltet eine so dermaßen bedrohliche Atmosphäre, das einem phasenweise wirklich die Haare zu Berge stehen. Fairerweise sollte man nun aber auch zum größten Manko der Geschichte kommen, denn Derrickson ist so darauf erpicht, diese geniale Grundstimmung im Vordergrund zu halten, das er vor allem in der zweiten Filmhälfte einige wesentliche Aspekte ein wenig schleifen lässt und so einen noch besseren Gesamteindruck verhindert.

Da wären in erster Linie wohl die Erklärungen für das gruselige Treiben zu nennen, die zwar einerseits eine unglaublich spannende Hintergrund-Geschichte offenbaren, die andererseits jedoch viel intensiver hätte beleuchtet werden müssen. Stattdessen aber begnügt man sich mit einigen zwar durchaus ausreichenden Erläuterungen, lässt aber eine Menge an Potential liegen, das bei intensiverer Beleuchtung noch weitaus besser zur Geltung gekommen wäre. Gleichzeitig werden die stattfindenden Ereignisse nun auch von einer gewissen Vorhersehbarkeit geprägt, die zuvor noch nicht einmal in Ansätzen zu erkennen war. Darüber können auch diverse gut gesetzte Schockmomente nicht hinwegtäuschen, denn der nun zum Vorschein kommende Spannungseinbruch ist so offensichtlich, das man ihn keinesfalls übersehen kann. Dennoch bewegt man sich insgesamt gesehen immer noch auf einem überdurchschnittlich guten Level, doch hätte der Regisseur die zu Beginn eingeschlagene Richtung konsequent weiter verfolgt, dann wäre "Sinister" nicht nur ein sehr guter, sondern ein absolut überragender Genre-Vertreter geworden. Das die im zweiten Teil auftretenden Schwächen einigermaßen zu kaschieren sind, ist letztendlich dem wirklich exzellent agierenden Ethan Hawke zu verdanken, dessen Performance der absolute Höhepunkt in dieser tollen Geschichte ist. So zeigt er zuerst die absolute Besessenheit eines Autors, der mit allen Mitteln einem Bestseller hinterher hechelt, um dann in der zweiten Hälfte die ureigensten Ängste des Menschen vor dem Übernatürlichen-und Bedrohlichem glaubhaft zum Zuschauer zu transportieren.

Und so kann man im Endeffekt von einem absolut gelungenen Horrorfilm sprechen, der allerdings dennoch ein wenig Potential verschenkt hat. Trotzdem sollte man sich dieses Werk definitiv anschauen, denn unter den unzähligen Genre-Kollegen der letzten Jahre nimmt "Sinister" immer noch eine kleine Ausnahmestellung ein. Und auch wenn diverse Abläufe sowie auch das Ende ziemlich vorhersehbar erscheinen, kann man trotz einiger Mankos im letzten Teil von einem gelungenen Spannungsbogen sprechen. Freunde gruseliger-und stimmungsvoller Filmkost dürften definitiv auf ihre Kosten kommen und werden dabei wohl auch eher großzügig über kleinere Schwächen hinwegsehen.


Fazit:


Ich möchte nicht behaupten, das "Sinister" zwei vollkommen unterschiedliche Hälften präsentiert, wobei der zweite Teil des Filmes aber ganz klar der Schwächere ist. Mit einer intensiveren Beleuchtung der Hintergrund-Thematik hätte man das sicherlich vermeiden können, doch auch in vorliegender Form handelt es sich auf jeden Fall um ein Szenario, das zu den Besseren des Genres zu zählen ist.


8/10

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