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 Betreff des Beitrags: Sister (2011)
BeitragVerfasst: 5. Feb 2014, 14:35 
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Sister
(Jacob)
mit Grace Powell, Dylan Horne, Krystn Caldwell, Larry Wade Carrell, Leo D. Wheeler, Joe Grisaffi, Parrish Randall, Jeremy James Douglas Norton, Michael Biehn, Jennifer Blanc, Kerry Beyer, Johnny Blanco
Regie: Larry Wade Carrell
Drehbuch: Larry Wade Carrell
Kamera: Stacy Davidson
Musik: Iain Kelso
keine Jugendfreigabe
USA / 2011

Jacob ist ein außergewöhnlicher Junge, von der Gestalt ein Riese, stumm und mit einer Wut gegen seine Umwelt ausgestattet, die nur von seiner Schwester Sissy in friedliche Bahnen gelenkt werden kann. Das hat ein Ende, als Sissy von ihrem Stiefvater getötet wird. Jacobs maßloser Zorn hat fortan kein Ventil mehr. Er begibt sich in seiner blinden Wut auf einen Rachefeldzug, der weder vor Feind noch Freund Halt macht. Jacob tötet, was und wer immer sich ihm in den Weg stellt.


Larry Wade Carrell spielt in diesem Indie Horrorfilm nicht nur eine tragende Doppelrolle, gleichzeitig zeichnet der gute Mann auch noch für das vorliegende Drehbuch verantwortlich und legt mit "Sister" zudem auch gleich noch seine erste Regiearbeit vor. Eventuell ist es auch in dieser Mehrfachbelastung begründet, das die Geschichte ganz sicher die Meinungen der Genre-Fans in verschiedene Lager spalten wird, denn die Erzählung gestaltet sich doch weitesgehend so, das am Ende ein eher recht zwiespältiger Gesamteindruck entstehen dürfte. Independent Produktion haben an sich immer ihren ganz eigenen Reiz, wobei das hier dargestellte Szenario aber eher durch etliche Unzulänglichkeiten im Gedächtnis des Zuschauers haften bleiben dürfte. Als Entschuldigung dafür kann aber sicherlich nicht das schmale Budget von gerade einmal 900.000 $ dienen, denn das mit mit noch viel weniger Geld durchaus gute Filme auf die Reihe bringen kann, wurde in den letzten Jahren schon oft genug sehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

"Sister" krankt jedoch in der Hauptsache daran, das Carrell in seiner Geschichte verschiedenste Elemente diverser Sub-Genres vermischen wollte, wobei ihm die Mixtur allerdings größtenteils vollkommen misslungen ist. Zuerst einmal sei dabei erwähnt, das die Story in den ersten gut 50 Minuten vielmehr einem Drama ähnelt, in dem häusliche Gewalt im Vordergrund steht und so gut wie gar keine Horror-Elemente zu erkennen sind. Bis auf eher äußerst kleine Andeutungen ist in dieser Zeitspanne nämlich nichts zu erahnen, was einem die Inhaltsangabe suggerieren möchte. Erst danach entfaltet sich ein sehr unausgegorener und stellenweise wirrer Mix aus Mystery, ein Hauch Slasher,Splatter-Gore und etwas Grusel, wobei die daraus entstehende Kombination weder Fisch noch Fleisch darstellt. An etlichen Stellen ist spürbar, das weder der Regisseur noch die Geschichte an sich so wirklich in eine Richtung tendieren, was letztendlich einen doch eher unstimmigen und unrunden Eindruck hinterlässt.

Dazu trägt auch die gewählte Erzählform der Geschehnisse bei, denn während man nur kurz zu Beginn und ganz am Ende mit der Gegenwart konfrontiert wird, spielt sich der Hauptteil des Filmes in der Vergangenheit ab. Das sich während dieses Erzähl-Stranges dann sogar noch eine weitere Zeitebene auftut in der Carrell noch einmal die Uhr um mehrere Jahre zurückdreht ist dann schon etwas zuviel des Guten und trägt auch nicht unbedingt zum besseren Verständnis der Zusammenhänge bei. Diese erscheinen nämlich größtenteils sehr lückenhaft und insbesondere die Passagen in denen man mit der ehemaligen B-Movie Ikone Michael Biehn ein Wiedersehen feiert, dienen lediglich als Andeutungen für diverse Vermutungen, liefern jedoch keinerlei zufriedenstellende Erklärungen für die ganzen Geschehnisse. Untermalt wird das Ganze zudem von einem Darsteller-Ensemble, das in den meisten Fällen eher schlecht als recht agiert. Biehn selbst bekleidet sowieso nur eine kleine Nebenrolle in der er generell ziemlich blass bleibt, doch auch der Rest der Akteure spielt zumeist eher äußerst hölzern und ungelenk und so manche Performance verleiht dem Film an gewissen Stellen sogar einen hauch unfreiwilliger Komik, was aber ganz und gar nicht in die Abläufe hineinpasst. So kann man dann auch nur ein wenig Freude an den letzten gut 20-25 Minuten haben, in denen sich zumindest einige nette und härtere Szenen erkennen lassen, die den Kohl im Endeffekt aber auch nicht wirklich fett machen.

Wie soll man nun ein solches Werk richtig einschätzen, das weder in Sachen Spannung noch bei den atmosphärischen Aspekten etwas zu bieten hat und zudem noch eine Geschichte erzählt die rein gar nichts zu bieten hat, was man nicht schon unzählige Male weitaus besser umgesetzt gesehen hat. Diese Frage kann sich jeder nur selbst beantworten, doch meiner persönlichen Meinung nach handelt es sich bei "Sister" um einen eher untauglichen Versuch, mehrere Sub-Genres miteinander zu verbinden, denn dieser Schuss ging an dieser Stelle ganz eindeutig nach hinten los. Am Ende bleibt ein zu keiner Zeit stimmiger Plot aus diversen Versatzstücken, der keine echte Einheit ergibt. Schwache Schauspieler, keinerlei Spannung und eine ganz üble deutsche Synchronisation sind die auffallendsten Mankos in einem Film, den man wirklich nicht gesehen haben muss.


Fazit:


Man kann Larry Wade Carrell definitiv nicht das Bemühen absprechen hier einen ordentlichen Horrorfilm auf die Beine zu stellen, doch leider sind bis auf einige nette Ansätze nicht viele positive Aspekte herum gekommen. Einige Andeutungen und keinerlei wirkliche Hintergrundinformationen sind ganz einfach zu wenig, um dem Zuschauer diesen eher misslungenen Genre-Mix näher zu bringen, so das sich letztendlich auch keine wahre Begeisterung einstellen will.


3/10

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