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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Smiley (2012)
BeitragVerfasst: 23. Feb 2014, 11:53 
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Smiley
(Smiley)
mit Caitlin Gerard, Melanie Papalia, Shane Dawson, Andrew James Allen, Liza Weil, Roger Bart, Keith David, Toby Turner, Michael Traynor, Jana Winternitz, Nikki Limo, Steve Greene, Richard Ryan, DeStorm Power
Regie. Michael J. Gallagher
Drehbuch: Ezra Cooperstein / Michael J. Gallagher / Glasgow Phillips
Kamera: Nicola Marsh
Musik: Dave Porter
FSK 16
USA / 2012

Smiley. Unter diesem Namen kennt man einen mysteriösen Serienkiller, über den nichts weiter bekannt ist, außer dass er seine Opfer im Internet aufspürt und gnadenlos jagt, nachdem sie einen bestimmten Spruch dreimal getippt haben. Ashley ist neu am College. In einem Chat hört sie erstmals von dem Killer. Aber sie hält die blutrünstige Geschichte für eine urbane Legende - und kann Smiley doch nicht mehr vergessen. In ihrem Zimmer tippt sie den verhängnisvollen Satz dreimal. Und löst damit eine Kette von irrwitzigen Ereignissen aus, die sie in den Wahnsinn zu treiben drohen. Oder gibt es Smiley tatsächlich?


Und wieder einmal wird man mit einem Regie-Debüt konfrontiert, das von den bisherigen Kritiken eher gnadenlos verrissen wird. Dabei erzählt Michael J. Gallagher mit "Smiley" durchaus eine Geschichte mit Potential, das allerdings stellenweise nicht gänzlich ausgeschöpft wurde. Die Geschichte an sich ist nicht sonderlich neu und lässt so beispielsweise gewisse Ähnlichkeiten zu einem Film wie "Cry Wolf" erkennen. Was hier von den meisten Leuten kritisiert wird ist die angeblich schlechte Umsetzung der vorliegenden Thematik, wobei aber im Prinzip sämtliche Zutaten relativ gut zusammengefügt wurden und so eine Story präsentieren, die definitiv gut-und vor allem spannend unterhalten kann. Vielleicht fehlt vielen Leuten ganz einfach ein angemessener Härtegrad über den sich ein Slasher im Normalfall definiert, denn in dieser Beziehung hält sich der Film doch sehr vornehm zurück. Gallagher setzt sein Hauptaugenmerk viel eher auf diverse gut eingesetzte Schockmomente, in denen der Zuschauer doch so manches Mal zusammenzucken kann. Diese Momente sind auch gar nicht so selten eingebaut worden und werden zudem von einer sehr ansehnlichen-und dichten Grundstimmung untermalt, so das man der Geschichte in atmosphärischer Hinsicht nun wirklich nichts vorwerfen kann.

Phasenweise lassen sich auch herrlich bedrohliche Momente erkennen und die Spannungsschraube wird kontinuierlich immer fester angezogen, bis sich dann erst kurz vor dem Ende das Rätsel um den mysteriösen Internet-Killer lösen lässt. Bis dahin jedoch kann man sich eigentlich nie sicher sein ob es sich überhaupt um einen Menschen handelt, denn durch den Ablauf der Ereignisse wurde recht geschickt eine Note des Übernatürlichen in das Szenario eingebaut, denn wenn man die Morde des ominösen "Smiley" einmal genauer betrachtet muss man feststellen, das diese rein von der Logik her nicht von einem Menschen begangen werden können. Anlehnungen an "Candyman" oder "Bloody Mary" nähren diesen Verdacht und gleichzeitig rückt Gallagher auch immer wieder den Aspekt in den Mittelpunkt, das an dieser Stelle eventuell das Internet ein eigenes Bewusstsein entwickelt haben könnte, aus dem der Mörder entsprungen ist. Ob sich diese Idee nun dämlich oder abwegig anhört spielt dabei gar keine Rolle, vielmehr sollte man an dieser Stelle lediglich bewerten, ob die Geschichte aus diesem Punkt genügend Spannung beziehen kann.

Und diese Frage kann man im Prinzip nur mit einem klaren ja beantworten, denn auch wenn sich die Chose nicht immer zwingend logisch darstellt, bekommt man einen meiner Meinung nach absolut sehenswerten Genre-Beitrag zu sehen, der viel besser geraten ist als es manche im Netz umher schwirrende Kritik vermuten lässt. Das Einzige was an diversen Stellen wirklich ein wenig nervend erscheint, ist das manchmal leicht nervende Gehabe diverser Akteure, denn phasenweise fallen einige Darsteller fast schon durch ein leichtes Overacting ins Auge, das im Endeffekt jedoch lediglich ein wenig den Gesamteindruck trüben kann, der sich insgesamt doch überraschend gut gestaltet. Natürlich kommt es dabei auch wieder einmal auf die eigene Erwartungshaltung an und wenn man diese zu hoch ansetzt kommt am Ende eventuell eine leichte Enttäuschung zum Vorschein. Wenn man das Ganze jedoch einmal ganz neutral betrachtet, dann sollte man im Prinzip zu der Erkenntnis kommen, das mit "Smiley" ein sehr gelungenes Erstlingswerk vorliegt, das gut 90 Minuten interessante-und spannende Horrorkost bietet, die allerdings fast gänzlich ohne Blut und sonderliche härten auskommen muss.

Wer Filme wie "Cry Wolf" mag kann hier eigentlich gar nichts falsch machen, denn die vorliegende Geschichte tendiert doch in die gleiche Richtung. Für manch einen mag die Auflösung der Chose vielleicht sogar ein echtes Highlight und eine große Überraschung darstellen, Kenner der Szene hingegen können durchaus schon vorher erahnen, in welche Richtung des Rätsels Lösung tendiert. Und so bekommt man hier sicherlich kein Meisterwerk geboten und das Rad des Genres wird durch "Smiley" auch keinesfalls neu erfunden. Dafür offenbart sich allerdings ein spannendes Szenario, das zudem einige wunderbare Schreckmomente beinhaltet, bei denen man ganz unwillkürlich zusammenzuckt. Wer dann auch noch nicht unbedingt auf Härte und Blut fixiert ist sollte bedenkenlos zugreifen, denn kurzweilig Unterhaltung bekommt man definitiv geboten.


Fazit:


Ich hatte schon die schlimmsten Befürchtungen nachdem ich die größtenteils vernichtenden Kritiken zu diesem Film gesehen habe. Nach der Sichtung kann ich diese ehrlich gesagt nicht so ganz nachvollziehen, denn auch wenn "Smiley" sicherlich nicht frei von Fehlern ist, bekommt man aber doch einen Film geboten, der sich in meinen Augen oberhalb des normalen Durchschnitts ansiedelt und definitiv eine Empfehlung wert ist.


7/10

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