Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Stung (2015)
BeitragVerfasst: 18. Mär 2016, 21:40 
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Stung
(Stung)
mit Matt O'Leary, Jessica Cook, Lance Henriksen, Clifton Collins Jr., Cecilia Pillado, Eve Slatner, Daniele Rizzo, Florentine Lahme, Kathleen Renish, David Masterson, Tony de Maeyer, Benedikt Bothe, Tommy Kreiselmaier, Benni Diez
Regie: Benni Diez
Drehbuch: Adam Aresty
Kamera: Stephan Burchardt
Musik: Antonio Gambale / David Menke
FSK 16
Deutschland / USA / 2015

Eine schicke Gartenparty gerät außer Kontrolle, als die High Society von mutierten Riesen-Killer-Wespen attackiert wird! Mrs. Perch veranstaltet ihre alljährliche Garten-Party in ihrer abgelegenen Villa auf dem Land. Eigentlich ist alles wie immer, doch dann läuft der illegal importierte Pflanzendünger aus und eine ansässige Insekten-Spezies verwandelt sich in zwei Meter große Killer-Wespen. Klar, dass diese Mutationen nicht lange vor der Festgesellschaft Halt machen. Nun liegt es an den Catering-Mitarbeitern Paul und Julia die angreifenden Bestien aufzuhalten.


Auch wenn sich der Zustand in den letzten Jahren ein wenig gebessert hat, zählt Deutschland im Bezug auf den Horrorfilm immer noch als eine Art Entwicklungsland, in dem zumeist nur diverse Amateur Produktionen auf sich aufmerksam machen. So dürfte dann auch die Ankündigung eines Tierhorrorfilms aus deutschen Landen nicht unbedingt wie eine Bombe eingeschlagen haben, zudem es sich bei "Stung" gleichzeitig auch noch um das Debüt des Regieneulings Benni Diez handelt. Nach der Sichtung des Filmes kann man jedoch erfreut feststellen das es durchaus möglich ist, auch in unseren Gefilden richtig gute Genre Beiträge auf die Beine zu stellen. Zustande gekommen ist diese Produktion durch einen auf dem Fantasy Filmfest 2011 ausgelobten Schreibwettberwerb, bei dem man nach ordentlichen Drehbüchern für einen deutschen Horrorfilm gesucht hat. Das nun vorliegende Ergebnis kann sich dann auch richtig gut sehen lassen, denn dem unbekannten Benni Diez ist es gelungen, ein vortreffliches Creature Movie zu kreieren, in dem auch der Humor keinesfalls zu kurz kommt. Dennoch würde ich die Geschichte auf keinen Fall als Horrorkomödie einstufen, denn es ensteht doch vielmehr der Eindruck, das der Regisseur sich stellenweise ein wenig unschlüssig war, in welche Richtung seine Erzählung denn nun letztendlich tendieren soll.

Was in etlichen anderen Fällen in der Regel als Defizit auszumachen ist, stellt sich jedoch im vorliegenden Fall viel eher als glückliche Fügung heraus, denn obwohl das Geschehen größtenteils einen doch eher ernsten Anstrich erkennen lässt, sind die manchmal unfreiwillig erscheinenden komödiantischen Einlagen als regelrechter Glücksfall anzusehen. Es entfaltet sich nämlich eine durchgehend bestens unterhaltende Geschichte, die zudem auch mit etlichen sehenswerten CGI Effekten ausgestattet ist und phasenweise einen für eine 16er Freigabe ziemlich ordentlichen Härtegrad beinhaltet. Die Darstellung der mutierten Killerinsekten ist absolut gelungen und die possierlichen Viecher dezimieren dann auch den vorhandenen Cast nach gut 25 Minuten auf ein absolutes Minimum, da etliche Figuren schon nach dem ersten großen Angriff der Insekten ihr Leben verlieren. Das geschieht auf eine zumeist brutale und blutige Art, so das auch die Fans der etwas härteren Gangart ihre helle Freude an dem Szenario haben dürften.

Die wenigen, etwas ruhigeren Passagen des Filmes wirken zu keiner Zeit langatmig oder gar überflüssig, denn schließlich muss auch der Zuschauer ab und zu ein wenig runter fahren und das Gemetzel der fliegenden Killer ein wenig verdauen. Zu viel Ruhe wird einem aber nicht gegönnt, denn auch die wenigen Überlebenden der großen Attacke müssen sich weiterhin diverser Angriffe erwahren, wobei es auch in der folge stellenweise spektakulär und rabiat zur Sache geht. Es ist schon erstaunlich zu sehen, das Diez ganz augenscheinlich über ein feines Gespür für die Mechanismen des Genres verfügt, mixt er doch die vorhandenen Zutaten nahezu perfekt zu einem kurzweiligen Creature Cocktail zusammen, der trotz aller Ernsthaftigkeit auch jede Menge gute Laune verbreitet. An vielen Stellen wird man unweigerlich an einen Film wie "C2 - Killerinsect" erinnert, der ja nicht umsonst in Fan Kreisen als kleines Juwel des B-Movies gehandelt wird. Auch "Stung" hat meiner persönlichen Meinung nach das Zeug dazu, in gewissen Kreisen durchaus in eine Art Kultstatus erhoben zu werden und insbesondere unter den deutschen Horrorfilmen der Neuzeit dürfte dieser Beitrag eine Ausnahmestellung einnehmen.

Natürlich liegt das wie immer in der Sichtweise des jeweiligen Betrachters, doch mit dieser Produktion zieht endlich einmal eine Menge frischer Wind in die deutsche Horrorlandschaft ein und weitere Beiträge dieser Art dürften gern noch folgen. Letztendlich bleibt zu hoffen, das man von einem Regisseur wie Benni Diez noch eine Menge hören und sehen wird, denn wer ein so gelungenes Erstlingswerk abliefert, dürfte auch in Zukunft noch weitere tolle Filme auf den Weg bringen. Jedenfalls ist "Stung" ein absolut empfehlenswerter Tipp an all jene, die ein Faible für den Tierhorror haben und dabei auch nicht vor einem deutschen Film zurückschrecken. Hier offenbart sich beste und kurzweilige Unterhaltung, die mit jeder Menge Effekte und einer ordentlichen Portion Härte angereichert wurde. Und so wird die Blu-ray auch sicherlich nicht nur einmal in den heimischen Player wandern, denn dieses grandios inszenierte Spektakel schaut man sich auch gern mehrmals an.


Fazit:


Manchmal kommt es eben doch vor, das auch in deutschen Landen richtig gelungene Genre Beiträge kreiert werden und "Stung" ist ein absolutes Paradebeispiel dafür. Mit einer Nettolaufzeit von knapp über 80 Minuten genau richtig bemessen liefert die Geschichte keinerlei Spielraum für Leerlauf oder etwaige Längen. Der geneigte Horror Fan sollte also bedenkenlos zugreifen, denn hier kommt man definitiv auf seine Kosten.


8/10


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