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 Betreff des Beitrags: The Green Inferno (2013)
BeitragVerfasst: 14. Mär 2016, 15:27 
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The Green Inferno
(The Green Inferno)
mit Lorenza Izzo, Ariel Levy, Daryl Sabara, Kirby Bliss Blanton, Magda Apanowicz, Sky Ferreira, Nicolás Martínez, Aaron Burns, Ignacia Allamand, Ramón Llao, Richard Burgi, Matías López, Antonieta Pari, Tatiana Panaifo
Regie: Eli Roth
Drehbuch: Guillermo Amoedo / Eli Roth
Kamera: Antonio Quercia
Musik: Manuel Riveiro
keine Jugendfreigabe
USA / 2013

Studentin Justine engagiert sich für Sachen wie die die Ächtung der Genitalverstümmelung und den Schutz des Regenwaldes. Deshalb muss sie auch nicht lange überredet werden, mit einer Gruppe weiterer Aktivisten von der Uni nach Lateinamerika zu reisen, um dort auf fantasievolle Weise gegen das Abholzen des Urwalds zu protestieren. Pech nur, dass die Indianer der Umgebung sie für Vertreter eben jener Industrie halten, gegen die sie protestieren. Und die Indianer sind wild entschlossen, diesmal zurück zu schlagen.


Der Kannibalenfilm hat seine Blütezeit längst hinter sich und war vor allem in den 70er und frühen 80er Jahren äußerst stark vertreten. Mit "The Green Inferno" hat nun Eli Roth dem Sub Genre wieder neues Leben eingehaucht und dabei einen Vertreter auf den Weg gebracht, der durchaus auch als Remake der großen Klassiker wie beispielsweise "Nackt und zerfleischt" oder auch "Lebendig gefressen" durchgehen könnte. Beinhaltet der Film doch sämtliche Zutaten, die diese Filmgattung so berühmt und berüchtigt gemacht haben, so das man als Fan durchgehend auf seine Kosten kommt. Im Mittelpunkt des Filmes steht eine Gruppe von Aktivisten, die im undurchdringlichen Dschungel von Peru durch eine Protestaktion die Abholzung des Urwalds verhindern wollen. Gleichzeitig wird diese Gesinnung aber von Roth auch in Frage gestellt, denn im Laufe der Ereignisse kristallisiert sich immer mehr heraus, das der Anführer der Gruppe eigentlich ganz andere Beweggründe für die Aktion hatte als die, die er seinen Mitstreitern immer wieder mitgeteilt hat. Dadurch wird dem Geschehen auch eine makabere Note beigefügt, denn wenn man letztendlich sieht welche Konsequenzen das für die Beteiligten hat, entsteht doch ein extrem schaler Beigeschmack beim Zuschauer, den man nicht so schnell wieder los wird.

Wie dem auch sei, "The Green Inferno" hat mich trotz anfänglicher Skepsis völlig überzeugen können. Roth hat in seiner Erzählung die nötigen Versatzstücke des Genres erstklassig aneinander gefügt und präsentiert ein höchst intensives Szenario, das phasenweise mit einem hoch angesiedelten Härtegrad daher kommt. Zwar dauert es etwas länger bis das Geschehen in die Vollen geht, aber auch die gut 30 Minuten dauernde Einführung in das Szenario gestaltet sich keinesfalls langweilig. Zunächst einmal bekommt man einige Einblicke in die Absichten der Aktivisten geboten und die Charaktere werden einem oberflächlich etwas näher gebracht. Sofort nachdem das Flugzeug der Gruppe beim Rückflug über den Dschungel abgestürzt ist erfährt die Geschichte dann ein recht heftige Wendung, denn ohne große Ankündigung wird der Zuschauer von nun an mit Handlungen der Eingeborenen konfrontiert, die einem stellenweise schon ordentlich den Magen umdrehen können. Die enthaltenen SFX können sich nun wirklich sehen lassen und der geneigte Gorehound kommt voll auf seine Kosten. Vom Entfernen diverser Augäpfel über das Abhacken etlicher Gliedmaßen ist alles vorhanden und so manche Passage des Filmes ist zudem mit einem erhöhten Ekel Faktor versehen. Meiner persönlichen Meinung nach erscheint es schon ziemlich erstaunlich, das "The Green Inferno" in der vorliegen Form lediglich mit dem Siegel keine Jugendfreigabe ausgestattet wurde, denn etliche Werke sind schon wegen weitaus weniger visueller Härte nicht durch die FSK gekommen.

Eli roth ist es wirklich gelungen einen absolut stimmigen Vertreter seiner Zunft zu kreieren, der auch in atmosphärischer Hinsicht voll punkten kann. Sehr positiv ist das absolut gelungene Schauspiel der Akteure zu bewerten, denn wo in den alten Klassikern doch so manches Mal zumeist ein wenig darstellerischer Dilettantismus zu erkennen war, können die Protagonisten hier absolut überzeugen. Vor allem das Entsetzen und die aufsteigende Panik gegenüber der vorherrschenden und scheinbar aussichtslosen Lage wird glaubhaft in Szene gesetzt und durch ausdrucksstarke Mimik zusätzlich unterstützt. Obwohl ich mich selbst noch nie zu den ausgewiesenen Fans dieser Filmgattung gezählt habe, konnte mich "The Green Inferno" durchgehend in seinen Bann ziehen und hat dabei eine grausame Faszination ausgestrahlt, die man nur schwer in Worte fassen kann. Lediglich zum Ende hin wird der insgesamt sehr gute Gesamteindruck ein klein wenig getrübt, denn Roth präsentiert zum Finale einige nicht ganz nachvollziehbare Einstellungen, die schon recht skurril wirken. Wahrscheinlich vollkommen beabsichtigt verliert das Geschehen dadurch jedoch ganz unweigerlich etwas von seiner Ernsthaftigkeit und so hätte ich mir an dieser Stelle doch einen etwas anderen Showdown gewünscht.

Nichtsdestotrotz handelt es sich um einen richtig guten Beitrag, den man auch ohne Weiteres als gelungene Hommage an ein Sub Genre ansehen kann, das die Meinungen der Filmfreunde schon immer in zwei Lager gespaltet hat. Ob man den Film im direkten Vergleich mit den Genre Größen sehen sollte muss jeder für sich selbst entscheiden, auf jeden Fall handelt es sich jedoch um einen richtig guten Kannibalenfilm der Neuzeit, der jeden Fan absolut begeistern sollte. Kompromisslos, visuell knallhart in Szene gesetzt und mit gut agierenden Darstellern besetzt ist "The Green Inferno" definitiv eine dicke Empfehlung wert, zumal Roth auch vollkommen auf den berüchtigten und nicht notwendigen Tiersnuff verzichtet hat, was ich persönlich als äußerst angenehm empfunden habe. Neben "Hostel" handelt es sich hier um Roth's besten Film und ehrlich gesagt hätte ich nie erwartet, das ich ein dermaßen stimmiges Gesamtpaket geliefert bekomme wie es hier der Fall ist.


Fazit:


"The Green Inferno" ist stellenweise echt harter Tobak und reiht sich in die Riege der wenigen wirklich guten Kannibalenfilme ein. Mit ordentlich Härte ausgestattet erzählt der Film eine interessante Geschichte die einen von der ersten bis zur letzten Minute in ihren Bann zieht. Lediglich die letzten Szenen hätte man durchaus etwas anders gestalten können, da dem Gesamtbild durch diese ein wenig von seiner Ernsthaftigkeit genommen wird.


8/10


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 Betreff des Beitrags: Re: The Green Inferno (2013)
BeitragVerfasst: 14. Mär 2016, 22:12 
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trashig-exploitativer Chef
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Beiträge: 1697
Wohnort: Drive-In Kino
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Fand den ziemlich schwach !

Die ersten 45-50 Minuten ziehen sich wie oller Kaugummi & das was danach kommt kann die Defizite auch nicht mehr wett machen.
Ich war echt kurz davor den Film nach gut 30 Minuten wieder aus zu machen - und das heißt schon was in Anbetracht des groben, trashigen Unfugs den ich mir oft gebe!

Der Humor & auch die Sozialkritik wirkte deplaziert, der ganze Film sehr aufgesetzt und zu verkrampft inszeniert.

Alberner schwachsinn...Grasbeutel , Kannibalenoberhaupt das wie Jack Sparrow aussieht, CGI Ameisen usw

_________________
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"Are you gonna bark all day little doggie, or are you gonna bite?"


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