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 Betreff des Beitrags: The Innkeepers - Hotel des Schreckens (2011)
BeitragVerfasst: 24. Jan 2013, 15:50 
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The Innkeepers - Hotel des Schreckens
(The Innkeepers)
mit Sara Paxton, Pat Healy, Alison Bartlett, Jake Ryan, Kelly McGillis, Lena Dunham, George Riddle, Brenda Cooney, John Speredakos, Sean Reid, Kurt Venghaus, Thomas Mahoney, Michael Martin
Regie: Ti West
Drehbuch: Ti West
Kamera: Eliot Rockett
Musik: Jeff Grace
keine Jugendfreigabe
USA / 2011

Am letzten Wochenende, bevor das Yankee Pedlar Inn geschlossen werden soll, beschließen die Angestellten Claire und Luke, Beweise für einen angeblichen Geisterspuk zu finden. Dabei lernen die Spätzwanziger einen der letzten Gäste des Hotels kennen, die in die Jahre gekommene Fernsehschauspielerin Leanne Rease-Jones, die offenbar das zweite Gesicht besitzt und dem Paar bereitwillig bei seinen Recherchen hilft. Mehr und mehr stellt sich heraus, dass Leanne über mehr verfügt als nur telepathische Fähigkeiten.


Gruselfilme mit der Haunted House Thematik gibt es wie Sand am Meer und so sollte man auch beim neuesten Werk von Ti West (The House of the Devil) keinesfalls erwarten, das man hier das Rad neu erfindet. Doch was der Regisseur hier auf die Beine gestellt hat, ist so ziemlich das Beste, was das Sub-Genre in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Dabei beginnt die Geschichte im Prinzip eher etwas belanglos und in den ersten gut 30 Minuten überkommt einen nicht unbedingt das Gefühl, das einen ein echter Grusler erwartet. Eine dezente Einführung der Charaktere und 2-3 kleine Schockmomente die aber nichts mit dem später aufkommenden Horror zu tun haben sorgen nicht gerade für eine hohe Erwartungshaltung beim Zuschauer. Und ehrlich gesagt ist das auch gut so, denn West versucht wohl vollkommen beabsichtigt einen etwas einzuschläfern, damit das Szenario danach seine volle Wirkung entfachen kann.

Genau dieser Fall tritt dann auch ein, denn nach der eher banalen Einführung in das Geschehen entfaltet sich immer mehr der subtile und unterschwellig auftretende Horror, der einmal mehr mit minimalstem Einsatz erzeugt wird, aber eine maximale Wirkung hinterlässt. Hat man schon während der Einführungs-Phase trotz mangelnder Ereignisse deutlich gespürt das etwas sehr Unheilvolles in der Luft liegt, so geht "The Innkeepers" nun so richtig in die Vollen. Ein herausragender dramaturgischer Spannungsaufbau und eine stetig dichter werdende Grundstimmung sorgen für das perfekte Grusel-Erlebnis, das einem immer mehr unter die haut kriecht und für so manche Gänsehaut Sorge trägt. Ob man es will oder nicht, man erliegt fast automatisch der von den Ereignissen ausgehenden Faszination und kann dabei nicht leugnen, das man phasenweise selbst ein Teil der Geschichte wird. Gezielt eingesetzte Schockmomente und herrlich bedrohliche Passagen erzeugen ein Gefühl, als wenn man selbst den Geheimnissen des alten Hotels auf den Grund gehen würde.

Wie schon bei "The House of the Devil" stellt Ti West einmal mehr unter Beweis, das man nicht immer Härte oder ein Effekt-Gewitter benötigt, um den Betrachter in einen wahren Bann zu ziehen. Die einfachsten Zutaten sind hier vollkommen ausreichend, um einen in den sogartigen Strudel der Ereignisse zu ziehen, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt. Enorm wichtig für die Intensität des Geschehens sind jedoch auch die darstellerischen Leistungen und besonders die junge Sara Paxton in der Rolle der Claire liefert hier eine nahezu brillante Performance ab. Aber auch die in die Jahre gekommene Kelly McGillis kann mit einer überzeugenden Leistung aufwarten, so das sich einem authentische-und sehr glaubwürdige Leistungen offenbaren, die das von Haus aus schon gute Gesamtbild noch einmal zusätzlich aufwerten. West hat hier wirklich wieder eine echte Grusel-Granate auf den Weg gebracht die alles beinhaltet, was Filme dieser Art so absolut sehenswert macht.

Letztendlich ist die hohe Alterseinstufung für manch einen eventuell etwas irreführend, denn nicht wenige werden sicherlich einen harten Horrorfilm erwarten. Mit dieser Erwartungshaltung wäre man aber auf dem vollkommen falschen Dampfer, denn sonderliche Brutalitäten sind absolute Mangelware. Gorehounds werden also nicht auf ihre Kosten kommen, dafür dürften jedoch die Freunde des Haunted House Horrors regelrecht begeistert sein. "The Innkeepers" braucht sich meiner persönlichen Meinung nach auch hinter Klassikern des Genres nicht zu verstecken und wer ein Faible für den Gruselfilm hat, sollte sich dieses grandiose Werk auf keinen Fall durch die Lappen gehen lassen.


Fazit:


Schon "The House of the Devil" hat mir sehr gut gefallen und mit seinem neuesten Werk knüpft Ti West nahtlos an dessen Klasse und Niveau an. Ein Film-Erlebnis, das eine ungeheure Intensität entfacht und das man sich am besten in der Nacht anschauen sollte, da die herausragende Atmosphäre dann noch weitaus besser zur Geltung kommt.


8,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: The Innkeepers - Hotel des Schreckens (2011)
BeitragVerfasst: 20. Jul 2013, 17:27 
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Bei mir kommt "The Inkeepers" nicht ganz so gut weg, bestenfalls als nette Unterhaltung für Zwischendurch;
ab und gibt es schon Spannungsmomente, allerdings verliert sich die Stimmung dann recht schnell wieder in Belanglosigkeiten.
Erst zum Ende hin passiert dann überhaupt mal was. Auf der Rückseite steht 'Die Spannungs steigt von Minute zu Minute an - bis zur Unerträglichkeit'
naja ... :D

Das Geplänkel zwischen den beiden Hauptcharakteren ist zwar ganz nett, nimmt aber die gruselige Atmopshäre (sofern vorhanden)
zeitgleich wieder heraus. Darstellerisch geht die Leistung in Ordnung, ein altes heruntergekommendes Hotel als Location ist passend gewählt.
Vergleiche zu Shining oder House on Haunted Hill kann man eigentlich nicht ziehen, kommt Inkeepers doch zu keiner Zeit
qualitativ noch erzählerisch an diese beiden heran.

Max. 5/10 Geistererscheinungen

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I don't think runnning will save you.


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