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 Betreff des Beitrags: The last Will and Testament of Rosalind Leigh (2012)
BeitragVerfasst: 6. Aug 2014, 17:19 
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The last Will and Testament of Rosalind Leigh
(The last Will and Testament of Rosalind Leigh)
mit Aaron Poole, Vanessa Redgrave, Julian Richings, Stephen Eric McIntyre, Charlotte Sullivan, Mitch Markowitz, Sarah Illiatovitch-Goldman, Rodrigo Gudiño, Bob Dorsey, Rogelio Gudiño, John Carter Craig
Regie: Rodrigo Gudiño
Drehbuch: Rodrigo Gudiño
Kamera: Samy Inayeh
Musik: keine Information
FSK 16
Kanada / 2012

Nach dem Selbstmord seiner Mutter erbt Leon das alte Familienhaus. Vom überraschenden Tod seiner Mutter gezeichnet, kehrt Leon an den Ort seiner Kindheit zurück. Alsbald sieht er sich im Haus merkwürdigen Ereignissen gegenüber. Es scheint so, als ob seine Mutter aus dem Jenseits mit ihm Kontakt aufnehmen möchte. Noch während Leon das Geheimnis zu lüften versucht, schleicht sich eine tödliche Gefahr in sein Leben ein.


Nach zwei Kurzfilmen präsentiert Rodrigo Gudiño nun mit "The last Will and Testament of Rosalind Leigh" sein Langfilm-Debüt, in dem der Zuschauer mit einem Paradebeispiel des subtil aufkommenden Grusel-Feelings konfrontiert wird. Dabei ist die Geschichte im Prinzip mit einer einzigen Figur besetzt, denn der Zuschauer bekommt es durchgehend nur mit dem Charakter des Leon zu tun, der durch den Selbstmord seiner Mutter das Elternhaus erbt und nun nach etlichen Jahren in dieses zurückkommt. Ansonsten bekommt man es lediglich mit Personen zu tun, die entweder nur durch ihre Stimme am Telefon zu hören sind, oder aber auf der Aufnahme auf einer alten VHS-Cassette zu sehen sind. Manch einem mag dieser Aspekt nun schon etwas langweilig erscheinen und zugegebenermaßen ist die Geschichte sicherlich nicht für diejenigen geeignet, die ein hohes Erzähltempo und gesteigerten Aktionismus in einem Film bevorzugen. Zudem brauchen die Geschehnisse auch eine gewisse Zeit bis sie wirklich in Gang kommen, aber dennoch gestalten sich die Abläufe keinesfalls uninteressant, da hier von Beginn an eine geheimnisvolle Note das Szenario kennzeichnet.

Gudiño versteht es dabei sehr gekonnt die Neugier des Zuschauers zu schüren, indem er immer wieder diverse Andeutungen und mysteriöse Momente einfließen lässt. Ziemlich schnell wird dabei ersichtlich, das Leon's Mutter anscheinend Kontakt aus dem Jenseits zu ihrem Sohn aufnehmen will, der ganz offensichtlich in seiner Kindheit unter traumatischen Ereignissen gelitten hat die auf religiösen Begebenheiten innerhalb der Familie beruhen. Was hier zu Beginn noch wie eine Ansammlung einiger nicht zu erklärender Momente innerhalb des alten Hauses erscheint, entfacht in der zweiten Filmhälfte dann auch immer bedrohlicher daher kommende Passagen, in denen der äußerst subtil aufkommende Horror immer stärker in Erscheinung tritt. Dabei dreht sich im Prinzip alles um den Glauben eines Menschen und Leon muss die Erfahrung diverser Erscheinungen machen, bei denen er nie so richtig einschätzen kann, ob diese real sind oder lediglich in seiner Einbildung entstehen. Schon bald ist der junge Mann nahe am Rande des Wahnsinns und merkt immer mehr, das seine verstorbene Mutter ihm irgend etwas aus dem Jenseits mitteilen will, damit ihre Seele ihre endgültige Ruhe finden kann.

Freunde der unterschwelligen Gruselkost werden in diesem Film definitiv voll auf ihre Kosten kommen, denn Rodrigo Gudiño schafft es mit den einfachsten Mitteln den maximalen Ertrag herauszuarbeiten. Das mag sicherlich nicht jedem gefallen, denn wirkliche Action oder ein höheres Tempo bekommt man definitiv nicht geboten. Und dennoch zieht einen diese Geschichte ganz unweigerlich in ihren Bann und strahlt dabei eine nahezu unheilvolle Faszination aus, der man sich beim besten Willen kaum entziehen kann. Die extrem dichte-und mysteriöse Atmosphäre in dem alten Gebäude nimmt einen regelrecht gefangen und Freunde der eher stillen Töne dürften an dieser Stelle nahezu begeistert sein.

Die Auflösung der gesamten Chose gestaltet sich dann zwar nicht unbedingt sonderlich innovativ, rundet aber dennoch perfekt einen insgesamt sehr guten Gesamteindruck ab, der dem Betrachter hier einen stimmigen-und extrem atmosphärischen Grusler präsentiert. Dennoch wird es bestimmt auch wieder genügend Leute geben die "The last Will and Testament of Rosalind Leigh" als langweilig einstufen werden, doch wer sich auf dieses kammerspielartige Szenario einlassen kann, wird letztendlich mit einem sehr gelungenen Filmerlebnis belohnt, das man jederzeit bedenkenlos empfehlen kann.


Fazit:


Freunde von Aktionismus und hohem Tempo sollten erst gar nicht zu der DVD greifen, wer aber ein subtiles Grusel-Erlebnis zu schätzen weiß kann bei diesem Film nichts falsch machen. Ein einziger Schauspieler trägt dabei das gesamte Werk und liefert dabei eine durchaus ansprechende Leistung ab, die sich dem insgesamt überdurchschnittlich gutem Gesamteindruck des Filmes nahtlos anpasst.


7/10


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