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 Betreff des Beitrags: The Orphan Killer(2011)
BeitragVerfasst: 28. Mär 2013, 20:45 
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Originaltitel : Orphan Killer, The

Alternativtitel : Sibling: Marcus Miller the Orphan Killer

Herstellungsland : USA

Erscheinungsjahr : 2011

Regie : Matt Farnsworth

Darsteller : Diane Foster,David Backus,Matt Farnsworth,James McCaffrey,John Savage u.a.

Laufzeit : 83 Minuten (NTSC)

Freigabe : Unrated / Not Rated


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Story :

Als Kinder werden Audrey und Marcus Miller zeuge wie ihre Eltern auf brutalste Weise von Einbrechern dezimiert werden.
Da sie keine näheren Verwandten haben werden die beiden in ein katholisches Waisenhaus abgeschoben.
Audrey scheint das Geschehene besser als ihr Bruder Marcus, der in einen katatonischen Zustand verfällt, verarbeiten zu können.
Als eines Nachts ein anderer Waisenjunge Audrey kitzel, flippt Marcus vollkommen aus und bearbeitet ihn auf brutalste Weise mit einem Baseballschläger.

Dies hat zur Folge das die Nonnen des Waisenhaus ihn isolieren und zwingen eine furchteregende Maske zu tragen; die christlichen Ordensschwestern scheinen in dem jungen den Antichrist in Person zu sehen.
Als der Polizist der beim Mord der Millers am Tatort war Audrey adoptiert bleibt Marcus alleine im Waisenhaus zurück und ist weiter den Folterungen und Züchtigungen der Nonnen ausgesetzt.
Aus Marcus wird ein seelen-und skrupelloses Monster welches kaltblütig mordet und es gibt keinen anderen Weg als ihn für immer wegzusperren.

Das ehemalige Waisenhaus wurde zu einer katholischen Schule umfunktioniert und Audrey arbeitet als Choreographin mit den Schülern an gemeinsamen Aufführungen.
Ihr Bruder Marcus ist seit Jahren weggesperrt und hat sogar den zweifelhaften Ruhm einer urbanen Legende inne von dem die Kids an der Schule heute noch reden.
Doch Audrey konnte nie ganz mit der Vergangenheit und dem Schicksal ihres Bruders abschließen und leidet unter ständigen Wahnvorstellungen.
Nach einer Aufführung in der Schule nehmen genau diese Wahnvorstellungen in Form von Marcus Gestalt an, denn ihr Bruder konnte seiner Zelle entfliehen und jeder der sich zwischen ihn und Audrey stellt wird auf bestialische Art und Weise getötet.
Es dauert nicht lange bis die Anzahl der Toten in der Ordensschule nach oben schnellt und Audrey sich ihrer Vergangenheit stellen muss.


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Bewertung :

Totgesagte leben ja bekanntlich länger und schon oft wurde der Slasher Film totgesagt.
Doch grade in den letzten Jahren ereichten uns wieder Beiträge aus aller Welt zu diesem Subgenre des Horrorfilms und auch einige Klassiker wie z.B. NIGHTMARE ON ELM STREET oder FRIDAY THE 13TH erfuhren ein Remake.
Unter dieser Schwemme an Filmen befanden sich einige Beiträge, wie HATCHET oder LAID TO REST, die durchaus als gelungen zu bezeichen und auch recht blutig ausgefallen sind.
Mit THE ORPHAN KILLER hat Matt Farnsworth (IOWA, DYING FOR METH) definitiv einen der härtesten und blutigsten Filme dieser "New Wave of Slasher Movies" der letzten Jahre geschaffen und dort wo z.B. LAID TO REST in Sachen Gore und Splatter aufhört legt Farnsworth Film erst richtig los.
Dies sahen wohl auch die deutschen Zensur-Institutionen so und obwohl es nur eine US Veröffentlichung des Films auf DVD und Blu-ray gibt, schlug das AG Karlsruhe schneller mit einem Beschlagnahmebeschluss zu als Marcus Miller es mit seiner Axt kann.
Es ist schon traurig, das uns in Deutschland immer noch nicht das Recht zugesagt wird als mündiger Bürger das zu schauen was möchte.
Jeder Einzelne sollte letztendlich für sich selbst entscheiden könne was er sich zumuten kann und nicht durch Zensur bevormundet werden.

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Aber zurück zu THE ORPHAN KILLER, der nämlich wesentlich mehr zu bieten hat als den vorgeworfenen Tatbestand der selbstzweckhaften Gewaltdarstellung, Gewaltverherrlichung oder Gewaltverharmlosung nach § 131 StGB.
Sicherlich bietet die Story nichts was man als wirklich innovativ bezeichnen könnte, aber in der heutigen Zeit ist es grade im Slasher-Genre auch ein sehr schwieriges Unterfangen dem Zuschauer etwas zu bieten was man zuvor noch nicht gesehen hat.
Und so beschränkt sich Matt Farnsworth auf den ersten Blick auf das wesentliche bei der hier erzählten Geschichte, was aber nicht heißt das dies ein Manko darstellt!
In erster Linie dürfte hier natürlich die Aufmerksamkeit der Gorehounds geweckt werden, die duch den § 131 Status wieder einen Film mehr auf ihrer "Must-have" List stehen haben.
In erster Linie hat man es hier natürlich mit einem Slasher zu tun der von seine harten und extrem blutigen FX lebt.
Diese FX sind wirklich "Over-the-Top", allesamt handgemacht und sehr realistisch ausgefallen; als hätte man in den 80gern Tom Savini etwas Koks und PCP in den Kaffee geschüttet und ihn damit in einen Rausch der Gewalt versetzt.
Wo andere Filme anfangen wegzublenden, geht es hier erst richtig los- man hält gnadenlos mit der Kamera drauf und zeigt dem Zuschauer jedes noch so blutige Detail.

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Doch THE ORPHAN KILLER einfach nur als dumm-brutalen und hirnlosen Slasher abzutun wäre zu einfach und auch ungerecht!
Wer hier nämlich etwas an der Oberfläche dieser Splattergranate kratzt und sich auf den Film einlässt bekommt wesentlich mehr Tiefgang geboten als man zuerst erwartet und vermutet.
Während des Anschauens nimmt man nämlich wahr das bei THE ORPHAN KILLER ein blasphemischer Nihilismus vorherrscht der nicht von ungefähr kommt und von Sozialkritik und Kritik an der katholischen Kirche ausgelöst wird.
Sozialkritisch wird hier gezeigt das Menschen einfach zu Pauschal behandelt werden und anstatt den kindlichen Opfern, deren Eltern bestialisch ermordet wurden, die adäquate psychologische Hilfe zukommen zu lassen schiebt man sie einfach in ein Waisenhaus ab.
Auch im Waisenhaus kümmert man sich nicht individuell um die Kinder und ihre Bedürfnisse-von Liebe und Fürsorge keine Spur und so werden sie in einer christlichen Monohierarchie vernachlässigt und verwahrlosen Mental immer mehr.
Selbst nachdem man das vorhandene Gewaltpotenzial von Marcus Miller nach seiner ersten Gräueltat erkannt hat, bessert sich an diesen Umständen nichts; anstelle der notwendigen psychologischen Hilfe und Behandlung gibt es Züchtigung, Strafe und Abgrenzung von den anderen Kinder und die Vorhergehensweise der Institution hat Miller letztendlich zu dem gemacht was er ist : ein kaltblütiges, misantrophisches Monster.
Auf drastische Weise werden wir nur erneut drauf aufmerksam gemacht, das sich seit Dekaden in der katholischen Kirche und in Waisenhäusern nichts geändert hat - Missbrauch, körperliche Gewalt, Züchtigung, Bestrafung und eine strenge Hierarchie, über die göttliches Schweigen gelegt wird, sind leider immer noch gang und gäbe.
Genau dies ist es dann auch, wodurch sich THE ORPHAN KILLER positiv von anderen 08/15 Slashern abhebt; auch wenn der Film doch recht genreorientiert inszeniert ist.

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Sehr positiv ist das man vor verwackelten und billigen Digi-Cam Bildern verschont bleibt, welche ja leider im Indie Film oft üblich sind.
Auch THE ORPHAN KILLER ist zwar ein Low Budget Movie, was man ihm aber zu keiner Zeit ansieht und der gesamt Look macht ihn schon fast mainstreamtauglich.
Oft wird hier auch mal auf einen Kamerakran oder Aufnahmen aus einem Helikopter heraus gesetz - dies ist dem Film mehr als dienlich und wirkt sich sehr stimmig auf das Gesamtpaket aus.
Bei THE ORPHAN KILLER wird auch oft mit Rückblenden gearbeitet und auch diese sind mehr als gelungen; in grauen und kalten Bildern zeigt uns Farnsworth die Tristesse des Waisenhaus, die Demontage des jungen Marcus Miller welche ihn in einen seelenlosen Killer verwandelte.

Musikalisch dominiert hier der Metal-Sound und mit "Affiance", "Asking Alexandria", "Dawn of Ashes" oder "Born of Osiris" hat man einige namhafte Metalcore, Black Metal, Industrial Metal und Deathcore Bands auf dem Soundtrack, welche Liebhabern dieser Musikrichtung durchaus ein Begriff sein dürften.
Persönlich fand ich den Track bei den Opening Credits am besten; hierbei handelt es sich nämlich um eine Coverversion von Gerard McMann's "Cry Little Sister" vom LOST BOYS Soundtrack.
Der Kontext der Lyrics des Opening Tracks und das was Audrey Miller noch bevorsteht ist hier perfekt, denn im Laufe des Films heißt es für Audrey definitiv "Cry Little Sister"!

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Bei den Darstellern bin ich zuerst davon ausgegangen man habe es wieder mit den gewohnten Knallchargen zu tun, die schon Probleme haben 2 Zeilen Text auswendig zu lernen und diese glaubhaft in die Kamera zu sprechen.
Dem war aber nicht so und ich war angenehm überrascht das die Protagonisten hier überzeugend agieren.
Auch wenn der Killer selbst im Film eher dialogarm agiert und eine Maske trägt kann er überzeugen.
Sein weiblicher Gegenpart Diane Foster, welche hier auch als Produzentin mitfungierte, agiert auch glaubhaft und verschont uns Zuschauer glücklicherweise mit hysterischem Dauerkreischen.
Selbst die Teenies zu Beginn des Films gehen vollends okay und man kann nicht wirklich etwas bemängeln.
Mit John Savage findet man bei THE ORPHAN KILLER sogar einen renomierten Namen in einer Nebenrolle.
Savage hat u.a. in Filmen wie DER PATE 3, DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN, DO THE RIGHT THING, MORDLUST und SALVADOR mitgewirkt.

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Am Schluß des Films wird man wie bei zig anderen Vertrettern des Slasher-Genres auch bei THE ORPHAN KILLER mit einem Cliffhanger konfrontiert - bei diesem Slasher von Matt Farnsworth verhält es sich aber anders und hier hofft man regelrecht auf ein Sequel welches hoffentlich qualitativ den Standard des Vorgängers beibehalten kann.
Schon jetzt hat sich THE ORPHAN KILLER bei den Fans einen Namen gemacht und die Maske Miller's kann sich vollkommen zu Recht neben die Konterfeis von Jason, Freddy, Michael Myers, Pinhead und Konsorten gesellen.


9 von 10 Waisenkindern

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 Betreff des Beitrags: Re: The Orphan Killer
BeitragVerfasst: 28. Jun 2013, 18:41 
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Demnächst im Exklusivvertrieb von NSM Records in Zusammenarbeit mit PCM erhältlich: THE ORPHAN KILLER

Mediabook - Cover A - limitiert auf 1.000 Stück
Mediabook - Cover B - Limitiert auf 500 Stück

Releasedatum: 26.07.2013

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 Betreff des Beitrags: Re: The Orphan Killer
BeitragVerfasst: 28. Jun 2013, 20:37 
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Wer weiß, was der aufgrund der Limitierung wieder kosten wird....
Ich bestelle mir lieber die US DVD - die ist Codefree, kommt mit Soundtrack und 2 verschiedenen Shirts und kostet grade mal 28 $ :)

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 Betreff des Beitrags: Re: The Orphan Killer (2011)
BeitragVerfasst: 10. Aug 2013, 10:34 
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The Orphan Killer
(The Orphan Killer)
mit Diane Foster, David Backus, Matt Farnsworth, James McCaffrey, John Savage, Karen Young, Charlotte Maier, Spencer List, Dana DeVestern, Margot White, Mike Doyle, Ivan Martin, Karen Olivo, Matthew Arkin
Regie: Matt Farnsworth
Drehbuch: Matt Farnsworth
Kamera: Matt Farnsworth / Aaron Medick
Musik: keine Information
ungeprüft
USA / 2011

Als das Geschwisterpaar Marcus und Audrey Miller durch einen kaltblütigen Mord eines Einbrechers beide Elternteile verlieren, werden sie in das naheliegende Kinderheim gebracht. Das jener Vorfall an den beiden nicht unbeschadet vorrübergegangen ist wird deutlich, als Marcus emotionslos ein anderes gleichaltriges Heimkind mit einem Baseballschläger niederknüppelt. Fortan wird er von den betreuenden Schwestern des Heimes gehasst, gedemütigt und misshandelt. Nachdem Audrey liebevoll von Pflegeeltern aufgenommen wird und behütet heranwächst, bleibt Marcus hasserfüllt im Heim zurück. Jahre später, spürt Marcus seine Schwester auf und meuchelt alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt.


Serienkiller mit Maske haben ja bekannterweise eine lange Tradition im Horror-Genre und mit "The Orphan Killer" kommt nun eine neue Gestalt hinzu, die mit geradezu brachialer Gewalt Jagd auf ihre Opfer macht. Genau in diesem Punkt ist aber auch gleichzeitig die Schwäche dieser Independent-Produktion zu suchen, denn reduziert sich der Film von Matt Farnsworth doch fast ausschließlich auf seine etlichen Gewaltdarstellungen und vernachlässigt die Geschichte an sich fast schon sträflich. So sollte man sich auf jeden Fall vor der Ansicht des Werkes die Inhaltsangabe durchlesen, da man ansonsten mit einem phasenweise wirren Szenario konfrontiert wird, das nur an diversen Stellen so etwas wie einen Erzählfluss erkennen lässt. In großen Teilen erscheint einem das Geschehen nämlich eher unstrukturiert und seltsam zerstückelt, die einzelnen Sequenzen hinterlassen nicht selten den Eindruck, das hier mehrere Video-Clips wild aneinandergereiht wurden, so das sich die Ansicht stellenweise sogar fast schon als anstrengend offenbart. Im Prinzip präsentiert sich die Story als eine Aneinanderreihung brutaler Splatter-Gore Passagen, die zugegebenermaßen einem wahren Gemetzel gleichen, was die Gorehounds unter den Zuschauern sicherlich mehr als nur zufriedenstellen wird. Wer jedoch ein wenig mehr von einem Film erwartet wird eher nicht auf seine Kosten kommen, da Farnsworth es vollkommen versäumt hat, den Geschehnissen auch ein wenig inhaltliche Substanz zu verleihen.

Auch einige fast willkürlich eingestreute Rückblenden in die Kindheit der Geschwister können dem Zuschauer die eigentlichen Hintergründe nur sehr oberflächlich näher bringen, konzentriert sich der gesamte Ablauf doch lediglich auf ein wahres Splatter-Gore Spektakel, das extrem derbe und blutig in Szene gesetzt wurde. Ansonsten aber präsentiert sich die äußerst dünne Rahmenhandlung vielmehr als inhaltsloses Vakuum, das jegliche Substanz vermissen lässt. Der Aspekt, das hier eigentlich so gut wie nie ein wirklicher Erzählfluss entstehen will, beeinträchtigt das Seh-Vergnügen für den Betrachter doch merklich und so stellen sich nach einer gewissen Zeit doch richtige Ermüdungserscheinungen ein. Zu monoton und stumpf gestaltet sich die Gewalt-Orgie und es macht sich schon fast so etwas wie die pure Langeweile breit. Hinzu kommt die musikalische Untermalung des Ganzen, denn fast durchgehend werden die Ohren des Zuschauers mit harten Rock-Klängen malträtiert. Zwar erscheinen die Klänge absolut passend, doch die durchgehend harte Musik geht einem mit der Zeit so richtig an die Nerven und verleitet einen fast dazu, sich den Rest des Filmes ohne Ton anzuschauen.

Man sollte "The Orphan Killer" wirklich differenziert bewerten, denn wenn man lediglich auf extrem harte-und blutige Abläufe aus ist denen es fast gänzlich an Sinn mangelt, dann ist man bei dieser Produktion bestens aufgehoben. Stellt man jedoch etwas höhere Ansprüche und erwartet eine Produktion, die auch über eine stimmige Geschichte verfügt, dann sollte man lieber die Finger von diesem Werk lassen. Zu Gute halten muss man Farnsworth jedoch, das er seinen Film mit einer herrlich kruden Grundstimmung versehen hat. Es entfaltet sich innerhalb kürzester Zeit eine wunderbar siffige-und dreckige Atmosphäre, die wiederum absolut perfekt zu den Ereignissen passt. Dafür fehlt es aber an jeglichen Emotionen die beim Betrachter aufkommen könnten, prallt das Geschehen doch eher an einem ab, als das man Mitgefühl für die Opfer des Killers empfinden könnte. Begründet ist dies in erster Linie an den äußerst schwachen Charakter-Zeichnungen, zudem kristallisiert sich auch nicht eine Person heraus, die einem sonderlich sympatisch erscheinen würde. Diese Mankos sind extrem auffällig und werten die gesamte Chose auch nicht gerade auf. So nimmt man die brutalen Abläufe dann auch eher emotionslos hin und erfreut sich lediglich an etlichen recht gut gemachten Effekten, kann dem Werk aber ansonsten nicht sehr viel abgewinnen.

Letztendlich hat mich "The Orphan Killer" doch eher enttäuscht, denn nach einigen überschwänglichen Kritiken im Netz hatte ich mir doch weitaus mehr von dieser Produktion erwartet. Im Bezug auf die Härte wurden die Erwartungen zwar mehr als nur erfüllt, doch leider ist dies meiner Meinung nach längst nicht genug, um von einem wirklich überzeugenden Horrorfilm zu sprechen. Dazu fehlt es dem Film dann doch an allen Ecken und Enden, wobei die äußerst schwache-und dünne Rahmenhandlung ganz eindeutig als größtes Defizit auszumachen ist. Mittelmäßiges Schauspiel der Darsteller und mangelnder Erzählfluss sind weitere Gründe dafür, das man "The Orphan Killer" dann letztendlich eine maximal durchschnittliche Gesamt-Bewertung verpassen kann.


Fazit:


Matt Farnsworth lässt stellenweise durchaus ambitionierte Ansätze erkennen, lässt seine Geschichte aber im Endeffekt in einem Sumpf aus Brutalität-und Blut versinken, anstatt dem Geschehen auch ein wenig inhaltliche Tiefe zu verleihen. Für den geneigten Gorehound offenbart sich hier sicherlich ein wahres Fest, da sich die Ereignisse lediglich auf den Härtegrad reduzieren. Ansonsten jedoch bietet dieses Werk so gut wie gar nichts und versinkt somit in den unendlichen Weiten des Durchschnitts-Bereiches.


5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: The Orphan Killer (2011)
BeitragVerfasst: 10. Aug 2013, 18:10 
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Kannst du sonst aber wohl recht einfach zu ziemlich viel Geld machen. Zumindest auf entsprechenden Auktionsplattformen. Cover A, gebraucht, neuwertig liegt momentan bei 41,50 :D, Cover B auch schonmal bei 70 €... :wipp:

Edit: Ich revidiere hiermit meine Zahlen, denn Cover A liegt mittlerweile auch schon bei über 60 €... :verwirrt:

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: The Orphan Killer (2011)
BeitragVerfasst: 4. Sep 2013, 19:38 
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Audrey läuft vor Marcus davon. Er würgt sie mit der Klinge seiner Axt. Und dann holt er aus...

Ein Wagen fährt auf einer Straße. Michael als Fahrer, Audrey als Beifahrerin. Sie kommen an einer Kirchen- oder Klosterschule an. Er gibt ihr einen Abschiedskuss. Der Pfarrer betet drinnen. Sie kniet sich auf die Gebetsbank und spricht ebenfalls ein kurzes Gebet. Anschließend sucht sie in der Schule ihre Tänzerinnen. Als sie dabei aus dem Fenster sieht, entdeckt sie einen unbekannten Mann in einer Maske. Ein Mädchen, welches im Raum Seil springt, lenkt sie ab. Als sie wieder raus sieht, ist er verschwunden. Sie entdeckt ihre Tänzerinnen beim Rauchen. Sie sollen schließlich die Ballettaufführung darbieten. Der Mann ist wieder im Bild und watet durch einen Nebel. Er hebt eine Waffe auf und macht sich auf den Weg.

Die Kirchenglocke schlägt. Der Unbekannte wird von einem anderen Mann angepöbelt. Er solle da weg bleiben. Und kurz darauf hat er eine Klinge im Kopf stecken. St. Michael's. Der Killer geht auf die Einrichtung zu, Drinnen findet die Aufführung statt. Anschließend in der Umkleide trifft Audrey beinahe auf den Killer. Er öffnet ihren Spint und nimmt etwas heraus. Die anderen Mädchen sind noch in der Schule. Audrey erinnert sich unter der Dusche an Früher, als sie noch klein war. Sie und ihr Bruder Marcus saßen in der Badewanne. Ihre Mutter ruft die Polizei, etwas ist passiert. Es sind zwei Männer, die ins Bild kommen. Die beiden Geschwister haben Angst. Dann wird ihre Mutter umgebracht.

Audrey bemerkt, dass Blut aus der Dusche zu kommen scheint. Oder etwa nicht, denn kurz darauf ist es verschwunden. Der Killer trifft auf die Schülerinnen und erwürgt eine mit einem Drahtseil. Er schlägt anschließend in Rage um sich, wie vom Wahnsinn getrieben. Er scheint auch zu beten.

Ein Schlafsaal. Ein Junge, Marcus, sitzt in der Ecke. Einige Kinder schlafen. Er bekommt mit, wie sich jemand an seine Schwester ran macht, wobei das eher aus Kindersicht zu betrachten ist. Darauf nimmt Marcus sich einen Baseballschläger und geht auf den Jungen los, und schlägt ihn wieder und wieder und wieder. Zur Strafe wird Marcus von den Nonnen unter Wasser gedrückt. Und er muss leben. Er wird außerdem geschlagen. Immer und immer wieder. Und sie setzen ihm eine Maske auf. Sein Rücken ist voller blutiger Striemen.

In einer Anstalt gehen zwei Angestellte zu Marcus in die Zelle. Ein Fehler, denn einer wird sogleich mit einem Stück Glas erstochen. Blut sprudelt aus dem Mann heraus. Als Marcus die Treppe hinab geht, läuft es das Geländer und die Treppe herunter. Der Nachtwächter ist gerade auf der Toilette. Das Licht flackert. Eine der Kabinentüren ist verschlossen. Dann wird er hineingezogen und vom Killer enthauptet. Audrey hat sich an den Händen verletzt und blutet. Als sie sich in den Räumlichkeiten umsieht, findet sie den kopflosen Leichnam. Sie schreit und wird gehört. Vinnie sieht nach. Er kann nicht mehr atmen. Dann kommt der Killer und schleift ihn auf den Gang und wirft Audrey den Kopf hin. Er bringt Vinnie um. Er ist hinter Audrey her. Sie schreit und läuft durch die Kirche. Es ist verschlossen. Der Pfarrer hört sie. Als dieser will, dass der Killer geht, bezahlt er das mit seinem Leben. Der Pfarrer hat zugelassen, dass sie fort geht. Es ist jetzt seine Kirche. Und er nimmt die Axt aus dem Schutzglas heraus.

Auch die Nonne, die Audrey zwischenzeitlich bei ihrer Flucht begegnete, wird von dem Killer erschlagen. Mehrfach. Audrey kann ihn mit einer Art Eisenstange fernhalten. Als er sie fast erwischt hat, verkeilt sich seine Axt. Mit einem Nagelbrett kann Audrey ihn am Fuß verletzen, doch er kann ihr weiter folgen.

Kinder sehen Marcus in seiner Maske auf dem Parkplatz stehen. Audrey war noch klein, als sie in die Klosterschule gekommen ist. Beide haben damals den Mord an ihren Eltern mit angesehen. Die Polizei hat das untersucht. Die Nonnen fürchten sich vor Marcus. Er sieht, wie ein Polizist seine Schwester mit nach Hause nimmt. Er blickt ihr nach und sie fährt mit dem Streifenwagen davon. Er ist immer bei ihr. Amen.

Michael kommt nach Hause. Audrey, seine Frau, ist nicht da. Marcus hat sie. Als sie vor Marcus geflohen ist, hat er sie am Fahrstuhl zu fassen bekommen. Nun ist sie bewusstlos, und blutverschmiert. Er klopft ihr mit einer Rohzange gegen den Kopf. Erst leicht, dann stärker. Sie kommt zu sich und er lässt die Zange fallen. Er zieht ihr Schuhe und Socken aus. Bevor er sie zu Petrus schickt, will er ihr Christus bereiten. Er hängt sie an den Händen an Stacheldraht gefesselt auf, öffnet ihre Bluse und krönt sie mit einer Dornenkrone. Ein Messer hat er in der Hand. Marcus ist eine Einbildung ihres Geistes. Jesus hat ihm gesagt, dass er sie nicht mehr liebt. Er hat ihm geholfen ihr weh zu tun, wie es sich für Judas gehört. Das Messer wandert über ihren Rücken. Dann zieht er den an einen Stuhl gefesselten und geknebelten Pfarrer in den Raum. Anscheinend war er doch nicht tot. Christus ist auferstanden. Christus wird her kommen. Eine Säge hält Marcus in den Händen, und mit dieser schneidet er dem Pfarrer den linken Arm ab. Audrey sieht mit an, wie Marcus den Armstumpf ableckt.

Michael macht sich Sorgen um Audrey und fährt los.

Marcus soll es zu Ende bringen. Sie wird ihn sonst töten. Marcus soll Audrey daran erinnern, dass ihr Name Miller ist. Sie hat ihn verlassen. Er hatte deshalb ein Leben voller Grauen und Schmerzen. Als er nach ihrer Zunge greift, wohl in der Absicht sie abzuschneiden, beißt sie ihm in die Hand. Dann rammt er ihr einen Schraubenzieher in den Oberschenkel.

Michael ist da. Er ist selbst Polizist und betritt die Örtlichkeit mit gezogener Waffe. Er öffnet eine Tür, doch als er nicht aufpasst, wird er von dem Killer schwer verwundet. Als dieser gerade im Begriff ist sich wieder auf zu rappeln, sticht der Killer mit einem Messer auf Michael ein. Audrey kann in einem anderen Raum unter größten Schmerzen und viel Blutvergießen die Handfesseln lösen. Auch der Schraubenzieher wird aus dem Oberschenkel gezogen. Den Pfarrer, der immer noch nicht tot ist, erlöst sie mit mehreren Hieben von seinen Qualen und setzt ihm die Dornenkrone auf. Als Marcus entdeckt, dass Audrey frei ist, beginnt er sie zu suchen. Sie kann sich aber an ihn heranpirschen und ihn nieder stechen, so dass ihm das Blut aus dem Schädel spritzt. Michael ist auch noch nicht tot, sondern er kann sich aufrichten und die Verfolgung aufnehmen. Und auch Marcus lebt noch. Audrey flüchtet auf das Dach des Gebäudes, doch die Blutspur verrät, wo sie lang gekrochen ist, so dass Marcus ihr problemlos folgen kann. Als er oben angekommen ist öffnet er die Luke und wirft die Axt auf das Dach. Audrey hebt sie auf und will auf Marcus einschlagen, aber er kann dies verhindern. Sie greift in seinen Schädel und Blut fließt daraus hervor. Dadurch geht er zu Boden und sie kann langsam von ihm weg kriechen. Die Anfangsszene. Er richtete sich wieder auf, nimmt die Axt und beginnt sie damit zu würgen. Er steht über ihr und holt aus. Dann fällt erst einer und dann noch ein Schuss. Und Marcus stürzt in die Tiefe.
__

Audrey geht aus dem Haus. Ein Postbote geht von Tür zu Tür. Sie sieht Marcus in ihm und weicht zurück. Aber es ist nur ein Postbote. Er gibt ihr ein Päckchen. Außen ist Blut vorhanden. Als sie es öffnet, kommt ein Schädel an einer Sprungfeder zum Vorschein. Er ist blutverschmiert...

Wertung:


Endlich habe ich diesen Film gesehen, und ich kann zumindest verstehen, warum sich hier die Geister scheiden. Die Story entspricht praktisch der eines Neo-Slashers. Ein Killer hat in seiner Kindheit vieles durchmachen müssen und das hat ihm zu dem Gemacht, was es ist: Ein seelenloses Geschöpf voller Gewalt und Schlechtigkeit, dass nur eine Funktion kennt: töten. Und dieses ist im Film reichlich zu sehen, in allen Details. Dabei ist Blut und Gewalt in Hülle und Fülle vertreten. Und es ist insgesamt einer der brutalsten Filme, die es vielleicht auf die Leinwand geschafft haben. Dabei ist die Story um Audrey und Marcus durchaus ausgereift und keinesfalls platt oder reduziert vorhanden. Im Film wird alles aber häppchenweise präsentiert, so dass man erst nach gut einem Viertel des Films überhaupt erfährt, dass es sich bei der Protagonistin um Audrey handelt.

Was an der Handlung negativ auffiel, ist zum einen, dass das Verhalten des Killers anfangs in keinster Weise erklärt wird. Warum ist er an der Schule? Was hat es mit ihm auf sich? Auch die Orte sind ein wenig ungünstig dargestellt, da nicht immer ersichtlich ist, wo man sich jetzt befindet. Als Audrey gefesselt ist, weiß man nicht so recht, ob das jetzt in der Schule ist oder nicht. Wie ihr Mann Michael übrigens herausgefunden hat, wo er Audrey suchen muss, bleibt ebenfalls unklar. Auch das es sich um ihren Mann handelt (oder Freund oder was auch immer) kommt erst zum Ende hin deutlich hervor. Am Anfang ist das Pärchen zwar gemeinsam im Wagen zu sehen, aber es ist einfach zu kurz gewesen, als dass man Michael in Erinnerung behalten würde.

Die Bildqualität ist exzellent und auch die Details sind durchweg scharf und konturiert. Gerade in der Blitzlichtszene wird dies besonders deutlich, denn diese kommt sehr gut am Bildschirm zur Geltung. Auch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten in einigen Szenen sind sehr gut ausgewählt, und wirken besser in Szene gesetzt, als das z. B. bei Seed der Fall gewesen war. Ein Manko bei der Bildqualität bleibt aber bestehen: Sowie Luftaufnahmen gemacht worden sind, fällt die Qualität auf ein gutes Amateurniveau ab, wie sie auch von Ittenbach und Konsorten gedreht werden könnten. Und dabei sind diese Aufnahmen eigentlich unnötig, denn sie geben kein anderes Bild auf die Charaktere und sind für den Plot gänzlich unrelevant.

Der Ton ist von der Sprache her etwas zu leise geraten. Gerade die verzerrte Stimme von Marcus soll eigentlich einen Gruselaspekt ausmachen, aber diese ist deshalb auch sehr schwer zu verstehen. Ein wenig mehr Hang zur Natürlichkeit hätte dieser gut getan. Von den Splattergeräuschen ist der Ton aber immer richtig getroffen. Und es hätte mich extrem gefreut, wenn der angekündigte Soundtrack im Mediabook enthalten gewesen wäre, denn dieser ist für Freunde der härteren Gangart gemacht und stets passend zum Filmgeschehen ausgewählt worden.

James McAffrey und John Savage sind zwei der nicht gerade unbekannten Schauspieler in diesem Film, auch wenn sie lediglich Nebenrollen gespielt haben. Diane Foster macht ihrer Rolle in persona von Audrey alle Ehre, und liefert durchaus eine angenehm ausgereifte Darbietung ab. Von David Backus kann man das als Marcus nicht unbedingt sagen, da die Rolle zum einen auf mehrere Schauspieler aufgrund der unterschiedlichen Zeit aufgeteilt wurde und zum anderen fast dauerhaft die Maske getragen wird. Dies reduziert seine Spielmöglichkeiten, die fast nur in der Darstellung von Gewalt und Tod vorhanden sind. Zu Matt Fornsworth gibt es hier ein Interview nachzulesen.

Abschließend ist dies wohl ein Film, der die Gemüter spaltet, denn nicht jeder kann damit etwas anfangen. Der Film strotzt nur so von Gewalt und Totschlag. An Grausamkeiten wurde nicht gespart, weshalb vielleicht auch zurecht ein 131er vertretbar ist. Geschichte und Gewaltdarstellung liegen so 45:55 % in geringem Ungleichgewicht. Die Story hätte ein wenig mehr ausgereift sein können. Gerade die oben genannte Unzulänglichkeit und der doch etwas reduzierte Storyanteil trüben die Stimmung etwas. Da der Film aber sofort los prescht und man gar keine Pause hat, zum Überlegen und man das ein oder andere Mal mit offenem Mund da sitzt, würde es eigentlich eine 11/10 geben. Aufgrund der unsinnigen Bildqualität der Luftaufnahmen, die wie schon erwähnt nicht unbedingt notwendig gewesen wären, und der Geschichte an sich gibt es etwas mehr als einen Punkt Abzug, weshalb am Ende 09,75/10 meuchelmordender Maskenmänner übrig bleiben.

Ansehen oder nicht - Ihr habt die Wahl!

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