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 Betreff des Beitrags: The Raven - Prophet des Teufels (2012)
BeitragVerfasst: 3. Jan 2013, 18:14 
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The Raven - Prophet des Teufels
(The Raven)
mit John Chusack, Luke Evans, Alice Eve, Brendan Gleeson, Kevin McNally, Oliver Jackson-Cohen, Jimmy Yull, Sam Hazeldine, Pam Ferris, Brendan Coyle, Adrian Rawlins, Aidan Feore, Dave Legeno
Regie: James McTeigue
Drehbuch: Ben Livingston / Hannah Shakespeare
Kamera: Danny Ruhlmann
Musik: Lucas Vidal
FSK 16
Spanien / USA / Ungarn / 2012

Baltimore, 1849. Eine brutale Mordserie erschüttert die Stadt und rückt einen ihrer bekanntesten Bürger wieder ins Licht der Öffentlichkeit. Edgar Allan Poe (John Cusack), einstmals gefeierter Autor düsterer und verstörender Erzählungen, ist gesellschaftlich in Ungnade gefallen und muss sich als Literaturkritiker durchschlagen. Bis Emmett Field (Luke Evans), Detective bei der Polizei von Baltimore, eine unheimliche Entdeckung macht, die Poe aus der Vergessenheit und in den Fokus seiner Ermittlungen holt: Ein psychopathischer Serienkiller benutzt Poes Werke als Inspiration für seine grausamen Morde, fordert den Schriftsteller und seinen brillanten Verstand zu einem teuflischen Spiel um Leben und Tod heraus. Jetzt muss Poe mit Detective Field zusammenarbeiten und wie seine berühmteste literarische Schöpfung, der analytisch ermittelnde Amateurdetektiv C. Auguste Dupin, Logik und Kombinationsfähigkeit einsetzen. Nur so kann er weitere Morde verhindern und den Killer fassen, dessen nächster Zug Poe an seiner empfindlichsten Stelle, seiner Liebe zur bezaubernden Emily (Alice Eve), trifft...


Mit dieser Verfilmung bietet Regisseur James McTeigue (V wie Vendetta) eine mögliche, aber dennoch fiktive Variante über die letzten Tage im Leben des berühmt-berüchtigten Schriftstellers Edgar Allen Poe und präsentiert dabei einen herrlichen Horror-Thriller. Allein die Kulissen des 19. Jahrhunderts versetzen den Zuschauer dabei in die genau richtige Stimmung für ein größtenteils schön düsteres Szenario, denn die Schauplätze hinterlassen einen äußerst authentischen Eindruck, um einem die damalige Zeit glaubhaft näher zu bringen. Von einer dichten Atmosphäre begleitet eröffnet sich ein Szenario das zwar in weiten Teilen sehr dialoglastig erscheint und seine Stärken nicht unbedingt in expliziten Gewaltdarstellungen sucht, dafür aber fast durchgehend für das nahezu perfekte Gänsehaut-Feeling beim Betrachter sorgt. Dennoch sind auch einige Passagen enthalten in denen man ein wenig Kunstblut serviert bekommt, wobei sich jedoch der vorhandene Härtegrad immer in einem überschaubaren Rahmen bewegt.

Nun bietet die Story zwar keine weltbewegenden Neuerungen, denn irgendwie hat man eine wie hier dargestellte Serienkiller-Story schon unzählige Male gesehen, aber dennoch entwickelt sich mit zunehmender Laufzeit eine konstant ansteigende Spannungskurve, die aber leider nicht auf einen absoluten Höhepunkt zusteuert. Zwar wird die Identität des Mörders bis kurz vor dem Ende weitesgehend im Dunkeln gehalten, aber ein echter Überraschungsmoment entsteht durch dessen Entlarvung eher nicht. So könnte man die vorliegende Geschichte dann auch durchaus als solide aber keinesfalls überdurchschnittlich abstempeln, wenn da nicht die sehr gelungene Darstellung eines John Chusack wäre. Der gute Mann liefert in der Rolle von Poe eine richtig starke Leistung ab und lässt sämtliche anderen Akteure vielmehr ein Schattendasein fristen. Zu omnipräsent erscheint die Figur des Schriftstellers, als das sich irgendein anderer Charakter wirklich entfalten könnte. So bleiben dann die anderen Figuren auch eher ein wenig blass, wobei das dargebotene Schauspiel aber immer noch recht ansehnlich ist. Manch einem mag das eventuell nicht gänzlich genügen, aber man kann sich wirklich an einem äußerst spielfreudigem Hauptdarsteller erfreuen, der einmal mehr eine gelungene Kostprobe seines Könnens abliefert.

Auch wenn "The Raven - Prophet des Teufels" ganz sicher kein Überflieger ist, weiß das Werk doch größtenteils einen überzeugenden Eindruck zu hinterlassen. Für Freunde des atmosphärischen Horror-Thrillers ist der Film jederzeit sehenswert, auch wenn sich das Geschehen nicht unbedingt als innovativ präsentiert. Dafür eröffnet sich ein insbesondere in visueller Hinsicht tolles Filmerlebnis, das durch seine teils kühle Optik an Filme wie "Sleepy Hollow" oder auch "From Hell" erinnert. Eine flüssige Erzählweise der Abläufe verhindert etwaige Längen und ein stark auftrumpfender John Chusack interpretiert durch erstklassige Mimik und Gestik absolut grandios die Person des Edgar Allen Poe. Es ist eine absolute Augenweide dem Mann bei seinem Schauspiel zuzusehen, das in keiner einzelnen Passage Schwächen erkennen lässt und so schon für sich allein genommen eine Sichtung des Werkes rechtfertigt.

Insgesamt gesehen hat McTeigue hier einen Film auf den Weg gebracht, den man ohne Übertreibung als gelungenen Genre-Beitrag ansehen kann. Auch ohne größere Überraschungsmomente und eine eher etwas unspektakuläre Umsetzung sind die Abläufe jederzeit interessant und lassen die Zeit wie im Flug vergehen. Und so würde ich "The Raven - Prophet des Teufels" letztendlich als einen Film einstufen, der sich etwas über dem normalen Durchschnitt ansiedelt und den man ohne Weiteres für eine Sichtung empfehlen kann.


Fazit:


Sicherlich kein Meisterwerk aber ein grundsolider Mix aus Horror-und Thriller, so präsentiert sich dieses Werk, das in erster Linie durch seine visuelle Stärke und eine herrlich dichte Grundstimmung ins Auge fällt. Mangelnde Innovation wird durch tolles Schauspiel des Hauptdarstellers ausgeglichen, so das es sich hier keinesfalls um verschwendete Lebenszeit handelt, das Anschauen lohn sich allemal.


6,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: The Raven - Prophet des Teufels
BeitragVerfasst: 23. Mai 2013, 08:12 
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Der Alptraum eines jeden Autors - die eigenen Werke werden als Vorlage für Morde verwendet. Und besonders schlimm wird die Vorstellung, wenn man dabei so kreativ ist wie Edgar Allan Poe.

Wie Master schon erwähnt hat, ist "The Raven" kein Meisterwerk, das alle anderen Filme seines Genres überragt. Nichtsdestotrotz empfand ich ihn keinesfalls als Zeitverschwendung oder unnötig. Eine spannende Story, die sich gut entwickelt und eine gelungene düstere Atmosphäre versprechen ein kurzweiliges Filmvergnügen. Mich hat das gezeigte Katz- und Maus- Spiel ein wenig an die aktuellen Sherlock Holmes Verfilmungen erinnert, die ja auch nicht so verkehrt sind.

Vielleicht bin ich für die Story besonders empfänglich, weil ich ja auch schon Geschichten geschrieben habe, von denen ich hoffe dass sie niemals real werden. Allein schon die Möglichkeit, dass so etwas passieren könnte, jagt einem Schauer über den Rücken. Ich konnte mit Poe mitfühlen, auch wenn ich weiß Gott kein so brillianter Autor bin wie er.

In einer Szene sagt Poe, dass er sich lieber der Erotik zugewandt hätte, wenn er vorher gewusst hätte, dass seine Erfindungen real werden. Da musste ich ein wenig schmunzeln. Und das nicht nur, weil er damit den Vater seiner heimlichen Geliebten provozieren wollte, sondern weil es das eigentliche Kernthema des Films aufwirft:
Warum befasst sich jemand mit dem Ersinnen schauriger Geschichten, in denen es nur so von Gewalt und Mord wimmelt? Warum lassen wir uns alle durch die Darstellung von Gewalt nur so mitreißen?
Eine Antwort auf diese Fragen wird nicht geliefert, doch das ist auch gar nicht nötig. Jedem wird klar, dass die Gier nach Blut und Sensationen fest in unserer Natur verankert ist.

Was die Schauspieler betrifft würde ich gerne noch mal auf Masters Beschreibung zurück greifen - John Chusack macht einen wirklich guten Job. Er schafft es einer seelenlosen Gestalt, wie man Poe im Deutschunterricht kennen gelernt hat, Leben einzuhauchen und ihn realistisch darzustellen.

Ja, das Ende ist kein wirklicher Höhepunkt, aber auch kein totaler Reinfall. Es schließt die Handlung ab, lässt einen zufrieden in seinem Fernsehsessel zurück und gibt keinen Raum für große Spekulationen, ob und wie die Story weiter geführt und ausgeschlachtet werden könnte.

Mir hat "The Raven" auf jeden Fall Lust gemacht, mal wieder in Edgar Allan Poes Erzählungen zu schmökern (bisher habe ich das nur gezwungenermaßen in der Schule getan). Vielleicht werde ich mir den Film auch nochmal auf englisch anschauen. Ich denke, dann kommen auch die langen gesprochenen Passagen besser, weil gerade Poes Gedichte im Original schöner sind.

Mein Fazit: 8/10

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