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 Betreff des Beitrags: Das Bildnis des Dorian Gray – Oscar Wilde – Gruselkabinett 36/37
BeitragVerfasst: 30. Jul 2014, 12:42 
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Erscheinungsjahr: 2009
Verlag: Titana Medien
Serie: Gruselkabinett
Lauflänge: 139:14
Sprecher: u. a. Hasso Zorn, David Turba, Tom Vogt, Axel Malzacher, Engelbert von Nordhausen, Regina Lemnitz, Melanie Pukaß, Cathlen Gawlich, Marianne Lutz, Lutz Mackensy, Uschi Hugo

Inhalt:


In den 1890ern in London: Das Portrait von Dorian Gray war vom Maler Basil Hallward fast vollendet. Lord Henry Wotton ist zugegen, ein Freund des Malers. Das Bild solle aber nicht ausgestellt werden. Hallward könnte es nie ausstellen. Zuviel von Basil selbst ist in dem Gemälde vorhanden. Das Portrait ist schön. Die vollkommene Verkörperung des Narzisten. Auch der Jüngling ist schön, aber nicht gerade von Intellekt gesegnet. Und Dorian Gray wird in seinem Leben noch Leiden müssen.

Warum will Basil es einfach nicht ausstellen. Es ist zuviel Gefühl enthalten. Vor zwei Monaten war er auf einer Feier von Lady Brandon, als ihm dort Dorian Gray vorgestellt wurde. Für Basil ist Gray inzwischen unentbehrlich geworden. Sie sehen sich inzwischen täglich, und Hallward wird inspiriert von seiner Art. Henry will den Jüngling ebenfalls kennen lernen. Basil liebt ihn und er wird Gray untelegen, das weiß er sicher. Henry erinnert sich an den Namen Gray. Er hat ihn bei seiner Tante Lady Agatha zuerst gehört. Dorian spielte mit ihr zusammen Klavier. Basil will nicht, dass Henry ihn trifft und ihn verderben könnte.

Eigentlich will Dorian gar kein Bild mehr von sich. Er hatte den Termin mit Lady Agatha verpasst, und er bittet Henry ihn mit dessen Tante wieder zu versöhnen. Henry soll bleiben, während das Portrait vollendet wird. Hallward ist darüber etwas genervt, aber er willigt ein, dass sein Freund bleiben kann. Henry redet auf Dorian ein, denn es ist die Schönheit der Jugend, die in diesem Portrait festgehalten wird. Irgendwann wird Dorian nicht mehr schön sein. Dorian braucht eine Pause, denn sowas hatte noch niemand so zu ihm gesagt. Etwas hat sich in seinem Ausdruck verändert, und Basil hat den Effekt eingefangen. Das Portrait ist fertig, und es ist vielleicht das beste Portrait dieser Zeit. Doch Gray ist entsetzt, denn zum ersten Mal ist er sich seienr Schönheit und Jugend shcmerzlich bewusst, die meist nur von kurzer Dauer ist. Im Laufe der Zeit wird er runzlig und veraltet. Dorian beginnt zu zittern. Dieses Bild wird immer jung bleiben. Er kann sich imemr daran Erinnern, wie er mal gewesen war. Wenn er doch selbst seine Seele dafür opfern könnte, wenn das Bild altern würde und nicht er selbst. Wie lange wird er Basil noch gefallen? Wenn Dorian seine Schönheit verliert, wird er untergehen. Und wenn er erste Zeichen des Alters bei sich entdeckt, dann wird er sich umbringen.

Dorian ist fasziniert von Henry und nach und nach kommt er unter dessen Einfluss. Lady Viktoria, Henrys Frau, lernt den Jüngling enbenfalls kennen. Dorian hat sich verleibt. In eine junge Schauspielerin namens Sibyl Vane. Henry will ihm etwas über Frauen erzählen, aber Dorian will davon nichts wissen. Er kennt Sibyl schließlich erst seit 3 Wochen.

Eines Abends kam Dorian an der Loge für Theaterwerbung vorbei. Der Direktor Mr. Isaacs hat ihn umworben. Und Dorian hat den Preis für die Loge bezahlt. Aber noch wusste er nicht, was ihn dort erwartete. Sein Interesse schwand eigentlich bereits, bis Julia auftauchte. Und Dorian war am folgenden Abend wieder da. Er saß immer in der selben Loge und der Direktor war erpicht darauf, Dorian hinter die Bühne zu bringen, denn Sibyl verzehrte sich nach ihm. Und dann kommt es schließlich zu dem Treffen. Dorian hatte ihr Blumen mitgebracht. Und er hat die Loge für insgesamt einen Monat gemietet. Dorians Wesen hatte sich entwickelt und er wollte unbedingt Henry und Basil dazu bringen, dass sie ihn ins Theater begleiten, damit er ihnen Sibyl präsentieren kann. Er will sie aus dem Theater rausholen. Basil hatte Dorian seit dem er das Bild vor einem Monat erstellt hatte, nicht mehr gesehen.

Sibyl ist glücklich. Sie weiß, dass "ihr schöner Märchenprinz" für sie sorgen wird, und sie ist froh darüber, dass sie bald nicht mehr von Mr. Isaacs abhängig sein wird.Aber was weiß sie schon über ihren Märchenprinzen? Ihr Bruder James ist misstrauisch, denn er lässt seine Schwester alleine mit diesem Fremden zurück, denn er geht nach Australien. Und ihm gefällt diese Liäson ganz und gar nicht. Falls irgendjemand seiner Schwester Leid antun würde, dann würde er denjenigen ohne zu zögern umbringen.

Henry und Basil treffen sich in Bristol und warten auf Dorian, bevor die Vorstellung beginnt. Basil hat keinen Schimmer, warum sie sich heute abend treffen, und er fällt aus allen Wolken, als er erfährt, wen sie heute abend kennen lernen sollen. Dorian hat sich außerdem gestern mit Sibyl verlobt. Basil glaubt, dass Henry die selben Gefühle für Dorian hat, wie er selbst. Warum hat Dorian sich verlobt? Es ist einfach über ihn gekommen, als sie die Ophelia in Hamlet spielte. Er musste einfach um ihre Hand anhalten. Selbst Sibyls Mutter wusste noch nicht davon. Dann gehen sie in die Oper.

Es ist brechend voll im Theater, aber Dorians Loge ist reserviert für ihn und seine Begleiter. Basil soll vielleicht auch ein Portrait von Sibyl anfertigen. Sibyl betritt wieder als Julia Capulet die Bühne. Doch was dann kommt, entsetzt die Anwesenden, denn die Darbietung ist einfach grausam, allein von der Betonung. Eventuell fühlt sie sich nicht wohl. Und sie ruiniert die gesamte Vorstellung. Die Vorstellung ist sogar so schlecht, dass Henry und Basil diese vorzeitig verlassen und nur wenige Zuschauer bleiben bis zum Ende. Ein Fiasko. Applaus gab es keinen. Hinterher ist Sibyl euphorisch, wie schlecht sie doch gewesen ist, aber es ist ihr egal, denn sie hat ja ihren "Märchenprinzen". Doch Dorian hat während der Vorstellung gelitten und ist richtig sauer. Aber seine Liebe hat dies aus ihrem Spiel gemacht. Was ist die Liebe von Romeo und Julia gegen wahre Liebe? Doch nun dank ihm hasst Sibyl das Theater und Dorian hasst sie. Er liebte Sibyl, weil sie Geist hatte. Jetzt ist sie armselig. Wären sie sich doch niemals begegnet. Sie ist nichts ohne ihre Kunst. Sie soll es nicht wagen ihn anzufassen. Leb wohl, für immer. Nein, damit bringt er Sibyl um.

Als Dorian durch die Bibliothek gin, erschien ihm sein Bild verändert. Im Vergleich mit dem Original hat es seinen Ausdruck verändert. Könnte das Bild doch nur altern und Dorian ewig jung bleiben. Es war Sibyls Schuld. Er kann es nicht ertragen. Nachdem er am morgen wieder aufwachte, dachte er an Sibyl Vane. Er muss sich mit ihr versöhnen. Er setzt einen Brief auf und ruft nach seinem Diener Francis, der diesen zustellen soll. Doch er bringt selbst auch einen Brief von Lord Henry mit, und dieser ist sehr eilig. Henry selbst wartet schließlich schon unten auf Dorian. Das Bild hatte sich weiter verändert und Dorian beschließt, dass niemand es zu Gesicht bekommen darf. Henry kommt rein. Es tut ihm für Dorian entsetzlich leid. Dorian war brutal, er und Sibyl haben sich im Bösen getrennt. Aber Dorian will alles ins Lot bringen. Er will Sibyl doch noch heiraten. Aber er hat Henrys Brief nicht gelesen. Sibyl Vane ist tot. Es stand in allen Zeitungen. Sie müssen verhindern, dass ein Bezug zu Dorian hergestellt werden kann. Sibyl hat es selbst getan. Sie verließ das Theater mit ihrer Mutter gegen 1:00 Uhr. Doch sie musste nochmals zurück, weil sie etwas vergessen hatte. Als ihre Mutter sich fragte, wo sie bleibe, ging sie nachsehen und fand ihre tote Tochter, die sich mit einem Gift umgebracht hatte. So hatte Dorian Sibyl Vane ermordet. Das Portrait wusste es bereits bevor Dorian eine Ahnung hatte.

Dorian versucht den größtmöglichen Nutzen aus seiner Lage zu ziehen, denn er ist ewig jung und nur sein Portrait verändert sich und wird dadurch zum Abbild seiner Seele. Und er führt ein Leben in Saus und Braus, bis ihn die Vergangenheit nach vielen Jahren einholt, und das bekommt nicht nur Basil sondern auch ein Verfolger von Dorian zu spühren, bis er selbst am Rande des Wahnsinns zu sein scheint.

Wertung:


Wieder mal ein Hörspiel von außerordentlicher Qualität. Die Sprache ist dem gehobenen Level angemessen und teilweise nicht einfach zu verfolgen, aber so ist es nunmal Ende des 19. Jahrhunderts gewesen. Die Hauptfigur ist Dorian Gray, der hier nicht zu altern scheint, da er seine Seele dem Teufel vermachte. Im Gegenzug sollte sein Bild altern, was es auch tut, aber da er in seinem Leben eher für seine Grausamkeiten bekannt ist, verändert sich auch das Bild in ebensolcher Weise, so dass Dorian selbst entsetzt ist über das Portrait und es deshalb auch niemand zu Gesicht bekommen darf.

Es fällt hier deutlich auf, dass Oscar Wilde, der der Urheber des Schriftwerks ist, eine Männerbeziehung konstruiert. Es scheint fast so, als wenn zwischen Dorian, Basil und auch Henry eine Dreiecksbeziehung zu herrschen scheint, auch wenn dies nicht offen ausgesprochen wird. Außerdem war Henry verheiratet und Dorian war eigentlich auch auf dem besten Wege dahin. Dennoch dichtete man Wilde, der selbst im eigenen Leben mehrere Beziehungen zu Männern hatte, gerade diesen Konflikt mit seiner Sexualität in dieses Werk hinein. Selbst beim Hören ist dies aufgefallen, da es genauso rüber kommt. Es ist im Übrigen der einzige Roman, den Oscar Wilde geschrieben hatte. Zur Zeit seiner Veröffentlichung um 1890 galt das Werk als anrüchig und Wilde wurden Verbindungen zu männlichen Prostituierten unterstellt, für die er sogar ins Zuchthaus musste.

Das ändert aber nichts daran, dass diese Geschichte brilliant umgesetzt worden ist. Es gibt insgesamt 20 Sprecher, und dass ist schon ziemlich viel für ein Hörspiel, wobei hier die Länge natürlich ein Übriges tut. Mit dabei sind die Stimmen von Shia LaBeouf, Clive Owen, und dadurch erkennt man Lord Henry Watton deutlich wieder, Samuel L. Jackson, Whoopi Goldberg, Halle Berry, Christopher Lloyd, Meg Ryan oder Christopher Walken. Die Namen der Sprecher kennen die meisten nicht, aber was wäre ein entsprechender Schauspieler ohne seine deutsche Synchronstimme?

Insgesamt ein fantastisches Hörspiel, da gerade auch eine charakterliche Entwicklung stattfindet. Und das Ende war mal wieder richtig gut, aber ich habe es oben noch nicht verraten. Aufgrund der Komplexität und Ausgereiftheit kann ich hier gut und gerne 10/10 Punkten geben. Horror ist natürlich wieder nicht so wie in heutigen Vorstellungen vorhanden, aber er ist da, und das alleine zählt.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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