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 Betreff des Beitrags: Die Familie des Vampirs – A. K. Tolstoi – Gruselkabinett 3
BeitragVerfasst: 16. Mai 2014, 14:53 
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Erscheinungsjahr: 2004
Verlag: Titana Medien
Serie: Gruselkabinett
Lauflänge: 68:12
Sprecher: u. a. Friedrich Schoenfelder, David Nathan, Peer Augustinski, Daniela Hoffmann u. a.

Inhalt:


Anfang des 19. Jahrhunderts: In den Jahren kurz nach dem Wiener Kongress 1815 trifft sich eine Gruppe von Menschen, die genug haben von Politik und die Geschichten leid sind. Deshalb erzählt Serge d'Urfé eine Geschichte. Im Gegensatz zu seinen anderen Geschichten, soll es sich um eine wahre Begebenheit handelt.

Serge war in einer diplomatischen Angelegenheit unterwegs. Und es musste eigentlich schnell gehen, als er in Serbien in einem Dorf Namens Kisolova die Donau überqueren möchte, doch es ist bereits dunkel und die Wölfe aus den Wäldern gieren bereits nach seinem Blut. Er braucht eine Unterkunft für die Nacht. Die Dorfbewohner sind jedoch nicht bereit ihm zu helfen. Er soll es bei Gotscha am Ende des Dorfes versuchen. In diesem Haus lebt seine Familie in der dritten Generation. Dazu gehören seine Söhne Pjotr und Grigori als auch seine Töchter Zdenka und Polina. Doch der Hausherr selbst ist nicht da. Er ist vor zehn Tagen aufgebrochen um Alibeck, einen Dieb, der Gräuel und Schrecken über das Dorf gebracht hat, zu schnappen.

Doch der Tag von Serges Ankunft verheißt nichts Gutes, denn Gortscha sagte seiner Familie, dass, wenn er nach zehn Tagen nicht zurückgekehrt sein sollte, dass sie ihm nicht vertrauen dürfen und ihn auf jeden Fall umbringen müssen. Zdenka weiht Serge in die Familiengeheimnisse ein und sie geben ihm ein Dach über dem Kopf, als das Familienoberhaupt mit dem letzten Gongschlag des Mitternachtsschlags zurück kehrt. Einzig der Hund und anfangs auch Pjotr scheinen seine Rückkehr nicht gut zu heißen, aber schlussendlich nehmen sie ihn wieder bei sich auf und töten ihn nicht.

Hätten sie doch nur auf ihren Vater gehört, denn was sie sich da ins Haus geholt haben, ist ein Wurdalak, ein Vampir, der es auf seine engsten Verwandten abgesehen hat. Und genau dieser ist nun in ihrem Haus in der Einsamkeit Serbiens eingekehrt. Nachdem Sascha, der Sohn von Polina, das erste Opfer des Wurdalak wird, scheint noch alles in Ordnung zu sein. Die Brüder wollen nicht, dass Serge länger bleibt. Sie haben gemerkt, dass er Gefallen an ihrer Schwester gefunden hat. Die Donau ist wieder frei, so dass er seine Reise fortsetzen kann. Er wird fortgeschickt. Und Serge war lange fort.

Auf seinem Rückweg zieht Serge absichtlich durch Kisolova durch, doch er erkennt das Dorf nicht wieder, denn es gleicht einer Geisterstadt, und alle scheinen das Dorf verlassen zu haben. Auch die Familie am Ende des Dorfes. Doch Serge muss wissen, ob es Zdenka gut geht, und er findet sie in der Nacht, doch erst spät erkennt er, dass auch sie dem Wurdalak zum Opfer gefallen war...

Wertung:


Die Geschichte selbst wurde 1840 von Tolstoi veröffentlicht, der eigentlich auch nicht für solche Werke bekannt ist. Die Geschichte geht um das Verhältnis eines Vampirs zu seiner Familie, wobei hier die Bezeichnung Wurdalak verwendet worden ist. Auch diese Geschichte liegt wiederum weit vor dem, was viele als ursprünliche Vampirgeschichte erachten, denn Dracula entstand erst 1897. Dabei sind hier klassische Elemente des Vampirismus vorhanden: Die Abneigung gegen Knoblauch und Kruzifixe sowie auch die Gier nach Blut. Anders ist hier, dass der Wurdalak auch bei Tageslicht anzutreffen ist. Das macht diese Geschichte zwar anders aber dennoch dem Genre zugehörig. Dabei wird hier Serge d'Urfé als Erzähler einer Geschichte präsentiert, die ihn selbst betrifft.

Horror ist auch das hier in der heutigen Zeit nicht mehr, aber es ist schon interessant, auf welche Grundlage sich Dracula stützen konnte. Wie auch bei den anderen Gruselkabinettfolgen ist die Besetzung wieder exzellent. In der Hauptrolle ist David Nathan als Serge zu hören. Die Stimme ist in vielen Gruselkabinett-Folgen zu hören, so z. B. in dem hier von mir auch schon besprochenen "Die Unschuldsengel". Viel bekannter aber ist er als die Stimme von Johnny Depp oder Christian Bale. Grigori wird von niemand geringerem als Peer Augustinski gesprochen, und auch diese Stimme und vielleicht sogar das Gesicht könnte man kennen. Robin Williams ist seine bekannteste Synchronstimme. In den 70ern wurde er außerdem durch Klimbim bekannt. Polina wird wieder von einer brillianten Daniela Hoffmann vertont, nachdem sie schon in "Carmilla, der Vampir" in der Hauptrolle aufgetreten war. Allesamt wieder eine hochkarätige Besetzung, die ihrer Aufgabe absolut würdig ist.

Die Vertonung muss hier nochmals gesondert Erwähnung finden, denn gerade die Geräuscheffekte sorgen bei diesen Hörspiel dafür, dass es atmosphärisch sehr gut und glaubhaft dargestellt wird. Gerade was das Gewitter am Anfang angeht, wurde ganze Arbeit geleistet.

Leo Tolstoi ist übrigens nicht der hier angesprochene Tolstoi, sondern sein Cousin Alexei Konstantinowitch. Er war weniger Erfolgreich und auch weniger bekannt. Neben "Die Familie des Vampirs" (im Original "Die Familie des Wurdalak") hat er auch eine Geschichte mit dem Titel "Der Vampir" im Jahr darauf veröffentlicht. Damit kam er allerdings nicht gegen die Mammutwerke "Krieg und Frieden" sowie "Anna Karenina" seines Cousins an. Mehr Gruselgeschichten gab es von Alexei nicht.

Im Gesamten kommt dieses Werk hier wieder auf die Höchstpunktzahl 10/10, da es einfach eine großartige Umsetzung ist, und ich ohne diese Hörspielreihe wohl nie in den Geschmack der Ursprünge der Saga der Vampire auf den Grund gegangen wäre.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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