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 Betreff des Beitrags: Lodoiska – Theodor Hildebrand – Gruselkabinett 79
BeitragVerfasst: 2. Aug 2014, 23:06 
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Erscheinungsjahr: 2013
Verlag: Titana Medien
Serie: Gruselkabinett
Lauflänge: 79:46
Sprecher: Hasso Zorn, Sascha Wussow, Susanne Uhlen, Lene Bierstedt, Hanna Bierstedt, Dieter Brandecker, Arianne Borbach, Jana Nagyova, Axel Lutter, Claus Thull-Emden

Inhalt:


1818 reist der russische Oberst Alfred Lobenthal mit seiner Frau Helene und seinen Kindern Julchen und Mina nach Berlin. Er hat den Armeedienst beendet. Doch kaum dort angekommen, muss er Berlin bereits wieder verlassen. Er teilt seiner Frau mit, dass ein Handelshaus bankrott gegangen war, und damit auch ein Großteil ihrer Ersparnisse verloren sind. Deshalb müssen sie in Zurückgezogenheit leben. Bereits morgen müssen sie abreisen.

Ihr Weg führt sie nach Böhmen in die Nähe von Prag, wo sein damaliger Unteroffiziert Werner bereits ein Schloss für Familie Lobenthal organisiert hat. Mit dazu gehören auch eine Haushälterin und ein Dienstmädchen. Doch auch dort kann Alfred nicht lange bleiben, denn seine Schwester und sein Schwager aus Stettin brauchen seine Hilfe, denn ihre Ehe scheint kurz vor dem Aus zu stehen. Er lässt die Kinder und Helene deshalb für eine Weile zurück.

Gerade als Alfred abgereist war, erscheint eine mystische Dame namens Lodoiska auf der Bildfläche. Sie ist mit ihrem Diener Ladislaus in die alte Ruine am Waldrand eingezogen. Sie trägt grundsätzlich schwarz und immer einen Schleier. Auch ihre Handschuhe lässt sie ständig an. Werner kennt Lodoiska von früher, und er berführchtet Schlimmes, als diese sich der Familie immer weiter nähert. Denn er weiß, was damals zwischen ihr und Alfred gewesen war. Helene hat hingegen keine Ahnung, und so misstraut sie ihr auch nicht, als ihre beiden Kinder gefallen an Lodoiska finden.

Werner versucht unterdessen Alfred per Brief die Geschehnisse in Böhmen mitzuteilen, doch wie durch Zauberhand ist sein Brief entweder zerrissen, mit Blut besudelt, so dass er unleserlich ist, oder er kommt einfach nicht in Stettin an. Alfred wundert sich zwar später, weshalb Werner ihm nie geschrieben hatte, aber er schöpft keinen Verdacht. Wernen hingegen hat eine Ahnung, dass Lodoiska hinter allem stecken könnte, und deshalb such er ihr Haus auf und er bedroht sie und legt sich mit Ladislaus an. Als er wieder im Schloss ist, wurde sein Säbel in vier Teile zerbrochen.

Unheimliche Geschehnisse finden außerdem statt, denn eine Braut wird vor der Hochzeit mit zwei Stichen in ein Gefäß ermordet. Die Bevölkerung glaubt längst an einen Vampir, der hier sein Unwesen treibt. Und dennoch wird, als das Haus am Waldrand abbrennt, Lodoiska von Helene selbst ins Haus eingeladen, ohne zu wissen, welches Unheil sie sich da heinein geholt hat. Und als Alfred nach langer Zeit dann doch zurückkehrt, ist es fast zu spät, um seine Familie noch zu retten.

Wertung:


Das Faszinierende hier ist gar nicht, dass es eine Art Vampirgeschichte ist, denn diese gibt es zahlreich, sondern es ist vielmehr derjenige, der sie verfasst hat, denn mir ist ein Autor namens Theodor Hildebrand unbekannt und auch Wikipedia findet dazu nicht. Einzig ein Schokoladenfabrikant mit diesem Namen scheint um die selbe Zeit gelebt zu haben. Ob es der Gleiche ist, vermag ich aber nicht zu sagen. Die Geschichte jedenfalls ist, wie bereits erwähnt, wahrscheinlich eine Vampirgeschichte, denn so ganz wird das eigentlich nicht aufgeklärt. Die Andeutungen sprechen aber anteilig dafür, wobei auch nicht ganz klar ist, wer an dem "Pakt", den ich oben absichtlich nicht erwähnt hatte, wirklich als Gericht beteiligt war.

Die Stimmung des Hörspiels ist düster und gerade die Figur der Lodoiska trägt einiges zur Düsternis bei. Einzig an ihrem Akzent mag man erkennen, dass sie wahrscheinlich russischer Herkunft zu sein scheint. Eine Gruselgeschichte ist es aber allemal, auch wenn man sich nicht gruselt. Die Stimmung, die dabei aber erzeugt wird, ist sehr gut gemacht. Auch die Umgebung Böhmen mag dazu beigetragen haben.

Die Sprecher sind auch hier wieder in Bestbesetzung. Neben Hasso Zorn als Erzähler ist auch hier Susanne Uhlen in einer der weiblichen Hauptrollen zu finden. Aber auch eine Arianne Borbach hat man schon in anderen Prodkutionen gehört.

Gerade aufgrund eines solchen Hörspiels ist es immer wieder faszinierend, welche Geschichten es Außerhalb von Dracula noch über Vampire gegeben hat. Bereits im Gruselkabinett sind ja "Carmilla" aus der Reihe der Karnsteins sowie der Wurdalak in "Die Familie des Vampirs" erschienen. Dabei glauben viele immer noch, dass Dracula der Ur-Vampir aller Vampire ist. Dem ist mitnichten so. Durch nebenbei suchen, habe ich herausgefunden, dass der Autor auf dem Hörspiel falsch bezeichnet wurde, denn Wikipedia kennt ihn unter Johann Andreas Karl Hildebrandt. "Der Vampyr oder Die Todtenbraut", nachdem dieses Hörspiel entstand, wurde 1826 veröffentlicht, und auch damit wiederum weit vor einem Dracula von 1897.

Die Geschichte ist klassisch aber nicht unbedingt altbacken. Anhören kann man sie sich auf jeden Fall, auch wenn ise nicht herausragend ist. Für ein "Sehr gut" reicht es aber allemal, und deshalb gibt es auch 08/10 Punkten.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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