Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
Aktuelle Zeit: 9. Dez 2016, 16:20

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde





Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 
AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 461

AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Godzilla (1954)
BeitragVerfasst: 4. Aug 2013, 12:16 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 07.2013
Beiträge: 463
Wohnort: Freudenstadt
Geschlecht: männlich
Bild

Alternativer Titel: Gojira, Godzilla - King of the Monsters, Daikaijû no tai Nimon Mairu
Produktionsland: Japan
Produktion: Toho
Erscheinungsjahr: 1954
Regie: Ishirô Honda
Drehbuch: Ishirô Honda
Kamera: Masao Tamai
Schnitt: Kazuji Taira
Spezialeffekte: Sadamasa Arikawa
Budget: ca. JPY 100.000.000 (ca. 761033 €)
Musik: Akira Ifukube
Länge: ca. 92 Minuten
Freigabe: FSK 12
Darsteller: Akira Takarada, Momoko Kôchi, Akihiko Hirata, Takashi Shimura, Fuyuki Murakami, Sachio Sakai, Toranosuke Ogawa, Ren Yamamoto, Kan Hayashi, Seijirô Onda, Takeo Oikawa, Keiji Sakakida


Inhalt:
In Mitten des Meeres vor Japan läuft ein Schiff, welches auf ein Atoll. Die Schiffer können sich nicht erklären, wie sie dies hätten übersehen können. Doch schnell stellt sich heraus, dass es sich hierbei nicht um ein Atoll, sondern um den Riesensaurier Gojira (wie er im japanischen Original bezeichnet wird) handelt. Kurz darauf beginnt Gojira damit Japan anzugreifen und die Menschheit versucht alles um ihn zu stoppen, aber wird das reichen?

Trailer:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Meinung:

1954, 10 Jahre nachdem die Atombomben auf Japan abgeworfen worden sind, kreierte Toho ein neues Franchise, die Godzilla Filme. Gedreht von Leuten, die den Terror und das Grauen des 2t. Weltkrieges und auch der Atombombenangriffe live miterlebt haben, vermittelt der Film nur eine Botschaft: Zerstörung! Aber kann der Film auch noch fast 60 Jahre später überzeugen?

In Mitten des Meeres vor Japan läuft ein Schiff, welches auf ein Atoll. Die Schiffer können sich nicht erklären, wie sie dies hätten übersehen können. Doch schnell stellt sich heraus, dass es sich hierbei nicht um ein Atoll, sondern um den Riesensaurier Gojira (wie er im japanischen Original bezeichnet wird) handelt. Kurz darauf beginnt Gojira damit Japan anzugreifen und die Menschheit versucht alles um ihn zu stoppen, aber wird das reichen?

Die Geschichte von Gojira ist wirklich außergewöhnlich düster, besonders wenn man diese mit den neueren Godzilla Filmen vergleicht. Gojira an sich wirkt eher wie Manifestation der Grauen des 2. Weltkrieges und der schrecklichen Ereignisse rund um die Atombomben. Besonders gut ist dies gegen Ende ersichtlich, wenn Gojira ganz Tokio in ein Meer aus Flamen verwandelt, denn genau so sah Tokio erst 10 Jahre vorher aus. Zudem stimmt der Film einen fast melancholisch, wenn ein Kinderchor um Hilfe fleht und dabei ein sehr trauriges Lied in einer Kirche anstimmt. Desweiteren sieht man Menschen in Lazaretten sterben und Kinder um ihre Eltern weinen. Solche Bilder wirken in Anbetracht der anderen Godzilla Filme fast fehlplatziert, machen den ersten Film dadurch aber auch zu einem Unikat. Des weiteren wird auch die Zerstörungswut des Menschen angesprochen und zeigt auf, zu was der Mensch in seiner grenzenlosen Dummheit fähig ist. So bietet der Film nicht nur Unterhaltung, sondern regt auch zum Nachdenken an. Besonders verwunderlich ist hierbei die Freigabe der FSK, welche Godzilla in allen Schnittfassungen (es gibt drei verschiedene) mit der FSK 12 freigegeben hat. Denn der erste Godzilla behandelt dermaßen erwachsene Thematiken, wie die Zerstörung der Menschheit und die Zerstörungswut der Menschen, dass dies für einen 12 jährigen schlichtweg zu viel sein dürfte. Zudem ist der erste Teil einer der wenigen Godzilla Filme, die während der ganzen Spielzeit keine Einziehung fröhliche oder gar lustige Szene zu bieten hat und durchweg einen verhängnisvollen Grundtenor beinhaltet.

Die Schauspieler sind wirklich sehr gut und halten können überzeugen. Hier gibt es kein Overacting, auch wenn manche Szenen in denen die Frauen vor Verzweiflung weinen, etwas aufgesetzt wirken. Kamera technisch geht man hier den gewohnten Gang. Meistens wird bei Auftreten von Godzilla von weit unten gefilmt, um ihn noch größer wirken zu lassen und die Szenen mit Menschen werden stets gut aber nie außergewöhnlich gefilmt.

Musikalisch bekommt man hier direkt zu Beginn, den inzwischen bekannten, Godzilla Score zu hören. Die Geigenklänge haben auch heute nichts an Kraft und verzaubernder Wirkung verloren. Diese Musik wird im Verlauf des Films immer wieder benutzt und zwar meistens dann wenn die Menschen sich auf den Angriff von Gojira bereit machen.

Die Monstereffekte sind für einen solchen alten Film absolut klasse geworden. Gojira sieht ordentlich aus, auch wenn man sich hier keinen der neueren Godzillas vorstellen sollte. Dennoch kann er überzeugen und auch der Schauspieler welcher in dem Anzug steckt macht seine Sache sehr gut. Hier werden Strommastern abgerissen und Häuser zerstampft, dass es eine wahre Freude ist. Auch den inzwischen bekannten Feueratem kriegt man hier das erste Mal zu Gesicht.

Ganz kurz noch ein Wort zu den vorher angesprochenen verschiedenen Schnittfassungen. Es gibt die japanische Originalfassung, welche gut 92 Minuten geht und welche in Amerika den Titel Gojira (also den Originalnamen von Godzilla) trägt. Diese ist definitiv die erste Wahl, da sie so von dem Regisseur gewollt wurde. Dann gibt es noch die US Fassung, welche einen amerikanischen Nachrichtensprecher, welcher von Raimond Burr gespiellt wird, in das Geschehen wirft. Dieser kommentiert die Geschehnisse. Dabei wurden eben jene Szenen neu gedreht, allerdings fielen auch einige Szene der japanischen Fassung der Schere zum Opfer. Bekannt ist diese Schnittfassung als Godzilla - King of the Monsters. Diese Fassung lief so sogar in japanischen Kinos, weshalb sie definitiv einen Blick wert ist. Zusätzlich gibt es aber noch eine deutsche Fassung, welche man aber definitiv nicht berücksichtigen sollte, da diese die Japanische Schnittfassung zur Vorlage nimmt und diese um 12 Minuten verkürzt. In Deutschland wurden alle drei Schnittfassungen von Splendid in den Handel gebracht, weshalb es kein Problem ist die gewünschte Fassung zu erwerben. Aber man sollte bedenken, dass nur zwei Schnittfassungen von Interesse sein sollten. Die japanische und die englische.

Fazit: Der erste Godzilla Film ist und bleibt ein Meisterwerk, welches zwar definitiv nicht für jüngere Filmbegeisterte gemacht ist, aber dennoch auf jeden Fall für Kaiju Fans, die ihn noch nicht kennen, ein absolutes Muss darstellt. Düster, unheilvoll und kraftvoll in der Aussage zeigt der Film, wozu Menschen in der Lage sind und bringt einen nach dem Abspann dazu noch weiter zu überlegen, ob es eigentlich richtig ist immer mehr Macht haben zu wollen. Unbedingt anschauen, aber wenn es geht nur in der japanischen Langfassung, um die volle Dosis Gojira zu bekommen!!

_________________
Bild

Cyberpunk Kaiju Experimentalworld

Cyberpunk Kaiju Experimentalworld bei Facebook: Fan werden ;)


Nach oben
 Profil Besuche Website  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Godzilla (1954)
BeitragVerfasst: 29. Nov 2014, 19:14 
Offline
Forum Admin
Benutzeravatar

Registriert: 12.2012
Beiträge: 2733
Geschlecht: männlich
Vor Japans Küste werden Boote von einem gigantischen Monster angegriffen und versenkt. Die Einwohner der Odo-Insel nennen es Godzilla. Der Wissenschaftler Dr. Yamane vermutet, dass es sich um einen 50 m großen Dinosaurier aus der Jura-Periode handelt, dass durch Atombomben aufgeschreckt wurde und nun sein Unwesen treibt. Godzilla legt Tokio in Schutt und Asche, das Militär kann das Monster nicht aufhalten. Dr. Serizawa hat eine todbringende Erfindung gemacht, doch er hat Angst, diese einzusetzen. Erst als er sieht, was Godzilla angerichtet hat, kann seine Freundin Emiko ihn überzeugen seine Waffe einzusetzen.


Die Geburt einer Legende



Diese Aussage ist wohl keinesfalls übertrieben, denn das wohl bekannteste Monster der Welt erfreut sich auch nach sechs Jahrzehnten größter Beliebtheit. Nicht umsonst erschien gerade dieses Jahr eine teure, aber keinesfalls überragende Neuauflage auf den Markt, doch der Ursprung der riesigen Echse wurde im Jahr 1954 das erste Mal filmisch in Szene gesetzt. Es dürfte wohl jedem klar sein, das sich ein direkter Vergleich mit dem heutigen Godzilla allein schon aufgrund der 60 Jahre geradezu verbietet die zwischen beiden Filmen liegen, so das es an dieser Stelle wohl ganz eindeutig auf die persönliche Sichtweise eines jeden Zuschauers ankommt. Ishirô Honda hat in seinem Werk das erste Mal eine Figur vorgestellt die in den folgenden Jahrzehnten einen nicht aufzuhaltenden Siegeszug angetreten hat und mittlerweile längst ihren wohlverdienten Kultstatus genießt. Jeder Godzilla-Fan dürfte wissen das man in Filmen dieser Art rein inhaltlich nicht zu viel erwarten sollte und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, das Honda lediglich eine recht dünne Rahmenhandlung als Gerüst benutzt, um sein Monster erstmalig auf die Menschen in Japan los zu lassen.

Viel erwähnenswerter erscheint an dieser Stelle der nostalgische Charme des Szenarios, wobei in erster Linie die gerade aus heutiger Sicht angestaubten und antiquierten Effekte ins Auge des Betrachters fallen, die dem Szenario aber gleichzeitig einen unglaublichen Liebreiz verleihen. Freunde effektvoller Hochglanz-Blockbuster werden diesen Standpunkt kaum nachvollziehen können und auch die jüngere Generation wird sich wohl viel eher mit den heutigen Werken anfreunden, als bei der Sichtung dieses Klassikers in helle Begeisterung auszubrechen. Gerade diese Dinge sind es jedoch die Godzilla zu einem absoluten Markenzeichen gemacht haben, denn es macht einfach nur riesigen Spaß die damalige Tricktechnik zu beobachten. Streckenweise wird man dabei das Gefühl nicht los das man sich in der Augsburger Puppenkiste befindet, denn der Stand der vorhandenen Effekte ist davon gar nicht einmal so weit entfernt. Dabei ist es vollkommen egal ob man dies auf die Darstellung des Monsters bezieht, oder ob man seine Freude daran findet, wenn die japanischen Spielzeug-Panzer die Riesen-Echse beschießen. Übertroffen wird das Ganze jedoch davon, wenn der Hauptdarsteller die Gebäude der Hauptstadt Tokio zerstört, denn Häuser, Hochspannungsmasten und andere Gebäude wirken wirklich wie auf einer Spanholzplatte angebrachte Streichholzschachteln, die dem riesigen Giganten zum Opfer fallen.

So wird man also in dieser Beziehung in die guten, alten Kintopp-Zeiten entführt und dieser Umstand dürfte insbesondere den Nostalgikern sehr wohlwollend erscheinen. Zudem sollte man auch nicht ganz außer acht lassen das ein Film wie "Godzilla" zur damaligen Zeit auch richtig bedrohlich daher gekommen ist, was man sich aus der heutigen Sicht überhaupt nicht mehr vorstellen kann. Dieses Original gehört aber nun einmal einer vollkommen anderen Dekade an, zudem gehörte ein solches Szenario in den 50er Jahren auch noch nicht zum üblichen Standard wie es mittlerweile der Fall ist. Es soll sogar Leute gegeben haben die bei der Ansicht des Monsters richtiggehend Angst bekommen haben, wobei man bei einer heutigen Sichtung doch viel eher zu einem netten Schmunzeln tendiert. In seinem ersten Abenteuer sieht der monströse Titelheld auch vom Gesicht her noch ein wenig anders aus als beispielsweise in den 60er-und 70er Jahre Verfilmungen, die zu der sogenannten "Showa-Staffel" zählen. Hervorstehende Zähne sind dabei am auffälligsten die in späteren Werken nicht mehr unbedingt ins Auge fallen. Bei diesem Beginn der Saga wird außerdem auch nicht so viel Wert darauf gelegt das Gesicht von Godzilla explizit mit der Kamera einzufangen, wobei dieser Aspekt besonders in den 70er Jahre Filmen vermehrt zum Ausdruck kommt.

Wie dem aber auch sei, ein jeder wird das anders sehen und vielleicht ist das auch meine rein persönliche Empfindung, doch das Original-Monster hat einen unerreichten Stellenwert in der Filmgeschichte, woran auch noch so viele Neuauflagen nichts ändern können. Knuffig, böse, aber auch als Retter der Menschheit auftretend hat die berühmteste Gummi-Echse aller Zeiten ihren festen Platz im Herzen eines jeden Fans eingenommen und startet in vorliegender Geschichte ihren unglaublichen Siegeszug, der mittlerweile seit sechs Jahrzehnten ungebrochen ist. Ishirô Honda hat mit seinem Werk ein Kult-Monster geschaffen ohne das dem Film-Medium definitiv etwas fehlen würde und mit seinen charmanten Effekten hat er dem Szenario einen wunderbar trashigen Aspekt verliehen, der diesen Film mit einem unglaublichen Wohlfühl-Faktor ausstattet.


Fazit:


In einer Zeit voller Blockbuster die zumeist auch noch mit regelrechten Effekt-Gewittern überladen sind ist es immer wieder herrlich, die guten, alten Zeiten filmisch wieder aufleben zu lassen. Ein Film wie "Godzilla" ist geradezu prädestiniert dafür nostalgische Gefühle aufkommen zu lassen und den Zuschauer dabei mit einem herrlichen Film-Erlebnis zu belohnen, wie es in der heutigen Zeit leider nicht mehr anzutreffen ist.


10/10 Nostalgie-Punkte


Nach oben
 Profil Besuche Website  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker