Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Caligula (1979)
BeitragVerfasst: 11. Dez 2012, 00:33 
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Caligula
(Caligola)
mit Malcolm McDowell, Teresa Ann Savoy, Guido Mannari, John Gielgud, Peter O'Toole, Giancarlo Bandessi, Bruno Brive, Adriana Asti, Leopoldo Trieste, Paolo Bonacelli, John Steiner, Mirella D'Angelo, Helen Mirren, Rick Parets, Paula Mitchell
Regie: Tinto Brass / Bob Guccione
Drehbuch: Gore Vidal
Kamera: Silvano Ippoliti
Musik: Bruno Nicolai / Renzo Rossellini
Ungeprüft
Italien / USA / 1979

Rom im Jahre 37 n. Chr: Kaiser Tiberius (Peter O'Toole), ein 77-jähriger tyrannischer Alkoholiker, der schwer von Syphilis gezeichnet ist, will seine Nachfolge regeln. Seine Wahl fällt auf Gaius (Malcom MacDowell), auch genannt Caligula. Zunächst gewinnt der neue Imperator die Gunst der öffentlichen Meinung, doch schon bald zeigt er sein wahres Gesicht. Die meiste Zeit verbringt er mit ausschweifenden Affären und grausamen Gladiatorenkämpfen. Rom verkommt zu einem gewaltigen Sündenpfuhl, in dem Perversion, Gewalt und Willkür herrschen. Als Caligula sich zum Gott proklamiert und beginnt seine Senatoren selbst zu liquidieren, ist sein Ende besiegelt...


Es gibt wohl nicht sehr viele Filme, die sich mit der Bezeichnung "Skandalfilm" schmücken können, doch das vorliegender Film von Tinto Brass ganz eindeutig zu dieser kleinen Gruppe von Filmen gehört, ist wohl absolut unbestritten. "Caligula" erntete schon kurz nach seinem Erscheinen äusserst barsche Kritik und Darsteller wie Peter O'Toole und auch Malcolm McDowell distanzierten sich so auch ziemlich schnell von diesem Film, wobei McDowell sein Mitwirken mit seinen damaligen Drogen-und Alkoholproblem begründete. Diese Erklärung kann man nach Sichtung des Films auch durchaus für glaubhaft halten, denn das dargebotene Schauspiel McDowells wirkt doch größtenteils erschreckend glaubwürdig, so das nicht selten der Eindruck entsteht, das es ihm keinesfalls Mühe bereitet, den anscheinend psychophatischen Cäsaren zu spielen.

Nun handelt es sich hier um einen Film, den man schwerlich in eine Bewertungs-Kategorie einordnen kann, ob man das hier Gezeigte als gut oder schlecht einordnet, ist wohl ganz extrem vom eigenen Geschmack abhängig. Doch man sollte sich schon allein interessehalber einmal dieses schockierende Werk anschauen, denn was einem hier geboten wird, sieht man nun wirklich nicht alle Tage und man kann ziemlich schnell nachvollziehen, warum es sich hier um einen sogenannten"Skandalfilm handelt. Denn wenn man ansonsten in vielen Geschictsfilmen immer ein strahlendes Rom zu sehen bekommt, das die ungeheure Stärke eines weltbeherrschenden Imperiums darstellt, so sieht man hier einmal eine vollkommen andere Seite dieser berühmten Stadt am Tiber, die einem wahren Sündenpfuhl gleicht. Statt kämpfender Helden in einer glänzenden Rüstung wird man mit Menschen konfrontiert, die anscheinend frei von jeglicher Moral sind und keinerlei Anstand besitzen.

Insbesondere wird dies durch die explizite Daestellung jeglicher Sexualpraktiken hervorgehoben, nicht selten entsteht dabei der Eindruck, das man es mit einem reinen Hardcorefilm zu tun hat, denn die Sexszenen wurden knallhart in Szene gesetzt, vom unzensierten Oralverkehr bishin zum richtigen Geschlechtsakt wird hier alles gezeigt, ohne das die Kamera dabei wegschwenken würde. Allein diese Tatsache mag viele Menschen schon davor zurückschrecken lassen, sich diesen Film überhaupt anzuschauen, jedoch geht von dem hier gezeigten geschehen auch eine ganz eigenartige Faszination aus, die man sich nur schwerlich erklären kann. Besteht doch ein Großteil der Geschichte aus hemmungslosen Orgien und sinnloser Gewalt, so ist es doch einmal sehr interessant zu sehen, das das damalige Rom auch eine anscheinend sehr dunkle und dreckige Seite zu bieten hatte.

Und diese Seite wirkt umso faszinierender, wenn man Malcolm McDowell hier bei seiner Darstellung des "Caligula" zuschaut, denn obwohl er sich schnell von diesem Film distanziert hat, so schmälert das in keinster Weise sein brillantes Schauspiel. Er verkörpert hier die Figur des Cäsars mit einer Vehemenz und Darstellungskraft, die ihresgleichen sucht. Seine Darstellung dieser "Bestie" kann man getrost als grandios bezeichnen und wenn man nicht wüsste, das es sich hier lediglich um eine Rolle handelt, so könnte man sehr schnell zu der Meinung gelangen, das er sein eigenes Leben zum Besten gibt. Allein ein Blick in seine aussergewöhnlichen Augen lässt nicht selten den puren wahsinn erkennen, von dem "Caligula" anscheinend ergriffen war.

Insgesamt gesehen bekommt man es hier mit einem Film zu tun, den man nicht einfach als gut oder schlecht bezeichnen kann, zumindest aber sollte man dieses Werk einmal gesehen haben und sei es allein aus dem Grund, das man mitreden kann. In gewisser Art und Weise muss man den Film schon zu den Klassikern zählen und sei es auch nur in der Kategorie "Skandalfilme".


Fazit:


"Caligula" bietet einen wirklich schockierenden und schonungslosen Einblick in eine Seite Roms, die man in dieser Form sicherlich noch nicht gesehen hat. Dabei wird ganz sicher nicht jeder geschmack getroffen, wer jedoch ein Faible für kontroverse Filme wie zum Beispiel "Die 120 Tage von Sodom" hat, der sollte sich auch diesen Film keinesfalls entgehen lassen, denn die schockierende Wirkung ist hier nicht weniger gering.


Bewertung entfällt

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 Betreff des Beitrags: Re: Caligula
BeitragVerfasst: 11. Dez 2012, 13:50 
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Ich habe den Film nie gesehen, weil ich nie so ganz verstanden habe, welche Schnittfassung denn im Sinne des Films und der Filmemacher sind. Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es eine Langfassung mit eingeschnittenen HC-Szenen, welche aber später gedreht und eingefügt wurden. Wie muss ich das verstehen? Welche Version ist denn empfehlenswert?

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 Betreff des Beitrags: Re: Caligula
BeitragVerfasst: 11. Dez 2012, 21:11 
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Da ich heute faul bin Blonder:
Wikipedia: Caligula
Sollte Deine Fragen beantworten!

Edit: Die 155 min.-Fassung hat mir ganz gut gefallen, wems nicht gefällt kann ja wegschauen :mrgreen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Caligula
BeitragVerfasst: 11. Dez 2012, 21:19 
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Das ist ja auch die, auf die sich meine Kritik bezieht, sollte man schon mal gesehen haben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Caligula
BeitragVerfasst: 11. Dez 2012, 21:22 
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Master of Horror hat geschrieben:
Das ist ja auch die, auf die sich meine Kritik bezieht, sollte man schon mal gesehen haben.


Na dann, wo bleibt Teil 2? *ggg*

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 Betreff des Beitrags: Re: Caligula
BeitragVerfasst: 13. Dez 2012, 19:53 
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Das MAcDowell hat gesagt, er hat NUR mitgespielt wegen Geld für Drogen.

Was für Drogen waren denn das bitte???? :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: Caligula
BeitragVerfasst: 13. Dez 2012, 20:28 
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Sieh Dir den guten mal an, wie er sich verändert hat seit Clockwork Orange, dann weisst Du Bescheid.
Ich mag ihn, aber er hat sein Talent nicht wirklich genutzt, schade!

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 Betreff des Beitrags: Re: Caligula
BeitragVerfasst: 13. Dez 2012, 21:17 
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Ja doch als Erzähler bei SOUTH PARK :D :D :D :D :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Caligula
BeitragVerfasst: 16. Dez 2012, 20:35 
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Clyde hat geschrieben:
Sieh Dir den guten mal an, wie er sich verändert hat seit Clockwork Orange, dann weisst Du Bescheid.
Ich mag ihn, aber er hat sein Talent nicht wirklich genutzt, schade!


Ja, leider. Er hätte nen ganz großer werden können, allerdings hat er auch wirklich richtig gute Filme gemacht und gerade im B-Movie-Bereich ist er ja ne feste Größe. Immerhin gibt es stetig neuen Imput von ihn und ich finde, dass gerade sein Alterswerk bzw. sein Altersspiel recht ansehnlich ist. Als Dr. Loomis hat er mir zum Beispiel sehr gefallen im Halloween Remake.

@ Master

Hey, ich dachte ich bin hier angemeldet, um nicht alles in der Wikipedia zu lesen. :P

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 Betreff des Beitrags: Re: Caligula (1979)
BeitragVerfasst: 27. Aug 2013, 20:05 
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Caligula
(Caligola)
mit Malcolm McDowell, Teresa Ann Savoy, Guido Mannari, John Gielgud, Peter O'Toole, Giancarlo Bandessi, Bruno Brive, Adriana Asti, Leopoldo Trieste, Paolo Bonacelli, John Steiner, Mirella D'Angelo, Helen Mirren, Rick Parets, Paula Mitchell
Regie: Tinto Brass / Bob Guccione
Drehbuch: Gore Vidal
Kamera: Silvano Ippoliti
Musik: Bruno Nicolai / Renzo Rossellini
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Italien / USA / 1979

Inhalt:

Rom im Jahre 37 n. Chr.: Kaiser Tiberius (Peter O'Toole), ein 77-jähriger tyrannischer Alkoholiker, der schwer von Syphilis gezeichnet ist, will seine Nachfolge regeln. Seine Wahl fällt auf Gaius (Malcolm McDowell), auch genannt Caligula. Zunächst gewinnt der neue Imperator die Gunst der öffentlichen Meinung, doch schon bald zeigt er sein wahres Gesicht. Die meiste Zeit verbringt er mit ausschweifenden Affären und grausamen Gladiatorenkämpfen. Rom verkommt zu einem gewaltigen Sündenpfuhl, in dem Perversion, Gewalt und Willkür herrschen. Als Caligula sich zum Gott proklamiert und beginnt, seine Senatoren selbst zu liquidieren, ist sein Ende besiegelt...

Kritik:

Bei diesem Film gibt es kein Zwischending.Dieser Film ist einfach so gestrickt,dass man ihn entweder mag oder nicht,ganz klare Sache! Ich persönlich wusste nicht auf was mich mich hier einlasse.Es war ein Blindkauf und dieser stellte sich als richtige Investition dar.

Caligula ist ein ziemlich unkonventioneller Film und wird auch als ziemlich kontrovers gehandelt.Dazu hat bestimmt der hohe Anteil an freizügigen,sexuellen Darstellungen geführt und die im Film auftretende Sprache.

Caligula kann man unter die Sparte Sandalenfilme einordnen,doch unterscheidet er sich erheblich von anderen Vertretern seines Genres.Caligula ist ein Werk,dass sehr aufwendig und mit viel liebe zum Detail in Szene gesetzt wurde.Die Settings sind großartig und laden auch zum schmunzeln ein.Trotzdem ist das Werk mit seinen 150 Minuten Laufzeit nicht gerade kurz geraten und lässt auch hier und da ein paar mal den Leerlauf gut zur Geltung kommen.Ob gewollt oder nicht,ich weiss es ehrlich gesagt auch nicht.Trotzdem muss man Tinto Brass lassen,dass er ein Werk geschaffen hat,dass man so nicht oft zu Gesicht bekommt und das wahrlich zu einem der makabersten Filme aller Zeiten gehört.

Was mich immer noch begeisterst ist das große Staraufgebot,welches man in diesem Film vernehmen kann.Malcom McDowell, Peter O`Toole und auch Hellen Mirren sind hier zu bewundern,die ihre Sache sehr gut machen.Vor allem Peter O`Toole hat hier eine verdammt gute Leistung abgeliefert,die ich bei jeder Sichtung richtig abfeier.Wie er den Tiberius verkörpert ist einfach grandios und auch zum teil recht lustig,wenn auch nicht unbedingt beabsichtigt.McDowell hat auch sehr gut gespielt,vor allem wenn er seinen "Psycho-Blick" aufgelegt hat,merkte man,dass es ihm wirklich Spaß gemacht hat die Rolle zu spielen.Auch wenn sich jetzt die meisten Schauspieler von diesem Werk distanziert haben,was auch daran liegen dürfte,da es unkonventionell ist.

Die gezeigten Sexszenen ist sehr sehr freizügig und wirken schon fast wie in einem Hardcoreporno.Es gibt viel nackte Haut zu begutachten vor allem auch einige "Bären" ;-)
Da man aber auf diese Szenen nicht verzichten wollte,da es ja auch zum Alltag gehörte,dieses ausgewogene Sexualleben von Caligula ist dies ein Bestandteil des Filmes den man akzeptieren muss.
Auch die gezeigten Gewaltszenen,die zwar aus heutiger Sicht schon veraltet sein mögen,könnten trotzdem überzeugen und fallen recht blutig und spektakulär aus.Jeder der den Film gesehen hat,wird sich an die eine Szene erinnern,in der ein Mann geköpft wurde...mehr will ich diesbezüglich aber nicht sagen.Für die damalige Zeit allerdings war sie schon sehr extrem und explizit geschildert.

Caligula ist ein Werk,dass man so nicht oft zu finden vermag,vielleicht gerade deshalb auch ansprechend und interessant.Doch ist er auch einer der Filme,der nicht gerade für viele Ansprechend sein dürfte.Man muss es sich gründlich überlegen ob man ihn sich anschauen würde.Ich selbst finde ihn großartig und hab ihn jetzt schon ein paar Mal gesehen und werde es auch noch öfters machen.

Bewertung: 9/10

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"Alles, was ich habe auf dieser Welt, sind meine Eier und meine Wort, und das breche ich nicht, für niemanden, ist das klar?" -Tony"Scarface" Montana


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