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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Murder Set Pieces (Unrated) (2004)
BeitragVerfasst: 7. Aug 2013, 20:24 
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Originaltitel: Murder Set Pieces
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2004
Regie: Nick Palumbo
Laufzeit: ca 91 min. Unrated Director´s Cut
Freigabe: Ungeprüft

Indiziert: Nein / Beschlagnahmt: Nein


Darsteller:
Sven Garrett
Valerie Baber
Shawna Edge
Casie Gillespie
Katie Richards
Jade Risser
Jessie DeRoock
Gunnar Hansen
Tony Todd
Brittni Truitt
Ashley Twigg
Jenna Velanni

Genre: Exploitation, Thriller

Wertung: 5,5
Härte: 8,5
Blut: 6
Spannung: 3
Action: 5
Drama: 0
Humor: 6(Unfreiwillig)


"Sag mir was du fühlst?!?"


Inhalt:

Ein Modefotograf und überzeugter Neonazi deutscher Herkunft bringt in Amerika zahlreiche Frauen um. Nicht selten auf bestialische Art und Weise... Zu seinen Opfern gehören hauptsächlich Models, Stripperinnen und Prostituierte. Der Grund für seine abscheulichen Taten liegt offenbar in einem Kindheitstrauma: Der Hass auf seine tote Mutter scheint grenzenlos zu sein...


Kritik:

Der Film "Murder Set Pieces“ von Regisseur und Autor Nick Palumbo schlug schon in seinem Ursprungsland den USA große Wellen der Entrüstung. Er gehört zu den Filmen, die etliche Skandale, Proteste usw. verursacht haben. In anderen Ländern dürfte es diesem Film nicht anders ergehen, denn „Murder Set Pieces“ ist definitiv ein schwer verdaulicher Film und wurde in zahlreichen Ländern sogar verboten, in Deutschland wird er wohl nie Unrated durchkommen und wäre sofort ein § 131 Kandidat. Weil „Murder Set Pieces“ ist wirklich harter Tobak. Nicht unbedingt im Sinne von Splatter- oder Gewaltdarstellung, aber von der Thematik und dem Umgang mit dieser. Der Film folgt fast ausschließlich den Taten des Killers und lässt diese unkommentiert stehen. Eine besondere Rahmenhandlung oder gar eine Wandlung existiert nicht. Mich hat der Film etwas an "American Psycho „Henry“ erinnert, da die drei in ähnlicher Thematik verweilen. Die Morde, wenn auch für den Splatterfan eher uninteressant, da sie ausschließlich in Off passieren und wirklich nur angedeutet werden oder nur das Resultat gezeigt wird, doch wirklich explizite Gore-Effekte gibt es jedoch keine. Auch die Sexszenen sind nicht grafisch. Derbste "Schweinereien" oder Blutbäder, wie man sie doch in einigen Exploitation-Filmen findet, bietet „MSP" kaum. Doch diese sind von der Intensität her sehr hart gefilmt und machen später auch vor Kindern nicht halt. Hier wird für viele sicherlich eine Grenze überschritten, die ich meiner Meinung nach schon sehr geschmacklos finde. Dieser hier versucht mit aller Macht Grenzen zu brechen und die bricht der Film, zu jeder Zeit. Bewusst legt "MSP" es darauf an. Im Gegensatz zu “American Psycho” bleibt aber alles oberflächlich, als Satire kann der Film nicht ausgelegt werden - nein das will er auch nicht, man kann ihn höchstens eine Art gewisse unfreiwillige Komik nachwerfen. Auch wenn ich Filme mag, die sich durch aus um Serienkiller handeln, so scheitert leider an seinem durchgehenden Stilbrüchen ohne Hand und Fuß, die Geschichte, weiß nicht zu überzeugen, und nach einer Kernaussage sucht man hier vergebens. Über darstellerische Leistungen brauchen wir hier natürlich nicht reden. Die Freundin des Fotografen wirkte eher lustlos bei der Sache. Sven Garret, der den namenlosen Fotografen spielt, bietet hier so eine dermaßen grottenschlechte hölzerne Leistung ab, wie ich sie noch nie gesehen habe. Dazu kommen noch diese dummen Sprüche, die vorallem in der deutschen Synchro so genial unfreiwillig komisch rüberkommen, dumme sinnlose Proletenhafte Sprüche wie: "Du bist ne Schlampe, wie gefällt dir das hä, der verdammte H***?!" oder die Tussi die während dessen sie massiv von ihm vergewaltig wird: " Fuck, Aua Mein Arsch" ruft. Dieses klingt alles so lächerlich, dass, man schon anfängt zu schmunzeln, auch wenn es jetzt krass klingt, dazu kommen dann noch die grottenschlechten Dialoge, bestes Beispiel ist die Szene im Sexshop. Die anderen Darsteller spielen auch nicht wirklich besser, einzig allein Tony Todd weißt hier in seiner sowieso zu kurzen Gastauftritt zu überzeugen.

Nick Palumbo drehte seinen Film fast ausschließlich um seinen Protagonisten. Auf keinen anderer Charakter wird in irgendeiner Weise näher eingegangen. Lediglich die Freundin des Killers und ihre kleine Schwester werden etwas mehr beleuchtet, doch im Grunde sind 90% des Films nur Szenen, in denen der Killer Photos von seinen Opfern macht und sie anschließend malträtiert. Es läuft immer nach demselben Schema ab. die Frauen liegen, hängen oder sitzen irgendwo gefesselt, sind blutüberströmt und warten sozusagen auf ihr Ende. Der Zuschauer sieht bis auf wenige Ausnahmen aber nie wie es dazu kommt. Des weiteren sieht man den Killer wie er mit sein Sportwagen durch die Gegend fährt und sich neue halbbekleidete Opfer sucht, Trainiert während er Naziparolen im Fernsehr laufen lässt oder er Vergewaltigt/Mordet/Quält. Dies ist einer der Gründe, warum der Film recht schnell eintönig wird, weil er einfach nichts anderes bietet ausser das. Einerseits fährt er ein prolliges Auto und bekommt als Fotograf die besten Frauen reihenweise für sich, aber wieso musste es gleich so ein hübscher Modelathlet mit vielen Muskeln in der Metzlerrolle sein und dazu noch Rechts gesinnt. Das hinterwäldlerische amerikanische klischeehafte Weltbild über die Deutschen kommt hier bestens zum Vorschein, wo man den Hauptdarsteller wohl auch nach dem Bild der Rammstein Protagonisten gewählt hat, auch diese Band hat ja bei einigen oberflächlich denkenden den Ruf des braunen Gefildes. Warum hatte er so eine schreckliche Kindheit, wurde er wegen seines gutem Aussehens aus neid von den Klassenkameraden gemobbt oder spielte er zu viel mit Barbies wie in einer Rückblende kurz zu sehen, dass er später stetig so abgedreht? Seine schlechte Zeit wird also nie wirklich zum Vorschein gebracht, sondern er wirkt eher wie ein übercooler Hollywood Held, der sich mal richtig austoben will. Auf den Charakter wird also nicht eingegangen, so das ein Mitfühlen mit irgend jemanden völlig ausbleibt, was ich echt schade finde, zumal ich Gangster-Rapper Sprüche in Horrorfilme immer ziemlich unsympathisch finde, zumindest von den Dialogen her und wirkt doch eher zum teil unfreiwillig komisch. Somit ist bei "Murder Set Pieces" leider in allen Punkten was ein guter provokanter Film haben muss, nicht mal ansatzweise was zu Verspüren, wenn man mit Verstand herangeht.

"Murder Set Pieces" hat aber auch sehr gute Ansätze. In technischer Hinsicht überzeugt der Film voll und ganz. Auch dies überrascht kaum, da das Budget (ca. 2 Millionen US-Dollar) für einen Film mit diesem Inhalt erstaunlich groß war. Besonders interessant finde ich die Drehart des Films. Er wirkt nicht wie ein üblicher Spielfilm, da er fast ausschließlich aus der Sicht des Mörders gedreht ist. Es gibt immer wieder kurze Rückblenden in seine Kindheit und Einblicke in seine Gedanken und seine Psyche, auch wenn sie nicht gerade viel Information und genauere Hintergründe preisgeben, da hätte ich mir vielleicht ein wenig mehr Informationen gewünscht, aber was sollst. Die Kulissen und all die ganzen rot- bläulischen Farbfilter fand ich ebenfalls sehr gut. Weiterer Pluspunkt ist der gewählte Soundtrack im Film, der mir sehr gefiel, richtig stimmig war und zum geschehen auch passte. Neben dessen zu erwähnen, wäre das echte Stripperinnen oder Prostituierte mitgespielt haben, ist das "Murder Set Pieces" so einige Namenhafte Gastauftritte wie zb. Tony "Candymen" Todd oder Gunnar Hansen (Leatherface aus dem “Texas Chainsaw Massacre”) hatte. Darstellertechnisch kommen die beiden auf jeden Fall zu kurz, und da hätte ein bisschen mehr ganz gut getan, auch wenn die Szene mit Hansen ganz okay ist, aber mehr davon hätte ich mir durchaus gewünscht. Dadurch, dass der Hauptdarsteller ein Nazi und ein Mörder ist, nimmt man dem Zuschauer die Identifikationsmöglichkeit von vornherein weg. Dieser ist zu jeder Zeit einfach nur unsympathisch und man möchte eigentlich, dass der Film schon nach kürzester Zeit zu Ende ist und dem Hauptcharakter wünscht man bald sämtliche Krankheiten dieser Welt, gerade als Deutscher, da man immer wieder sehen muss wie in manchen Filmen, der Deutsche, dass Klischee als vom "Bösen rechten Nazi Deutschen" dienen muss.

"Murder Set Pieces" ist ein Film den die Welt eigentlich nicht braucht und alles hat man auch schon wo anders viel besser und überzeugender gesehen. Nick Palumbo wollte hier durch aus provozieren und dies gelang ihn voll und ganz, doch wirklich bedrückend, oder schockierend ist dieser nicht, zu dumm sind die Dialoge und zu schlecht die darstellerische Darbietung, was die sau schlechte Deutsche Pornosynchro noch das I-Tüpfelschen oben drauf gibt, dass dieses Werk einfach nur unfreiwillig komisch und sau dämlich vor kommt . Trotzdem sollten sich zarte Gemüter oder überzeugende Alice Schwarzerbekenner von diesem Machwerk fern halten, da dieser absolut Frauenverachtend ist und durchaus in allen Belangen provozieren möchte. Dafür war die Aufmachung des Filmes sowie der Soundtrack überzeugend und die Gastauftritte retten ihn noch ein wenig vorm kompletten Absturz.
Ich gib Murder Set Pieces noch gut gemeinte 5,5 Punkte!

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 Betreff des Beitrags: Re: Murder Set Pieces (Unrated) (2004)
BeitragVerfasst: 7. Aug 2013, 23:04 
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An sich ist der Film peinlich,ich finde ihn nicht kontrovers oder sonst irgendetwas.Provozieren will er zwar,landet damit aber einen enormen Fehlgriff.

Trotzdem mag ich den Film irgendwie.Wenn ich ihn objektiv betrachte,dann komme ich auf die gleiche Meinung wie du.Aber ich hege irgendwie Sympatie für dieses Werk.Er ist einfach so schlecht,dass er schon wieder gut ist,was auch an der dümmlichen Darstellung der Charaktere liegt und an der genial-miesen Synchro.

Objektive Wertung: 4/10
Sympathie Wertung: 8,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Murder Set Pieces (Unrated) (2004)
BeitragVerfasst: 23. Okt 2013, 10:11 
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Murder - Set - Pieces
(Murder - Set - Pieces)
mit Sven Garrett, Valerie Baber, Shawna Edge, Casie Gillespie, Katie Richards, Jade Risser, Jessie DeRoock, Gunnar Hansen, Tony Todd, Brittni Truitt, Ashley Twigg, Jenna Velanni, Destiny St. Claire
Regie: Nick Palumbo
Drehbuch: Nick Palumbo
Kamera: Brendan Flynt
Musik: The Bronx Casket Company / The Giallos Flame / Necrophagia / Zombi
ungeprüft
USA / 2004

Ein in die USA emigrierter, deutscher Fotograf macht tagsüber erotische Fotos. Nachts vergewaltigt und tötet er Prostituierte


Diese äußerst knappe Inhaltsangabe ist vollkommen ausreichend um dem Zuschauer das zu beschreiben, was er gut 90 Minuten lang zu sehen bekommt. Das Werk von Nick Palumbo zählt wohl ganz eindeutig zu den sehr kontroversen Filmen und dürfte zudem auch jenseits jeglichen Mainstreams angesiedelt sein. Wer hier auf eine Geschichte im eigentlichen Sinne hofft wird schon nach relativ kurzer Zeit feststellen, das diese überhaupt nicht vorhanden ist. Das Szenario ist viel eher als riesige Ansammlung kleiner Teilstücke ausgelegt, in denen Palumbo fast ausschließlich Sex und brutale Gewalt in den absoluten Vordergrund stellt. Im Prinzip bekommt man nämlich nicht mehr als die blutigen-und abartigen Taten eines Mannes präsentiert, der einen tief verwurzelten Hass gegen Frauen in sich trägt, den er durch unzählige grausame Morde auslebt. Der Regisseur macht durchgehend keinen Hehl daraus, das er mit seinem Szenario lediglich provozieren-und schockieren will, was ihm auch auf jeden Fall sehr gut gelingt. Man bekommt eigentlich keinerlei Anhaltspunkte, warum der Fotograf seine Taten begeht, lediglich immer wieder eingestreute kleinere Rückblenden in seine Kindheit formen ein Bild im Kopf des Betrachters, das einem die scheinbaren Motive etwas näher bringt. Ansonsten strotzt das Geschehen vor Blut und Kraftausdrücken, Worte wie Fotze, verfickte Schlampe und Motherfucker beherrschen die vorhandenen Dialoge und machen mindestens gut 80 % deren Inhalts aus.

Man merkt also, das man an dieser Stelle keine Qualität im eigentlichen Sinne erwarten sollte, denn darauf ist "Murder Set Pieces" ganz sicher nicht ausgelegt. Im Grunde genommen präsentiert sich lediglich ein blutiges Spektakel für den geneigten Gorehound, kommt dieser doch auf jeden Fall auf seine Kosten. Zusätzlich hat Palumbo seiner Geschichte aber auch noch einige wirklich grenzwertige Passagen beigefügt, so kann man den Mörder beim Verzehr von Leichenfleisch-oder beim Oralsex mit einem abgetrennten Frauenkopf beobachten. Nun stellt sich ganz automatisch die Frage, ob gerade solche Einstellungen wirklich gezeigt werden müssen, die jenseits jeglichen Geschmackes angesiedelt sind. Andererseits wird dadurch auch die Charakter-Beleuchtung der Hauptfigur ein wenig ausführlicher gestaltet und zeigt einen tiefen Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele. Auch wenn viele Leute das sicherlich vollkommen anders sehen werden bin ich schon der Meinung, das man einen guten Einblick in die kranke Psyche des Killers geboten bekommt, der von Sven Garrett auch sehr gut dargestellt wird. Nun sollte man in diesem Zusammenhang nicht unbedingt von Schauspiel sprechen, denn ganz generell fällt dieses eher recht dürftig aus, ist jedoch für einen Film dieser Art vollkommen ausreichend. Garrett erscheint aber allein schon optisch nahezu als Ideal-Besetzung, sein stechender-und bohrender Blick wirkt größtenteils angsteinflößend und die gesamte Körpersprache deutet durchgehend darauf hin, das hier ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch steht. Seine unglaublichen Aggressionen wird der Mann jedoch nicht ausschließlich durch seine Morde für kurze Zeit los, sondern auch beim Geschlechtsakt mit etlichen seiner Opfer.

Dieser gestaltet sich fast selbstredend alles andere als normal und bei der Betrachtung der entsprechenden Passagen verspürt der Betrachter selbst fast körperliche Schmerzen, geht es doch extrem brutal zur Sache. Den verstörenden Höhepunkt erreicht das Szenario meiner Meinung nach an dem Punkt, als sich der Killer nicht mehr damit zufrieden gibt junge Frauen zu töten, sondern sich auf einmal auch an kleinen Mädchen vergreift. Dieser Aspekt verursacht einem dann auch einige Magenschmerzen und hinterlässt einen recht üblen Beigeschmack. Auch hier kommt die Frage auf, welchem Zweck solche Einstellungen dienen und ob Palumbo sein Werk dadurch nur visuell noch härter erscheinen lassen wollte. Ich bin jedoch der Meinung, das der verstörende Eindruck der Ereignisse hier noch einmal einen zusätzlichen Schub erhält, der einen in einen noch stärkeren Schockzustand versetzt, als es bisher schon der Fall war. Dazu trägt auch durchaus die im Prinzip völlig fehlende Rahmenhandlung bei, stellt sich doch gerade dadurch das Leben des Fotografen als das dar was es ist, nämlich eine einzige Aneinanderreihung sinnloser Brutalität, die hier explizit ins Bild gesetzt wurde.

"Murder Set Pieces" ist bestimmt kein Film für zartbesaitete Seelen und phasenweise dreht sich dem Betrachter bei diversen Szenen auch der Magen um, doch Palumbo ist es absolut erstklassige gelungen, ein vollkommen bewusst provozierendes Szenario zu erschaffen, das zu kontroversen Diskussionen führt. Über die Notwendigkeit eines solchen Filmes kann man allerdings geteilter Meinung sein und das Werk ist auch nicht nach den ansonsten üblichen Kriterien zu bewerten. Der Schwachpunkt ist sicherlich die deutsche Synchronisation, die dem ernsten und gewalttätigen Ereignissen eine unfreiwillig komische Note verleiht. Bis auf die Stimme des Hauptdarstellers passt an dieser Stelle nämlich gar nichts und man kann sich auch nicht des Eindruckes erwehren, das hier absolute Amateure am Werk waren. Letztendlich bekommt man es mit einer Geschichte zu tun, die wie ein derber Tiefschlag in die Eingeweide daher kommt, doch genau das wollte Palumbo mit dieser Independent-Produktion auch erreichen, die auch lange nach dem Ende noch nachhaltig im Kopf des Betrachters haften bleibt.


Fazit:


Man kann "Murder Set Pieces" unmöglich in eine bestimmte Schublade stecken und eine objektive Bewertung des Szenarios fällt relativ schwer. Für die einen handelt es sich hier um puren filmischen Bodensatz, für die anderen liegt jedoch ein bewusst verstörend inszeniertes Werk vor, an das man sich noch lange erinnern wird. Ganz egal wie man zu dem Film steht, eine Sichtung ist jederzeit lohnenswert.


7/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Murder Set Pieces (Unrated) (2004)
BeitragVerfasst: 23. Okt 2013, 10:20 
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Murder Set Pieces, allein durch den Namen macht der Film schon aufmerksam auf sich. Aber was steckt dahinter. Ist es nur ein seelenloses Splatterfest, oder kann der Film auch durch filmische Aspekte punkten.

Ein deutscher Fotograf lebt in Las Vegas. Sein Job besteht darin, Fotos von hübschen Frauen zu machen. Doch er führt mehr im Schilde als nur Fotos von den Frauen zu machen, er will mehr.

Die Story von Murder Set Pieces ist nicht unbedingt das Wichtigste an dem Film. Zu schwach kommt sie daher und bietet eigentlich nur ein Grundgerüst, um den deutschen Fotograf morden zu lassen. Regisseur Nick Palumbo schaffte mit Murder Set Pieces seinen Durchbruch im Horrorgenre. Der Film an sich punktet mit sehr gut gefilmten Szenen. Allgemein kommt der Film sehr professionell rüber. Die Schauspieler machen ihren Job recht ordentlich, auch wenn es eigentlich nur zwei richtige Schauspieler im ganzen Film gibt. Zum einen den deutschen Fotografen, gespielt von Sven Garrett und die junge Jade, gespielt von Jade Risser. Beide machen ihren Job beeindruckend gut. Sven Garrett ist einfach unglaublich fies und gemein und hat zudem eine immense Ausstrahlung. Wann immer er das Bild betritt, geht eine gewisse böse Präsenz von ihm aus. Er ist das Böse. Jade Risser dürfte nicht älter als 15 Jahre alt gewesen sein, als der Film entstand und stellt die Gegenspielern zu Garrett dar. Auch wenn es etwas merkwürdig wirkt, dass eine 15 jährige es mit einem geisteskranken Deutschen aufnimmt, es funktioniert durchaus.

Die Musik ist einfach grandios. Sie wechselt stets zwischen sehr rockigen Klängen und Liedern und eher subtilen, unheimlichen Klängen, welche besonders in den Rückblenden des Fotografen benutzt werden. Gleich der erste Mord des Deutschen punktet mit unglaublich toller Musik, die von Techno zu Rock übergeht und die Aggressivität noch mehr zum Ausdruck bringt. Auch die Kamera ist sehr gut und fängt sehr gute Bilder ein, das Ganze wirkt sehr gut durchdacht und kann wahrlich überzeugen.

Kommen wir abschließend zu den Effekten, für welche die Jungs von Toe Tag verantwortlich waren. Man muss sagen, dass hier sicherlich einige Leute etwas enttäuscht sein werden. Nicht das es zu wenig Blut gibt, das bei weitem nicht, aber die Morde werden einfach nicht explizit gezeigt. Man sieht eigentlich immer nur das blutige Ergebnis. Hier hätte man sich etwas mehr Zeigefreudigkeit gewünscht. Zum Schluss hinbekommen die Gorehounds dann noch eine sehr nette Szene geboten, die dann nochmal wie ein Schlag in die Magengrube wirkt.

Fazit: Sehr gut gemachter Horrorthriller, hinter dem mehr steckt als nur sinnlose Gewalt und der durch seine Inszenierung zu gefallen weiß. Für Fans der etwas härteren Gangart durchaus einen Blick wert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Murder Set Pieces (Unrated) (2004)
BeitragVerfasst: 27. Okt 2013, 11:53 
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Also für mich war der Streifen in vielerlei Hinsicht grenzwertig, aber in keinster Weise positiv. Dem Zuschauer wird ein Potpürree an hanebüchenen Gründen geliefert, warum der Fotograf durch Las Vegas streift und am hellichten Tag Prostituierte ermordet. Wirklich schockiert hat mich allerdings, dass die Kinder im Film (also die Schauspieler) ein Trauma für's Leben haben dürften.
Insgesamt gute Idee, Umsetzung (und ich spreche nicht von schauspielerischer Leistung oder Synchro) lediglich 03/10

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"Das Leben ist wie ein Tunnel, jeder hat seinen kleinen Tunnel. Aber am Ende des Tunnels gibt es kein Licht, es gibts gar nichts mehr..."


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 Betreff des Beitrags: Re: Murder Set Pieces (Unrated) (2004)
BeitragVerfasst: 12. Nov 2013, 18:12 
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Ich fand den, von ein den paar (recht heftigen) Gewaltspitzen abgesehen, sehr einschläfernd. Nicht mein Fall.


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 Betreff des Beitrags: Re: Murder Set Pieces (Unrated) (2004)
BeitragVerfasst: 28. Apr 2015, 14:41 
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MSP bekommt von mir 8 von 10 Punkten!

Die Pornosynkro ist tatsächlich manchmal unterirdisch, weshalb ich jedem nur empfehlen kann sich den Film in Original anzusehen! Da der Killer auch im Original akzentfreies deutsch spricht wirkt das ganze irgendwie noch dreckiger! Einen Pluspunkt gibt es, weil der Regisseur es sich wirklich gewagt hat auch den Göhren das Fett wegbekommen zu lassen und dafür in der heutigen Zeit alle Hochachtung! Einen Punkt Abzug für den fehlenden Gore, man möchte wirklich wissen was er mit den Frauen explizit angestellt hat und noch einen Punktabzug, wenn auch leicht schmunzelnd für den Darsteller des Killers! er wirkt einfach viel zu sympathisch und wenn er sogar noch einen (war es einer?) einen Ford Mustang fährt kann es kein schlechter Mensch sein :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Murder Set Pieces (Unrated) (2004)
BeitragVerfasst: 23. Aug 2015, 18:57 
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Murder Set Pieces ...

der Name ist Programm, denn eine Handlung ist so gut wie nicht vorhanden und die Szenen wirken
einfach nur sinnlos zusammengeschustert.

Geisteskranker Protagonist auf Hantelbank, Hakenkreuz, Frau, Frau tot .. das Ganze wiederholt sich im Wesentlichen
bis die 90 Minuten Laufzeit vorüber sind. Der einzig interessante Charakter ist noch der der kleinen Schwester ...
was bitte ist das: ein ernstgemeinter Beitrag oder doch eher eine Darstellung von Gewalt und Tabuthemen um über die
mangelnde Fähigkeit ein Drehbuch zu schreiben hinweg zu täuschen? Dem Film fehlt einfach alles, angefangen von
vernünftigen Schauspielern, Spannung, Sinn oder überhaupt irgendetwas, das hängen bleibt. MSP ist gelinde gesagt
langweilig, sollte ein Aussage getroffen werden, ist dies in keinster Weise gelungen. Schockierend oder reisserisch
ist der Film ebenfalls nicht, dafür fehlt es an Glaubwürdigkeit.


0,5/10

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I don't think runnning will save you.


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