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 Betreff des Beitrags: I never left the white Room (2007)
BeitragVerfasst: 23. Okt 2013, 10:39 
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Alternativer Titel:My Crepitus
Produktionsland: USA
Produktion: magGot Films
Erscheinungsjahr: 2007
Regie: Michael Todd Schneider
Drehbuch: Michael Todd Schneider
Kamera: -
Schnitt: magGot
Spezialeffekte: magGot FX
Budget: ca. -
Musik: Parvulus Infectus, porcelain magGot
Länge: ca. 75 Minuten
Freigabe:
Darsteller: Eric James, Tom Colbert, Rich Atha, Amy Beth Deford, Crystal, Michael Todd Schneider
DVD: Gibt bisher nur eine DVD aus Schweden, welche auf 500 Stk. limitiert ist und 17,-€ plus Versand kostet ;)

Inhalt:
Jeffrey ist verrückt. Er vegetiert in einer Zelle, in einer Psychiatrie. Nachdem er ein Mädchen vergewaltigt und umgebracht hat, wird er von Dr. Nathaniel behandelt. Immer wieder hat Jeffrey Wahnvorstellung, die ihn aus seiner weißen Zelle entführen.


Trailer:
www.youtube.com Video From : www.youtube.com


Meinung:

Meistens ist es kein gutes Zeichen, wenn man zu einem Film im Internet so gut wie keine Informationen findet. Auch bei I never left the white Room verhält es sich so. Weder OFDB, noch IMDB haben den Film in ihrer Datenbank. Auch Google wirft nicht sonderlich viel aus. Eine englische Review gibt es und die macht Lust auf mehr. Aber soll man sich auf nur eine Review verlassen?? Soll man wirklich das Geld ausgeben, um im Endeffekt enttäuscht zu werden? Was hat es mit dem Film auf sich, kann man den Film überhaupt als solchen bezeichnen. Man wundert sich schon, wenn man zu einem Film so gut wie nichts findet. Durch Zufall bin ich in einem schwedischen Shop auf die DVD aufmerksam geworden und da mir die eine englische Review zugesagt hat, habe ich mich entschlossen den Film zu kaufen. War es ein Fehlkauf oder handelt es sich hierbei um ein kleines, vergessenes Juwel??

Jeffrey ist verrückt. Er vegetiert in einer Zelle, in einer Psychiatrie. Nachdem er ein Mädchen vergewaltigt und umgebracht hat, wird er von Dr. Nathaniel behandelt. Immer wieder hat Jeffrey Wahnvorstellung, die ihn aus seiner weißen Zelle entführen.

So, oder so ähnlich kann man versuchen, die Story um I never left the white Room zusammen zufassen. Wirklich viel gibt sie allerdings nicht her, was man in Anbetracht der Umstände, wie dieser Film entstanden ist, auch verstehen kann. Michael Todd Schneider, welchen vielen eher als MagGot bekannt sein dürfte, welcher auch bei August Underground mitgespielt hat, zeichnet sich verantwortlich für diesen Film. Es war ein Schulprojekt, welches im Jahre 2000 vollendet wurde. 2003 schnitt er den Film um, um etwas Werbung dafür zu machen und im Jahre 2007 schnitt er einige Szenen hinzu, um den Film unter neuen Namen (der alte war My Crepitus) zu vermarkten. Ein schwedisches Label nahm sich dem Film an und produzierte eine, auf 500 Stück limitierte DVD. Zur DVD möchte ich gleich zu Beginn etwas sagen. Bei einem Film, welcher als Schulprojekt entstand, darf man sich nicht zu viel erwarten. Am ehesten kann man die Bildqualität mit frühen deutschen Amateurfilmen vergleichen. Das Bild ist sehr verpixelt und weißt einige merkwürdige Pixelfehler auf. Daher gleich vorne weg die Warnung an alle, die mit solchen Sachen ihre Probleme haben. Dadurch entsteht aber auch ein gewisses Flair, was man nicht so recht beschreiben kann, zudem stört man sich nach ungefähr 10 Minuten nicht mehr an der Bildqualität. Der Ton ist recht gut. Zudem bietet die DVD noch ein klein wenig Bonusmaterial, was neben einem 2-minütigen Statement vom Regisseur, auch noch einen Kurzfilm umfasst. Sonderlich viel wird also nicht geboten.

Kommen wir nun aber zum Film. Der Film ist verrückt, um es ganz einfach zu beschreiben. Die Schnitte erfolgen, wie Schläge in das Gesicht des Zuschauers. Immer wieder sieht man Jeffrey irgendwo rumlaufen. Man weiß nicht genau was vor sich geht und selbst am Ende weiß man nicht wirklich, was das Ganze für einen Sinn haben soll. Wobei es hier eher darauf ankommt, dem Zuschauer den Boden unter den Füßen wegzuziehen und ihm alptraumhafte Bilder zu präsentieren. Bei den Schauspielern darf man nicht wirklich viel erwarten. Am ehesten kann man sie mit ganz guten Amateurschauspielern vergleichen. Die Musik hingegen ist ein wahrer Traum, hier hat man sich wirklich viel Mühe gegeben, um dem Zuschauer etwas ganz besonderes zu präsentieren. Der Soundtrack wirkt wie ein Mix von Tetsuo the Iron Man und Eraserhead. Also sehr metallisch, mit Kettenschlägen verfeinert und zudem einigen Klaviertönen. Nach einer Weile, dürften einige Leute sicherlich Kopfschmerzen von dem Soundtrack bekommen. Auch sonst bietet der Film akustisch einige nette Einfälle. So werden manche Sätze der Akteure verzerrt und immer und immer wieder wiederholt. Genau so wie man sich die Gedankenwelt eines Geisteskranken eben vorstellt. Er hört andauernd Stimmen, egal ob es seine eigenen, die von seinen Opfern oder die von seiner Umwelt sind. Dies erweckt im Zuschauer eine gewisse Verrücktheit, wodurch man sich irgendwann selber fragt, ob man nun auch durchdreht.

Abschließend möchte ich noch die Effekte ansprechen. Hier wird wahrlich viel geboten, was für die Umstände doch recht erstaunlich ist. Angefangen bei den Masken, die wirklich mit viel Liebe hergestellt wurden und die auch bei längeren Aufnahmen nichts von ihrer Qualität verlieren. Aber auch die Goreszenen, welche zwar nicht im Übermaß vorhanden sind, können überzeugen. Dies ergibt sich meist daher, dass sie nur kurz zu sehen sind, wodurch man keine Zeit hat sie zu hinterfragen. Zudem unterstützen die harten und schnellen Schnitte, die Einschlagskraft der Effekte. Ansonsten wird hier zudem mit viel Bildverfremdung gearbeitet, wodurch eine surreale Stimmung erzeugt wird. Sei es nun Farbveränderung oder die Präsentation des Bildes im Negativ, all das ergibt ein stimmiges Bild, welches für ein Studentenprojekt wirklich klasse ist.

Was kann man also sagen. Der Film ist mit geringen Mitteln verwirklicht worden und dürfte wohl nicht für jeden etwas sein, da er auf Grund der schlechten Bildqualität, der verworrenen und unlogischen Story und seinen schwachen Akteuren doch viel von seinem Charme verliert. Wer allerdings mit den Sachen leben kann und zudem an surrealen Filmen seine Freude hat, für den dürfte I never left the white Room ein gefundenes Fressen sein, welches man sich auch gerne mehrmals anschauen wird. Für alle Interessieren kann man nur die schwedische DVD empfehlen, welche für gut 20,-€ inkl. Versand zu bekommen ist. Sie stellt zudem die einzige DVD dieses Filmes dar.

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Cyberpunk Kaiju Experimentalworld

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