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 Betreff des Beitrags: Alex Cross (2012)
BeitragVerfasst: 1. Mär 2013, 01:27 
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Alex Cross
(Alex Cross)
mit Tyler Perry, Edward Burns, Matthew Fox, Jean Reno, Carmen Ejogo, Cicely Tyson, Rachel Nichols, John C. McGinley, Werner Daehn, Yara Shahidi, Bonnie Bentley, Sayeed Shahidi, Chad Lindberg
Regie: Rob Cohen
Drehbuch: Marc Moss / Kerry Williamson / James Patterson (Roman)
Kamera: Ricardo Delia Rosa
Musik: John Debney
FSK 16
USA / 2012

Ein sadistischer Killer, der fast so gerne selber Schmerzen verspürt, wie er sie austeilt, foltert und ermordet reiche Geschäftsleute, die in enger Beziehung stehen zu dem französischen Waffenhändler Mercier. Detective Alex Cross, der in dem Mordfall ermittelt und gerade einen neuen Partner anlernt, vermutet, dass der Killer irgendwann Mercier selbst ins Visier nimmt. Doch der Killer schießt stattdessen erstmal jenen Menschen nieder, der Cross am nächsten steht. Daraufhin beschließt Cross, ebenfalls auf die Regeln zu pfeifen.


"Alex Cross" basiert auf dem Roman "Blood" von James Patterson und ist der zwölfte Titel aus einer in den USA sehr erfolgreichen Roman-Reihe um den gleichnamigen Polizei-Psychologen. Vor uns liegt nun schon die mittlerweile dritte Verfilmung aus dieser Reihe, gab es doch zuvor schon die beiden wunderbaren Thriller "...denn zum küssen sind sie da" und "Im Netz der Spinne", in denen jedoch Superstar Morgan Freeman in der Rolle des Alex Cross zu sehen war. Dieses Mal hat man die Hauptrolle mit Tyler Perry besetzt, was sowohl Vor-wie auch Nachteile mit sich bringt. Im Bezug auf die Action ist es ganz bestimmt kein Nachteil einen jüngeren Schauspieler mit der Rolle zu besetzen und so kann man sich schon denken, das es in vorliegendem Fall etwas actionreicher zur Sache geht als in den beiden Filmen aus den Jahren 1997 und 2001. Das Szenario gestaltet sich sehr temporeich und auch der Titelheld ist dieses Mal in etliche Kämpfe verwickelt, in denen es teils ordentlich zur Sache geht. Das wäre mit einem Morgan Freeman bestimmt nicht glaubhaft zu bewerkstelligen gewesen und hätte einen eher befremdlichen Eindruck beim Zuschauer hinterlassen. Negativ ist allerdings der Punkt, das zu keiner Zeit das klassische Thriller-Feeling der beiden Vorgänger erreicht wird, schlägt das vorliegende Szenario doch eigentlich von der ersten Minute an die Richtung des Action-Thrillers ein.

Hier ist dann ganz eindeutig der persönliche Geschmack des Zuschauers gefragt, denn wer die ersten Verfilmungen gesehen hat, dürfte das Werk von Rob Cohen mit gemischten Gefühlen betrachten. Dabei ist "Alex Cross" ein wirklich gelungener Film, dem allerdings ein wenig die Seele fehlt. So bekommt man einfach nie den richtigen Zugang zu den Ereignissen, die zwar jederzeit interessant-und spannend erzählt werden, aber doch irgendwie seltsam steril daherkommen. Ein Grund für diesen Eindruck ist mit Sicherheit der Aspekt des Hauptdarstellers, denn Perry agiert äußerst ambitioniert und gibt größtenteils auch eine recht gute Figur ab, kann aber in keiner Phase die großen Fußstapfen ausfüllen, die ein brillanter Morgan Freeman hinterlassen hat. Stellt man die beiden gegeneinander, dann ist das stärkste Manko von Perry die fehlende Ausstrahlung. Trotz seines soliden Schauspiels fehlt es im an Charisma und Charme, was andererseits aber auch vollkommen beabsichtigt sein kann, da man eventuell noch folgende Verfilmungen mit einem andersartigen Charakter fortführen möchte. Der smarte und Psychologe im Gentleman-Stil hat anscheinend ausgedient und wurde durch einen zeitgemäßeren jungen Draufgänger ersetzt, der selbst auch einmal die Fäuste fliegen lässt. Beide Varianten haben dabei ihre ganz eigenen Stärken und ein jeder muss für sich selbst entscheiden, welche er bevorzugen möchte.

Und so sollte man versuchen, "Alex Cross" als eigenständiges Werk zu betrachten und möglichst nicht den Vergleich mit den beiden an deren Verfilmungen zu Rate ziehen, da man ansonsten schwerlich zu einem möglichst objektivem Gesamteindruck gelangen kann. Hier wird etwas weniger Wert auf intelligente Detektiv-Arbeit gelegt, dafür stehen einige gut gelungene Action-Passagen im Vordergrund. Das merkt man allein schon an der Geschichte selbst, der es phasenweise ein wenig an den nötigen Thriller-Elementen fehlt, die den Betrachter so richtig in ihren Bann ziehen könnten. Die Motive des Killers werden in vorliegendem Fall fast schon ein wenig stiefmütterlich behandelt und man widmet den Zusammenhängen lediglich am Ende des Filmes einige wenige Minuten, um den ganzen Ereignissen überhaupt einen Sinn zu verleihen. Zwar ist das etwas unbefriedigend, doch dafür wird man mit einem erstklassigen Bösewicht entschädigt, der mit Matthew Fox (Jack Sheperd aus Lost) nahezu perfekt besetzt ist. Kennt man den guten Mann hauptsächlich als sympathischen Gut-Menschen aus der erfolgreichen TV-Serie, so wird man wirklich sehr positiv überrascht, wie überzeugend der Schauspieler in der Rolle des psychopathischen Killers agiert. Schon rein visuell sollte man sich dabei darauf vorbereiten, das sich einem ein vollkommen anderes Bild des Mimen präsentiert, als wie man es aus "Lost" gewöhnt ist. War der gute mann schon in der Serie ziemlich schlank und gut gebaut, so bietet sich einem hier der Anblick eines wahre Asketen. Vollkommen durchtrainiert und mit keinem Gramm überschüssigem Fett am Körper erscheint Fox äußerst drahtig und hinterlässt einen fast schon hageren Eindruck. Für seine Rolle ist das jedoch absolut passend und verleiht dieser so ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit.

Zudem war es von enormen Vorteil, nicht die gleiche deutsche Synchronstimme zu verwenden die man aus der TV-Serie kennt, denn ansonsten hätte man dem guten Matthew die Rolle des eiskalten Profi-Killers keinesfalls abgenommen. Seine Performance ist für mich persönlich der Höhepunkt des gesamten Filmes und wertet diesen auch gleich wieder eine Stufe auf. Ansonsten bewegt sich das Schauspiel der restlichen Akteure auf einem soliden Niveau, echte Wunderdinge sollte man jedoch nicht erwarten. So ist beispielsweise ein Jean Reno in seiner Nebenrolle vollkommen unterfordert und kann hier leider keine wirkliche Kostprobe seines Könnens zum Besten geben. Ganz generell hätte es dem Film sicher nicht geschadet, wenn man auf einige Figuren verzichtet hätte, schwirren doch prinzipiell viel zu viele Personen in der Story herum, von denen jedoch keine einzige wirklich gründlich beleuchtet wird. Tiefer gehende Charakter-Zeichnungen sind also Mangelware, was "Alex Cross" auch ganz eindeutig von seinen beiden Vorgängern unterscheidet. Letztendlich bleibt aber dennoch ein überdurchschnittlich guter Film über, der die teilweise eher schlechten Bewertungen nun wirklich nicht verdient hat. Als Action-Thriller voll in Ordnung mangelt es ganz einfach ein wenig an der nötigen Tiefe, als das man so richtig in das Szenario eintauchen könnte. Ein neuer Hauptdarsteller und ein manchmal schwächelndes Drehbuch sind etwas gewöhnungsbedürftig, dennoch eignet sich das Werk von Rob Cohen auch durchaus zur mehrmaligen Sichtung.


Fazit:


Eigentlich hat mir "Alex Cross" sehr gut gefallen, doch im Hinterkopf schwirren halt immer noch Morgan Freeman und die beiden tollen Verfilmungen "...denn zum küssen sind sie da" und "Im Netz der Spinne" herum, so das Tyler Perry es natürlich auch nicht unbedingt leicht hat, die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Dennoch hege ich die Hoffnung, das noch mehrere Romane der Reihe verfilmt werden, denn gute und interessante Filmkost ist immer gern gesehen. Und diese beiden Attribute kann man vorliegendem Film definitiv nicht absprechen.


7/10

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