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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Angel Heart (1987)
BeitragVerfasst: 26. Jan 2013, 20:50 
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Angel Heart
(Angel Heart)
mit Mickey Rourke, Robert De Niro, Lisa Bonet, Charlotte Rampling, Stocker Fontelieu, Brownie McGhee, Michael Higgins, Elizabeth Whitcraft, Eliott Keener, Charles Gordone, Dann Florek, Kathleen Wilhoite
Regie: Alan Parker
Drehbuch: Alan Parker / William Hjortsberg
Kamera: Michael Seresin
Musik: Trevor Jones
FSK 16
Großbritannien / Kanada / USA / 1987

Verschwundene aufzuspüren gehört zum Alltagsgeschäft des heruntergekommenen Privatschnüfflers Harry Angel. Vor zwölf Jahren verliert sich die Spur des Sängers Johnny Favorite in den Wirren des Krieges. Den ersten Zeugen, den er in die Mangel nehmen will, findet Angel mit einer Kugel im Kopf. Auch zur ehemaligen Geliebten Favorites, einer ebenso attraktiven wie mysteriösen Wahrsagerin, kommt er zu spät. Angel gerät unter Mordverdacht und versucht verzweifelt, den Job loszuwerden. Doch sein Auftraggeber Louis Cyphre erhöht zynisch sein Honorar. Die Spur zu Johnny Favorite wird immer blutiger, der Routinefall wird zum Horrortrip.


Immer wieder gibt es diverse Filme, die auch nach etlichen Jahren immer noch im Gedächtnis des Zuschauers verankert sind, da sie durch ihre geniale Inszenierung ganz einfach einen unlöschbaren Eindruck hinterlassen haben. "Angel Heart" von Alan Parker muss ganz sicher in diese Kategorie eingeordnet werden, ist hier doch eine brillante Kombination aus Mysterythriller-und Okkulthorror entstanden, die einen von der ersten Sekunde an in ihren fast schon magischen Bann zieht und dabei eine ungeheure Faszination zur Entfaltung bringt, der man sich auf keinen Fall entziehen kann. So lässt die äusserst spannende und in sich verschachtelte Geschichte von Beginn an immer eine leichte Gänsehaut beim Betrachter entstehen, die sich wie ein Mantel über die eigene Haut legt und dort bis zum Ende auch haften bleibt. Das ist insbesondere der fantatstischen Grundstimmung des Szenarios geschuldet, die zwar schon in der Einführungsphase des Filmes äusserst dicht geraten ist, sich jedoch mit zunehmender Laufzeit noch immer weiter verdichtet und dabei extrem bedrohliche Züge zum Vorschein kommen lässt, die hier streckenweise für absolute Hochspannung verantwortlich zeichnen.

Gleichzeitig hat Parker den Geschehnissen ein sehr düsteres Ambiente verliehen, das den Zuschauer in die genau richtige Stimmung versetzt, um die mysteriösen Ereignisse so richtig auf sich wirken zu lassen. Doch selbst wenn man versuchen würde, sich nicht auf die erzählte Story einzulassen würde es sich um einen eher hoffnungslosen Versuch halten, wird man doch ganz automatisch in einen Strudel von Geschehnissen hineingezogen, aus dem es anscheinend kein Entkommen gibt. Es entsteht eine fast schon magische Anziehungskraft, die durch die eingebauten Voodoo-Elemente noch zusätzlich unterstützt wird und so auch einige herrliche Horror-Momente offenbart, die einem kalte Schauer über den Rücken jagen. Und so begleitet man dann auch nur zu gern einen Mickey Rourke, der in der Figur des heruntergekommenen Schnüfflers Harry Angel meiner Meinung nach in seiner besten Rolle zu sehen ist, auf der Suche nach einem verschwundenen Schnulzen-Sänger, die sich jedoch im Laufe der Zeit vollkommen anders entwickelt, als Harry es sich vorgestellt hat. Gerät er doch immer tiefer in einen Sog aus Voodoo-Ritualen und rätselhaften Morden, denn sämtliche Menschen zu denen er auf seiner Suche Kontakt aufnimmt, müssen einen gewaltsamen und äusserst blutigen Tod erleiden. Doch damit nicht genug, denn Harry gerät selbst unter Verdacht und muss zum Ende der Geschichte hin erkennen, das die ganzen Ereignisse auf eine grauenhafte Art und Weise auch mit seiner Person in Verbindung stehen.

Das Schauspiel von Mickey Rourke ist eine der ganz großen Stärken dieses Werkes, das nicht gerade arm an Höhepunkten ist. Denn obwohl der Schauspieler ja nun wirklich einige absolut fantastische Filme in seiner Filmografie verankert hat, ist die Figur des Harry Angel wohl sein absolutes Meisterstück, bringt er doch die verkrachte Existenz des Mannes so authentisch und glaubwürdig rüber, das man nur selten den Eindruck erhält, das Rourke hier lediglich eine Rolle spielt. Sein Gegenüber ist kein geringerer als Robert De Niro, der trotz eher seltener Auftritte eine absolute Augenweide darstellt. Ganz generell kann man eigentlich anmerken, das "Angel Heart" bis in die kleinsten Nebenrollen absolut perfekt besetzt ist und so mit hervorragendem Schauspiel aufwarten kann, was den Film insgesamt noch einmal zusätzlich aufwertet. In das meiner Meinung nach perfekte Gesamtbild passen auch die herrlichen Schauplätze des Geschehens und Alan Parker hat es zudem hervorragend verstanden, einem die 50er Jahre absolut realitätsgetreu näherzubringen, denn das Lebensgefühl-und der Stil dieser Zeit kommt sehr gut zur Geltung.

Man kann hier im Prinzip nur zu einem überragenden Gesamteindruck gelangen, denn Parker hat hier die einzelnen Elemente des Filmes absolut perfekt miteinander kombiniert und so einen wirklich zeitlosen Klassiker geschaffen, der für Fans des Genres einen Höhepunkt darstellen dürfte. Hervorragende Darsteller, eine herrlich ineinander verschachtelte Geschichte und überraschende Wendungen sorgen für ein erstklassiges Filmvergnügen der ganz besonderen Art. Ein stetig ansteigender Spannungsbogen und vor allem die düstere-und sehr bedrohliche Atmosphäre sorgen dabei für jede Menge Gänsehaut-Momente. Insgesamt gesehen gibt es also keinerlei Grund zur Beanstandung, so das es sich in meinen Augen um einen perfekten Film handelt, der auch nach den ganzen Jahren immer noch so faszinierend und mysteriös ist wie am ersten Tag. Man kann sich der von der Story ausgehenden Faszination einfach nicht entziehen und begibt sich immer wieder gern auf die Suche nach dem verschollenen Johnny Favourite der am Ende sogar gefunden wird, allerdings auf eine ganz andere Art, als wie man es vermuten mag.


Fazit:


Alan Parker hat mit "Angel Heart" ein wirkliches Meisterwerk geschaffen, das einem Mickey Rourke in absoluter Höchstform präsentiert. Jede Menge Spannung und eine atmosphärisch genial umgesetzte Geschichte sorgen für Unterhaltung der Extraklasse, von der man einfach nicht genug bekommen kann. Wer dieses brillante Werk noch nicht kennen sollte, der muss diesen Zustand unbedingt ändern, den auch nach heutigen Maßstäben ist dieser Film immer wieder absolut sehenswert und bietet einen intensiven Horror-Trip, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


10/10

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