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 Betreff des Beitrags: Autopsy - Hospital der lebenden Leichen (1975)
BeitragVerfasst: 28. Feb 2013, 16:40 
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Autopsy - Hospital der lebenden Leichen
(Macchie solari)
mit Mimsy Farmer, Barry Primus, Ray Lovelock, Carlo Cattaneo, Angela Goodwin, Gaby Wagner, Massimo Serato, Ernesto Colli, Leonardo Severini, Eleonora Morana, Antonio Casale, Sergio Sinceri
Regie: Armando Crispino
Drehbuch: Lucio Battistrada /Armando Crispino
Kamera: Carlo Carlini
Musik: Ennio Morricone
ungeprüft
Italien / 1975

Als Rom von einer mysteriösen Welle von Selbstmorden erschüttert wird, steht die Polizei vor einem Rätsel. Die Pathologin Simona findet gemeinsam mit dem Priester Paul heraus, dass es sich bei den Todesfällen tatsächlich um Morde handelt. Als schließlich auch ihr Vater einen scheinbaren Selbstmord knapp überlebt, traut Simona auch Paul und ihrem Lover Edgar nicht mehr...


Und wieder einmal bekommt man einen Giallo präsentiert, für den man im Prinzip keinen unpassenderen deutschen Titel hätte nehmen können, denn mit lebenden Leichen hat das Werk von Armando Crispino nun überhaupt nichts zu tun. Doch wird das sicherlich nicht der einzige Grund sein, warum dieser Film beim Zuschauer doch zumeist eher durchschnittliche Bewertungen erhält, denn die Geschichte weist doch einige Mankos auf, die bei vielen Leuten Grund zu negativer Kritik bieten. So fällt das Szenario beispielsweise äußerst dialoglastig aus und bietet im Gegensatz zu anderen Genre-Vertretern auch nicht unbedingt spektakulär ins Bild gesetzte Morde. Stattdessen hat Regisseur Crispino hier sein Hauptaugenmerk etwas mehr auf eine leicht übernatürliche Note gelegt, die sich in erster Linie in diversen Visionen der Hauptdarstellerin zu erkennen gibt. Mir persönlich hat dieses Stilmittel sehr gut gefallen, doch ich kann auch durchaus nachvollziehen, das die Story für manch einen deswegen etwas wirr erscheinen mag. Dieser Eindruck wird zusätzlich von dem Aspekt unterstützt, das man sich eine geraume Zeit überhaupt keinen Reim auf die angeblichen Selbstmorde machen kann, da ein Motiv für die Taten des Killers erst kurz vor dem Ende preisgegeben wird und dem Ganzen einen Sinn verleiht.

Meiner Meinung nach ist dies aber gar nicht mal als negativ aufzufassen, entwickelt sich doch eine immer spannende-und sehr atmosphärische Story, in der man dem Zuschauer immer wieder kleinere Andeutungen präsentiert, die am Ende ein klares Bild ergeben und im Prinzip keinerlei Fragen offen lassen. Zugegebenermaßen erscheint das Szenario an einigen Stellen etwas konstruiert und die Motivlage des wahren Täters wird förmlich aus dem Hut gezaubert, was allerdings das Filmerlebnis nicht wirklich beeinträchtigt. Als große Stärke kann man sicherlich den grandiosen Score von Ennio Morricone ansehen, der die Abläufe nahezu perfekt untermalt. Zudem empfand ich auch das dargebotene Schauspiel als durchaus ansprechend, auch wenn in manchen Passagen ein leichtes Overacting der Hauptdarstellerin zu erkennen ist.

"Autopsy - Hospital der lebenden Leichen" zählt ganz sicher nicht zu den ganz großen Vertretern des Genres und weicht in seiner Inszenierung doch ein wenig von den ansonsten üblichen Geschichten ab, doch gerade aufgrund dieses Aspektes hat mir der Film so gut gefallen. Im Großen und Ganzen bekommt man zwar nicht gerade sonderlich spektakuläre Tötungen zu sehen, doch in meinen Augen ist das noch lange kein Grund, diesem Werk teilweise ungerechtfertigt schlechte Bewertungen zu verleihen. Natürlich liegt das wie immer im Auge des Betrachters, doch dieser etwas speziell Genre-Vertreter ist nicht so schlecht, wie er ziemlich oft gemacht wird. Dafür spricht auch das recht furiose Finale, denn in den letzten gut 15 Minuten nehmen die Ereignisse noch einmal richtig an Fahrt auf. Bekam man zuvor eine eher ruhige Erzählweise der Abläufe präsentiert, so zieht das Tempo in den letzten Minuten noch einmal ordentlich an und sorgt beim Betrachter für eine erhöhte Adrenalin-Zufuhr.

Im Endeffekt ist es einmal mehr reine Geschmackssache, doch Armando Crispino hat mit "Autopsy - Hospital der lebenden Leichen" einen absolut sehenswerten Beitrag abgeliefert, der etwas anders aufgezogen ist wie der typische Giallo. Immer spannend, sehr atmosphärisch und mit guten Darstellern besetzt siedelt sich das Werk auf jeden Fall über dem Durchschnitt an und ist keinesfalls so schlecht, wie manche Kritik es eventuell vermuten lässt.


Fazit:


Es gibt weitaus bessere Filme dieser Gattung, aber auch etliche die schlechter inszeniert wurden. Eine spannende Geschichte mit leicht übernatürlichen Elementen ist jedenfalls für einen gemütlichen DVD-Abend bestens geeignet und allein der vorhandene Score von Ennio Morricone ist eine Sichtung des Filmes wert.


7,5/10

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