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 Betreff des Beitrags: U-Bahn - Nächster Halt: Terror! (2013)
BeitragVerfasst: 1. Feb 2014, 22:56 
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U-Bahn - Nächster Halt: Terror!
(Red Line)
mit Nicole Gale Anderson, John Billingsley, Kunal Sharma, Kevin Sizemore, Joseph Williamson, Mark Saul, Keena Ferguson, Renee Sly, Kym Jackson, Anna Maganini, Jamie Nieto, Lauren Holiday
Regie: Robert Kirbyson
Drehbuch: Robert Kirbyson / Tara Stone
Kamera: Robert Kirbyson
Musik: Alan Derian
FSK 16
USA / 2013

Es ist Berufsverkehr, die U-Bahn ist prall gefüllt. Eine perfekte Zielscheibe für Terroristen, die genau in diesem Moment eine im Wagon platzierte Bombe hochgehen lassen. Überlebende rappeln sich inmitten des Chaos auf und stellen fest, dass sie im U-Bahn-Tunnel inmitten all des Gerölls fest sitzen. Ebenso schlimm wie die Erkenntnis, dass der Attentäter womöglich ebenfalls am Leben sein und unter sich ihnen könnte, wiegt die Entdeckung eines weiteren, noch nicht explodierten Sprengsatzes.


Terrorismus als Hintergrund-Thematik für einen B-Movie Thriller voller Suspense zu wählen, ist sicherlich nicht die schlechteste Idee. Und das schon gar nicht wenn man sieht, was Regisseur Robert Kirbyson hier mit verhältnismäßig bescheidenen Mitteln auf die Beine gestellt hat. "U-Bahn - Nächster Halt: Terror!" schafft nämlich relativ spielerisch das, was vor ihm etlichen weitaus höher budgetierten Genre-Vertretern nicht so ganz gelungen ist, nämlich eine wirklich durchgehend sehr spannende Geschichte zu erzählen, die mit ziemlich gut-und überzeugend agierenden Darstellern besetzt ist und zudem auch noch mit größtenteils logisch nachvollziehbaren Abläufen aufwarten kann. Rein auf die Action bezogen gibt es dabei gar nicht einmal so viel zu sehen, doch dafür wartet der Film mit einer absolut dichten-und erstklassigen Atmosphäre auf, die dem Zuschauer die ganze Zeit über eine angenehme Gänsehaut garantiert.

Durch den räumlich extrem begrenzten Schauplatz entfaltet das Geschehen dabei äußerst klaustrophobische Aspekte und man kann sich jederzeit selbst sehr gut mit den wenigen Überlebenden der Explosion identifizieren, die hier keinerlei Fluchtmöglichkeit haben und verzweifelt auf Hilfe anderer warten müssen. Verschärft wird die Situation natürlich dadurch das auch noch eine zweite Bombe gefunden wird und als dann auch noch der Verdacht entsteht das sich der Attentäter sogar noch im Zug befinden könnte, nehmen die Ereignisse ihren unvermeidlichen Lauf. Angst, Panik und gegenseitige Verdächtigungen stehen im Raum und lassen die bis dahin schon angestaute Anspannung um ein Vielfaches steigen. Natürlich ist der Hauptverdächtige auch relativ schnell gefunden und an dieser Stelle wird sich dann auch schnell des üblichen Klischees bedient, das kurzerhand derjenige verdächtigt wird, der einem aus dem nahen Osten stammenden Menschen am ähnlichsten sieht. Komischerweise wirkt dieser Gesichtspunkt hier aber keinesfalls störend, sondern unterstützt vielmehr die ureigensten Ängste der Amerikaner, die seit den Anschlägen am 11.9.2001 immer stärker zum tragen gekommen sind.

Durch einige Indizien wird der Verdacht sogar noch zusätzlich geschürt und wenn man sich einmal in die Lage der Überlebenden hinein versetzt, erscheint einem das Ganze sogar größtenteils logisch und absolut nachvollziehbar. Als Zuschauer ahnt man allerdings, das an diesem Punkt eine ganz offensichtlich falsche Spur gelegt wird, die einen lediglich ein wenig in die Irre führen soll. Nach der Hälfte der Geschichte ist dann auch die Identität des echten Attentäters gelüftet, wobei das der vorhandenen Spannung jedoch keinerlei Abbruch tut, denn Kirbyson hat seiner Erzählung genügend Zündstoff einverleibt, das die gesamte Chose bis zur letzten Minute keinerlei Einbrüche zu verzeichnen hat. Erstaunlicherweise ergeben sich dabei im Prinzip auch keinerlei erwähnenswerte Lücken in der Logik des Geschehens und auch die Handlungen der Protagonisten sind verdammt gut nachzuvollziehen. Einerseits wird dem Betrachter sehr plausibel die vorherrschende Angst der Personen näher gebracht, befindet sich der Terrorist doch im Besitz der zweiten Bombe und hat auch gleichzeitig auch noch eine Pistole zu seiner Verfügung, andererseits ergeben sich zum Ende hin jedoch auch die notwendigen Momente, in denen auch die kleinste Chance gesucht wird, damit der Attentäter nicht noch mehr Unheil anrichten kann. Hier wurde also die genau richtige Mixtur gefunden und es schält sich außerdem auch nicht der ansonsten strahlende Held heraus, der scheinbar unverletzbar die restlichen Mitstreiter rettet. In "U-Bahn - Nächster Halt: Terror!" entwickelt sich das, was in einer wie hier dargestellten Situation absolut notwendig ist, nämlich eine echte und glaubhafte Gruppen-Dynamik, die in unzähligen ähnlich gelagerten Filmen zumeist nicht zu erkennen ist.

Letztendlich handelt es sich in vorliegendem Fall also durchaus um einen Film an den man im ersten Moment vielleicht ohne große Erwartungen herangeht, der aber im Endeffekt aufgrund seiner extrem gelungenen Inszenierung absolut positiv überraschen kann. Wenn man Filme dieser Machart und mit der vorliegenden Thematik gern sieht, dann ist man hier an der richtigen Adresse. Diese eher unscheinbare Produktion braucht sich somit auch keinesfalls hinter viel höher budgetierten Hollywood-Blockbustern zu verstecken und bietet gut 80 Minuten prickelnde Unterhaltung. Atmosphärisch erstklassig gestaltet und streckenweise mit absoluter Hochspannung versehen bietet sich hier also ein kleiner, aber sehr feiner Thriller voller Suspense, den man nicht unbeachtet an sich vorbeiziehen lassen sollte, da man ansonsten wirklich etwas verpasst.


Fazit:


Ehrlich gesagt hatte ich hier mit einer weiteren Billig-Gurke gerechnet, die letztendlich aber nicht überzeugen kann. Umso positiver und überraschender war dann das letztendliche Ergebnis eines Filmes, der definitiv viel mehr anbietet, als man im ersten Moment erwartet. Und so kann man dann auch ohne Bedenken eine dicke Empfehlung aussprechen und die vorliegende Geschichte jedem ans Herz legen, der Gefallen an Filmen mit vorliegender Thematik findet.


7/10

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