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 Betreff des Beitrags: Butterfly Room - Vom Bösen besessen (2010)
BeitragVerfasst: 24. Jun 2014, 15:50 
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Butterfly Room - Vom Bösen besessen
(The Butterfly Room)
mit Barbara Steele, Ray Wise, Erica Leerhsen, Heather Langenkamp, Ellery Sprayberry, Julia Putnam, Camille Keaton, P.J. Soles, Adrienne King, James Karen, Elea Oberon, Joseph H. Johnson Jr., Matthew Glen Johnson
Regie. Jonathan Zarantonello
Drehbuch: Jonathan Zarantonello / Paolo Guerrieri / Luigi Sardiello
Kamera: Andrew Strahorn
Musik: Aldo De Scalzi / Pivio
FSK 16
Italien / USA / 2010

Ann, eine Frau in den mittleren Jahren, freundet sich mit ihrer elfjährigen Nachbarin Julie an und wird zunehmend eifersüchtiger auf die wahre Mutter des kleinen Mädchens. Als ihre Zuneigung in Besessenheit umschlägt, versucht sie Julie bei sich einzusperren. Dies bleibt nicht unbemerkt von Anns Tochter Dorothy, die mittlerweile selbst Kinder hat und nun ihre Mutter aufhalten muss....


Jonathan Zarantonello hat mit "The Butterfly Room - Vom Bösen besessen" seine eigene literarische Vorlage (Alice dalle 4 alle 5) verfilmt und dabei einen sehenswerten Genrebeitrag abgeliefert, der leichte Anlehnungen an den italienischen Gialli, aber hauptsächlich die Elemente eines Psycho-Thrillers miteinander vereint. Die dabei erzählte Geschichte besticht in erster Linie durch ihre puzzleartige Konstruktion, die insbesondere zu Beginn allerdings für leichte Irritationen beim Zuschauer sorgen könnte. Was isch nämlich aufgrund der Inhaltsangabe nämlich noch äußerst gradlinig anhört entpuppt sich schon nach wenigen Minuten als Szenario das sich auf verschiedenen Zeitebenen abspielt, so das man durchaus eine gewisse Anlaufzeit benötigt um den richtigen Zugang zu den Ereignissen zu bekommen. Das geschieht jedoch relativ schnell so das man in der Folge keinerlei Verwirrungen mehr erkennen kann, wenn sich die Hauptfigur Ann scheinbar zeitgleich nicht nur um die kleine Julie sondern auch um ein Mädchen namens Alice kümmert. Ihre scheinbar fürsorgliche Art ist dabei nichts anderes als eine Fassade, denn mit der Zeit wird immer klarer das es sich bei Ann um eine Psychopathin handelt, deren wahres Gesicht im weiteren Verlauf immer stärker zum Ausdruck kommt.

In der weiblichen Hauptrolle gibt es ein Wiedersehen mit Barbara Steele, die ihren Bekanntheitsgrad zu Beginn der 60er Jahre durch Filme wie beispielsweise "Die Stunde, wenn Dracula kommt" oder auch "Das Pendel des Todes" erlangte. Mit Heather Langenkamp (Nightmare on Elm Street) und Ray Wise (Twin Peaks) stehen ihr noch andere bekannte Gesichter zur Seite, um die es in den letzten Jahren ziemlich ruhig geworden ist, so das man an dieser Stelle durchaus von einem kleinen Revival ehemaliger Stars sprechen kann. Im Mittelpunkt steht aber ganz klar die großartig agierende Barbara Steele, die in ihrer Darstellung schon die Züge einer echten Diva erkennen lässt und insbesondere in den bösartigen Passagen der Geschichte eine Kostprobe ihres immer noch vorhandenen Könnens zum Besten gibt. Die äußerlich nette und zuvorkommende Lady hat nämlich eine extrem bösartige Seite und wenn diese im Laufe des Geschehens vermehrt zum Ausdruck kommt, kann man sich jederzeit auf Steele's grandiose Mimik und Gestik verlassen, die diesen Zustand nahezu perfekt zum Betrachter transportieren. Man selbst wird dabei des Öfteren mit einer spürbaren Gänsehaut überzogen, denn die Präsenz und Ausstrahlung der guten Frau springt ohne Weiteres auf einen über, so das man hier von einer gänzlich überzeugenden Performance reden kann.

Nicht selten gelangt man während der Ereignisse zu dem Eindruck, das es sich bei der guten Ann um die Mutter von Patrick Bateman aus dem Film "American Psycho" handelt, denn diverse Ähnlichkeiten im Verhalten und der Art der Taten sind unübersehbar, so das man an dieser Stelle gewisse Parallelen nicht ganz von der Hand weisen kann. Im Prinzip handelt es sich also um einen wirklich gelungenen Psycho-Thriller, der aber aufgrund der größtenteils erstklassigen Kameraarbeit auch an den klassischen Gialli erinnert, was durch den gelungenen Spannungsaufbau und der hervorstechenden Atmosphäre noch zusätzlich untermauert wird. Man sollte allerdings keinerlei großartige Härte erwarten, denn im Bezug auf blutige Szenen und explizite Gewaltdarstellungen hält sich das Werk eher vornehm zurück. Zumeist lediglich angedeutet macht sich aber dennoch ein gesundes Maß an Härte bemerkbar, die sich jedoch fast ausschließlich im Kopf des Zuschauers freisetzt, dort aber mit stetig ansteigender Intensität einen sehr nachhaltigen Eindruck hinterlässt und einen manchmal richtiggehend erschaudern lässt. Zarantonello hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet und ohne visuelle Brutalität einen starken Genrebeitrag abgeliefert, der lediglich zum Ende hin ein klein wenig zu schwächeln scheint.

Wird nämlich fast durchgehend eine richtig gute Geschichte aufgebaut, die durch die parallel zueinander verlaufenden Erzählstränge eine unglaublich starke Faszination auf den Betrachter ausübt, so kann das gewählte Ende dann nicht so ganz überzeugen. Zu schnell und abrupt erscheint der Showdown und man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, das einige zusätzliche Minuten Laufzeit das Szenario weitaus besser abgerundet hätten. So hätten die Zusammenhänge und Erklärungen für das Verhalten der Hauptfigur eine detailliertere Beleuchtung verdient gehabt, denn in vorliegender Form schmälert der Schluss-Akkord doch ein wenig den ansonsten richtig guten Gesamteindruck eines Filmes, den man sicherlich nicht zum letzten mal in den heimischen DVD-Player eingelegt hat. Bis auf dieses kleine Manko gibt es aber nichts zu beanstanden und so kann man ohne jegliche Bedenken eine dicke Empfehlung an all jene aussprechen, die eine gelungene Mixtur aus italienischem Gialli und einem äußerst intensiven Psycho-Thriller zu schätzen wissen.


Fazit:


Sicherlich werden die Meinungen über "Butterfly Room - Vom Bösen besessen" etwas auseinander gehen, denn nicht jeder wird sich für die puzzleartige Erzählweise der Geschichte begeistern können. Mir persönlich hat dieser Beitrag aber ausnehmend gut gefallen, was sicherlich auch an dem Wiedersehen mit einigen ehemaligen Stars, aber insbesondere am grandiosen Schauspiel einer omnipräsenten Barbara Steele liegt, die hier in einer Rolle zu sehen ist die ihr förmlich auf den Leib geschneidert wurde.


8/10


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