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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Cybergeddon (2012)
BeitragVerfasst: 6. Jun 2014, 18:27 
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Cybergeddon
(Cybergeddon)
mit Missy Peregrym, Erfan Elias Edraki, Kick Gurry, Manny Montana, Olivier Martinez, Tonya Lee Williams, Sonja Smits, Joel Keller, Christine Horne, Allen Keng, Alex Mallari Jr., Aron Tager, David Bronfman, Sarah Lian
Regie: Diego Velasco
Drehbuch: Miles Chapman / Anthony E. Zuiker
Kamera: Samy Inayeh
Musik: Freddy Sheinfeld
FSK 12
Kanada / USA / 2012

Die FBI-Agentin Chloe Jocelyn wird auf ein gefährliches Cyberterror-Netzwerk angesetzt, das innerhalb kürzester Zeit eine Reihe von schweren Cyber-Attacken gestartet hat. Der Computerspezialistin gelingt es, Gustov Dobreff als Kopf der Terroristen ausfindig zu machen und festzunehmen. Dobreff schwört Rache und tatsächlich gerät Chloe einige Zeit später selbst in Verdacht, für schwere Cyber-Verbrechen verantwortlich zu sein. Sie wird inhaftiert, kann aber fliehen und setzt alles daran, die offenbar von Dobreff angezettelte Verschwörung aufzudecken.


"Cybergeddon" ist eigentlich kein Spielfilm im herkömmlichen Sinne, handelt es sich doch vielmehr um eine 9-teilige Web-Serie, die 2012 von Yahoo als Stream angeboten wurde. Da die einzelnen Episoden lediglich eine Laufzeit von je 10 Minuten hatte wurde kurzerhand ein Spielfilm daraus gemacht, der nun vom Label Edel Motion veröffentlicht wurde. Doch ganz egal wie dieser Spielfilm entstanden ist, es handelt sich um einen wirklich gelungenen Thriller der auch größtenteils zu überzeugen weiß. Manch einer mag sich hier eventuell am größtenteils unbekannten Cast stören, denn bis auf Olivier Martinez (Knight and Day, Der Medicus) in einer Nebenrolle und Missy Peregrym (Rookie Blue) in der Hauptrolle dürfte man mit den anderen Akteuren nicht viel anfangen können. Das ist aber gar nicht weiter schlimm, denn erstaunlicherweise entwickelt sich von der ersten Minute an ein richtig spannender Cyber-Thriller, der in der weiteren Folge auch mit einem ordentlichen Tempo und sogar gelungener Action aufwarten kann.

Die Thematik ist dabei hochinteressant, geht es doch im eigentlichen Sinne um die Sicherheit im Netz, die ja auch in der Realität von vielen Leuten hoffnungslos überschätzt wird. Das sich ein wie hier dargestelltes Szenario wirklich ereignen könnte kann man allerdings stark bezweifeln, denn "Cybergeddon" stellt doch etwas überspitzt die These auf das es möglich wäre, die Welt des Computer-Zeitalters mit einigen Klicks wieder in die Steinzeit zu befördern. Doch ganz egal ob überspitzt oder nicht, die Story und deren Umsetzung ist absolut einen Blick wert, zudem fallen auch die jeweiligen Akteure durch überraschend gutes Schauspiel auf, was den gewonnenen Gesamteindruck noch ein wenig in die Höhe steigen lässt.

Einen Makel kann man als Zuschauer aber dennoch nicht gänzlich übersehen, denn ehrlich gesagt hätte der Film eine längere Laufzeit benötigt, um letztendlich restlos zu überzeugen. Sicher, die kompakte und geballte Geschichte lässt kaum Freiraum für etwaige Längen, dafür mangelt es allerdings an nötigen Erklärungen, damit auch absolute Computer-Laien den richtigen Einstieg in das Geschehen finden. In vorliegender Form erscheint das Ganze phasenweise fast schon etwas zu hektisch und streckenweise fällt es auch gar nicht so leicht den unzähligen Dialogen zu folgen, in denen es vor Fachausdrücken nur so wimmelt und die wie ein wahres Stakkato über einen hinein brechen. Mich persönlich hat das nicht sonderlich gestört, denn zu sehr hat mich die Faszination gepackt, die in jeder Minute von der enthaltenen Thematik ausgeht.

Letztendlich ist "Cybergeddon" ganz sicher kein Meisterwerk, bietet aber überraschend gute Filmkost, der man definitiv eine Chance geben sollte. Etwas störend erscheint allerdings das etwas offene Ende, doch ich gehe einfach einmal davon aus, das dieses in der Folge-Serie "Cybergeddon Zips" weitergeführt wird, die allerdings bisher noch nicht auf DVD erschienen ist. Bleibt zu hoffen das dieser Zustand sich ändert, denn es wäre schon sehr spannend mit anzusehen, wie sich das Format weiterentwickelt.


Fazit:


Freunde temporeicher Cyber-Thriller werden an "Cybergeddon" durchaus ihre Freude haben, denn der Film präsentiert sich ohne jegliche Längen und erscheint schon fast etwas zu kompakt. Ausführlichere Erklärungen wären auf jeden Fall hilfreich gewesen, doch auch so bekommt man durchgehend spannende-und kurzweilige Unterhaltung geboten.


7/10


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