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 Betreff des Beitrags: Das Gesetz in meiner Hand (2012)
BeitragVerfasst: 26. Okt 2013, 12:28 
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Das Gesetz in meiner Hand
(A Common Man)
mit Ben Kingsley, Ben Cross, Patrick Rutnam, Frederick-James Lobato, Numaya Siriwardena, Jerome de Silva, Dushyanth Weeraman, Mohamed Adamaly, Kian O'Grady, Susan Zareena, Lucky Wickremanayake, Veena Jayakody
Regie: Chandran Rutnam
Drehbuch: Neeraj Pandey / Chandran Rutnam
Kamera: Chandana Jayasinghe
Musik: Ramesh Vinayakam
FSK 16
Sri Lanka / USA / 2012

Nachdem er mehrere Taschen mit Sprengstoff an verschiedenen öffentlichen Plätzen in Colombo in Sri Lanka deponiert und sich in seine kleine Kommandozentrale auf dem Dach eines Hauses zurückgezogen hat, informiert ein namenloser Mann die Polizei, dass er die Sprengsätze zünden wird, wenn seine Forderungen nicht erfüllt werden: Vier gefährliche Terroristen sollen auf freien Fuß gesetzt und in einem Privatjet ausgeflogen werden. Damit beginnt die Uhr zu ticken, ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.


Empfohlen von Moviestar, das Action - Highlight des Monats


Wenn man diesem Aufdruck auf dem deutschen DVD-Cover Glauben schenkt wird man am Ende des vorliegenden Filmes ganz sicher eine Enttäuschung erleben, denn "Das Gesetz in meiner Hand ist alles andere als eine Action - Granate. Hier handelt es sich ganz offensichtlich einmal mehr um eine geschickte Marketing - Strategie, um das Produkt besser an den Mann zu bringen. Dennoch handelt es sich auf keinen Fall um ein schlechtes Werk, denn die der Geschichte zu Grunde liegende Idee ist durchaus sehenswert und wirft beim Zuschauer auch gewisse moralische fragen auf, die man sich im Endeffekt nur selbst beantworten kann. Hauptdarsteller Ben Kingsley ist im Prinzip immer einen Blick wert und auch in vorliegendem Szenario überzeugt der Schauspieler durch eine routinierte Performance, die ihn zunächst anscheinend als wahnsinnigen Terroristen offenbart, der andere Mitstreiter freipressen will. Nun entwickelt sich das Ganze jedoch mit zunehmender Laufzeit in eine gänzlich andere Richtung, die zwar nicht sonderlich überraschend daher kommt, aber dennoch gewisse moralische Aspekte aufwirft, die einen auch selbst in einen gewissen Zwiespalt versetzen. Die Story ist dabei mit etlichen Klischees beladen, was aber nicht zwangsweise für negative Kritik Anlass gibt, vielmehr stehen menschliche Emotionen im Vordergrund, die man auch zumindest bedingt nachvollziehen kann, auch wenn sie vom rechtlichen Standpunkt aus gesehen nicht zu vertreten sind. In diesem Aspekt beinhaltet das Geschehen dann auch seinen größten Reiz, wird man doch fast durchgehend selbst mit der Frage konfrontiert, wie man selbst in der gegebenen Situation reagieren würde.

Regisseur Chandran Rutnam bedient sich hier einer sehr ruhigen Erzählweise der Ereignisse und hat seiner Inszenierung im Prinzip so gut wie keine Action beigefügt. Lediglich eine kleinere Explosion und die Verfolgung eines Verbrechers deuten darauf hin, das es sich hier um eine Szenario voller Tempo handeln könnte. Der Rest der Geschichte besteht eigentlich hauptsächlich aus Dialogen und der Frage, welche Motivation einen Mann dazu getrieben hat, 5 Bomben in einer Stadt zu verstecken, um damit 4 inhaftierte Terroristen freizupressen. Das sich hinter "The Man" (Kingsley) nämlich kein Terrorist verbirgt ist dem Betrachter relativ schnell klar und man kann auch die wahren Beweggründe sicherlich erahnen, so das sich bei diesem Punkt kein sonderlicher Überraschungseffekt einstellen kann. Dennoch baut sich mit der Zeit ein relativ konstanter Spannungsbogen auf und das Ganze wird zudem von einer teils bedrohlichen Grundstimmung begleitet.

In einigen Passagen ergeben sich eher zufällige Ähnlichkeiten mit einem Film wie "Unthinkable" wobei sich ein wirklicher Vergleich der beiden Werke aufgrund der vollkommen unterschiedlichen Intensität verbietet. "Das Gesetz in meiner Hand" legt seinen Fokus zudem extrem auf die Beweggründe des Bombenlegers, die in einem Telefonat zwischen ihm und dem verantwortlichen Polizisten äußerst gut zum Ausdruck kommen. Genau an dieser Stelle des Szenarios wird das Geschehen dann aber auch ein wenig unglaubwürdig, denn wenn man das Verhalten sämtlicher Beamter nach dem Telefonat beobachtet ergibt sich daraus eine Art Pflichtverweigerung, die man nur schwerlich nachvollziehen kann. Andererseits kommt hier jedoch das Klischee der menschlichen Emotionen gut zur Geltung, was allerdings das unglaubwürdige Verhalten der Polizisten dennoch in ein merkwürdiges Licht rückt.

Davon ist dann auch der finale Showdown betroffen in dem Kingsley auf den ermittelnden Beamten trifft, denn auch hier erfährt die Story einen kaum nachvollziehbaren Schlusspunkt, der jedoch nahezu perfekt in das gewonnene Gesamtbild hineinpasst, gleichzeitig aber auch die Klischees eindrucksvoll unterstreicht, die das Werk beinhaltet. Und so wird "Das Gesetz in meiner Hand"die Meinungen der Zuschauer berechtigterweise extrem spalten, denn für die einen präsentiert sich ein Szenario, das man kaum unglaubwürdiger hätte gestalten können, wohingegen andere den menschlichen Aspekt der Geschichte durchaus zu schätzen wissen. Wie dem aber auch sei, es handelt sich auf jeden Fall um einen Film, der einen selbst in einen moralischen Zwiespalt versetzt, so das man letztendlich immer zwischen Gesetz und emotionalem Verständnis hin-und her gerissen ist.


Fazit:


Auch wenn "Das Gesetz in meiner Hand" ganz sicher nicht der angekündigte Action-Kracher ist, hat mir persönlich der Film sehr gut gefallen. Die unzähligen Klischees haben mich dabei nicht sonderlich gestört und auch der größtenteils eher unlogische Plot stellt für mich keinen Grund dar, dieses Werk nicht weiter zu empfehlen. Man sollte halt nur von Beginn an wissen auf was man sich hier einlässt, handelt es sich doch um ein Geschehen das einen selbst in einen tiefen moralischen Zwiespalt versetzt und dabei äußerst nachdenklich stimmt.


7/10

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