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 Betreff des Beitrags: Das Haus der tausend Freuden (1967)
BeitragVerfasst: 24. Feb 2013, 15:28 
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Das Haus der tausend Freuden
(La Casa de las mil munecas)
mit George Nader, Vincent Price, Martha Hyer, Ann Smymer, Wolfgang Kieling, Sancho Gracia, Maria Rohm, Kuis Rivera, Jose Jaspe, Herbert Fux, Juan Olaguivel, Diane Bond, Ursula Janis
Regie: Jeremy Summers
Drehbuch: Maria del Carmen Martinez Roman / Harry Alan Towers
Kamera: Manuel Merino
Musik: Charles Camilleri
ungeprüft
Deutschland / Spanien / 1967

In Tanger steht ein streng geheimer Edelpuff. "Das Haus der 1000 Freuden". Zugang hat nur, wer eine persönliche Empfehlung in Form einer kleinen Spielzeugpuppe vorweisen kann. Die Frauen, die dort arbeiten, tun dies nicht ganz freiwillig. Sie wurden mit Hilfe des Illusionisten Monderville und seiner Assistentin Rebecca, entführt. Der FBI-Agent Dr. Armstrong und seine dänische Kollegin Maria ermitteln gegen die Mädchenhändler. Als Ehepaar getarnt versuchen sie den unbekannten Boss des Syndikats zu enttarnen, den "Herzkönig". Der einheimische Polizeichef, Inspecteur Emile, scheint dabei keine große Hilfe zu sein. Während ihrer Ermittlungen stoßen sie dabei immer wieder auf neue Leichen.


Weit über 4 Jahrzehnte musste man warten, bis nun endlich auch einmal diese deutsch-spanische Co-Produktion eine DVD-Veröffentlichung spendiert bekommen hat, doch ehrlich gesagt hat sich das Warten durchaus gelohnt. Die 2-Disc Edition von Cine Club beinhaltet gleich 3 Versionen des Filmes, denn neben der Kombi-Fassung auf der ersten DVD bekommt man gleichzeitig auch die deutsche Kinoversion sowie auch die US-Kinoversion geboten. Dabei ist es jedoch vollkommen unerheblich in welcher Fassung man sich die vorliegende Geschichte zu Gemüte führt, denn in jedem Fall präsentiert sich eine absolut sehenswerte Mischung aus Krimi, Drama-und Thriller, die teilweise auch noch recht hochkarätig besetzt ist. Hervorstechend ist dabei sicherlich einmal mehr der großartige Mime Vincent Price, dessen brillante Mimik allein schon die Sichtung dieses Werkes wert ist. Nicht weniger überzeugend agiert jedoch ein George Nader, der den meisten noch als Agent Jerry Cotton bekannt sein dürfte. Was also liegt näher, als dem guten mann auch hier die Rolle eines FBI-Agenten zu verleihen, der mit einer dänischen Kollegin die Identität des sogenannten Herz Königs lüften will, der als Hintermann eines gefährlichen Mädchenhändlerrings gilt.

"Das Haus der tausend Freuden" besticht in erster Linie durch seine sorgfältig ausgewählten Schauplätze und eine erstklassige Grundstimmung, denn das orientalische Ambiente des Szenarios versetzt einen doch phasenweise in die Welt von tausend und eine Nacht, die man noch aus Kindheitstagen von den orientalischen Märchen her kennt. Auch der dramaturgische Spannungsbogen kann sich sehen lassen, auch wenn man gerade bei diesem Aspekt noch einiges mehr hätte herausholen können. So wird die Thematik des ominösen Hintermannes streckenweise etwas stiefmütterlich vernachlässigt und erhält erst zum Ende hin die Bedeutung, die man eigentlich schon viel früher erwartet hatte. Um dies auszugleichen, wartet die Geschichte am Ende dann zumindest mit einem kleinen Überraschungsmoment auf, der den Zuschauer weitesgehend zufrieden stellt und mit einem befriedigendem Gefühl entlässt. Ganz generell sollte man auf keinen Fall einen Film erwarten der mit Höhepunkten nur so gespickt ist, vielmehr offenbart sich ein für sein Alter sehr solides Krimi-Drama, das mit einigen netten Thrill-Momenten angereichert wurde.

Vor allem für Nostalgiker dürfte "Das Haus der tausend Freuden" ein wahrer Leckerbissen sein, wohingegen die jüngere Generation wohl nicht unbedingt in Begeisterungsstürme ausbrechen dürfte. Das Geschehen erscheint nämlich aus heutiger Sicht ganz bestimmt etwas angestaubt, was man insbesondere auch bei den vorhandenen Nahkämpfen deutlich erkennen kann. Mit heutiger Action hat das herzlich wenig zu tun, aber gerade dadurch entfaltet sich der ganz eigene Charme, den Filme aus dieser Zeit inne haben. Schusswaffen kommen eher selten zum Einsatz und die enthaltenen Kämpfe diverser Gegner werden noch mit ordentlichen Faust-und Handkanten Schlägen ausgetragen, so wie es damals zumeist der Fall war. Das mag für viele eventuell antquiert erscheinen, ist jedoch ein absolut passendes Stilmittel einer Ära, in der die Protagonisten in den meisten Fällen noch wie ein Gentleman agiert haben.

So kann man also feststellen, das dieser Film im Prinzip jegliche Zutaten für ein gelungenes Film-Erlebnis beinhaltet und Liebhaber dieser "alten Schinken" dürften voll auf ihre Kosten kommen. Da fällt es auch nicht negativ ins Gewicht das gewisse Handlungsabläufe nicht immer vollkommen logisch erscheinen und diverse Dinge mit einer Leichtigkeit aufgeklärt werden, die nicht gerade extrem authentisch erscheint. Man sollte dabei nicht vergessen, wie viele Jahre dieses Werk nun schon auf dem Buckel hat und keinesfalls einen Vergleich mit heutigen Filmen heranziehen. Meiner persönlichen Meinung nach bekommt man es hier mit einem herrlichen Klassiker zu tun, der im Laufe der Zeit nichts von seinem Reiz verloren hat und immer wieder eine Sichtung wert ist. Hier steht noch mehr gelungenes Schauspiel der Akteure im Vordergrund, unter denen mit Wolfgang Kieling und Herbert Fux auch der deutsche Anteil hoch gehalten wird, als das man die Geschichte mit überzogenem Aktionismus vollgestopft hätte, wie es in der heutigen zeit leider viel zu oft der Fall ist.


Fazit:


"Das Haus der tausend Freuden" ist ganz sicher kein Meisterwerk, aber ein herrliches Relikt der späten 60er Jahre, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Eine solide Story, wunderbar stimmige Schauplätze, sehr gut agierende Darsteller und eine erstklassige Atmosphäre sorgen für ein äußerst rundes-und stimmiges Gesamtbild, so das man auf jeden Fall eine Empfehlung für diesen Film aussprechen kann.


7,5/10

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