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 Betreff des Beitrags: Das Letzte Weekend (1987)
BeitragVerfasst: 24. Aug 2015, 14:28 
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Das Letzte Weekend
(Desyat negrityat)
mit Vladimir Zeldin, Tatyana Drubich, Aleksandr Kaydanovskiy, Aleksey Zharkov, Anatoliy Romashin, Lyudmila Maksakova, Mikhail Gluzskiy, Aleksey Zolotnitskiy, Irina Tereshchenko, Aleksandr Abdulov
Regie: Stanislav Govorukhin
Drehbuch: Agatha Christie / Stanislav Govorukhin
Kamera: Gennadi Engstrem
Musik: Nikolai Korndorf
FSK 12
Sowjetunion / 1987

Die Wellen peitschen gegen die hohen Klippen, der Wind heult über die See, Möwen umschwirren das exponierte kleine Schloss, das auf einer abgelegenen, einsamen Insel liegt. Das ist der Ort, an den verschiedene Menschen, die einander nicht kennen, bestellt wurden, um ein gemeinsames Wochenende zu verbringen. Bald wird auch der Grund für die Zusammenkunft klar: Alle sind sie des Mordes schuldig, wurden aber niemals von einem Gericht dafür bestraft. Eine unheimliche Stimme verkündet aus einem Lautsprecher die Anklagepunkte. Bald vollstreckt der geheimnisvolle Gastgeber die selbst ausgesprochenen Todesurteile, und die auf der Insel Gefangenen werden einer nach dem anderen durch einfallsreiche Mordmethoden hingerichtet. Angst macht sich breit, jeder verdächtigt jeden, keiner traut dem anderen mehr - und die zehn kleinen Holzfigürchen, die auf dem Esstisch stehen, verringern sich nach jedem Mord um jeweils ein Stück ...


So ziemlich jeder dürfte wohl den Kriminalroman "Ten little Indians" von der berühmten Autorin Agatha Christie kennen, auf dem dieser sowjetische Film basiert. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine von vielen filmischen Adaptionen dieses Kriminal Klassikers, der sich auch in der heutigen Zeit noch größter Beliebtheit erfreut. Unter verschiedenen Titeln wurde die Geschichte also schon unzählige Male erzählt und jeder Zuschauer mag dabei seinen ganz persönlichen filmischen Favoriten küren, doch die hier besprochene und bisher wohl relativ unbekannte Variante des Stoffes aus dem Jahr 1987 zählt ganz eindeutig zu den besten Verfilmungen und erhielt nun endlich auch eine deutschsprachige Veröffentlichung auf DVD.

Die Umsetzung von Stanislav Govorukhin kann sich jederzeit sehen lassen und beinhaltet ihre ganz großen Stärken sicherlich in den überzeugend agierenden Darstellern, dem gekonnten Spannungsaufbau und definitiv auch in atmosphärischer Hinsicht. Und so entfaltet sich dann auch von der ersten Minute an eine wunderbar geheimnisvolle Grundstimmung, die sich mit zunehmender Laufzeit immer weiter verdichtet. Auch der erste Mord lässt nicht allzu lange auf sich warten, denn nach einer verhältnismäßig kurzen Einführung der einzelnen Charaktere folgt nur noch eine kurze Aufzählung der Verbrechen, der sich die Anwesenden angeblich strafbar gemacht haben. Danach beginnt auch schon die kurzweilige Mordserie und der Zuschauer kann sich zusammen mit den übrigen Protagonisten auf die Suche nach dem ominösen Killer machen. Nun weiß man zwar als Kenner des Stoffes ganz genau die Richtung in die das Geschehen tendiert, aber dennoch ist es dem Regisseur ganz vortrefflich gelungen, das Szenario äußerst spannend ins Bild zu setzen.

Und so entwickelt sich sehr schnell ein wirklich gelungenes Rätselspiel, in dem ganz geschickt immer wieder etliche Verdachtsmomente auf jeden der Beteiligten gelenkt werden. Natürlich wird der Kreis der Verdächtigen mit jedem weiteren Mord verkleinert, aber dennoch erfährt der Zuschauer erst wenige Minuten vor dem Ende, wer denn nun letztendlich für die vielen Morde verantwortlich zeichnet. Mit einer Laufzeit von über zwei Stunden handelt es sich hier wohl um die bisher längste Verfilmung des Romanstoffes, was aber keinesfalls für Längen irgendwelcher Art sorgt. Vielmehr handelt es sich um eine ausführliche Beleuchtung der Ereignisse, bei der auch sehr viel Wert auf diverse Kleinigkeiten gelegt wird.

Die für unsere Breitengrade wohl eher unbekannten Schauspieler agieren allesamt erstklassig und tragen so einen nicht unerheblichen Anteil am insgesamt überdurchschnittlich guten Gesamteindruck, den diese sowjetische Variante auf jeden Fall hinterlässt. So kann man dann letztendlich auch nur eine ganz klare Empfehlung an alle Fans erstklassiger Krimikost aussprechen, denn selbst wenn man auch schon die anderen Werke zu dieser Thematik gesehen hat ist "Das Letzte Weekend" definitiv einen Blick wert. Manche Geschichten können ganz einfach gar nicht oft genug erzählt werden und verlieren auch nicht durch eine Vielzahl von filmischen Umsetzungen etwas von ihrem Reiz. "Ten little Indians" fällt definitiv in diese Kategorie und wird nicht umsonst zu den absoluten Klassikern des Kriminalfilmes gezählt.


Fazit:


Die hier erzählte Variante des Klassikers von Agatha Christie war mir bisher vollkommen unbekannt, doch die Umsetzung der Geschichte konnte mich vollends überzeugen. Viel Spannung, eine grandiose Atmosphäre und erstklassig aufspielende Protagonisten sorgen für ein richtig tolles Filmerlebnis, das man nur jedem Liebhaber ans Herz legen kann.


8/10


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