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 Betreff des Beitrags: A Day of Violence (2009)
BeitragVerfasst: 10. Jun 2013, 14:57 
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trashig-exploitativer Chef
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Originaltitel : Day of Violence, A

Herstellungsland : Großbritannien

Erscheinungsjahr : 2009

Regie : Darren Ward

Darsteller : Giovanni Lombardo Radice,Nick Rendell,Christopher Fosh,Victor D. Thorn,Peter Rnic u.a.

Laufzeit : 91 Minuten

Freigabe : BBFC 18 (UK DVD)

Label : 101 Films (UK), Illusions (Österreich - UNCUT 4 Disc Digipack)


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Story :

Mitchell Parker liegt übelst zugerichtet und tot auf einer Bahre in der Leichenhalle, nachdem er seinen eigenen Boss beklaut hatte.
Wie wir sehen hat er sich damit sein eigenes Grab geschauffelt und in Rückblicken werden wir Zeuge wie es dazu kommen konnte.

Mitchell verdient sich seinen Lebensunterhalt als Geldeintreiber für den Gangstermogul Boswell und machte einen folgenschweren Fehler.
Als er beim Dealer Hopper für seinen Arbeitgeber Geld abholen soll, wird der Dealer kurzerhand dezimiert und Mitchell reißt sich die komplette Summe von 100.000 britischen £ unter den Nagel.
In einem sicheren Versteck in seiner Wohnung bunkert der "Inkassobeauftragte" die erbeutete Summe.

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Schon kurz später steht sein Kollege und guter Freund Smithy vor seiner Tür um ihn abzuholen.
Boswell hat Wind davon bekommen das seine Moneten verschwunden sind und will die beiden sprechen.
Der kriminelle Tycoon verdächtigt Smithy ihn bestohlen zu haben und statuiert ein mehr als blutiges Exzempel an ihm.

Mitchell wird Boswell's Handlanger Chisel zur Seite gestellt um Hopper einen Besuch abzustatten und herauszufinden wo das Geld abgeblieben ist.
In der Wohnung gibt es außer der Leiche des Dealers nichts zu entdecken und von den 100.000 £ fehlt weiterhin jede Spur.
Boswell gibt den Auftrag der Frau von Smithy einen Besuch abzustatten, da sie ja mehr wissen könnte.
Die Situation dort eskaliert als Chisel die Frau in die Mangel nimmt und in letzter Sekunde setzt Mitchell dem ein Ende.
Der Gangsterboss eröffnet die Jagd auf den Verräter und es gibt da auch noch einen mehr als belastenden Beweis der Mitchell des Diebstahls überführt, sobald Boswell und seine Truppe diesen entdecken.....



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Bewertung :

Im Jahr 1997 konnte Darren Ward mit SUDDEN FURY schon die Indie-Fans mit seiner britischen Variante eines "Heroic Bloodshed" Films überzeugen.
Nach diesem Spielfilmdebüt war es lange Zeit ruhig um den ambitionierten Regisseur, der danach lediglich einen Kurzfilm namens NIGHTMARES drehte.
Mit einem großen Paukenschlag meldet sich Darren nun mit seinem A DAY OF VIOLENCE zurück und gibt den Fans was sie brauchen!
Wie schon bei seinem Spielfilmdebüt SUDDEN FURY hat Darren auch bei A DAY OF VIOLENCE wieder eine perfekte Symbiose kreiert die den Vorbildern - dem Heroic Bloodshed, dem Italian Crime Cinema der 70ger und dem italienischem Horrorfilm - auf adäquate Weise Tribut zollt.

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Die Story mag sich nun erstmal nach einem 08/15 Gangstermovie anhören, hat aber wesentlich mehr zu bieten als man erwartet.
Anstatt den gängigen Mustern zu folgen steigert sich die Geschichte mit fortschreitender Laufzeit konstant und fügt dem Film immer neue Aspekte hinzu.
Man weiß zwar schon zu Beginn wie das ganze für Mitchell enden wird, doch erfährt erst am Schluß wie die Dinge ihren Lauf genommen haben.
Auch einige Vermutungen über Mitchell's Motivation für den Diebstahl werden wiederlegt und es kann in Erfahrung gebracht werden das er nicht aus reiner Gier handelte.
Der Zuschauer ist den Protagonisten konstant eine Schritt voraus und weiß schon zu Beginn um den belastenden Beweis gegen Mitchell.
Dadurch wird der Spannungsbogen permanent aufrecht erhalten, da man nicht genau weiß ob oder wann der Betrogene dies herausfindet.

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Einen großen Unterschied zu anderen Filmen die im Gangster-Milieu angesiedelt sind, ist auch das Darren Ward hier nichts glorifiziert.
Die Kriminellen in A DAY OF VIOLENCE definieren sich nicht über Statussymbole wie riesige Villen, private Jets oder pompöse Yachten.

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Den Part des Mitchell verkörpert Nick Rendell (SUDDEN FURY) hier überzeugend.
Auch wenn er als "Walker" in SUDDEN FURY schon solide Leistungen erzielte, kann er sich in A DAY OF VIOLENCE nochmal wesentlich steigern und wirkt authentischer denn je.
Ein kleiner, darstellerischer Höhepunkt ist zweifelsohne der Gastauftritt von Giovanni Lombardo Radice, der die Fans des italienischen Genre-Films mit seines überzeugenden Leistungen in Beiträgen wie ASPHALT-KANNIBALEN, DER SCHLITZER, EIN ZOMBIE HING AM GLOCKENSEIL und DIE RACHE DER KANNIBALEN schon begeistern konnte.
Auch wenn Radice's On-Screen Zeit nur von begrenzter Dauer ist, macht es Spaß den Italo-Recken mal wieder auf dem Bildschirm zu sehen.
Aber Darren Ward hat ja definitiv ein Händchen dafür, wenn es darum geht Ikonen des Exploitation-Kinos der 70ger und 80ger für seine Projekte zu gewinnen - dies hat er bei SUDDEN FURY ja schon mit David Warbeck unter Beweis stellen können.
Auf die darstellerischen Leistungen bezogen fallen auch Christopher Fosh als "Chisel" und Victor D. Thorn als "Boswell" sehr positiv auf - es macht den Anschein als wären diese wirklich aus dem Gangstermilieu und agieren autehtisch und skrupellos.

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Wie schon in Darren's vorangegangenen Werken ziehen sich auch bei A DAY OF VIOLENCE wieder krude, ungeschönte und blutige Gewaltdarstellungen wie ein blutroter Faden durch die Geschichte.
Diese wirken wie ein wuchtiger Schlag mit einer Brechstange direkt ins Gesicht, der einen auf die Straße schleudert um dort mit der Wucht eines 40 Tonner überfahren zu werden.
Ich bin mir sicher das die hiesigen Zensurbehörden den deutschen Verleih aufgrund desen dazu nötigen werden die Schere dort so hart anzusetzen wie es Boswell's Handlanger im Film an Smithy tun!
Es muß aber auch angemerkt werden, das die Gewalt nie zur Priorität wird und dazu dient A DAY OF VIOLENCE in seiner Wirkung zu komplettieren.
Während sich in der ersten Hälfte noch etwas zurückgehalten bekommt der Betrachter später einen furiosen Film geboten, bei dem Darren seine FX-Artist motivierte die Blutpumpen auf höchster Stufe laufen zu lassen.
Auf blutige Einschüsse im Stil von John Woo und Sam Peckinpah, wie sie schon in SUDDEN FURY zu begutachten waren, muß auch hier im Finale nicht verzichtet werden.
Insgesamt gesehen bekommt man hier das wofür man bezahlt hat : authentische und derbe Special FX die keinen Anlass zur Kritik offen lassen!

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Musikalisch hat man sich in A DAY OF VIOLENCE auch an den Vorbildern orientiert, vorallem den Italo-Synthie Scores der 80ger Jahre.
Dave Andrews hat hier einen atmosphärischen Soundtrack komponiert der A DAY OF VIOLENCE perfekt komplettiert und zu einem audiovisuellem Erlebniss macht.

Bei den Kamerafahrten-und einstellungen wurde auf technisch hohem Niveau gearbeitet und man merkt das Darren Ward aus den kleinen Schönheitsfehlern aus der Vergangenheit gelernt hat.
A DAY OF VIOLENCE stellt einen Quantensprung für den Indie-Gangster-Gore Film dar, der in seinem Gesamtbild eher wie ein für's TV produzierten wirkt als wie ein Low Budget Film.

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Wem SUDDEN FURY schon gefallen hat, für den wird A DAY OF VIOLENCE zur cineastischen Pflichtlektüre im Bereich des Indie-Films aus den UK.
Ich bin schon wirklich gespannt auf Darren's BEYOND FURY, der sich grade in Produktion befindet und den krönenden Abschluss seiner "Crime Trilogy" (BITTER VENGEANCE, SUDDEN FURY, BEYOND FURY) bilden wird.

8 von 10 Patronenhülsen

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Zur DVD :

Die UK DVD von 101 Films bietet den Film in seiner ungeschnittenen Fassung und ist im Bildformat 1,85:1 (anamorph / 16:9).
Das Bild ist optimal in Schärfe und Kontrast, womit auch auf technischer Ebene ein voller Filmgenuß garantiert wird.
Als Tonspur ist in Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo) und hat einen tollen, dynamischen Klang - lediglich in einigen Passagen ist die Musik ein wenig laut, so das der Zuschauer aufmerksam zuhören sollte.
Als Bonus gibt es den Filmtrailer, der in einer "Softversion" und in einer härteren Fassung zu bewundern ist.
Abgerundet wird das ganze duch ein Making-Of mit 22 Minuten Laufzeit, welches einen schönen Einblick bietet und unter anderem Giovanni Lombardo Radice in bester Laune beim Dreh zeigt.
Ich kann die DVD uneingeschränkt weiterempfehlen sofern kein Wert auf deutschen Ton gelegt wird, da es diese auch schon für wenig Geld (neu schon um die 4 £) bei Amazon in den UK zu bestellen gibt!

Ausführliche Infos über A DAY OF VIOLENCE, dem kommenden BEYOND FURY und das gesamte Schaffen von Darren könnt ihr in meinem exklusivem Interview für "Unsere kleine Filmwelt" lesen !


Darren Ward / Giallo Films Homepage


www.youtube.com Video From : www.youtube.com

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"Are you gonna bark all day little doggie, or are you gonna bite?"


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