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 Betreff des Beitrags: Der Hund von Baskerville (1939)
BeitragVerfasst: 27. Okt 2013, 06:51 
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O-Titel: The Hound of the Baskervilles
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1939
Darsteller: u. a. Richard Greene, Basil Rathbone, Wendy Barrie, Nigel Bruce, Lionel Atwill, John Carradine, Barlowe Borland, Beryl Mercer, Morton Lowry, Ralph Forbes, E.E. Clive, Eily Malyon
Regie: Sidney Lanfield
FSK: 12

Inhalt:


1889. Die Moore von Dartmore. Nebel. Ein Mann flieht und ist am Ende seiner Kräfte. Und er geht schlussendlich vor Erschöpfung zu Boden und stirbt. Ein weiterer Mann, herunter gekommen, will ihn beklauen, doch Mrs. Berryman aus dem nahen Anwesen sieht den Toten am Boden und fängt an zu schreien, so dass der Dieb flüchtet.
Mr. und Mrs. Barryman, die beide in den Diensten der Baskervilles stehen, werden zu dem Toten, Sir Charles Baskerville, von der Polizei und auch dem Richter befragt. Dr. Mortimer hat ihn obduziert. Es gab keine Spuren von Gewalt. Die wahrshceinlichste Todesursache war Herzversagen. Doch andere Anwesende behaupten, dass er ermordet worden ist. Aufgrund des Todes von Charles will sein Neffe Henry extra aus Kanada anreisen, da er nun der nachfolgende Erbe des Anwesens ist. Sherlock Holmes, der Meisterdetektiv aus der Baker Street, vermutet, dass auch Henry einem Verbrechen zum Opfer fallen soll. Und dieses eröffnet er Mortimer. Jeder der nächsten Erben ist in Gefahr. Vor allem wenn man das betrachtet, was Mortimer gefunden hat: Spuren eines Hundes sowie eine Schriftrolle, in welcher die Legende des Hundes von Baskerville als auch von Sir Hugo Baskerville erzählt wird. Die Tochter des Hauses wurde Sir Hugo Baskerville entführt, doch sie kann entkommen, stirbt aber bei ihrer Flucht. In der Nähe erblicken sie einen Hund und seit dieser Zeit soll ein Hund jeden Nachkommen der Baskervilles zu Rechenschaft ziehen und die Familie verfolgen. Mortimer wird deshalb damit beauftragt den jungen Henry Baskerville von seiner Fähre abzuholen und ihn sicher ins Hotel zu geleiten.

Henry kommt mit dem Schiff an. Mortimer ist wie verabredet da um ihn abzuholen. Als beide in der Kutsche unterwegs sind, wird ein Stein durch die Scheibe geworfen. Mit der dem Stein angehefteten Nachricht wird Henry gewarnt sich den Mooren fernzuhalten. Weiter wird ein Stiefel vermisst.

Holmes kann die Geschichte von Sir Hugo Baskerville nicht richtig glauben. Aber als Mortimer und Henry ihn verlassen, verfolgen Watson und er die beiden auf der Straße, und Holmes kann gerade noch verhindern, dass Henry aus einer Kutsche heraus erschossen wird. Trotz dieses vermeintlichen Attentates möchte Baskerville auf jeden Fall zum Landsitz seiner Familie fahren. Watson hat den Kutscher ausfindig gemacht, doch dieser kann ihnen nicht weiter helfen, denn der Täter stellte sich bei ihm als Sherlock Holmes vor. Holmes hat noch andere Angelegenheiten zu klären, weshalb Watson allein mit Baskerville und Motimer auf den Landsitz fahren soll.

Die Gegend unheimlich und geheimnisvoll. Baskerville Hall kommt in Sicht. Die Barrymans stellen sich vor. Beide sind Bedienstete, die schon lange für Charles Baskerville gearbeitet haben. Der Ort ist Watson nicht geheuer. Als Abends die Türklinke seines Zimmers herunter gedrückt wird, zieht er eine Waffe, doch es ist nur Henry. Er hat beobachtet, wie jemand durchs Haus schleicht. Mit einer Kerze scheint jemand Leuchtsignale zu geben. Sie erwischen Barryman, wie er am Fenster steht und mit jemandem bei den Ruinen Lichtzeichen macht. Watson verifiziert das und beide bekommen eine Antwort. Deshalb ziehen sie sich etwas über und machen sich mitten in der Nacht zu den Felsen auf. Dort finden sie eine große Kerze, von wo aus die Leeuchtsignale gesendet worden sind. Den Landstreicher, der den toten Charles Baskerville bestehlen wollte, finden sie aber nicht, denn dieser wirft das Licht mit einem Stein aus und flieht. Auf dem Rückweg zu Baskerville Hall hören sie ein Tier heulen.

Der nächste Morgen. Henry will sich das Moor ansehen. Barryman informiert Watson und dieser zieht dem jungen Henry hinterher. Jack Stapleton, einer der Nachbarn auf der anderen Seite des Moores, ist ebenfalls dort unterwegs. Man hört wieder Tiergeheule. Die Leute sagen, dass es der Hund sei. Die Stiefschwester von Jack, Beryl, kommt angeritten. Sie warnt die Männer sich nicht weiter in das Moor zu begeben, denn sonst verschwinden sie im Sumpf. Watson gefällt Stapleton nicht, aber trotzdem nehmen sie die Einladung von Beryl an, sich bei einem Abendessen bei ihr und Jack einzufinden.

Neben den bereits in die Geschichte eingeführten Personen ist auch Mr. Frankland anwesend, ein Miesepeter, der allen und jeden am liebsten verklagen würde. Stapleton ist nach seiner Aussage ein Friedhofsräuber. Er hat einen Schädel aus dem Moor entwendet, und damit Grabschändung begangen. Auch Mortimer hat er beobachtet, wie er mit seiner Frau des Öfteren in die Höhlen bei den Ruinen gegangen sei. Und Mortimer bejaht das, denn seine Frau und er interessieren sich für das Okkulte, und gerade dort scheinen die Schwingungen besonders stark zu sein. Mrs. Mortimer hält unter anderem Seancen ab, um mit den Verstorbenen zu kommunizieren. Und dies will sie heute Nacht machen um mit Charles Kontakt aufzunehmen, damit sie in Erfahrung bringen, was wirklich in der Nacht seines Todes passiert ist.

Während der Sitzung fängt das Geheule wieder an. Selbst Frankland glaubt, dass es sich um den Hund der Baskervilles handelt. Die Seance wird abgebrochen, da vor allem Beryl Unbehagen gespührt hat.

Henry und sie unternehmen am nächsten Tag einen Ausflug zu den Ruinen, und dort unternimmt Henry einen Annährungsversuch. Dr. Watson überrascht die beiden. Und auch ein humpelnder alter Kautz taucht auf. Er will seine Wahren unter die Anwesenden bringen. Anscheinend ist es ein Händler. Sie schicken ihn fort als er aufdringlich wird. Doch als er weg geht, humpelt er auf einmal auf der anderen Seite.

Eine Nachricht für Warson: Er soll zu den Steinruinen kommen. Stapleton beobachtet mit einem Fernrohr den Sumpf und kann Watson an den Ruinen entdecken. In der Höhle findet er einen weiteren Zettel: Er soll sich setzen und es sich bequem machen. Doch Watson ist sich nicht sicher, ob er dem Frieden trauen kann, weshalb er sich mit gezogener Waffe auf die Lauer legt. Und es schlurft jemand zu Höle: Der Händler. Er hat ihn bereits beobachtet. Doch dann nimmt er sich den Bart ab und Holmes steht vor Watson. Er war die ganze Zeit vor Ort. Und er hat bereits den Mord erkannt. Er hat große Sorge, dass der Mörder ein weiteres Mal zuschlägt, bevor sie ihn stellen können. In der Nähe wird jemand von dem Hund angefallen. Watson und Holmes eilen zu der Stelle, von wo das Geheul kam, und sie entdecken Sir Henry am Boden liegen. Doch es ist nicht Sir Henry. Es ist der Landstreicher in der Kleidung von Henry. Es ist ein Sträfling, der Notting-Hill-Mörder. Watson und Holmes bringen ihn weg.

Der Detektiv muss mit Berrymans Frau reden, denn es ist ihr Bruder. Sie hat ihm Kleidung gegeben. Henrys Kleidung, und diese war Schuld daran, dass er von dem Hund angefallen worden ist. An der Wand entdeckt Holmes ein Bildnis von Sir Hugo und plötzlich wird ihm der Fall klar, aber er muss den Mörder noch überführen. Er glaubt, dass Sir Henry kurz vor seiner Abreise in der heutigen Nacht ermordet werden soll. Watson und Holmes wollen deshalb den Anschein erwecken, als ob sie von Dartmore abreisen.

Am Vorabend der geplanten Abreise von Sir Henry sitzen die restlichen Moorbewohner beim gmütlichen Abendessen beieinander. Holmes und Watson sind nur zum Schein in den Zug gestiegen, denn eine Station später haben sie diesen wieder verlassen und machen sich mit einer Kutsche zurück nach Baskerville Hall auf. Doch die Kutsche hat eine Panne, weshalb Holmes und Watson das Moor durchqueren müssen um schnellstmöglich bei Baskerville Hall zu sein. Frankland und die Mortimers verlassen die Stapletons, bei denen das Abendessen stattgefunden hat, per Kutsche. Henry will alleine nach Hause gehen und nimmt den Weg durch das Moor. Und als Beryl schlafen geht, wird der Mörder enttarnt und auch das Motiv, welches Anlass zu den Morden gibt, wird offenbahrt. Aber kann Holmes noch verhindern, dass Sie Henry Baskerville und alle weiteren männlichen Nachkommen Opfer dieses Fluches werden?

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Wertung:

Sherlock Holmes ist nicht jedermanns Sache, und gerade, wenn es um die ganz alten Streifen geht, scheiden sich manchmal die Geister. Man könnte eigentlich glauben, dass man es mit einem klassischen englischen Krimi zu tun hat, aber das stimmt nicht, denn der Film stammt aus den USA. Hier gibt es keine Überraschungen, denn eigentlich sind die Fälle von Holmes extrem klassisch und vielleicht das Vorbild für spätere Detektive wie Columbo, Rockfort und wie sie alle heißen: Jemand wird ermordet, Holmes tritt auf und mit seiner Auffassungs- und Kombinationsgabe versteht er es, nicht ohne Spitzfindikeiten und Wortwitz, den Fall scheinbar mühelos aufzuklären, was natürlich nur mit der Hilfe seines Assistenten Watson geschehen kann. Mehr gibt es eigentlich nicht. Und as reicht auch vollkommen aus. Die Spannung entsteht dabei einfach durch die Frage nach dem "Wer hat's getan"-Prinzip, denn das bleibt fast bis zum Schluss unklar. Und als man dann weiß, wer die Morde begangen hat, fragt man sich noch warum.

Aufgrund des Alters des Films ist die Art und Weise der Darstellung und auch die Bildqualität natürlich nicht mit der des modernen Holmes zu vergleichen. Dennoch kann dieser Film hier locker mithalten, denn Philip St. John Basil Rathbone macht seine Sache hier fantastisch und spielte immer den Sherlock Holmes in mehreren Episoden. Gerade durch sein gestalterisches Auftreten in seiner Gestik ist er geradezu unverwechselbar. John Carradine sieht man hier als Barryman, in welcher Rolle er gar nicht so häufig zu sehen ist, aber er hat sich bis in die Neuzeit als Schauspieler behauptet.

Die Bildqualität ist hier reduziert aber in Ordnung. Das Bild selbst ist schwarz-weiss. Etwas sonderbar ist der Ton, denn es gibt neben einer deutschen und einer englischen auch eine ostdeutsche Tonspur. Diese unterscheidet sich in den Stimmen selbst nur geringfügig. Auf die Wortwahl wurde nicht weiter geachtet.

Alles in Allem gehört "Der Hund von Baskerville" wohl mit zu den bekanntesten Holmes Geschichten und Verfilmungen. Die Geschichte bietet absolut Unterhaltung und wird in keister Weise langweilig. Manchmal ist das Verhalten der Protagonisten insgesamt nicht zeitgemäß, weshalb es geringfügige Abstriche gibt. Deshalb kommt der Sherlock hier auf 09/10 Punkten.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Hund von Baskerville (1939)
BeitragVerfasst: 27. Okt 2013, 10:29 
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Nach dem mysteriösen Tod von Sir Charles Baskerville auf seinem Landsitz in Dartmoor wird der Detektiv Sherlock Holmes von einem Freund der Familie gebeten, den Fall zu untersuchen. Angeblich soll auf den Baskervilles ein Fluch aus dem 17. Jahrhundert lasten, nach dem alle Erben der Familie einem riesigen Hund zum Opfer fallen werden. Und tatsächlich wird bereits kurz nach der Ankunft des Erben von Sir Charles ein mysteriöser Hund im nahe gelegenen Moor gesichtet. Holmes ermittelt.


Von diesem Filmklassiker gibt es ja nun genügend Versionen, doch die hier vorliegende ist in meinen Augen die beste überhaupt. Das beruht schon allein auf dem Grund, das hier meiner Meinung nach mit Basil Rathbone (Sherlock Holmes) und Nigel Bruce (Doctor Watson) das eindeutig beste Ermittler-Duo auftritt, das die Figuren von Holmes und Watson je gespielt hat. Allein der Umgang der beiden miteinander wird hier am besten und witzigsten dargestellt.

Die absolute Stärke dieses Films ist neben den brillanten Hauptdarstellern sicherlich die tolle s/w Optik, durch die sich wie bei so vielen Klassikern aus dieser Zeit eine absolut fantastische und sehr bedrohliche Stimmung entfalten kann, die auch heute noch in der Lage ist, den Zuschauer zu bannen und zu faszinieren. Allein schon die nebelverhangene Moorlandschaft sorgt dafür, das einen durchaus eine Gänsehaut überkommen kann, die man so schnell nicht wieder los wird. Auch der dramaturgische Spannungsaufbau ist hier besonders hervorzuheben, denn die aufkommende Spannung wird kontinuirlich immer mehr gesteigert, bis dann erst ganz am Ende das Rätsel gelöst wird.

Und dann ist da natürlich die Figur des wohl bekanntesten Dedektivs Sherlock Holmes, der von Basil Rathbone einfach nur absolut toll und glaubhaft dargestellt wird. Vor allem seine berühmte Auffassungsgabe und sein Blick für die kleinsten Details werden hier besonders gut zum Ausdruck gebracht. Die Art, wie er seine Fälle löst, ist immer wieder ein absoluter Genuss für den Zuschauer, der sich immer wieder gern mit an der Losung der Rätsel beteiligt und selbst zum Hobbydedektiv wird.

Insgesamt gesehen hat man es hier mit einem herrlichen Klassiker zu tun, der auch nach mittlerweile 70 Jahren nichts von seiner Faszination verloren hat und immer wieder absolut sehenswert ist. Ein Krimi-Klassiker, den man auf jeden Fall gesehen haben sollte und der beste und spannende Unterhaltung bietet.


9/10

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