Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Der Satan mit dem Skalpell (1971)
BeitragVerfasst: 27. Feb 2013, 12:38 
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Das Geheimnis der blutigen Lilie
(Perché quelle strane gocce di sangue sul corpo di Jennifer?)
mit Edwige Fenech, George Hilton, Paola Quattrini, Giampiero Albertini, Franco Agostini, Oreste Lionello, Ben Carra, Carla Brait, Gianni Pulone, Carla Mancini, Georges Rigaud, Annabella Incontrera
Regie: Giuliano Carnimeo
Drehbuch: Ernesto Gastaldi
Kamera: Stelvio Massi
Musik: Bruno Nicolai
Ungeprüft
Italien / 1971

In einem mehrstöckigen Wohnkomplex mitten in Rom werden nacheinander mehrere attraktive junge Frauen ermordet. Das Fotomodell Jennifer gerät in einen Mordfall, bei dem um sie herum mehrere Menschen blutig einem Schlitzer zum Opfer fallen. Wer ist der Mörder?



Giuliano Carnimeo's Werk ist ein wirklich waschechter Giallo und beinhaltet sämtliche Zutaten, um dem Zuschauer ein wunderbares Rätsel-Spiel zu präsentieren, an dem dieser durchgehend seine helle Freude hat. Dabei erscheint die Geschichte zwar teilweise recht arg konstruiert und nicht gerade logisch, doch ist dies in vorliegendem Fall keinesfalls als negative Kritik anzusehen. Das Szenario macht nämlich richtig Spaß und lässt die Identität des Killers bis kurz vor dem Ende im Dunkeln, so das man gern einmal über die ein-oder andere inhaltliche Schwäche hinwegsehen kann. Verdächtige werden einem wirklich zur Genüge offenbart und einige Verhaltensweisen der durch die Bank misstrauisch erscheinenden Protagonisten verführen einen nicht selten dazu, sich auf einen Mörder festzulegen und etliche bewusst gelegte falsche Fährten führen in die Irre. Carnimeo achtet dabei ganz besonders darauf, das die einzelnen Figuren nicht zu offensichtlich in Verdacht geraten, dennoch ergeben sich im Laufe des Filmes immer wieder neue Kleinigkeiten und Indizien, die mehrere Figuren in den Kreis der möglichen Täter rücken. Und so entwickelt sich auch recht schnell ein dramaturgisch erstklassiger Spannungsaufbau, der von einer größtenteils knisternden Grundstimmung untermalt wird. Mit zunehmender Laufzeit bekommt man immer bedrohlichere Passagen geboten, was auch durch die erstklassige Geräuschkulisse und die musikalische Untermalung ganz besonders hervorgehoben wird.

Weist das Drehbuch stellenweise kleinere Defizite auf, so wird dies durch die kräftige Farbgebung und die herausragende Kameraarbeit von Stelvio Massi wieder ausgeglichen, teilweise bekommt der Betrachter wirklich wunderschön eingefangene Sequenzen zu Gesicht, so das man durchaus von einem visuellen Hochgenuss sprechen kann. Und auch das dargebotene Schauspiel kann sich jederzeit sehen lassen, wobei ich besonders Edwige Fenech und George Hilton hervorheben möchte. Hier wird für beide Geschlechter etwas geboten, denn handelt es sich bei Hilton doch um einen typischen Womanizer der damaligen Zeit, so ist Frau Fenech wohl ganz eindeutig der unerfüllte Wunsch so manchen Männer-Traumes. Natürlich spielt die gute Frau hier wieder einmal ein Modell und es ist allein schon ein absoluter Genuss, ihr beim posieren zuzusehen. Man kann ins Träumen geraten und schnell vergessen, das man sich in einem Film befindet. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Sinnlichkeit von dieser wunderschönen Schauspielerin ausgeht, die Männerherzen höher schlagen lässt.

Dabei rückt sie das erotische Vollblutweib ebenso gut ins Licht wie die ängstliche-und schutzbedürftige Person, die in dieser Geschichte mit den Altlasten ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat. Mimik-und Gestik sind dabei immer nahezu perfekt, so das ihre Performance auch einen sehr glaubwürdigen Eindruck hinterlässt. Doch auch die anderen Akteure brauchen sich nicht zu verstecken, wobei einem sofort das äußerst ungleiche Ermittler-Duo der Polizei ins Auge fällt. Da ist auf der einen Seite der ermittelnde Komissar Enci (Giampiero Albertini), der einen sehr ernsten und manchmal fast schon bärbeißigen Eindruck hinterlässt. Dabei scheut er auch nicht davor zurück, in einem Verhör einmal seine Rechte kreisen zu lassen. Ihm gegenüber steht dann sein Assistent Redi (Franco Agostini), der allein optisch gesehen das genaue Gegenteil darstellt. An dieser Stelle kann man sich teilweise das Schmunzeln schwerlich verkneifen, denn der gute Redi wirkt doch zumeist wie ein trotteliger Lakai, dem selbst das Ausführen von Befehlen an so manchen Stellen schwerfällt. Diese skurrile Kombination sorgt jedoch für eine Menge Erheiterung und zeigt aber auch gleichzeitig auf, das sich das Team trotz der auffälligen Unterschiede im Endeffekt ganz gut ergänzt. Und so kann man in schauspielerischer Hinsicht im Prinzip überhaupt nichts bemängeln, was auch nicht in jedem Film dieser Art der Fall ist.

Letztendlich ist "Der Satan mit dem Skalpell" (so der Alternativ-Titel) ein absolut sehenswerter Vertreter seiner Art, der trotz manch konstruiert erscheinender Phasen eine wirklich spannende Geschichte erzählt. Zudem beinhaltet der Film auch im Gegensatz zu den meisten Genre-Kollegen eine kleine Seltenheit, denn ist der ominöse Mörder ansonsten eigentlich immer mit schwarzen Handschuhen ausgestattet, so hat man hier auf eine beige-farbene Variante zurückgegriffen. Sicherlich keine Sensation, aber immerhin ein Umstand, der doch Erwähnung finden sollte. denn ich kann mich auf Anhieb an keinen anderen Giallo erinnern, in dem das auch der Fall war. Wer also ein Liebhaber des Sub-Genres ist, sollte sich dieses Werk auf keinen Fall entgehen lassen, da die vielen positiven Aspekte ganz eindeutig überwiegen und das manchmal leicht schwächelnde Drehbuch den insgesamt hervorragenden Eindruck kaum schmälern kann.


Fazit:


Manch einer mag es vielleicht anders sehen, aber "Der Satan mit dem Skalpell ist ein ganz ausgezeichneter italienischer Giallo, bei dem man sich nur zu gern am Rätselspaß beteiligt. Falsche Fährten, gekonnt eingebaute Neben-Erzählstränge, jede Menge Spannung und eine glänzend aufgelegte Darsteller-Riege sorgen hier für ein Film-Erlebnis, das sich meiner persönlichen Meinung nach weit über dem Durchschnitt ansiedelt. Nachdem es den Film ja die ganzen Jahre nur mit deutschen Untertiteln erhältlich war, gibt es mittlerweile auch eine Doppel-Veröffentlichung unter dem Namen "Drops of Blood", in der man das Werk nun endlich auch in deutscher Sprache genießen kann. Der zweite Film der VÖ ist "Der Schwanz des Skorpions", der auch ganz eindeutig zu den besten Vertretern seiner Art gehört, so das die Anschaffung der großen Hartbox durchaus lohnenswert erscheint.


8,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Satan mit dem Skalpell
BeitragVerfasst: 27. Feb 2013, 23:51 
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Doppel-VÖ anschaffen ist schon seit einem Jahr nicht mehr nötig, da er auch einzeln deutsch synchronisiert vorliegt.

Gehe mit deiner Meinung mit, allerdings würde ich noch einen Bewertungspunkt aufschlagen und zwar wegen der Filmmusik. In dem Moment, wo Blondschlampe und zum Fahrstuhltot verurteilte am Anfang des Films den Telefonhörer aufhängt geht die geile Mucke los und ich habe sie wochenlang nicht aus dem Kopf bekommen... Bruno Nicolai, du bist ein Gott! Und Edwige ist sowieso unschlagbar..

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Satan mit dem Skalpell
BeitragVerfasst: 28. Feb 2013, 00:20 
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seifersdorfer hat geschrieben:
Und Edwige ist sowieso unschlagbar..

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Das unterschreibe ich blind, die Frau ist eine Göttin. :Up:

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Satan mit dem Skalpell (1971)
BeitragVerfasst: 15. Sep 2013, 19:24 
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Inhalt:


Eine Frau wirft die entsprechend für Geld erhältliche Marke in den Münzfernsprecher. Ein kurzes Gespräch und sie verlässt die Telefonzelle. Die Straße entlang. Und sie geht in ein Gebäude, anscheinden ein Wohnhaus, von mehrstöckigem Ausmaß. Es ist voll, eigentlich zu voll für ein Wohnhaus. Sie betritt mit anderen Bewohnern den Fahrstuhl und fährt nach oben. Im 6. Stock steigt ein Mann ein. Er zieht sich Handschuhe an. Als er im 14. Stock mit ihr alleine ist, hält er ihr ein Tuch vor den Mund sticht erst mit einem Skalpell auf sie ein und schneidet ihr anschließend die Kehle durch. Im 17. Stock steigt er aus und lässt die Leiche weiter nach oben fahren. Dort wird sie gefunden.

Wir befinden uns in einer Fotoagentur. Der Fotograf will das schwarze Model, welches die Leiche eben noch am Fahrstuhl gefunden hatte. Misa Harrington. Diese steht in einem Etablissement auf der Bühne. Sie will sich mit den Männern messen und richtet eien ihr zugeworfene Taschenlampe auf diese. Nur drei Minuten im Ring mit ihr, und sie gehört ihnen. Es findet sich ein Freiwilliger, doch dieser muss bereits vor den drei Minuten abklopfen. Er wird protestierend hinaus geleitet. Andrea, wie wir später erfahren, fragt den Barmann, ob er ein Treffen mit ihr arrangieren kann.

Währenddessen wird Jennifer beim Fotoshooting abgelichtet. Doch als sie Adam sieht, bekommt sie Angst und bekommt Panik. Und wirft aus Nervosität oder Unachtsamkeit einen Lampenschirm um. Hinterher geht sie allein durch die Dunkelheit nach Hause. Eine Lilie liegt auf dem Weg zu ihren Füßen. Außerdem wird sie von einem Schatten verfolgt. Ein Mann steht vor ihr. Adam, ihr Mann. Er hat immer gedacht, dass ihr Blumen gefallen. Lilien sind das Symbol, welches ihre Gruppe erschuf. Beide sind nackt in einer Kommune. In mitten von Blumen. Sie gehört der Gruppe und die Gruppe gehört ihr. Adam kann von ihr nichts mehr erwarten. Sie will ihn nicht mehr und hat auch genug von den anderen. Dann zieht er eine Spritze aus der Tasche, einfach, damit sie sich besser an gewisse Dinge erinnern kann. Aber sie reißt sich los und kann vor ihm flüchten.

Misa kommt nach Hause. Sie erinnert sich an die Tote im Fahrstuhl und nimmt deshalb lieber die Treppe. Als sie in ihrer Wohnung ist, geht das Licht nicht. Die Tür fällt zu und es ist stockdunkel. Eine Tasse fällt vom Tisch und zerbricht. Es ist noch jemand hier. Um ein wenig Licht zu haben, entzündet sie die Flamme des Gasherdes. Mit einer Schere in der Hand wagt sie sich ein wenig vor, doch sie wird von hinten von einem Mann mit Handschuhen gepackt. Er fesselt sie und legt sie nackt in die Badewanne. Dann lässt er das Badewasser einlaufen bis sie ertrinkt. Die Polizei untersucht den Fall. Mehrere Bewohner des Hauses sind auch noch da. Allen voran die ältere Dame aus der direkten Nachbarschaft. Das Mädchen im Fahrstuhl war eine Edelnutte. Ein Brief wird am Tatort gefunden, aber dieser scheint nicht normal verfasst zu sein. Er wird vom Komissar eingesteckt. Doch noch bevor die Tote Misa praktisch beerdigt wird, teilen der Fotograf und Jennifer bereits ihr Interesse an der Wohnung mit.

Auch der Club, in dem Misa getanzt hat, wird untersucht, und der Besitzer will erst unter Androhung einer Schließung mitarbeiten und helfen die Sache aufzuklären. Andrea ist der Fast-Freund von Jennifer, mit welchem sie sich neben Marylin in ihrer Wohnung aufhält. Er kann kein Blut sehen, und wird deshalb, als Jennifer sich geschnitten hat, fast ohnmächtig. Eine Geige erklingt von nebenan. Der Professor spielt. Marylin geht ins Bad. Doch sie kommt nicht zurück. Dann läuft Wasser unter der Tür hervor, und Andrea bricht die Tür auf. Doch Marylin hat sich nur einen Scherz erlaubt. Andrea verlässt das Appartement. Und als er draußen in sein Auto einsteigt, kommt Adam an sein Fenster geschlichen und bedroht in mit einem Messer. Aber er fährt einfach davon.

Marylin schläft. Ein Mann ist da. Mit Gummihandschuhen. Und Jennifer, die im selben Zimmer übernachtet, wacht auf. Sie schreit. Das Fenster ist auf doch der Mann ist verschwunden. Draußen ist niemand. In der Lobby des Appartementkomplexes treffen sie am nächsten Tag auf eine weitere Nachbarin - Sheila. Als Jennifer wieder unterwegs ist, fallen ihr wieder die Blütenblätter auf, doch dieses Mal, sind diese einzeln vor ihr auf der Straße. Adam hat sie dort hingelegt. Und auf einmal ist er da, Jennifer hat ihn schließlich geheiratet. Er zerreißt ihre Kleider und will auch sie zerreißen wie die Blätter der Lilie.

Andrea wird unterdessen von der Polizei beschattet. Er fährt nach einem Anruf zu Jennifer. Doch die Beschattung entpuppt sich als Flopp - es passiert nicht, den lieben langen Tag. Er setzt sie am Abend zu Haues ab und fährt davon. Als sie in ihrer Wohnung ist, macht sie das Licht an. Dann ist ein Mann da. Der Mann, mit den Handschuhen. Er fasst sie an, doch sie kann zu Sheila in die Nachbarwohnung flüchten. Ihr Vater kommt nach Hause, der Professor. Sie will mit Jennifer nachsehen, ob der Mann verschwunden ist. Die Lampe, die sie während des Intermezzos umgeworfen hatte, liegt noch auf dem Boden. Daneben finden sie eine Lilie, sie ist an ihren Rändern mit Blut bedeckt. Sie vermuten den Mann im Schrank, doch als sie ihn öffnen, finden sie nur Adam, der dort drinnen gelagert worden ist, denn er wurde erstochen. Jennifer ist auf der Wache. Der Komissar will, dass sie im Haus wohnen bleibt, damit sie als Lockvogel dienen kann. Udn sie soll es niemanden weiter erzählen, noch nichtmal ihrer Freundin Marylin.

Doch zu Hause ist dies das Erste, was Jennifer macht. Von Nebenan hört sie einen Streit. Es hört sich so an wie der Mann, der sie überfallen hatte. Andrea wird weiter beschattet. Er hat Jennifer abgeholt. Die Handschriftanalyse des Briefes ergibt die von Sheila. Während Jennifer und Andrea miteinander eine Nacht verbringen, wird weiter beschattet. Am nächsten Tag hat Marylin eingekauft. Doch auch der Killer ist wieder unterwegs. Sie scheint ihn zu kennen, denn sie kommt auf ihn zu und begrüßt ihn freundlich. Doch dieser ist nicht freundlich, denn er sticht ihr mit seinem Skalpell in den Bauch. Niemand scheint das zu bemerken. Erst als sie sich weiter auf die Straße schleppt, sieht sie Andrea, der an einem Wagen steht. Sie hält sich an ihm fest und rutscht dabei an ihm herunter, wo sie ihr Blut auf seinem Mantel verteilt. Der Polizist ist auch da und beobachtet die Szene. Auch Jennifer hat es gesehen. Sie kniet sich neben ihre tote Freundin. Andrea ergreift die Flucht und der Polizist folgt ihm. Doch er kann entwischen. Der Komissar ist entsprechend sauer, dass der Hauptverdächtige entkommen ist.

Die alte Dame kommt nach Hause. Ein Horror-Comic über einen Killer fällt zu Boden. Jennifer sieht diesen und hebt ihn auf. Auch Geräusche sind von nebenan wieder zu hören. Als die alte Dame sich aus dem Haus schleicht, passt Jennifer den entsprechenden Zeitpunkt ab. Sie wartet, bis diese durch den Fahrstuhl verschwunden ist, und kann mit einem ihrer Schlüssel die Wohnung der alten Frau öffnen. Hier finden sich allerlei religiöse Reliquien. Dann steht ein Mann in der Wohnung hinter ihr. Sie soll ihn nicht ansehen. Er ist verbrannt und sein Name ist David. Doch sie sieht ihn doch an und sieht ide Narben an seinem Gesicht. Seine Mutter kommt nach Hause und kann Jennifer aus der Wohnung werfen. Diese ruft die Polizei doch die Dame verneint, dass ihr Sohn dort wohnen würde. Deshalb packt Jennifer ihre Koffer, bis Andrea anruft. Sie soll ihn unten am Schrottplatz treffen. Doch ist Andrea wirklich vertrauenswürdig? Oder ist gar der sohn der alten Dame der Täter? Oder vielleicht sogar Sheila, die sich mit dem Brief in die Reihe der Verdächtigen eingereiht hat? Der Komissar weiß es noch nicht und bis hierhin wissen wir es auch noch nicht...

Wertung:


Ist dies ein klassischer Giallo? Ja, denn es gibt einen Killer, der mit geringfügiger Brutalität zu Werke geht und enstprechende Opfer. Die Polizei sucht nach ihm und am Ende ist es doch jemand anders, als man erwartet hatte. Dazu braucht es noch ein wenig italienisches Flair und attraktive Darsteller und voila, hat man einen Giallo. Dieser hier ist kein schlechter aber ich habe schon bessere gesehen. Die Handlung an sich ist schlüssig, auch wenn es manchmal den Anschein hat, dass versucht wird auf Teufel komm raus lustig zu sein, und dass passt an einigen Stellen einfach nicht und wirkt deshalb unpassend. Das italienische Flair, welches ich gerade angesprochen habe, kommt ein wenig zu kurz, was mit Sicherheit auch daran liegt, dass sich die Handlung hauptsächlich in dem Haus und dessen Wohnungen abspielt.

Die Brutalität ist Giallo-like, denn man bekommt die Stiche zu sehen. Dabei kann man natürlich nicht von Gore sprechen, was auch hier nicht der geeignete Begriff sein würde. Zuviel des Guten würde die Art und Weise dieser Filme auch kaputt machen. Die Handlung streckt sich dabei etwas in die Länge, was zu ungunsten der Spannung geht, denn diese vermisse ich hier ein wenig, denn ein Giallo ist immer noch eine Art von Krimi und ein Krimi sollte zumindest in der Lage sein, meist mit der Frage: "Wer ist der Mörder?" Spannung aufzubauen. Dieses gelingt hier zwar, ist aber im Vergleich zu anderen Werken doch in geringerem Maße vorhanden. Das schmälert nicht unbedingt das Sehvergnügen, aber ein wenig mehr hätte diesem Film hier gut getan.

Das Bild ist absolut gut und weiß auch in seinen dunklen Passagen zu überzeugen. Die im Thread erwähnte Musik halte ich ebenso für grandios, da sie passend für Giallis ist und einen entsprechenden Wiedererkennungswert hat. Zusätzlich ist die Synchronisation sehr gut geworden, da sie in der Lage ist, die entsprechende Stimmung mit den richtigen Worten zu verstärken. Dabei fällt vor allem auf, dass die Sprache deutlich ist, denn Adam und Andrea sind klar voneinander zu unterscheiden, auch wenn sie optisch einen ähnlichen Eindruck - gerade im dunkeln - machen.

Die Schauspieler sind alle keine Unbekannten und haben in zahlreichen Filmen mitgespielt. Grandios ist hierbei Edwige Fenech, die auch in späteren Produktionen zu sehen gewesen ist, und das waren keine unbekannten Filme. Als Beispiel sei hier der im selben Jahr erschienene Killer von Wien genannt. Auch Geroge Hilton hat bereits zuvor in Django's als auch in anderen Filmen von sich Reden gemacht. Vom Regisseur kennt man in der Regel nur wenig. Carnimeo hat sich aber unter anderem für "Ratman" als auch für "Flotte Teens und Sex nach Noten" verantwortlich gezeigt.

Die Gesamtwertung dieses Films fällt etwas geringer aus als manch anderer Gialli, da einfach die Spannung fehlt. Auf eine 07/10 kommt dieser Film aber auch bei mir, da man ihn sich ansehen kann, ohne das Gefühl zu haben Zeit zu verschenken.

Eine Anmerkung zur X-Rated-Hartbox-Variante: Wie Master auch schon schreib, findet sich hier die "Drops of Blood" von X-Rated drin. Hier ist also auch "Der Schwanz des Skorpions" enthalten. Die Hartbox selbst ist wohl eine Nachpressung von X-Rated selbst und auf recht wenige Ausgaben limitert, was mir beim Kauf gar nicht klar war.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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