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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Der schöne Körper der Deborah (1968)
BeitragVerfasst: 20. Mär 2013, 16:03 
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Der schöne Körper der Deborah
(Il Dolce corpo di Deborah)
mit Carroll Baker, Jean Sorel, Ida Galli, George Hilton, Luigi Pistilli, Michael Bardinet, Valentino Macchi, Mirella Pamphili, Domenico Ravenna, Giuseppe Ravenna, Renato Montalbano, Sisto Brunetti
Regie: Romolo Guerrieri
Drehbuch: Ernesto Gastaldi / Luciano Martino
Kamera: Marcello Masciocchi
Musik: Nora Orlandi
ungeprüft
Frankreich / Italien / 1968

Ein Pärchen, das in den USA geheiratet hat, will seine Hochzeitsreise in die Heimat des Ehemanns in die Schweiz machen. Dort erfährt er von einem alten Freund, dass sich seine Exfrau wegen ihm umgebracht haben soll. Das kann er nicht glauben und es verschlägt ihn in seine mittlerweile unbewohnte Villa. Dort erklingt eine mysteriöse Musik, doch niemand scheint im Haus zu sein. Das Paar flüchtet in eine gemietete Villa nach Italien. Doch der mysteriöse Bekannte taucht wieder auf, und auch vom neuen Nachbar scheint eine Bedrohung auszugehen. In der ersten Nacht spitzt sich die Lage mörderisch zu. Ein dunkles Geheimnis schwebt über dem jungen Paar.


Die Inhaltsangabe der vor Kurzem erschienenen Veröffentlichung von Edition Tonfilm wurde so gestaltet, das nicht zu viel vom Inhalt des Filmes verraten wird. Erwähnenswert ist das aus dem einfachen Grund, das im Netz auch etliche andere Inhaltsangaben herumschwirren, die ganz eindeutig zu viele der in der Geschichte enthaltenen Überraschungsmomente vorwegnehmen und manch einem so die Vorfreude auf dieses Frühwerk des Giallo im Keim ersticken. Das Werk von Romolo Guerrieri erzählt nämlich eine äußerst spannende Story, die erst kurz vor dem Ende die wirklichen Zusammenhänge erkennen lässt und mit der Schluss-Einstellung noch einen sehr netten Überraschungs-Bonbon parat hält. Vergleicht man den Film mit anderen Genre-Vertretern so stellt man doch ziemlich schnell fest, das "Der schöne Körper der Deborah" nicht unbedingt ein typischer Giallo ist, sondern sich sehr wohlwollend von anderen Beiträgen abhebt. Die ansonsten obligatorische Mord-Serie entfällt völlig, zudem beinhaltet die Geschichte im Prinzip keinerlei blutige Einstellungen.

Stattdessen setzt Guerrieri hier auf eine eher ruhige-und sehr bedächtige Erzählweise der Ereignisse und fügt seiner Erzählung etliche mysteriöse Momente hinzu, die schon fast in die Richtung eines Gruselfilms gehen. Eigentlich passiert nicht wirklich viel und in etlichen Passagen offenbart das Szenario sogar den Eindruck eines 2 Personen-Kammerspiels, das jedoch an verschiedenen Schauplätzen stattfindet. Sicherlich gibt es genügend Leute, für die sich das eher langatmig und uninteressant anhört, in der filmischen Umsetzung sieht das jedoch vollkommen anders aus. Natürlich stehen die beiden Hauptfiguren Deborah (Carroll Baker) und Marcel (Jean Sorel) im Vordergrund des Ganzen und es wird sich genügend Zeit genommen, dem Zuschauer die beiden Figuren näher zu bringen. So entsteht der augenscheinliche Eindruck einer großen Liebe, die allerdings von Marcel's Vergangenheit überschattet wird. Immer wieder werden dabei Szenen eingestreut, die einen auf eine falsche Fährte führen sollen und manchmal weiß man auch nicht so recht, wie man diverse Verhaltensweisen der Akteure einzuordnen hat. Genau aus diesem Gesichtspunkt bezieht die Geschichte ihre große Stärke und fordert den Betrachter förmlich dazu auf, seine ganz eigenen Vermutungen anzustellen. Nun muss man sicherlich kein Genie sein um eventuell schon frühzeitig darauf zu kommen, welch perfides Spiel hier stattfindet, doch bis kurz vor dem Ende kann man sich seiner Sache nie wirklich sicher sein, so das durchgehend ein sehr konstanter Spannungsbogen vorhanden ist.

Wenn in einem Film 2 Personen so dermaßen im Fokus stehen wie es hier der Fall ist, dann kommt es natürlich ganz besonders auf überzeugendes Schauspiel an, um einem einen glaubhaften Eindruck der Ereignisse zu vermitteln. In dieser Hinsicht kann man sich dann auch keinesfalls beschweren denn Carroll Baker ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern überzeugt auch in der Rolle der scheinbar ängstlichen-und vollkommen verunsicherten Deborah, während Jean Sorel jederzeit als besorgter Ehemann glänzen kann. Im späteren Verlauf der Ereignisse stößt dann auch noch Giallo-Experte George Hilton zu den beiden und auch wenn er dieses Mal lediglich in einer Nebenrolle zu sehen ist, soll diese am Ende nicht unwesentlich für die gesamte Geschichte sein. "Der schöne Körper der Deborah" ist ein Film der eher leisen Töne, entfaltet aber dennoch eine sehr starke Intensität, die man in jeder einzelnen Einstellung spüren kann. Ohne jeglichen Aktionismus schafft es die Geschichte fast spielerisch, den Zuschauer und dessen Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen.

Mit den geringsten Mitteln ist es Romolo Guerrieri gelungen einen absolut zeitlosen Klassiker zu schaffen, der meiner Meinung nach im oberen Drittel des Genres anzusiedeln ist. Es muss nicht immer die handelsübliche Mord-Serie sein, die dem Zuschauer reißerisch in Szene gesetzte Morde präsentiert, manchmal sind es viel eher die ruhigen Filme, die eine hohe Intensität entstehen lassen. Wenn dann noch so wie in vorliegendem Fall mysteriöse Elemente Einzug in das Szenario halten, ist ein äußerst spannendes Film-Erlebnis eigentlich schon vorprogrammiert. Freunde des italienischen Thrillers sollten hier auf jeden Fall zugreifen, denn nun endlich hat dieses grandiose Frühwerk durch Edition Tonfilm auch eine würdige Veröffentlichung erhalten. Wenn es daran überhaupt etwas auszusetzen gibt ist es wahrscheinlich der Punkt, das die deutschen Untertitel nicht ausblendbar sind, aber dieses Manko ist durchaus zu verschmerzen.


Fazit:


Es ist immer wieder wunderbar, auf welche italienische Film-Juwelen man aufmerksam wird und "Der schöne Körper der Deborah" zählt für mich definitiv dazu. Eine eher bedächtig erzählte Geschichte weicht wohlwollend von den üblichen Giallo-Storys ab, was der vorhandenen Klasse dieses Werkes jedoch keinerlei Abbruch tut. Sehr gutes Schauspiel und einige nette Überraschungsmomente sind das Salz in der Suppe und sorgen für einen insgesamt äußerst guten Gesamteindruck, so das einer Empfehlung nichts im Wege steht.


8/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Der schöne Körper der Deborah
BeitragVerfasst: 7. Apr 2013, 09:49 
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Dennoch gibt es nur 4/10, da ich ihn furchtbar laaaaaaangatmig finde. Erst nach 1 Stunde passiert überhaupt mal was. Wären nicht die o.g. Pluspunkte, wär der Film bei mir mit 1/10 baden gegangen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der schöne Körper der Deborah (1968)
BeitragVerfasst: 23. Dez 2013, 22:14 
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Master hat ja oben schon einiges erwähnt. Von mir gibt's den Inhalt jetzt einmal ganz ausführlich, aber Achtung: Spoiler!

Das Meer. Marcel und Deborah Klein, frisch verheiratet, turteln am Wasser. Und küssen sich.

In schneebedeckten Landschaften und Serpentinen ist ein Wagen unterwegs. Deborah und Marcel wollen nach Genf. Es ist ihre Hochzeitsreise, und nach langer Abwesenheit in L. A. sind sie in ihrer Heimat unterwegs. Zumindest Marcel kommt die Gegend hier vertraut vor. Sie mieten sich in einer Hotelsuite ein und besuchen eine erotische Tanzshow. Dort sieht Marcel einen alten Bekannten: Philip. Als Marcel ihm aber zu ruft, reagiert dieser nicht. Marcel folgt ihm deshalb nach draußen. Deborah soll in der Zwischenzeit ins Hotel zurück fahren. Marcel hat ihn draußen gefunden, aber Philip kennt Marcel nicht mehr und will ihn auch nicht kennen, denn Marcel ist ein Mörder. Susan ist tot. Sie hat sich das Leben genommen und Marcel hat sie auf dem Gewissen.

Mit Deborah hat Marcel nie über sein früheres Leben gesprochen. Er war mit Susan jeden Tag zusammen. Und sie waren glücklich. Er hat sie sehr geliebt. Doch irgendwann tauchten Männer auf, die Geld von Marcel sehen wollten. Als er es nicht hatte, schlugen sie ihn zusammen. Susan berichtete er von den Geschehnissen und sie hat ihm das Geld gegeben. Aber Marcel wollte nur noch weg von dem Zeitpunkt an. Und er verspricht Susan wieder zu kommen, doch sie kann nicht ohne ihn leben.

Marcel fühlt sich schuldig und er muss herausfinden, ob er wirklich am Tod von Susan Schuld hat. Er will mit Deborah zu ihren Eltern fahren und mit diesen reden. Doch als sie vor dem Tor stehen, ist das Vorhängeschloss nur noch eine Requisite, die vor nichts mehr schützt. Das Grundstück selbst scheint verlassen zu sein. Marcel betätigt die Türklingel, doch diese gibt keinen Laut von sich. Die Tür kann er mühelos aufstoßen. Er sieht sich um. Es muss jemand vor kurzem hier gewesen sein, denn es brennt noch eine Zigarette im Aschenbecher. Lippenstift ist am Filter. Vielleicht hat Philip ihn aber auch belogen. Dann klingelt das Telefon. Deborah nimmt ab. Du wirst sterben, Deborah. Dein Tod wird die Rache für Susans Tod sein.

Marcel will die Polizei rufen, sieht dann aber doch davon ab. Sie verlassen gemeinsam das Grundstück und Philip blickt ihnen nach. Als Marcel sich nach dem Anschluss erkundigt, erfährt er, dass dieser abgemeldet ist und somit niemand dort anrufen kann. Deborah muss vor Aufregung wieder ihre Tabletten nehmen. Aus der Zeitung erfahren die beiden, dass Susans Tod ein Autounfall war. Die Techniker überprüfen inzwischen den Anschluss, aber dieser ist tot. Allerdings hat auch nur Deborah die Stimme gehört und Marcel nicht. Er sieht sich nochmals um. Im Nebenzimmer wurde der Plattenspieler angestellt und eine merkwürdige Melodie erklingt.

Marcels Wagen bekommt einen Ölwechsel. Deborah hat das in Auftrag gegeben. Doch als Marcel mit dem Taxi zurück ins Hotel fährt, sieht er seinen Wagen am Straßenrand stehen. Er verlässt das Taxi und sieht durch die Fensterscheibe des Restaurants. Dort sitzt Deborah mit Philip an einem Tisch und hinter seinem Rücken. Dann geht sie, steigt in Marcels Wagen und fährt davon. In der Bar des Hotels trifft sie dann auf Marcel. Das Auto ist schon unterwegs nach Hause.

Die beiden sind weiter nach Nizza unterwegs. Deborah will von ihrem Zimmer aus mit L. A. telefonieren, doch das dauert noch. Marcel spricht sie auf Philip an, aber sie streitet eine Liäson ab und wollte ihm lediglich zu verstehen geben, dass Philip sie in Ruhe lassen soll. Das Telefon schellt. Ihre Mutter ist am anderen Ende der Leitung. Marcels Schwiegermutter lässt ihn grüßen, auch wenn er in ihren Augen nur ein Mitgiftjäger ist.

Marcel und Deborah sind am Abend bei einem Boxkampf zugegen, und auch dort taucht Philip auf. So glaubte Marcel zumindest, doch der angesprochene ist nicht Philip. Sie fahren am nächsten Tag weiter an der Riveira entlang. Deborah hat eine Villa für eine Woche gemietet, in der sie sich die nächste Zeit häuslich nieder lassen werden. Von der Zufahrt sieht man bereits das große Anwesen mit Swimmingpool. Sie genießen die Zeit dort, doch als sie dachten, dass sie allein sind, bellt auf einmal der Hund des Nachbarn. Er hat sich in Sichtweite gestellt, um sein Bild zu vollenden. Das kommt Deborah merkwürdig vor und das Ehepaar geht ins Haus. Der Fremde hat sein Haus nebenan.

Marcel betrachtet ein Foto von Susan. Deborah hatte es mitgenommen. Sie vertraut Marcel nicht, aber sie will ihn auch besser verstehen, doch jedes Mal, wenn er sie liebt, muss sie an Susan denken. Philip hatte Marcel und Susan einmal überrascht. Vielleicht ist Marcel deshalb auf einen Trick von Philip reingefallen, denn warum sollte Susan ausgerechnet wegen Marcel Selbstmord begehen?

Das Ehepaar geht am Abend tanzen. Dabei erblickt Deborah den Maler an einem anderen Tisch, so als wenn er die beiden verfolgt. Marcel soll ihr einen Kaffee holen, doch während er weg ist, geht sie zu dem Maler und unterhält sich mit ihm. Marcel passt das augenscheinlich gar nicht. Er will gehen. Und Deborah kommt mit.

Als die beiden in ihrem Garten ein Spiel spielen, klingelt das Telefon. Hallo? - Sie werden sterben. Es hört sich wie ein Tonband an. Die Stimme wiederholt die Phrase immer und immer wieder. Deborah soll nicht auflegen. Marcel fährt nur kurz zur Polizei, damit sie herausfinden können, woher der Anruf stammt. Als Marcel aus dem Haus ist, nimmt Deborah eine Beruhigungstablette. Doch es bleibt nicht bei einer, sondern sie leert ihr Tablettendöschen. Doch dann hört sie noch etwas und geht zurück ins Wohnzimmer. Dort steht der Maler. Er spielt ein ihr bekanntes Stück auf dem Klavier. Ein Stück, welches sie inzwischen so sehr zu hassen gelernt hat. Und er hat das Telefon aufgelegt. Er soll gefälligst gehen. Es könnte sonst schlimm enden, wenn Marcel zurück kommt. Aber sie wird ihn nicht wieder los, und aufgrund ihrer eingenommenen Tabletten, bricht sie zusammen.

Ab hier Spoiler!


Als sie zu sich kommt, ist ein Arzt bei ihr. Marcel ist zurückgekommen. Zu viele Beruhigungstabletten. Die Polizei wird sich um die Sache kümmern, aber viel wird wahrscheinlich nicht dabei rum kommen. Marcel schlägt vor zurück nach Californien zu reisen. Draußen geht jemand um den Pool. Deborah wird Nachts von den Geräuschen wach. Sie weckt ihn. Jemand ist im Haus. Marcel holt aus der Schublade eine Waffe und lädt sie. Dann schleicht er sich aus dem Schlafzimmer. Deborah bleibt zurück. Dann ist auf einmal jemand bei ihr. Philip! Er geht mit einem Messer auf Deborah los. Marcel kommt dazu und schießt auf Philip. Es scheint, als wenn er ihr getötet hat, doch dem ist nicht so. Es kommt zum Kampf zwischen den beiden. Und Philip kann hinter dem Bett verborgen Marcel ersteichen. Zumindest erscheint das für Deborah so, doch als das Licht angeht, steht Marcel aufrecht da und Philip liegt mit mehreren Wunden übersäät am Boden. Was machen sie jetzt? Marcel will die Polizei rufen, doch Deborah will nicht. Man würde ihnen nicht glauben. Aber sie müssen verschwinden. Und auch die Leiche muss verschwinden. Deshalb hebt Marcel ein Loch im Garten aus und verscharrt die Leiche von Philip darin.

Am Morgen regnet es. Ein Zettel liegt auf Marcels Kopfkissen. Er ist bereits los um die Flugtickets zu besorgen. Deborah soll schonmal die Koffer packen. Sie tritt ans Fenster udn zeiht die Jalouisie hoch. Das Grab ist leer und Philip steht daneben. Dann ist er wieder weg. Im Haus beginnt wieder die gleiche Musik zu spielen. Doch die Platte hängt. Deborah schaltet sie aus. Und dann steht Susan vor ihr und Deborah läuft davon. Sie lauscht von ihrer Tür ob Susan ihr folgt, doch dann wird sie von Philip von hinten gepackt und fällt in Ohnmacht.

Philip mixt einen Cocktail aus allen auffindbaren Pillen zusammen und Susan und er flößen es Deborah ein. Als Deborah wieder wegdämmert, schlitzt Philip ihr die Pulsadern auf und legt die Klinge in ihre andere Hand. Ein paar Minuten müssen sie noch warten. Und Susan soll ihre Zigarettenstummel nicht überall liegen lassen. Marcel ruft vom Flughafen aus an, doch es hebt niemand ab. Das Blut tropft inzwischen auf den Boden. Marcel macht sich vom Flughafen schnell auf um zurück zu fahren. Unterwegs hält er allerdings in Höhe eines anderen Wagens an. In diesem sitzen Philip und Susan. Es gab keien Kunstfeheler. Marcel soll die Nachbarn und die Polizei alarmieren. Marcel liebt Susan. Sie wird auf ihn in Genf warten.

Als Marcel an der gemieteten Villa ankommt, ist die Tür offen. Er geht rein, doch als er das Schlafzimmer betritt, ist Deborah verschwunden. Der Maler sitzt an ihrer statt auf dem Bett. Er könnte ein unbequemer Zeuger werden, denn er hat die ganze Sache beobachtet. Deborah habe es allerdings nicht geschafft. Marcel holt seine Waffe raus, doch der Maler kann ihn davon überzeugen, dass von ihm keine Gefahr ausgeht. Und dann beginnt Marcel zu erzählen. Doch das Telefon liegt nicht auf, denn die Polizei hört am anderen Ende mit. Als Marcel das begreift, will er den Maler erschießen, doch dieser kommt ihm zuvor und Marcel stirbt. Die anderen kommen rein. Deborah wird es schaffen. Am Flugplatz wurden Susan und Philip festgenommen, wie Deborah später auf der Polizeiwache erfährt. Dann verlässt sie das Revier. Sie geht die Straße entlang und ein Wagen folgt ihr. An der nächsten Ecke steigt sie in diesen ein. Der Maler sitzt auf der Rückbank. Und jetzt wird kassiert. 300.000 von der Lebensversicherung von Marcel. Und der Wagen fängt an zu beschleunigen, bevor er aus dem Bild verschwindet.

Wertung:


Was ich hier nicht erwartet hatte, war ein waschechter Giallo, aber den bekommt man hier geboten, wenn das Augenmerk auch nicht auf Italien liegt. Die Story ist recht komplex und gerade aufgrund der gesamten Einfädelung hat die Geschichte in meinen Augen genau die richtige Länge, denn es ist wichtig die gesamten Hintergründe zu kennen. Dazu gehört auch, dass so ganz nebenbei erwähnt wird, dass Deborahs Eltern Geld haben, und Marcel hätte es auf dieses abgesehen haben. Es wäre schlicht und ergreifend schlecht gemacht gewesen, wenn sie es selbst gesagt hätte. So ist das elegant und genau passend zu der Atmosphäre im Film. Das Argument, dass die Spannung darunter leide, kann ich aber durchaus nachvollziehen, wobei ein Film nicht immer nur aus Spannung bestehen muss, denn hier sind es gerade die kleinen Anteile, die diesen Film sehenswert machen, auch wenn es spannendere Gialli gibt, wenn man diesen denn hinzuzählt. Dabei ist das untypische hier, dass es nicht um einen geschehenen Mord geht, sondern um die Bedrohung jemanden zu töten. Dabei ist das einzige Motiv, was hier vorkommt, Geld, und zwar wie es den Anschein hat nicht nur von Marcel sondern auch von Deborah. Dabei stellt sich das Ende als durchaus überraschend dar, was dem Film auch richtig gut zu Gesicht steht.

Qualitativ ist das Bild hervorragend umgesetzt worden. Es hat deutlich mehr Farbschärfen als das Original und wirkt deshalb gut. Auch die Filmrisse, die vormals vorhanden waren, hat man gut ausgemerzt. Der Ton ist hingegen alles andere als gut. Er wirkt geradezu dumpf und teilweise schwer verständlich. Mit Untertiteln ist das natürlich kein Problem, die sich übrigens hervorragend vom Hintergrundbild abheben und immer deutlich zu sehen sind. Es geht aber auch ohne, auch wenn man dafür die Lautstärke ein wenig erhöhen muss.

Die Hauptakteure sind hier natürlich Carroll Baker und Jean Sorel. Beide hat man in zahlreichen Filmen gesehen. "Foltergarten der Sinnlichkeit 2", "Andy Warhol's BAD" oder "The Game" ist nur eine Auswahl, in der Carroll Baker zu sehen war. "Nackt über Leichen" sowie "Malastrana" sind zwei Beispiele für Sorel. Auch Luigi Pistilli ist in der Rolle des Philip kein Unbekannter. "Zwei glorreiche Halunken" oder "Im Blutrausch des Satans" sind nur zwei seiner Filme, bis er 1996 Selbsmord begangen hatte. Für den Regisseur war es vielleicht der erfolgreichste Film seiner Laufbahn.

Jeder, der sich mit Gialli anfreunden kann, wird auch an diesem Film seine Freude haben, auch wenn die Spannung nicht bis ins unermässliche steigt. Sehenswert ist dieser Streifen auf jeden Fall und für mich gehört er von seiner komplexen Handlungsweise zu den besten seiner Zunft, weshalb ich hier auch kein Problem habe die Höchstpunktzahl zu vergen: 10/10!

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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