Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Der Schwanz des Skorpions (1971)
BeitragVerfasst: 22. Dez 2012, 14:47 
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Originaltitel:    Coda dello scorpione, La
Herstellungsland:    Italien
Spanien
Erscheinungsjahr:    1971
Regie:    Sergio Martino

Darsteller:   
George Hilton
Anita Strindberg
Alberto de Mendoza
Ida Galli
Janine Reynaud
Luigi Pistilli
Tom Felleghy
Luis Barboo
Lisa Leonardi
Tomás Picó
Franco Caracciolo
Fulvio Mingozzi

Handlung:

Nachdem ihr Mann Kurt bei einem Flugzeugunglück ums Leben kommt, befindet sich seine Witwe Lisa (Evelyn Stewart) plötzlich in der glücklichen Lage über eine Million Dollar aus einer Lebensversicherung verfügen zu können. Doch prompt zieht das die Blutsauger an, wie etwa Lisas Ex-Liebhaber, der seinen Teil vom Geld für seinen Drogenkonsum haben möchte. Doch noch vor der Übergabe wird er erstochen. Lisa flieht praktisch nach Athen, doch inzwischen hat die Versicherungsgesellschaft den Detektiv Peter Lynch (George Hilton) angeheuert, der nach einem Schlupfloch suchen soll, damit die Firma nicht zahlen muß. Dafür gibt es auch bald Anhaltspunkte, denn offenbar wollte der Verstorbene schon bald die hübsche Laura (Janine Reynaud) statt Lisa ehelichen, weshalb Erstere jetzt auch einen Teil des Geldes für sich reklamiert. Einer gewaltsamen Eskalation dank Lynch noch einmal entkommen, will sie aus der Stadt verschwinden, doch neben als den geldgierigen Verfolgern ist da auch noch ein Killer in Leder, der keine Gefangenen macht...

Quelle: Ofdb

Fazit:

Der Schwanz des Skorpions ist ein sehr spannender Erbschaftskrimi im 1A Giallo-Look. Die Handlung ist extrem fesselnd, denn ständig werden uns neue Verdächtige präsentiert, die dann einige Zeit später wieder genussvoll weggemeuchelt werden. Die Morde fallen zwar recht farbenfroh aus (Blut fließt fleißig), sind aber nicht wirklich hart inszeniert. Im Gegensatz zu den meisten Gialli, spielt dieser Film hier nicht in Italien, sondern in England und Griechenland. Speziell die zweite Location erzeugt eine wunderbare Giallo-Atmo. Die Schauspieler sind allesamt in Ordnung und machen einen wirklich guten Job. Das Ende ist dann typisch für einen Giallo und kam für mich nicht wirklich überraschend, trotzdem finde ich es sehr gelungen.

Ein starker Vertreter des Giallo-Genres
8/10 Pkt

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Wer im Glashaus sitzt, sollte ich sich im Dunkeln ausziehen!


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Schwanz des Skorpions
BeitragVerfasst: 28. Feb 2013, 01:02 
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Nachdem der jungen Witwe Lisa eine Versicherungspolice von 1 Million Dollar ausgezahlt wird, scheint ein Wettlauf um das Geld zu beginnen. Menschen sterben, die Polizei ist ratlos und ein maskierter Killer treibt sein erbarmungsloses Unwesen. Jeder verdächtigt jeden, doch die Wahrheit ist viel schlimmer!


Sergio Martino hat bei seinen Giallo-Beiträgen ein Gespür für äußerst gelungene-und spannungsgeladene Thriller bewiesen, was einem spätestens bei seinem Meisterwerk "Der Killer von Wien" aufgefallen sein dürfte, der kurz nach dem hier vorliegenden Werk erschienen ist. Zwar kann "Der Schwanz des Skorpions" nicht ganz an dessen Genialität heranreichen, doch auch hier wird dem Zuschauer eine sehr atmosphärische und zudem gut durchdachte Story präsentiert, in der einmal mehr Sunny-Boy George Hilton die männliche Hauptrolle spielt, was in diesem Genre durchaus noch öfter der Fall sein sollte. Sieht man den guten Mann doch ansonsten eher an der Seite der wunderschönen und sinnlichen Edwige Fenech, so wurde ihm in diesem Fall mit Anita Strindberg viel eher der Typ unterkühlte Schönheit zugeordnet, was jedoch keinesfalls als negative Kritik zu verstehen ist. Die hübsche Schwedin macht ihre Sache nämlich ganz ordentlich, kann aber auf keinen Fall die durchschlagende Präsenz einer Edwige Fenech erreichen, so das ihr Stellenwert im Geschehen auch keine sonderlichen Ausmaße erreicht. Umso mehr trumpft dafür Hilton auf, der einmal mehr durch eine hervorragende Performance aufwartet.

Der Film lebt hauptsächlich von seinem gekonnten Spannungsaufbau, denn in dieser Beziehung schöpft Martino aus dem Vollen. Immer wieder eingestreute Kleinigkeiten machen es dem Betrachter relativ schwer, sich auf einen Verdächtigen festzulegen, der für die Mordserie verantwortlich zeichnet. Dabei mangelt es keineswegs an Verdächtigen, denn äußerst geschickt werden im Laufe der Zeit immer neue Verdachtsmomente aufgeworfen, die den Kreis der möglichen Mörder nicht unbedingt verkleinern.Es entwickelt sich also im Prinzip das typische Giallo-Muster und dennoch wird man die ganze Zeit über das Gefühl nicht los, das diesem Werk der zarte Anstrich eines Agenten-Thrillers anhaftet. Dabei kann man gar nicht genau definieren woran das eigentlich liegt, aber diversen Passagen wohnt eine ganz spezielle Stimmung bei, die man schwerlich in Worte fassen kann. Vielleicht mag es an der Thematik des Szenarios liegen, denn Hintergrund für die etlichen Morde ist immerhin die Summe von 1.000.000 $ die aus einer Lebensversicherung stammt und mit Peter Lynch (Hilton) wird ein Detektiv der Versicherung damit beauftragt, die Witwe des Toten ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. In diesem Aspekt wird sicherlich das teilweise aufkommende Agenten-Flair begründet sein, das man dem Film meiner Meinung nach nicht absprechen kann.

Wie dem aber auch sei, "Der Schwanz des Skorpions" zählt in meinen Augen zu den sehr guten Vertretern seiner Art, was in mehreren Punkten begründet ist. Zuerst einmal wären da die verschiedenen Schauplätze des Geschehens, wobei man insbesondere bei den in Griechenland spielenden Szenen fast schon vom Fernweh erfasst wird. Im Gegensatz zum kühlen London herrscht hier Traumwetter vor und man bekommt richtiggehend Urlaubsgefühle, die von den schönen Unterwasser-Aufnahmen noch zusätzlich unterstützt werden. Andererseits muss man ganz bestimmt die herausragende Kameraarbeit von Emilio Foriscot erwähnen, der dem Betrachter brillante Bilder und manchmal auch sehr außergewöhnliche Einstellungen anbietet, die das Film-Erlebnis nennenswert aufwerten. Wenn das Werk überhaupt einen wirklichen Schwachpunkt erkennen lässt, dann ist es ganz sicher die für einen Giallo ansonsten übliche Erotik. Zwar bekommt man die handelsüblichen Liebesszenen zwischen Herrn Hilton und Frau Strindberg serviert, nur erscheinen diese absolut unterkühlt und lassen keinerlei erotisches Knistern erkennen. Und an diesem Punkt muss dann doch noch einmal die gute Edwige Fenech erwähnt werden, denn von ihrer Sinnlichkeit ist weit und breit nichts zu spüren. Zwischen ihr und dem Eisberg Strindberg liegen ganz einfach Welten, so das die erotischen Szenen des Filmes irgenwie künstlich und aufgesetzt erscheinen. Wie erwähnt ist dies aber das einzig wirkliche Manko in einer Geschichte, die ansonsten vortrefflich zu unterhalten weiß.

Letztendlich ist "La Coda dello scorpione" aber immer noch ein Giallo, der sich weit über dem Durchschnitt ansiedelt und sehr atmosphärische wie auch spannende Thriller-Kost bietet. Auch wenn sich die Ereignisse phasenweise fast überschlagen, ist der Eindruck einiger konstruierter Ereignisse immer noch im Rahmen, so das die Story insgesamt recht gut durchdacht daherkommt. Hat Regisseur Sergio Martino schon mit diesem Film einen äußerst guten Genre-Vertreter kreiert, so sollte er kurz danach mit "Der Killer von Wien" ein absolutes Meisterwerk präsentieren, das wohl ohne wenn und aber zum Besten zu zählen ist, was das Sub-Genre des Giallo je hervorgebracht hat. Und das liegt nicht nur in der Tatsache begründet, das man dort Frau Fenech an der Seite von herrn Hilton zu sehen bekommt.


Fazit:


Alles in allem bekommt man hier sehr gute Kost geliefert, auch wenn die kleinen Mankos nicht gänzlich zu übersehen sind. Dennoch ist im Prinzip alles enthalten was ein Film dieser Gattung braucht, lediglich von den weiblichen Darstellerinnen geht keinerlei glaubhafte Erotik aus. Und genau das lässt das Gesamtbild ein wenig unterkühlt erscheinen, was einen noch besseren Gesamteindruck verhindert.


8/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Schwanz des Skorpions (1971)
BeitragVerfasst: 18. Sep 2013, 22:05 
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Lisa Baumer, mit einem roten Hut gänzlich unpassend zum restlichen Dress gekleidet, geht durch die Stadt, anscheinend London. Sie kommt nach Hause. Sie geht an das klingelnde Telefon und trifft sich mit dem Mann am anderen Ende. beide verbringen eine Nacht miteinander.
Ein Flugzeug explodiert kurz nach seinem Start und Lisa erhält mitten in der Nacht einen Anruf. Das Foto auf dem Nachtschrank gelangt ins Bild. An Bord war ihr Mann Kurt.

Am nächsten Tag gibt es ein Extrablatt zum Absturz, da dort viele Engländer an Bord gewesen sind. Ihr Mann war oft geschäftlich unterwegs, aber Lisa und er lebten mehr oder minder nebeneinander her. Bei seiner Versicherung erfährt sie, dass er vor einem Jahr eine Lebensversicherung über eine Million Dollar abgeschlossen hatte. Lisa ist die Begünstigte. Allerdings muss sie die Police in Athen einlösen und will morgen dorthin fliegen. Sie wird bei ihren Handlungen von einem Mann beobachtet. Als sie an der Themse einen Spaziergang macht, merkt sie, dass sie von ihm verfolgt wird. Sie beschleunigt ihren Schritt und fäng an zu laufen, doch er kann sie einholen. Sie scheint ihn zu kennen, und er will Geld sehen. Er besitzt einen Brief, den sie geschrieben hatte, mit welchem man sie in Zusammenhang mit dem Tod ihres Mannes bringen könnte. Er braucht das Geld um seine Drogensucht finanzieren zu können. Sie gibt ihm einen kleinen Anteil und wird dabei wiederum von jemand anderem beobachtet.

Als sie nach Hause kommt, wirkt das Zimmer durchwühlt. Es ist anscheinend noch jemand da. Und als die Tür aufgeht und eine blutige Hand zum Vorschein kommt, erkennt sie den Drogensüchtigen in dem blutenden Mann am Boden. Und er erliegt seinen Verletzungen.

Lisa fliegt nach Athen. Sie hat bereits im Vorfeld in einem Hotel ein Zimmer gebucht. Peter, jemand, den sie vorher eigentlich nicht kannte, scheint ihr vom Flughafen her gefolgt zu sein. Und auch Abends in einer Bar trifft er Lisa wieder. Aber auch dort wird sie beschattet. Jemand, der sich später als John Stanley von Interpol herausstellt. Sie bekommt eine Nachricht und muss das Etablissement verlassen. Sie nimmt sich ein Taxi und fährt zu einem alten Theater. Dort wartet Lara Florakis auf sie. Auch Sharif, ihr Anwalt, ist da. Sie will die Hälfte der Lebensversicherung. Lara behauptet, dass Lisa das Flugzeug in die Luft gesprengt hat. Kurt wollte schließlich sie heiraten und als Begünstigte eintragen lassen. Sharif soll Lisa von der Idee überzeugen, doch sie kann flüchten. Und auf halber Wegstrecke läuft sie Peter Lynch in die Arme, der wie durch einen Zufall auch dort ist. Peter kann Sharif und Lara aufhalten und Lisa mit seinem Wagen an einen sicheren Ort bringen.

Als der nächste Tag anbricht, will Lisa den Check der Versicherung zu Geld machen - Bargeld. Sie holt die komplette Summe von der Bank ab, und will mit diesem nach Tokio entfleuchen. Sie packt im Hotel ihre Koffer. Dann ein Anruf, ein Ferngespräch. Peter wartet unten in der Lobby auf sie, doch sie kommt und kommt nicht. Dann geht ihre Zimmertür auf. Eien Klinge ist zu sehen und jemand dringt in das Hotelzimmer ein und ersticht Lisa. Das Geld, was sie in ein kleines Case getan hatte, nimmt der Mörder mit.

Unten wartet bereits das Taxi, welches sie bestellt hatte. Doch Lisa kommt einfach nicht runter. Deshalb gehen der Portier sowie Peter nach oben und öffnen die Zimmertür und finden dort die tote Lisa. Die Polizei sowie auch die Presse rücken an. Peter hatte den Auftrag Lisa Baumer zu beschatten. Er ist für die Versicherungsagentur unterwegs. Auch Interpol ermittelt in Person von John Stanley. Mit ein wenig Geschick spürt Letzterer die rothaarige Lara auf, an die Peter sich bildlich erinnern konnte. Er will die Million von ihr, doch sie beteuert, dass sie diese nicht habe. Peter lauscht dabei von draußen an der Tür, doch auf einmal wird er von einem Mann mit einem Beil attackiert, wobei das Beil im Holz der Eingangstür stecken bleibt. Der Angreifer nimmt reiß aus und John folgt ihm.

Die Polizeireporterin Cléo Dupont meldet sich bei Peter. Sie trifft sich mit Peter, da sie von Stanley einige Informationen erhalten hat. Wieso nur hat Lisa sich das Geld in Bar auszahlen lassen? Peter fängt eine Affaire mit Cléo an. Als er in sein Hotelzimmer kommt, sieht er, dass es durchwühlt worden ist.

Als Lara nach Hause kommt, nachdem sie sich mit Sharif getroffen hatte, fühlt sie sich beobachtet. Jemand streunt um das Haus herum. Sie meint, dass sie etwas gehört habe. Das Schloss öffnet sich von außen, aber Lara kann die Tür verriegeln. Der Mörder fängt allerdings an die Tür von außen aufzubohren, weshalb Lara bei Sharif um Hilfe klingelt. Dann bricht die Fensterscheibe und der Killer greift Lara an und schneidet ihr die Kehle durch. Als er aus dem Haus entkommen will, ist Sharif allerdings schon da. Er flüchtet nach oben auf das Dach. Dort kann er Sharif zu fall bringen, so dass dieser sich gerade noch an den letzten Dachziegeln oben halten kann. Doch mit einem Schnitt über die Finger bringt er ihn zum Absturz.

Cléo bekommt nachts einen Anruf, dass wieder ein Mord passiert sei. Peter ist bei ihr und sie macht sich sofort auf den Weg. Die Toten werden fotografisch analysiert. Es gibt anscheinend Ähnlichkeiten zwischen den Morden. Kommissar Stavros fährt zu Peter und Cléo auf ihr am Pier liegendes Boot. Der Verdacht soll anscheinend auf Peter gelenkt werden. Er soll deshalb die Stadt vorerst nicht verlassen.

Am Abend will sie noch ein paar Fotos in der Dunkelkammer entwickeln, doch dann geht das Licht aus. Peter ist gerade gegangen und sucht seine Autoschlüssel unten am Wagen. In der Wohnung ist es dunkel und ein Mann scheint da zu sein. Ein Fenster ist auf. Peter klopft an die Wohnungstür, doch Cléo kann nicht mehr antworten, denn sie wird von jemandem mit einem Messer angegriffen. Doch dann schreit sie um Hilfe und nachdem der Mörder ihr eine Schnittwunde zugefügt hat, gelingt es Peter die Tür aufzubrechen und den Mörder durch das Balkonfenster zu vertreiben. Er ruft die Polizei. Diese taucht auch bei ihnen auf. Sie wird ins Krankenhaus gebracht. Stanley findet auf einer Matratze einen Manschettenknopf mit einem Skorpion, ein erster Hinweis auf den Täter. Eine Seltenheit, wahrscheinlich aus der Türkei. Peter erlangt über die Bank ein Foto von Kurt Baumer. In einer Vergrößerung erkennen sie, dass dieser eben den gefundenen Manschettenknopf an seinem Anzug trägt.

George schaut fern. Dann öffnet sich die Tür und ein Mann mit einem Messer stürzt auf ihn zu. Fast gelingt es George noch diesen abzuweheren, doch dann schnappt der Killer sich eine zerbrochene Flasche und kann George erst damit am Auge verletzten und ihn schlussendlich mit seinem Messer erstechen.

Cléo und Peter berichten dem Kommissar, dass sie einen Hinweis auf die Herkunft des Manschettenknopfes gefunden haben. Und die Inspektoren halten diese These durchaus für plausibel. Der Verdacht sollte wohl tatsächlich nur auf Peter gelenkt werden. Um an ein wenig Ruhe zu gelangen, verbringen Cléo und Peter ein wenig Zeit auf seinem Boot in einer Bucht. Per Funk sollen sie mit dem Festland ständig in Kontakt bleiben. Und während die beiden dort draußen sind, zählen die Polizisten eins und eins zusammen, und kommen dem Ergebnis dieses Falls näher und näher, und damit haben die Täter nicht gerechnet, und auch das Geld taucht wieder auf, und ist am Ende doch verloren, oder etwa nicht?

Wertung:


Von allen Giallis, die ich bislang sehen durfte, und ich halte diese Kategorie an Kriminalfilmen für absolut sehenswert, war dieses hier der Schlechteste. Am Anfang wirkt es so, als wenn Lisa die Hauptperson des Films ist, denn es ist das Hauptaugenmerk auf sie gerichtet. Leider wird sie aber in den ersten 25 Minuten ermordet, weshalb sie damit ausscheidet. Die eigentliche Hauptperson ist Peter, denn auch Cléo ist erst später in die Handlung eingeführt worden. Damit nimmt man dem Hauptcharakter ein wenig die Chance sich zu entwickeln, denn es sollte von Anfang an klar sein, wer die Hauptperson ist.

Die Story ist ebenso schwierig zu verfolgen und teilweise auch einfach nicht gut umgesetzt. Da wären die Namen der Hauptdarsteller. Es sollte in einem Film deutlich werden, wer welchen Charakter verkörpert, und gerade bei Peter wird erst recht spät klar, dass er Peter ist und das er die eigentliche Hauptperson ist. Auch die anderen Charaktere werden nicht sonderlich geschickt in die Rahmenhandlung eingebaut, was vor allem an der teils schwer verständlichen Sprache liegt, denn die Namen sind in Anteilen einfach nicht zu verstehen - rein akkustisch. Ebenso gibt es Personen, die auf einmal auftauchen, ohne dass sie vorher einem Handlungsstrang gefolgt wären. Da ist zum einen die Dame, die ans Telefon geht, als ein Anruf von einer Telefonzelle kommt, und zwar der erste. Erst denkt man, dass diese Frau Cléo ist, dann wiederum nicht. Später taucht sie eventuell beim Kommssar auf, als die Brosche demonstiert wird, aber auch da ist das nicht zu verstehen und es bleibt unklar. Dann sieht man diese Frau als Geliebte/Ehefrau von George, der ja auch angegriffen wird. Dabei fragt man sich vor allem: Wer zum Teufel ist George? In der bisherigen Handlung kam er nicht vor oder seine Rolle war so dezent, dass man es nicht bemerkt hat. Außerdem gibt es da diesen Drogensüchtigen am Anfang, der einen Brief von Lisa zu haben scheint. Doch wer ist dieser Mann? Er hat einen Namen (man versteht ihn nicht) und in welcher Beziehung steht er zu den Hauptcharakteren? Unklar bleibt außerdem, wer der Angreifer denn jetzt wirklich gewesen ist. George wurde angegriffen, wahrscheinlich von Peter. Cléo wurde angegriffen. Wahrscheinlich von George, aber warum das denn jetzt. Und wieso muss Peter sie retten und kann sie retten? Als Ablenkungsmanöver oder wie soll das gemeint sein? Warum wird das Geld außerdem in einer Unterwasserhöhle versteckt? Was ist, wenn diese zuläuft und warum sieht Cléo dort nach? Warum schaut sie so merkwürdig drein, als sie etwas in seinem Unterwasserrucksack entdeckt? Fragen über Fragen, und für einen Kriminalfilm sind es einfach zu viele Fragen, zu viele ungelöste und ungeklärte Handlungen.

Aus diesen Gründen geht der Spaß am Sehen ein wenig verloren, denn man muss extrem aufpassen, dass man alles mitbekommt, um ja kein Detail zu verpassen. Das trägt nicht gerade dazu bei, dass dieser Film ein Feuerwerk der Unterhaltung abfährt. Die Schauspieler machen ihre Sache zwar gut, aber aufgrund der Handlung bleiben alle hinter ihren Möglichkeiten. Besonders gut hingegen ist die musikalische Untermalung gelungen, da sie das jeweilige Gefühl der entsprechenden Szene verdeutlicht. Dabei ist es ein wenig Schade, dass gerade ein italienischer Giallo nicht in Italien sondern in Athen und London spielt. Da gehört das aus meiner Sicht eigentlich nicht hin.

Der Filmtitel ist zusätlich ein wenig an den Haaren herbei gezogen, denn der Skorpion spielt nun wirklich eine sehr sehr kleine Rolle in diesem Film, obwohl der Titel in allen Sprachen gleich ist. Das Bild ist zwar insgesamt etwas blass geraten aber durchweg scharf und passend zum film selbst.

Das Fazit ist leider, dass es sich um den schlechtesten Giallo handelt, den ich bisher sehen durfte, und zwar aus den aus meiner Sicht oben genannten Mängeln. Da ich selbst "Deep Red" besser fand, kann ich diesem Werk hier doch nicht mehr als 06/10 Punkten geben. Eine ausgegorene Story mit etwas mehr "Aufklärungscharakter" und besserer Beleutung der Hauptcharaktere hätte diesem Film gut getan. So bleibt leider nur eine etwas schelchtere Wertung als der Giallo-Durchschnitt.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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