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 Betreff des Beitrags: Die Grotte der vergessenen Leichen (1971)
BeitragVerfasst: 4. Mär 2013, 21:42 
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Die Grotte der vergessenen Leichen
(La Notte che Evelyn uscì dalla tomba)
mit Anthony Steffen, Erika Blanc, Giacomo Rossi-Stuart, Marina Malfatti, Roberto Maldera, Rod Murdock, Umberto Raho, Enzo Tarascio, Paola Natale, Brizio Montinaro, Ettore Bevilacqua
Regie: Emilio Miraglia
Drehbuch: Fabio Pittorru / Massimo Felisatti
Kamera: Gastone Di Giovanni
Musik: Bruno nicolai
ungeprüft
Italien / 1971

Grauenvolle Dinge geschehen auf dem halbverfallenem Schloss des reichen Lord Cunningham. Seine tote Frau Evelyn ist aus der Familiengruft verschwunden. Schreie ersticken in dem düsteren Folterkeller und auf sadistische Art und Weise verschwinden junge Frauen, meist Prostituierte! Spukt es im Schloss, oder treibt nur ein Mörder sein gnadenloses Unwesen ?


Wieder einmal bekommt man es hier mit einem deutschen Film-Titel zu tun, der eigentlich vollkommen irreführend ist. Ziemlich schnell könnte man nämlich ohne Vorkenntnisse zu der Meinung gelangen, das es sich um einen weiteren Zombiefilm handelt, dabei hat man es doch mit einem wunderbaren Giallo zu tun, der sich in seiner Inszenierung einmal vom üblichen Strickmuster etwas abhebt. Dies tut die Geschichte im Prinzip auf eine sehr wohlwollende Art und Weise, handelt es sich doch einmal nicht um einen ansonsten typischen Mörder in schwarzen Handschuhen, sondern um eine Story, bei der man die erste Zeit über noch gar nicht weiß, ob hier überhaupt Morde stattgefunden haben. Von Beginn an entwickelt das Geschehen dabei eine sehr mysteriöse Note und phasenweise sind sogar leichte Züge des Übernatürlichen zu erkennen. Im Mittelpunkt des Ganzen steht dabei Lord Cunningham (Anthony Steffen), der scheinbar von schrecklichen Visionen geplagt wird, die mit seiner verstorbenen Ehefrau Evelyn zu tun haben.

So ist dann auch der deutsche Alternativ-Titel "Die Nacht in der Evelyn aus dem Grab kam" weitaus treffender, denn die Leiche der toten Ehefrau verschwindet hier wirklich, wobei man lange Zeit nur erahnen kann, ob es sich wirklich um ein übernatürliches Phänomen handelt, oder ob jemand ein böses Spiel mit dem psychisch angeschlagenen Lord treibt. Steffen spielt die Rolle absolut großartig woran auch die Tatsache nichts ändert, das seine Performance stellenweise von leichtem Overacting durchzogen ist. Wirkt das in manch anderem Film eher störend, so erscheint dieser Begleitumstand hier absolut passend und unterstützt die von haus aus schon gute Grundstimmung des Filmes noch zusätzlich. Auch die Dramaturgie der Ereignisse ist äußerst gut aufgebaut, dem Zuschauer werden die ganze zeit über immer nur kleinere Andeutungen und Puzzle-Teilchen offenbart, die erst kurz vor dem Ende die Zusammenhänge in ihrem ganzen Umfang erkennen lassen. Hierzu zählt auch der Aspekt, das man das Verschwinden diverser Damen nie als Fakt präsentiert bekommt, sondern immer ein wenig im Unklaren darüber bleibt, wo die Damen der Schöpfung denn nun wirklich abgeblieben sind.

Das sorgt durchgehend für einen sehr konstant gezogenen Spannungsbogen, der zudem überhaupt keine Einbrüche erkennen lässt, Regisseur Emilio Miraglia ist sorgsam darauf bedacht, die Aufmerksamkeit des Betrachters aufrecht zu erhalten, um dann erst wenige Minuten vor dem Ende das mysteriöse Geheimnis preiszugeben, das hier ganzzeitig im Raume steht. Kenner des Genres dürften zwar recht frühzeitig wissen worauf das Ganze letztendlich hinausläuft, dennoch kann man sich seiner Vermutungen zu keiner Zeit wirklich sicher sein. Darin liegt auch die große Stärke dieses Werkes, das außerdem ziemlich gut durchdacht ist und keine größeren Logiklöcher zu erkennen gibt. Lediglich im Bezug auf die Härte sollte man keine großen Erwartungen hegen, denn "Die Grotte der vergessenen Leichen" hält sich bei diesem Punkt eher bedeckt und setzt auf keinerlei explizite Gewaltdarstellungen. Dafür wird dem erotischen Aspekt mehr Aufmerksamkeit geschenkt, des Öfteren bekommt man einige schön anzusehende Frauenkörper präsentiert, die zumeist eher spärlich bis gar nicht bekleidet sind und einen netten Anblick bieten.

Insgesamt gesehen handelt es sich um einen eher etwas außergewöhnlichen Vertreter des Giallo, was jedoch als positive Anmerkung zu verstehen ist. Ob Miraglia's Werk wirklich zu den absoluten Klassikern seiner Art zu zählen ist muss ein jeder für sich selbst entscheiden, auf jeden Fall aber sollte der Film in keiner gut sortierten Sammlung fehlen. Ohne Blut und großartige Gewalt wurde hier eine immer spannende Geschichte auf den Weg gebracht, die auch ganz besonders in atmosphärischer Hinsicht überzeugen kann. Das Szenario wirkt rund und absolut stimmig, so das man sich auf ein ausgezeichnetes Filmvergnügen einstellen kann, das sich auch immer wieder zur neuerlichen Sichtung eignet.


Fazit:


Man sollte sich in keinem Fall von dem reißerischen deutschen Titel in die Irre führen lassen und sich vielmehr auf einen äußerst stimmungsvollen Giallo einstellen. Die leicht mysteriöse Note des Filmes sorgt für eine gelungene Abwechslung und verleiht dem Ganzen eine Aura des Unheimlichen, von der man sich nur zu gern einnehmen lässt.


8/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Grotte der vergessenen Leichen
BeitragVerfasst: 7. Apr 2013, 10:11 
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Ich bin gerade wiedermal voll auf'm Italo-Trip und liebe Gialli, dennoch schafft es der Film einfach nicht in meinen Player. Der Film liegt jetzt, tja bereits seit Jahren, ungesehen bei mir rum. Die Inhaltsangabe hat einfach was, was mich jedesmal abturned.

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Wer im Glashaus sitzt, sollte ich sich im Dunkeln ausziehen!


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Grotte der vergessenen Leichen
BeitragVerfasst: 7. Apr 2013, 12:51 
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Solltest dir den Film aber endlich einmal ansehen, lohnt sich durchaus.

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