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 Betreff des Beitrags: Die neunschwänzige Katze (1971)
BeitragVerfasst: 6. Jan 2013, 00:41 
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Die neunschwänzige Katze
[Il Gatto a nove code)
mit James Franciscus, Karl Malden, Catherine Spaak, Pier Paolo Capponi, Horst Frank, Rada Rassimov, Aldo Reggiani, Carlo Alighiero, Vittorio Congia, Ugo Fangareggi, Tom Felleghy, Emilio Marchesini
Regie: Dario Argento
Drehbuch: Dario Argento / Luigi Collo
Kamera: Erico Menczer
Musik: Ennio Morricone
Ungeprüft
Deutschland / Frankreich / Italien / 1971

Der ehemalige Reporter Franco Arnó, der bei einem Unfall sein Augenlicht verlor, bemerkt zufällig ein verdächtiges Gespräch in der Nähe seiner Wohnung. Kurz darauf wird ein Wissenschaftler, dessen Institut in der Nähe von Arnós Wohnung liegt, hinterlistig ermordet. Als er seine Beobachtungen einem Journalisten erzählt, begeben sich beide auf die Spur des mysteriösen Falls. Doch schon bald gibt es weitere Tote im Zusammenhang mit den Ereignissen. Die beiden geraten schließlich selbst ins Visier der Polizei und immer tiefer in eine unglaubliche, tödliche Verschwörung.


Bei dieser zweiten Regiearbeit von Dario Argento handelt es sich um den Mittelteil der sogenannten "Tier-Trilogie", der meiner Meinung nach von vielen Fans immer ein wenig unterschätzt wird. Sicherlich handelt es sich nicht um einen der besten Giallos aller Zeiten, jedoch wird dem Zuschauer eine sehr spannende-und interessante Geschichte präsentiert, deren Auflösung am Ende zwar etwas banal ausfallen mag, doch diesen Aspekt ist man bei einigen Werken des italienischen Regisseurs des Öfteren gewohnt, so das man ihm keine größere Bedeutung zumessen sollte. Vielmehr sollte man sich an einem äusserst atmosphärisch gestalteten Szenario erfreuen, das insbesondere durch sein kräftiges Farbenspiel an Werke von Mario Bava erinnert, dessen Einfluss auf Argento unübersehbar ist. Desweiteren überzeugt dieses Werk durch einen sehr gelungenen Spannungsaufbau, wobei es trotz einer Laufzeit von fast 2 Stunden keinerlei langatmige Passagen erkennen lässt. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn mit zunehmender Laufzeit wird die Spannungsschraube kontinuirlich immer fester angezogen, was dem Zuschauer einen wirklich erstklassigen Filmgenuss beschert.

Das liegt in erster Linie daran, das Argento dem Zuschauer immer wieder kleinere Puzzle-Teilchen präsentiert, die mit der Zeit ein immer klarer erscheinendes Gesamtbild erkennen lassen. So kann man sich nach einer gewissen Zeit sicherlich schon seinen Reim auf die eventuellen Motive des Killers machen, dessen Identität allerdings erst gut 5 Minuten vor dem Ende preisgegeben wird. Bis dahin jedoch wird man mit etlichen falschen Fährten immer wieder in die Irre geführt, so das man seine eigenen Vermutungen zumeist immer wieder verwerfen muss. Natürlich kann es auch durchaus passieren, das man schon frühzeitig auf die Identität des Killers stößt, denn wenn man sich erst einmal über die Motive im Klaren ist, gibt es nur noch einen sehr eingeschränkten Kreis von Verdächtigen, wobei allerdings keinerlei offensichtliche Andeutungen auf eine bestimmte Person zu erkennen sind. Als weiterer Spannungsfaktor sind die eigenen Ermittlungen der beiden Haupt-Charaktere Arno (Karl Malden) und Giordani (James Franciscus) anzusehen, denn während der Geschehnisse sind die beiden mehrere Male kurz davor, die Identität des Killers aufzudecken, um im letzten Moment immer wieder festzustellen, das der Mörder ihnen um eine Nasenlänge vorraus ist. Dabei geraten die beiden Hobby-Detektive nicht selten selbst in eine mehr als brenzlige Lage, aus der sie sich aber immer wieder durch Glück und Geschick befreien können.

Auch wenn das recht simpel gestaltete Ende ganz sicher für viele Leute die Schwäche des Filmes darstellt, so ist es aber auf jeden Fall recht logisch und nachvollziehbar. Ausserdem sollte man erwähnen, das Argento das Hauptaugenmerk ganz eindeutig auf die Motivlage des Killers gelegt, während die Identität viel eher nebensächlich erscheint. Denn gerade im ersten Drittel der Geschichte steht man als Zuschauer do so ziemlich im Dunkel, kann man sich doch zuerst überhaupt keinen Reim auf die Ereignisse machen. Erst durch die Einführung immer weiterer kleiner Fragmente ergibt sich mit der Zeit eine gewisse Übersicht über die Gesamtzusammenhänge. Meiner persönlichen Meinung nach ist das die besondere Stärke des Werkes, denn rückwirkend betrachtet erscheint die Story sogar richtig gut durchdacht und logisch nachvollziehbar. Eine weitere Stärke ist das gute Schauspiel der einzelnen Darsteller, wobei Malden und Franciscus besonders hervorstechen, denn das ungleiche Ermittler-Duo ist als Highlight des Filmes anzusehen und hinterlässt zudem einen extrem symphatischen Eindruck beim Betrachter.

Alles zusammengenommen gibt es eigentlich recht wenig, was man an "Die neunschwänzige Katze" wirklich bemängeln könnte, was selbstverständlich immer an der Sichtweise des jeweiligen Zuschauers liegt. Jedenfalls beinhaltet der Plot alles, was einen guten und sehenswerten Giallo auszeichnet, denn neben einer interessanten Story entfaltet sich ein immer weiter ansteigender Spannungsbogen, der trotz einer Laufzeit von fast 2 Stunden keinerlei einbrüche erkennen lässt. In atmosphärischer Hinsicht gibt es überhaupt nichts zu bemängeln und in diversen Passagen des Szenarios sind sogar richtig bedrohliche Züge zu erkennen, die das von haus aus schon sehr gute Filmvergnügen noch einmal zusätzlich aufwerten. Gut agierende Schauspieler, erstklassige Kamerafahrten und ein herrlich kräftiges Spiel mit den Farben runden die ganze Sache nahezu perfekt ab und lassen einen letztendlich zu einem äusserst guten Gesamteindruck gelangen, den dieses Frühwerk hinterlässt. Eventuell hätte man den gewählten Schluß etwas spektakulärer und ausführlicher gestalten können, jedoch besteht für mich in dieser Beziehung kein wirklicher Kritikpunkt.


Fazit:


Ganz sicher ist "Il Gatto a nove code" nicht der beste Film der italienischen Regie-Legende, jedoch ist schon in dieser zweiten Regiearbeit das immense Potential Argentos zu erkennen, das dann in späteren Filmen wie "Suspiria", "Phenomena" oder auch "Deep Red" so richtig zur Entfaltung kam und den Fans noch einige weitere großartige Werke bescherte, die auch in der heutigen Zeit nichts von ihrer Klasse verloren haben. Dennoch ist auch dieser Film zu den Klassikern des Giallos zu zählen und bietet immer wieder sehr spannende und kurzweilige Unterhaltung, bei der man sich nur zu gern am stattfindenden Rätselspiel beteiligt.


8,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Die neunschwänzige Katze
BeitragVerfasst: 6. Jan 2013, 13:24 
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Toller Cast und superspannende Story. Für mich der stärkste der "Tier-Trilogie" von Dario.

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Wer im Glashaus sitzt, sollte ich sich im Dunkeln ausziehen!


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 Betreff des Beitrags: Re: Die neunschwänzige Katze
BeitragVerfasst: 6. Jan 2013, 14:01 
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Vampir-Adel

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DIE NEUNSCHWÄNZIGE KATZE

von Argento hat mit auch immer gefallen und finde den viel besser als seinen ersten Film!

Für damalige Zeiten war es auch ziemlich krass anzusehen, wie jemand vom einfahrenden Zug überrollt wird, der auf die Gleise geschubst wurde!

Allerdings wurde hier der MAESTRO der Filmmusik vergessen; ENNIO MORRICONE
der hier definitiv bisher zu allen Argentofilmen den schönsten Main Title schuf!
Schön melancholisch, mit schöner Gesangsstimme, einfach winderbar! :)

GrafKarnstein
:vamp:


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