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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Ein Toter lacht als Letzter (1973)
BeitragVerfasst: 28. Dez 2015, 15:51 
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Ein Toter lacht als Letzter
(La Campana del Infierno)
mit Renaud Verley, Viveca Lindfors, Alfredo Mayo, Maribel Martín, Nuria Gimeno, Christina von Blanc, Saturno Cerra, Nicole Vesperini, Erasmo Pascual, Antonio Puga, Juan Cazalilla, Tito García, Rosetta Vellisca
Regie: Claudio Guerín / Juan Antonio Bardem
Drehbuch: Santiago Moncada
Kamera: Manuel Rojas
Musik: Adolfo Waitzman
ungeprüft
Frankreich / Spanien / 1973

Juan, der das Erbe seiner verstorbenen Mutter antreten soll, wird vom Rest seiner Familie in die Nervenheilanstalt gebracht. Er wird kurz auf Probe entlassen, damit darüber entschieden werden kann, wem das Erbe nun zufällt. Diese Entlassung nutzt der junge Mann dazu, sich an seiner Tante Martha und ihren Töchtern zu rächen. Doch auch die haben vorgesorgt: Zusammen mit einem der Ärzte, die Juan behandeln, treiben sie ein teuflisches Spiel mit ihm.


Diese französisch / spanische Co-Produktion ist ein echtes kleines Juwel und man fragt sich ganz ehrlich, warum dieser grandiose Film erst jetzt auf DVD erschienen ist. Es handelt sich dabei um eine extrem gelungene Mixtur aus Psychothriller und dezenten Anleihen beim Horrorfilm, wobei Letztere doch eher recht subtil zum Ausdruck kommen. Aufgrund seines Erzähltempos dürfte der Film von Claudio Guerín und Juan Antonio Bardem gerade bei der jüngeren Generation auf wenig Gegenliebe stoßen, denn der Aufbau der Geschichte gestaltet sich doch ziemlich ruhig. Gerade zu Beginn wird der Zuschauer richtiggehend eingelullt und wird lediglich mit einer etwas tiefer gehenden Charaktereinführung der einzelnen Figuren konfrontiert, wobei aber insbesondere dieser Aspekt dafür Sorge trägt, das man immer tiefer in das perfide Katz und Mausspiel eindringt, das sich zwischen den Protagonisten entwickelt. Hauptfigur Juan wird dabei zunächst als wahrer Sympathieträger aufgebaut, denn ziemlich schnell kristallisiert sich hier heraus, das der Rest seiner Familie dem jungen Mann äußerst übel mitgespielt hat.

So stellt sich dann der Betrachter auch schnell auf die Seite des jungen Mannes, der hauptsächlich durch seine größtenteils makaberen Späße ins Auge fällt, doch mit zunehmender Laufzeit ändert sich die Wahrnehmung des Haupt Charakters doch zusehends. Spätestens zu dem Zeitpunkt als Juan sein sadistisches Spiel mit seiner Tante und deren Töchtern beginnt, verschieben sich die Sympathiewerte doch ganz erheblich. In diesem Punkt offenbart "Ein Toter lacht als Letzter" dann auch seine größte Stärke und zeigt damit auch gleichzeitig auf, das es sich hier um einen eher ungewöhnlichen Vertreter seiner Art handelt. Dieser Umstand macht das Werk absolut außergewöhnlich und lässt es zur gleichen Zeit auch aus der breiten Masse heraus ragen.

Insbesondere in atmosphärischer Hinsicht bekommt man grandiose Filmkost geliefert, denn durch die manchmal fast schon etwas behäbige Art die Abläufe zu schildern, verwandelt sich das Ganze in ein Szenario, das ein intensiv beklemmendes Gefühl beim Betrachter hinterlässt. Die immer wieder eingeschobenen Horrorelemente würzen das Geschehen zusätzlich und in vielen Passagen lässt sich dabei sogar ein wunderbares Gänsehaut Feeling verspüren. Freunde ruhig aufgebauter Psychothriller mit hoher Intensität dürften regelrecht begeistert sein, denn in dieser Beziehung stellt "Ein Toter lacht als Letzter" einen extrem herausragenden Beitrag dar. Für den überragenden Gesamteindruck tragen auch die Darsteller ihren Beitrag bei, denn sämtliche Rollen sind nahezu perfekt besetzt und ausnahmslos alle Akteure warten dabei mit überzeugendem Schauspiel auf.

Intrigen, Manipulation und sadistische Grundzüge sind die Aushängeschilder eines Filmes, der insbesondere zum Ende hin seinem deutschen Titel gerecht wird. Das gewählte Finale gestaltet sich nämlich äußerst makaber und wertet das Gesamtbild noch einmal zusätzlich auf. Mich persönlich hat dieser bisher eher unbekannte Beitrag absolut begeistert und man kann nur eine ganz dicke Empfehlung an all jene aussprechen, die ruhig erzählte, aber dennoch sehr intensive Psychothriller zu schätzen wissen. Nun endlich gibt es dieses Meisterwerk auch auf DVD zu bestaunen, wobei die Veröffentlichung aufgrund der vorhandenen Klasse des Szenarios längst überfällig war.


Fazit:


"Ein Toter lacht als Letzter" ist alles andere als die ansonsten oft übliche 08/15 Durchschnittsware. Dieser Genrevertreter geht in vielen Dingen seinen ganz eigenen Weg und sticht dadurch aus der breiten Masse heraus. Es handelt sich um eine kleine Perle, die in keiner gut sortierten Sammlung fehlen sollte.


9/10


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