Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Post subject: Fight Club (1999)
PostPosted: 11. Aug 2013, 20:42 
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Originaltitel: Fight Club
Herstellungsland: Deutschland/USA
Erscheinungsjahr: 1999
Regie: David Fincher
Genre: Psycho-Thriller
FSK: Keine Jugendfreigabe
Länge: 134 min. Uncut
Genre: Thiller/Drama

Indiziert: Nein / Beschlagnahmt: Nein


Darsteller:
Edward Norton
Brad Pitt
Helena Bonham Carter
Meat Loaf
Zach Grenier
Richmond Arquette
David Andrews
George Maguire
Eugenie Bondurant
Christina Cabot
Sydney 'Big Dawg' Colston
Rachel Singer


Wertung: 10
Härte: 4,5
Blut: 2
Spannung: 10
Action: 8
Humor: 6
Drama: 4
Anspruch: 4



"Ich bin Jacks vergeudetes Leben."

Inhalt:


Der leicht deprimierte, gelangweilte und unter Schlafstörungen leidende Erzähler(sein richtigen Namen wird hier nicht bekannt gegeben) schleppt sich frustriert und genervt vom eigenem Leben, Tag für Tag zur Arbeit.
Ein Büroangestellten dem sein "Zahnrad im Uhrwerk der Gesellschaft"-Dasein gehörig aufs Gemüt schlägt. Sein karger Job füllt ihn genau so wenig aus, wie die desillusionierenden TV-Shows, sein schachtelförmiges Apartment-Leben und sein kleinkariertes Konsumverhalten, dessen sich unser Titelheld leider nur zu bewusst ist. Dieser Sieht in im Leben keinen Sinn mehr.

Nebenbei besucht er Selbsthilfe-Gruppen für Krebskranke Menschen, wo er verschiedene Krankheiten vorgibt, um wahre Nähe und Anteilnahme parasitenhaft zu erfahren. Eines Tages im Flugzeug, lernt er den Charismatischen, und etwas merkwürdigen Seifenverkäufer und Kinomitarbeiter Tyler Durden kennen. Beide werden beste Freunde, auch wenn Tyler ebenfalls ein Aussenseiter der Gesellschaft ist, so ist er dass genaue Gegenteil zum Erzähler. Er ist selbstbewusst, rebellisch, gebildet und gut aussehend. Kurzer Zeit später beginnen sich beide gegenseitig aus Spaß zu verprügeln und finden immer mehr Gefallen dran und erleben dadurch eine befreiende Wirkung. Beide gründen darauf hin den FIGHT CLUB, wo sich frustrierte Männer aller Gesellschaftschichten, Abends in einem großen Kellerraum, heimlich treffen und gegenseitig Kämpfen, um den grauen Alltag zu entfliehen. Diese Organisierung findet immer mehr Anhänger und wird bald zur einer Terroristischen Bewegung in ganz Amerika. Dabei werden Tyler´s Pläne der Anarchie immer Wahnsinniger und der Erzähler wird bald mit der absolut, schockierenden Wahrheit konfrontiert.

Kritik:

Was für ein Film!
"Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit alles zu tun!"
So lautet eines der vielen Zitaten von Tyler Durden. Und so spiegelt sich auch der Inhalt des Filmes wieder.
FIGHT CLUB ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme, es ist ein sehr gelungener Film in dem es sich eigentlich nur um das Thema "Freiheit" dreht.... Man kann sich nach diesem Film zurecht fragen warum alles in der Gesellschaft vorgeschrieben ist und warum wir uns nicht mehr auf unsere Instinkte verlassen. Alles ist mittlerweile vorgeschrieben durch Normen und Werte. Wir haben eigentlich nichts mehr im Griff und das ist beängstigend !!! Warum ist es so toll ein schönes Auto zu haben ? Wieso ist es bedeutend für Menschen Ikea-Möbel zu besitzen statt andere Möbel ? Warum bekommt ein Arzt mehr Anerkennung als ein Straßenfeger ?....Es hat alles mit unserem Status zu tun, fährt man einen Ferrari ist man mehr als wenn man einen Trabbi fährt .....oder ? Ich finde man sollte sich immer ein Stück Freiheit bewahren...und genau das will der Film einem vermitteln, denn der Film handelt von Anarchie, die Suche nach sich selbst, nach Freiheit, das entfliehen der Konsum-Gesellschaft und des grauen Alltages, und das entfliehen vom "was wir zu tuhen und was wir lassen haben."

"Alles was du besitzt, besitzt irgendwann dich."

Hier mit hat David Fincher ein weiteren Meilenstein erschaffen. Der Film schafft es hier eine graue, dreckige und deprimierende Atmosphäre aufzubauen die den Zuschauer schon in der ersten Minute des Filmes in seinen Bann ziehen lässt und tief in die Abgründe der menschliche Psyche ein blicken lässt. Die raue art des Filmes ist schon von Anfang an deutlich spürbar und trotzdem lässt er einen nichts ahnend, wie es wohl ausgehen wird in den nächsten Dialog hineinversetzen. So bleibt die Spannung des Filmes bis zu letzten Filmminute immer erhalten. Allein schon der Anfangs-Score von FIGHT CLUBist der Hammer! Wir sehen eine Kamerafahrt durch den Mikrokosmos eines Gehirns, welche durch eine irregeile Mucke unterlegt wurde, der Soundtrack des Filmes kann sich also ebenso sehen lassen und runden das ganze noch sehr gut ab, ein richtig geiler Ohrwurm vor allem "Where is my Mind" von Pixies und einige geile Sounds von den Dust Brothers wie "What ist Fight Club" und " Jacks Smirking Revanche" Die Bilder und aufnahmen sind meist in einem tristen, verregneten und in ein dunklen Grau-Ton gehalten. Auch die Schauspieler Pitt und Norton machen ihre Sache mit brillianz und liefern hier einer ihrer besten Leistungen ab. Sie ergänzen sich einfach super zusammen und spielen ihre Rollen sehr glaubwürdig.

"Auf den Nullpunkt kommen, ist kein Wochenendurlaub. Kein verdammtes Seminar! Hör auf, alles kontrollieren zu wollen! Lass einfach los, Lass los!"


Besonders die Rolle des abgedrehten Tyler Durden, die zu einer meiner Lieblingsfilmfiguren gehört, passt unglaublich zu Brad Pitt. In dieser Rolle beweist der Hollywood-Beau wie eh und je, das er auch anders kann. In Fight Club zerstört er sein Saubermann-Image, als Pornobilder in Kinderfilme Schneidender Tyler, der bei seinen Gelegenheitsjobs in Restaurants auch mal das Essen mit allen möglichen Körperflüssigkeiten schmackhafter macht. Auch präsentiert sich der Frauenschwarm hier ungewohnt knallhart durchtrainiert, welches die Rolle des Tyler Durdens noch authoritärer rüber bringt.
Edward Norton beweist in FIGHT CLUB einmal mehr, dass er eigentlich für jede Rolle geeignet ist. Auch er findet sich zurecht in seiner Rolle, ebenfalls ideal Besetzung und beweist auch dass er zu einer der besten Schauspieler seiner Zeit gehört, einfach Wahnsinn der Kerl!. Gut gefallen hat mir auch Helena Bonham Carter als Kettenraucherne Simulantin namens Marla Singer.

"Ich will das du mich Schlägst, so hart du nur kannst!"

Auch das Ende von FIGHT CLUB ist ein psychisches Verwirrspiel, es wird noch einmal alles in Frage gestellt und der Erzähler wird von Zweifeln geplagt; ist es richtig was wir tun? Die Situation gerät unaufhaltsam ausser Kontrolle. Über das Finale will ich nun wirklich nicht zu viel verraten, es ist wirklich der Hammer. Um dem ganzen Film noch eine gute Portion Realität mitzugeben, wird der Vorgang im geheimen FIGHT CLUB mit einigen blutigen und harten Schlägereien untermalt, die dem Film noch das I-Tüpfelchen an Gemeinheit geben.

"Ich bin Jack’s grinsende Rache."

Alles in Allen:
Es gibt tatsächlich Filme, die nicht umsonst Kult sind. Einer davon ist ohne Zweifel FIGHT CLUB, der den Puls der Zeit nicht nur getroffen, sondern gnadenlos zerfleischt hat. Dieser Streifen ist Power pur, Philosophie in Reinform und Perversion at it's best. Von der ersten Sekunde an wird das Publikum in den Sog dieses filmischen Spektakels gezerrt, das in kompromisslosen Bildern eine Weltsicht beschreibt, die gleichermassen verstörend und faszinierend ist. Ein krasser Film, der zum Nachdenken über das Konsumieren anregt und jede menge Gesellschaftkritik mit sich bringt und durch aber nur stellenweise Witz, Action und Mystery unterhalten weißt. Man kann sagen FIGHT CLUB Film bietet viel im Sinne von Unzufriedenheit und Sehnsüchte Identifikationspotenzial und dass durchaus Gesellschaftskritisch, ein Faustschlag gegen den Konsumwahns und der Dummheit der Menschen. Daraus resultiert ein in Fincher Manier düster inszenierter Denkanstoß, den man in Form einer Geschichte nicht nur hört und sieht, sondern auch erlebt und einem knallhart fesselt. Genialer Film den man mindestens einmal gesehen haben muss!


"3 Minuten. Es ist soweit - Ground Zero"



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Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit alles zu tun!


And the eighth and final Rule: If this is your first Night at Fight Club, you have to fight!.



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 Post subject: Re: Fight Club (1999)
PostPosted: 11. Aug 2013, 21:37 
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Forum Admin
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Einer der Filme, die meiner Meinung nach vollkommen überbewertet werden, konnte dem absolut nichts abgewinnen.


4/10

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 Post subject: Re: Fight Club (1999)
PostPosted: 12. Aug 2013, 20:09 
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Archivmeister
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Fand den genial. Habe ich damals sogar im Kino gesehen. Eigentlich stand The Sixth Sense auf dem Programm, aber die Vorstellung war ausverkauft, und so hat's uns geradewegs in diesen Streifen reingezoomt.

Hat mehrere Gründe warum ich diesen Film extrem gut finde: Allen voran liegt es an dem Hauptcharakter, der phantastisch in Szene gesetzt worden ist. Auch wie sich dieses Psychospielchen nach und nach aufbaut, gefiel mir extrem gut. Atmosphärisch bleiben ebenfalls keine Wünsche offen, und dabei hat man anfangs erst noch das Gefühl, dass es ein bloßer "Schläger"-Film ist, und das ist weit gefehlt.

Zwar Mainstream und doch wieder nicht. Und ein wenig unbequem. Und deshalb einfach gut. Von mir 10/10!

PS: Wir brechen hier übrigens die Fight-Club-Regeln 1-3 :lol22:

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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