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 Betreff des Beitrags: Gesetz der Rache (2009)
BeitragVerfasst: 24. Dez 2012, 02:11 
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Gesetz der Rache
(Law Abiding Citizen)
mit Jamie Foxx, Gerard Butler, Colm Meaney, Bruce McGill, Leslie Bibb, Michael Irby, Gregory Itzin, Regina Hall, Emerald-Angel Young, Christian Stolte, Annie Corley, Richard Portnow, Viola Davis, Michael Kelly
Regie: F. Gary Gray
Drehbuch: Kurt Wimmer
Kamera: Jonathan Sela
Musik: Brian Tyler
FSK 16
USA / 2009

Der gutbürgerliche Clyde Shelton wird eines Nachts von Einbrechern überfallen, die seine Frau und seine Tochter auf grausame Weise ermorden. Die Täter werden schon bald gefasst, doch Shelton steht vor einem Trümmerhaufen. Da nimmt sich der ambitionierte Staatsanwalt Nick Rice des Falls an, der sich jedoch gezwungen sieht, die Strafverhandlung zu Gunsten des Mörders und zum Nachteil dessen Komplizen zu führen. Der Mörder kommt dadurch mit einem blauen Auge davon. Doch Shelton kann die Sache nicht belassen und sorgt für seine ganze eigene Vorstellung von Gerechtigkeit.


Rache-Thriller gibt es wie Sand am Meer, doch nur wenige hinterlassen beim Zuschauer einen wirklich bleibenden Eindruck. Klassiker wie "Ein Mann sieht eot" nehmen dabei sogar eine Ausnahmestellung ein und wissen auch nach Jahrzehnten immer noch zu begeistern. Mit "Gesetz der Rache" bekommt man es nun aber mit einer Geschichte zu tun die sich doch ziemlich von den ansonsten üblichen Szenarien abhebt, denn was in anderen Genre-Vertretern in gut 90 Minuten erzählt wird, ist in vorliegendem Film eigentlich schon nach gut 30 Minuten abgehandelt und dient eigentlich nur als notwendige Einführung in ein Geschehen, das man als geradezu brillant bezeichnen kann. Und so geht die Story dann auch sofort mit den ersten Szenen in die Vollen, ohne jede Vorwarnung wird der Zuschauer in das kalte Wasser geworfen und mit der Tat an sich konfrontiert, als 2 Einbrecher die Familie von Clyde Shelton (Gerard Butler) bestialisch töten. Danach wird auch im Rekordtempo die Gerichtsverhandlung und die daraus entstehenden Folgen für die Täter abgehandelt, so das man das Geschehen im Prinzip nach einer halben Stunde abhaken könnte. Doch da wo andere Filme dieser Art enden, beginnt "Gesetz der Rache" erst und es entwickelt sich ein perfides Katz-und Maus Spiel, das gut 10 Jahre nach der abscheulichen Tat einsetzt.

Als Aufhänger gilt wie so oft das ziemlich fragwürdige Rechtssystem in den USA, in dem immer wieder gewöhnungsbedürftige Deals abgeschlossen werden, die für die Hinterbliebenen der Opfer zumeist nicht nachvollziehbar und ein regelrechter Schlag ins Gesicht sind. Diese Erfahrung hat auch Shelton gemacht, der nun nach 10 Jahren das Recht selber in die Hand nimmt, wobei die Rache an den beiden Tätern längst nicht das Ende der Fahnenstange darstellt. Es eröffnet sich vielmehr ein mörderisches Spiel mit allen Personen die am damaligen Prozess beteiligt waren, wobei Staatsanwalt Nick Rice (Jamie Foxx) als Hauptgegner auszumachen ist, da er den Deal mit den Verbrechern abgeschlossen hatte. Was sich nun im Laufe der Zeit entwickelt kann man schon fast als Massensterben bezeichnen, denn immer mehr Beteiligte des Prozesses verlieren auf brutalste Art ihr Leben. An dieser Stelle stellt sich jedoch keinesfalls die Frage wer hinter diesen Morden steht, sondern vielmehr der Aspekt, wie Shelton die Morde begehen kann und wer ihm dabei hilft. Der gute Mann sitzt ja schließlich in Isolations-Haft und spielt förmlich mit allen Beteiligten. Selbstverständlich stellt sich mit der Zeit heraus, das man es hier mit einer Art taktischem Genie zu tun hat und manch einem mag das etwas zu klischeelastig vorkommen, doch wie Regisseur F.Gary Gray das Ganze ins Bild gesetzt hat, ist schon absolut faszinierend und zieht einen förmlich in seinen Bann. Immer tiefer taucht der Betrachter in das geheimnisvolle Geschehen ein und gerät dabei schon fast in eine Art Fieber-Rausch, denn der dramaturgisch erstklassig aufgebaute Spannungsbogen sorgt fast durchgehend dafür, das man sich am liebsten die Fingernägel abkauen möchte.

Es ist schon als schlichtweg genial zu bezeichnen, was hier aus einer eigentlich simplen Rache-Story gemacht wurde, die nur ganz am Ende ein wenig an Qualität einbüßt, denn das gewählte Ende kommt einem im Gegensatz zu den vorherigen Ereignisse seltsam banal vor und zerstört ein klein wenig den bis dahin herausragenden Gesamteindruck. Strotzt die Geschichte doch in den ersten gut 90 Minuten nahezu vor Innovation und grandiosen Einfällen und offenbart auch immer wieder herausragende Wendungen, so sind die letzten gut 15 Minuten eher das Gegenteil. Meiner Meinung nach sollte man diesem letzten Teil des Filmes aber nicht zuviel Gewichtung beimessen, denn es fehlt dem Drehbuch lediglich an der nötigen Konsequenz, die eingeschlagene Richtung auch vollends durzuziehen. Für viele andere mag hier ein großes Defizit zu bestehen, jedoch ist "Gesetz der Rache" insgesamt gesehen ein viel zu guter Film, um wirklich große Punktabzüge vornehmen zu können. Ein absoluter Höhepunkt ist dabei auch sicherlich das Schauspiel der Akteure, denn bis in die kleinsten Nebenrollen ist das Werk absolut perfekt besetzt. Hervorheben muss man dennoch die beiden Hauptdarsteller, denn Foxx und Butler liefern hier beide eine sagenhafte Performance ab, mit der sie alle anderen Darsteller ein wenig in den Hintergrund rücken.

Letztendlich handelt es sich hier um einen herausragenden Vertreter seiner Art, der bis auf die etwas schwächelnde Schluss-Phase Thriller-Kost vom Feinsten bietet. Etliche Wendungen und jede Menge Überraschungsmomente vermitteln dem Betrachter fast durchgehend ein Gefühl der absoluten Hochspannung und es ist so gut wie unmöglich, sich der vom Geschehen ausgehenden Faszination zu entziehen. Einmal mehr wird dabei das korrupte Srafsystem der USA an den Pranger gestellt, das in vielen Fällen keine wirkliche Gerechtigkeit beschert. Die Art dieses System zu bekämpfen wird hier extrem drastisch und intensiv dargestellt und auch, wenn manche Passage im ersten Moment einen vielleicht eher unglaubwürdigen Eindruck hinterlässt, entfaltet sich im Endeffekt ein recht authentischer Eindruck, der das Gesamtbild nahezu perfekt abrundet.


Fazit:


"Gesetz der Rache" beginnt da, wo andere Rache-Thriller enden und präsentiert einem eine geniale Geschichte, die bis auf die letzten 15 Minuten hochklassige Filmkost bietet. Auch das etwas banale Ende stellt für mich persönlich kein großes Hindernis dar, hier eine hohe Bewertung abzugeben, was selbstverständlich wie immer im Auge des jeweiligen Betrachters liegt. Auf jeden Fall aber sollte man sich diesen höchst intensiven Film einmal anschauen, denn Spannung und Kurzweil ohne Ende sind definitiv vorprogrammiert.


9/10

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