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 Betreff des Beitrags: James Bond 007 Der Hauch des Todes (1987)
BeitragVerfasst: 4. Jul 2013, 18:02 
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Der Hauch des Todes
(The Living Daylights)
mit Timothy Dalton, Maryam d'Abo, Jeroen Krabbé, Joe Don Baker, John Rhys-Davies, Art Malik, Andreas Wisniewski, Thomas Wheatley, Desmond Llewelyn, Robert Brown, Geoffrey Keen, Walter Gotell, Caroline Bliss
Regie: John Glen
Drehbuch: Richard Maibaum / Michael G. Wilson
Kamera: Alec Mills
Musik: John Barry
FSK 16
Großbritannien / USA / 1987

Eine unbekannte Organisation tötet westliche Spitzenagenten, um das Gleichgewicht zwischen Ost und West zu stören. Nicht der russische KGB steckt dahinter, sondern ein sowjetischer Überläufer, dem James Bond zur Flucht in den Westen verholfen hat. Bei einer Verfolgungsjagd rund um den Globus legt Agent 007 mit tatkräftiger Unterstützung einer hübschen Cellistin dem Verschwörer das Handwerk.


John Glen wird sicherlich nicht als der Regisseur in der Bond-Reihe eingehen, der die spektakulärsten Geschichten in Szene gesetzt hat und so bietet auch "Der Hauch des Todes" ein eher normales Szenario, das weitesgehend auf technische Spielereien verzichtet, dem Zuschauer aber andererseits eine zu Großteilen glaubwürdige Story anbietet. Zunächst sollte man aber wohl auf die neue Besetzung in der Hauptrolle eingehen, denn mit Timothy Dalton präsentiert sich nun der mittlerweile vierte Darsteller in der Rolle des britischen Agenten James Bond und der gute Mann hatte von Beginn an mit etlicher Kritik zu kämpfen, da seine Darstellung des Charakters sich doch erheblich von den bisherigen Schauspiel-Kollegen abhob. Dies wird hier auch von Beginn an recht deutlich, hat man doch bisher eigentlich nie einen so harten Bond gesehen, was natürlich nicht jedermanns Geschmack traf, so das Dalton leider auch nur in zwei filmen in der Hauptrolle zu sehen war. Dabei hätte man dem smarten-und coolen Typen doch gern einige Abenteuer mehr gegönnt, brachte er doch viel frischen Wind in die Reihe, auch wenn dies ein wenig auf Kosten der lockeren Sprüche ging, was man meiner persönlichen Meinung nach aber durchaus verschmerzen konnte.

Mit "Der Hauch des Todes" zog eine leichte Stil-Änderung in das Bond-Universum ein, was sich insbesondere im nächsten Film sehr deutlich zu erkennen geben sollte. Doch auch in vorliegendem Film merkt man schon ganz deutlich, das die leicht überzogene und manchmal versnobte Art des Agenten gewichen war und stattdessen Härte-und Kompromisslosigkeit Einzug hielt. So bekommt man etliche Action-Passagen geboten, die allesamt nicht nur erstklassig ins Bild gesetzt wurden, sondern auch einen extrem rauen Eindruck hinterlassen. Diese Art scheint Dalton wie auf den Leib geschneidert und der gute Mann liefert eine wirklich absolut gelungene Performance ab, was dem Geschehen ganz klar seinen persönlichen Stempel aufdrückt. Und so passt auch die eher nüchterne Geschichte ganz hervorragend zum neuen Bond, der fast vollkommen auf alberne Sprüche und affektiertes Gehabe verzichtet, was man ja insbesondere bei seinem Vorgänger Roger Moore des Öfteren bemängelt hat. Ihm zur Seite hatte man mit Maryam d'Abo die weibliche Hauptrolle nahezu perfekt besetzt, die Dame sieht nämlich nicht nur verdammt gut aus, sie mischt auch ordentlich mit im bunten Treiben, das sich rund um den gesamten Erdball abspielt. Ich kann mich nicht daran erinnern, das 007 einmal eine so aktive-und draufgängerische Dame zur Seite gestellt wurde, die viel mehr als nur ein hübsches Bett-Häschen darstellt.

Wer nun aber denkt das die Neuerungen damit abgeschlossen wären sieht sich getäuscht, denn auch die gute alte Miss Moneypenny wurde ersetzt, denn mit Caroline Bliss bekommt man nun eine junge Version vor die Augen gesetzt, was eigentlich weitaus gewöhnungsbedürftiger erscheint als die Neubesetzung der Titel-Rolle. Und so präsentiert sich "Der Hauch des Todes" als ein Film mit vielen Neuerungen, die manchem Fan nicht wirklich geschmeckt haben. Vor allem der Wandel im Charakter des James Bond lag vielen Leuten sehr schwer im Magen, hatten doch Sean Connery und Roger Moore diese Figur mit einer unverwechselbaren Art interpretiert, die nun teilweise nicht mehr vorhanden war. Mir persönlich hat das sehr gut gefallen und obwohl Sean Connery für mich immer der beste Bond-Darsteller bleiben wird, siedelt sich gleich dahinter Mr. Dalton an, der sich jedoch leider nicht durchsetzen konnte. Aus heutiger Sicht finde ich das besonders bedauerlich, denn hätte man an ihm festgehalten, wäre der Reihe eventuell ein anderer Weg vorgeschrieben gewesen, denn die hier an den Tag gelegte neue Richtung ist einfach grandios und nach einigen schwächeren Bond-Filmen der Vorjahre machte es endlich wieder richtig Spaß, sich auf das nächste Abenteuer zu freuen. Leider wird diese mittlerweile vierte Regie-Arbeit von John Glen viel zu oft vollkommen unterbewertet, denn im Prinzip präsentiert sich ein richtig harter-und guter Agenten-Thriller, den man sich auch in der heutigen Zeit immer wieder gut anschauen kann.

Der Wechsel in der Hauptrolle, eine neue Miss Moneypenny und eine Härte, die man bisher von James Bond gar nicht gewöhnt war sind die Neuerungen, die "Der Hauch des Todes" mit sich bringt. Der Film spaltet von jeher die Lager der Bond-Fans und ich zähle mich zu denjenigen, die dieses Werk als eines der besten der gesamten Reihe bezeichnet. Vielleicht mag es 007 ein wenig an Lockerheit und Eleganz fehlen, doch diese Neuerung steht dem Charakter sehr gut zu Gesicht. Timothy Dalton ist der erste Darsteller, der einen Geheimagenten auch so darstellt, das man ihm die Rolle wirklich abnimmt. Es erscheint wie eine Art Frischzellen-Kur für eine Figur, die in den letzten Jahre doch so einige Male Abnutzungserscheinungen erkennen ließ und ein Daniel Craig wäre heute froh, wenn er nur annähernd so gut-und überzeugend agieren würde, wie es Dalton vor fast drei Jahrzehnten getan hat.


Fazit:


Die Bond-Reihe hat sicherlich einige weitaus spektakulärere Geschichten erzählt, als wie es in "Der Hauch des Todes" der Fall ist. Dennoch ist es ganz einfach das neue Gesamtbild, das hier in allen Belangen überzeugen kann und dem Zuschauer einen neuen Bond offeriert, den man gern öfter als nur zweimal in Action gesehen hätte. Dafür bekommt man aber im Nachfolger "Lizenz zum Töten" den wohl härtesten Bond aller Zeiten zu sehen, denn was hier schon für manch einen ungewohnt erscheint, erfährt dann seinen absoluten Höhepunkt.


8,5/10

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