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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: James Bond 007 Im Geheimdienst ihrer Majestät (1969)
BeitragVerfasst: 25. Jun 2013, 14:13 
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Im Geheimdienst ihrer Majestät
(On Her Majesty's Secret Service)
mit George Lazenby, Diana Rigg, Telly Savalas, Gabriele Ferzetti, Ilse Steppat, Lois Maxwell, George Baker, Bernard Lee, Bernard Horsfall, Desmond Llewelyn, Yuri Borionko, Virginia North, Geoffrey Cheshire
Regie: Peter R. Hunt
Drehbuch: Simon Raven / Richard Maibaum
Kamera: Michael Reed
Musik: John Barry
FSK 16
Großbritannien / 1969

In seinem Urlaub hindert James Bond die attraktive Tracy Draco am Selbstmord. Sie ist die Tochter des Anführers eines Verbrechersyndikats, der sich von Bond beeindruckt zeigt und wünscht, dass er seine Tochter heiratet. Im Austausch bietet Draco an, wertvolle Hinweise auf die Ergreifung von Bonds Erzfeind Blofeld geben zu können. Bond willigt ein und verliebt sich wider besseres Wissen in Tracy. Als bekannt wird, dass Blofeld die Welt mit einem tödlichen Virus bedroht, findet sich 007 zwischen allen Stühlen wieder.


Wenn man die Frage nach dem schlechtesten Bond-Darsteller-und dem schlechtesten Film der gesamten Reihe stellt, erhält man nicht gerade selten die Antworten George Lazenby und "Im Geheimdienst ihrer Majestät". Dabei sind beide Antworten im Prinzip überhaupt nicht gerechtfertigt, macht der australische Schauspieler als James Bond seine Sache doch überraschend gut und der Film an sich zählt meiner persönlichen Meinung nach zu den besten der gesamten Reihe. Sicherlich ist es zu Beginn noch gewöhnungsbedürftig, nicht mehr das bekannte Gesicht von Sean Connery zu sehen, doch ist die optische Ähnlichkeit Lazenby's durchaus hilfreich, das dieser Aspekt gar nicht einmal weiter ins Gewicht fällt. Am meisten jedoch stören sich die meisten Gegner dieses sechsten Abenteuers des britischen Agenten wohl an der recht außergewöhnlichen Erzähl-Struktur der Geschichte, die sich doch ziemlich erheblich von den bisherigen Filmen unterscheidet. Mag dies einerseits im erneuten Wechsel auf dem Regie-Stuhl begründet sein auf dem dieses Mal Peter R. Hunt platz nahm, so ist die Hauptursache wohl darin zu finden, das man der Reihe neue Impulse verleihen wollte. Was dann also vielen Leuten eher störend erschien, sind dabei die großen Stärken eines Werkes, das nicht nur neue Wege geht, sondern auch bei den altbewährten Zutaten eine ganze Menge zu bieten hat.

So beginnt die Geschichte gleich mit ordentlich Tempo und legt insbesondere einen ordentlichen Anteil an Action-Passagen an den Tag, in denen sich der neue Bond zudem extrem gut ins Bild rücken kann. Wirkte Connery zuletzt doch ziemlich müde und ausgelaugt, so kann Lazenby in etlichen Nahkämpfen sein Können unter Beweis stellen und ist dabei streckenweise richtig gut in Fahrt. Die Kämpfe mögen aus heutiger Sicht dennoch etwas antiquiert erscheinen, wirken jedoch nicht annähernd so gestellt, wie es zuvor einige Male der Fall war. Und in Sachen Action kann dieser Bond nun wirklich überzeugen, zumal der Zuschauer auch mit herrlichen Verfolgungsjagden in den Schweizer Alpen konfrontiert wird, die absolut sehenswert ins Bild gesetzt wurden. Und auch wenn es 007 hier einmal mehr mit Ernst Stavro Blomfeld zu tun bekommt, der übrigens grandios von Telly Savalas interpretiert wird, erscheint das Szenario keinesfalls eintönig oder gar langweilig, spaltet sich die vorliegende Story doch dieses Mal in zwei Erzählstränge, die parallel zueinander laufen. In dieser Tatsache liegt wohl auch ein weiterer Kritikpunkt vieler Fans, denn "Im Geheimdienst ihrer Majestät" entpuppt sich insbesondere in der ersten Stunde mit fast dramatischen Zügen, die man bisher nicht gewohnt war. So kommt hier gleich zu Beginn der weibliche Faktor in den Vordergrund, rettet bond doch die bildhübsche, aber anscheinend depressiv veranlagte Tracy Draco (Diana Rigg) vor dem Selbstmord, woraus sich in der Folge eine echte Romanze entwickeln soll, die am Ende sogar in einer Heirat gipfelt. Das die Beziehung jedoch nur von kurzer Dauer ist, fügt dem Ganzen im Showdown einen bitteren Beigeschmack hinzu, der äußerst tragische Züge erkennen lässt und den Betrachter mit einem eher flauen Gefühl entlässt.

Diese oft genannte Schwäche des Werkes ist aber in meinen Augen seine große Stärke, werden dem britischen Agenten doch menschliche Züge verliehen und da, wo ansonsten alles mit Coolness und Lässigkeit überspielt wurde, lässt man Platz für echte Emotionen, die bei James Bond bisher eher verkümmert erschienen. Der eigentliche Fall, nämlich einmal mehr Blofeld aufzuhalten, kristallisiert sich hier erst viel später heraus und wieder einmal will der Superschurke der gesamten Welt einen gewaltigen Schlag versetzen. Einige Dinge ändern sich also nicht, doch andererseits halten hier etliche neue Zutaten Einzug in das Geschehen, das in seiner Gesamtheit einen richtig gelungenen Vertreter der Bond-Reihe darstellt und leider viel zu oft und vollkommen zu Unrecht als schlechtester Teil der Reihe bezeichnet wird. Auch Lazenby in der Rolle des Geheimagenten hätte es durchaus verdient gehabt, noch mehrere Male in dessen Rolle zu schlüpfen, denn seine Darstellung konnte doch in allen Belangen voll überzeugen. Mit Diana Rigg in der weiblichen Hauptrolle hat man hier auch alles genau richtig gemacht, ihre Performance als Gemütskranke Comtesse verleiht dem Ganzen unglaublichen Glanz und erscheint zudem absolut authentisch. Von ihren optischen Reizen zur damaligen Zeit muss man nicht weiter Stellung nehmen, gilt sie doch auch heute noch als eines der hübschesten Bond-Girls aller Zeiten, was nach Ansicht dieses Filmes auch vollkommen berechtigt erscheint.

Auch wenn "Im Geheimdienst ihrer Majestät" oft genug als schlechtester Bond-Film aller Zeiten genannt wird, ist hier eigentlich eher das Gegenteil der Fall. Das Werk siedelt sich meiner Meinung nach ganz oben in der Bewertungs-Skala ein und bringt allein durch die vielen Neuerungen frischen Wind in die Reihe, die zu diesem Zeitpunkt ein wenig stagnierte. Gleichzeitig wurde aber nicht auf die üblichen-und sehr beliebten Zutaten verzichtet, so das sich insgesamt ein sehr rundes und stimmiges Gesamtbild ergibt, das auch in der heutigen Zeit immer noch überzeugen kann. Eine tolle Geschichte, viel Spannung, sehr gute Darsteller und ein Schuss Dramatik sind ein Garant für allerbeste Unterhaltung, die man sich aus der Bond-Reihe definitiv nicht wegdenken kann.


Fazit:


Vollkommen zu Unrecht als Eintagsfliege bezeichnet, versteht es George Lazenby in der Rolle des britischen Agenten zu überzeugen und wirkt so in einem der besten Filme mit, die bisher in dieser Reihe erschienen sind. Eine großartig agierende Diana Rigg steht ihm dabei hilfreich zur Seite und auch die restlichen Komponenten der Geschichte hinterlassen einen durchaus nachhaltigen-und äußerst positiven Eindruck.


9/10

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