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 Betreff des Beitrags: James Bond 007 Liebesgrüße aus Moskau (1963)
BeitragVerfasst: 20. Jun 2013, 12:30 
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Liebesgrüße aus Moskau
(From Russia with Love)
mit Sean Connery, Daniela Bianchi, Pedro Armendáriz, Lotte Lenya, Robert Shaw, Bernard Lee, Eunice Gayson, Walter Gotell, Francis De Wolff, George Pastell, Nadja Regin, Lois Maxwell, Aliza Gur, Martine Beswick
Regie: Terence Young
Drehbuch: Richard Maibaum / Johanna Harwood / Berkely Mather
Kamera: Ted Moore
Musik: John Barry
FSK 16
Großbritannien / 1963

Die Verbrecherorganisation Phantom will MI 6 und KGB gegeneinander ausspielen, um an die Dechiffriermaschine Lector, Lockmittel für die Briten, zu gelangen. M schickt James Bond nach Istanbul, wo er sich mit Kerim Bey, Chef des türkischen Geheimdienstes, anfreundet und Kontakt mit Russin Tatjana Romanova aufnimmt, die nach England fliehen will. Sie stehlen die Lector. Im Orientexpress ermordet Grant, Killer von Phantom, Kerim Bey. Bond tötet Grant. Mit Tatjana und der Lector erreicht er Venedig, wo er gegen Phantom-Planerin Rosa Klebb antritt.


Lediglich ein Jahr nach dem Erstling "James Bond 007 jagt Dr. No" durfte Regisseur Terence Young mit doppeltem Budget den nächsten Film der Reihe drehen und schuf mit "Liebesgrüße aus Moskau" einen der wohl besten Bond-Filme überhaupt. Wirkte der Vorgänger an diversen Stellen noch etwas unrund und holprig, so präsentiert sich dem Zuschauer in vorliegendem Fall doch eine Geschichte, die erfolgreich die in "Dr. No" noch vorhandenen Defizite zu bereinigen. So erscheint die Story doch weitaus stimmiger und beinhaltet doch etliche der wunderbaren Aspekte, die diese Reihe in der Folge so besonders auszeichnen sollen. Zuerst einmal sollte man Hauptdarsteller Sean Connery lobend erwähnen, der schon in diesem zweiten Abenteuer merklich in die Rolle des britischen Super-Agenten hinein gewachsen ist. Sein Schauspiel wirkt längst nicht mehr so hölzern wie im ersten Teil der Reihe und schon hier ist die berühmte Lockerheit zu verspüren, die sich im Laufe der Jahre zu einem absoluten Markenzeichen der Figur James Bond entwickeln sollte. Lockere Sprüche, der typische Charme und teils auch witzige Dialoge zeichnen dieses Werk ganz besonders aus und verleihen ihm so den unverwechselbaren Touch, den die Fans doch so sehr lieben. Es ist jedoch nicht nur das Schauspiel, auch spricht Connery hier das erste Mal mit der Synchronstimme von G.G Hoffmann, so das man sich als Betrachter nun auch richtiggehend heimisch fühlt und die deutsche Synchronisation genießen kann.

Terence Young ist mit "From Russia with Love" eine absolut erstklassige Inszenierung gelungen, in der man die zuvor vorhandenen Kinderkrankheiten ausgemerzt hat, so erscheint der Plot viel stimmiger und rund, wobei sich eine wunderbare Dreiecks-Geschichte präsentiert, in der England und Russland gnadenlos gegeneinander ausgespielt werden sollen. Bond trifft hier auch das erste Mal auf seinen Gegner Ernst Stavro Blofeld, der allerdings nicht im Bild zu sehen ist, sondern lediglich im Hintergrund agiert. Damit wird man mit dem Gegenspieler des Agenten konfrontiert, der ihm noch in so manchem weiteren Abenteuer das Leben erschweren soll, treffen die beiden Kontrahenten doch noch oft genug aufeinander. Der Aspekt, das sich Bond immer auf einen Haupt-Gegenspieler trifft ist hier keinesfalls neu, doch in vorliegendem Fall hält auch noch eine andere Tradition Einzug in die Film-Reihe, denn neben den zumeist größenwahnsinnigen Hintermännern bekommt es der britische Agent nun auch mit einem weiteren Gegner zu tun, der für das Grobe verantwortlich ist und eigentlich immer die Aufgabe hat, den smarten Briten zu eliminieren. Wird dieser Part in späteren Werken von Darstellern wie beispielsweise Kabir Bedi, Famke Janssen oder auch Grace Jones übernommen, so handelt es sich in diesem Fall um ein hünenhaftes Muskelpaket, das von Robert Shaw (Der weiße Hai) dargestellt wird und sich mit Connery wohl die bekannteste Film-Schlägerei in einem Zug liefert.

Ganz generell sind die Fortschritte in diesem zweiten Abenteuer mehr als deutlich zu erkennen, die Erzählweise des Geschehens gestaltet sich weitaus rasanter-und temporeicher als im Vorgänger "Dr. No" und auch im Bezug auf die vorhandenen Action-Passagen hat sich eine ganze Menge getan. Das Szenario nimmt bei diesem Aspekt nämlich ordentlich an Fahrt zu und präsentiert dabei Nahkämpfe, Verfolgungsjagden und auch jede Menge Explosionen. Dabei wirken die Ereignisse aber zu keiner Zeit überladen oder gar unglaubwürdig, wie es in diversen später erscheinenden Bond-Filmen der Fall sein soll. Terence Young hat hier die genau richtige Mixtur aus Action-und spannender Agenten-Story geschaffen, die auch in der heutigen Zeit immer wieder sehenswert erscheint und in Sachen Qualität so manch anderes Abenteuer von James Bond locker in den Schatten stellt. So stellt man sich nämlich den fast perfekten Film vor, in dem auch das erste Mal zarte Anflüge der so beliebten Gadgets zu erkennen sind, wobei sich das Szenario auch bei diesem Punkt in einem äußerst glaubwürdigem Rahmen bewegt und nicht vollkommen überzogene technische Spielereien offenbart.

Insgesamt gesehen ist "Liebesgrüße aus Moskau" als nahezu perfekter Bond-Vertreter zu bezeichnen, in dem wirklich sämtliche Zutaten unglaublich harmonisch ineinander übergehen. Der dadurch gewonnene Gesamteindruck ist absolut hervorragend und hinterlässt beim Betrachter zudem einen sehr nachhaltigen Eindruck. Eine gelungene Dramaturgie, wunderbar ausgewählte Schauplätze und exzellent agierende Darsteller lassen diese auch in atmosphärischer Hinsicht grandiose Inszenierung mit zum Besten aufsteigen, was die Bond-Reihe je hervor gebracht hat. Die jüngere Generation mag das eventuell ein wenig anders sehen und gerade die 60er Jahre Filme als zu antiquiert und angestaubt ansehen, doch in ihrer Gesamtheit sind diese Werke meiner Meinung nach unübertroffen und immer wieder sehenswert.


Fazit:


"From Russia with Love" beinhaltet sämtliche Zutaten, die ein gelungener Bond-Film haben sollte und lässt diese zudem auch extrem stimmig erscheinen, so das sich ein letztendlich überragendes Gesamtbild ergibt. Die teils vorhandenen Defizite des Erstlings wurden beseitigt und ein glänzend aufgelegter Hauptdarsteller ist innerhalb kürzester Zeit perfekt in seine Rolle hinein gewachsen, so das es im Prinzip nichts an diesem Film auszusetzen gibt.


9/10

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