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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: James Bond 007 Moonraker - Streng geheim (1979)
BeitragVerfasst: 30. Jun 2013, 17:47 
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Moonraker - Streng geheim
(Moonraker)
mit Roger Moore, Lois Chiles, Michael Lonsdale, Richard Kiel, Corinne Cléry, Bernard Lee, Geoffrey Keen, Desmond Llewelyn, Lois Maxwell, Toshirô Suga, Emily Bolton, Blanche Ravalec, Irka Bochenko, Mike Marshall
Regie: Lewis Gilbert
Drehbuch: Christopher Wood
Kamera: Jean Tournier
Musik: John Barry
FSK 12
Frankreich / Großbritannien / 1979

James Bond im Weltraum. Eine US-Raumfähre wird entführt. James Bond entgeht einem Anschlag auf sein Leben. Jaws, der Beißer, ist in diesem Bond-Film auch wieder dabei, in dem sich der verrückte Multimillionär Drax sich eine Weltraumstation aufbaut. Sein teuflischer Plan ist es, die gesamte Menschheit zu vernichten und eine neue Weltordnung mit seinen Astronauten zu schaffen. Bond muss Drax aufhalten, bevor es für die Erde zu spät ist. Der Countdown läuft bereits. Mit der Nasa-Expertin Holly Goodhead entert er die Weltraumstation.


Der letzte Bond-Film in den 70er Jahren war gleichzeitig die zweite Regie-Arbeit von Lewis Gilbert und auch in diesem Abenteuer merkt man ziemlich stark, das der gute Mann eine Vorliebe für die eher fantastischen Geschichte der Reihe sein Eigen nennt. "Moonraker - Streng geheim" war der erste Bond-Film nach dem sensationellen Erfolg von George Lucas "Krieg der Sterne" und was lag da näher, als auch der vorliegenden Geschichte zumindest teilweise den Schauplatz des Weltraums angedeihen zu lassen. War es im Vorgänger "Der Spion, der mich liebte noch eine Unterwasserwelt, in der die Menschheit neu erschaffen werden sollte, so geht der größenwahnsinnige Multimillionär Drax noch eine Stufe weiter, indem er die Welt durch ein Giftgas entvölkern will, um mit einigen ausgewählten Menschen im Weltall eine neue Super-Rasse zu schaffen. Bis es jedoch zu den zugegebenermaßen beeindruckenden Bildern im All kommt, schlägt man sich einen Großteil des Geschehens eher schlecht als recht auf der Erde durch ein Szenario, das leider nicht so stimmig und rund erscheint wie das des vorhergehenden Filmes. Das Drehbuch weist in vorliegendem Fall doch einige nicht zu übersehende Defizite auf, die man mit ein wenig Tempo und diversen Morden zu übertünchen versucht. Dennoch gestalten sich die Ereignisse recht kurzweilig und auch wenn "Moonraker" sicherlich nicht zu den grandiosesten Abenteuern des britischen Agenten zählt, lässt das Werk doch kaum Langeweile zu und bietet auch die ansonsten üblichen Zutaten.

Eines sollte man aber dennoch anmerken, die Bond-Reihe hat sich eigentlich immer über ihre Hauptfigur definiert, denn im zentralen Mittelpunkt von Allem stand immer James Bond selbst. Dieser Aspekt wird jedoch insbesondere in vorliegendem Szenario fast sträflich außer acht gelassen, denn die Figur an sich gerät doch phasenweise ziemlich stark in den Hintergrund. Vielmehr setzt man auf die neue Strategie der technischen Spielereien, die offensichtliche Mankos innerhalb der Geschichte übertünchen sollen. Was in "Der Spion, der mich liebte" noch als freudig empfangene Neuerung erschien und zudem einen sehr harmonischen Eindruck hinterließ, wirkt in "Moonraker - Streng geheim" doch streckenweise arg konstruiert und ergibt so keinesfalls den harmonischen Gesamteindruck des Vorgängers. Damit wir uns an dieser Stelle nicht falsch verstehen, ich persönlich mag diesen Film sehr gern, da er an reinem Unterhaltungswert eine ganze Menge zu bieten hat, doch in storytechnischer Hinsicht sollte man doch die Mankos ansprechen, wobei es natürlich jedem selbst überlassen bleibt, wie er diese letztendlich bewertet. Man merkt jedenfalls eindeutig, das mittlerweile mehr Wert auf technische Spielereien und teils groteske Gadgets (in diesem Fall die auch an Land fahrende Gondel) gelegt wird und das man dafür gut und gern auch einmal auf ein wenig Logik verzichtet, was jedoch ehrlich gesagt noch nier ein Aushängeschild der James Bond-Filme war.

Wie dem aber auch sei, der sympathische "Beißer" hat hier gleich seinen Folgeauftritt, nachdem er Bond ja schon im vorherigen Film das Leben enorm schwer gemacht. Hier gestaltet es sich durch die Ereignisse sogar so, das er zum Ende hin als eine Art Lebensretter für den Agenten auftritt, der ohne die Hilfe des Hünen wohl nie wieder zur Erde zurückgekommen wäre. Die weibliche Hauptrolle übernahm Lois Chiles, die ja schon in "Der Spion, der mich liebte" als Gespielin von Roger Moore auserkoren war, dann aber doch durch Barbara Bach ersetzt wurde. Auch ansonsten bekommen vor allem die männlichen Zuschauer noch eine Menge geboten, denn nicht nur die hübsche Lois Chiles weiß durch ihr attraktives Äußeres ins Auge zu fallen. Kommen wir noch zu einer augenscheinlichen Schwäche dieses Filmes, die dieses Mal ganz eindeutig in der Figur des Schurken Drax liegt, denn nach zwei so charismatischen Schauspielern wie Christopher Lee und Curd Jürgens in der Rolle des Bösewichtes erscheint der gute Michael Lonsdale in dieser Rolle doch eher blass und nichtssagend, was dem Zuschauer doch verhältnismäßig schnell ins Auge fällt. Hier fehlt ganz einfach die nötige Ausdruckskraft und auch wenn Lonsdale sichtlich bemüht ist, kann sich seine Performance maximal als durchschnittlich bezeichnen lassen.

Man sieht also, das "Moonraker Streng geheim" bei objektiver Betrachtung eine ganze Menge an Defiziten beinhaltet und so in der Bewertung der Bond-Filme eher im hinteren Mittelfeld anzusiedeln ist. Aus subjektiver Sichtweise verhält sich das natürlich etwas anders und der Film wird bei nicht gerade wenigen Fans den ein-oder anderen Sympathiepunkt ergattern können. Mir selbst gefällt dieses Werk ziemlich gut und gerade die fantastische Thematik hat es mir hierbei angetan. Zudem hat Lewis Gilbert seiner Story wieder eine Menge an Tempo und Action-Passagen beigefügt, so das langatmige Phasen eher selten auftreten. Und ganz egal, wie man die Zutaten im Zusammenhang bewertet, "Moonraker" ist sicherlich nicht zu den absoluten Top-Filmen der Reihe zu zählen, aber die rote Laterne des Schlusslichtes übernimmt das Werk auch keinesfalls.


Fazit:


Beide Beiträge von Regisseur Lewis Gilbert heben sich in ihrer Machart ziemlich deutlich von den anderen Vertretern ab, so sind die Geschichten beispielsweise recht fantastisch gestaltet, beinhalten aber insbesondere unzählige technische Spielereien, die man in dieser Anzahl bisher noch nicht gesehen hat. Dadurch wurden natürlich auch die Meinungen der eingesessenen Bond-Fans in zwei Lager gespaltet, wobei jede Sichtweise etwas Wahres beinhaltet.


7/10

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