Unsere kleine Filmwelt

Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Jersey Devil (2012)
BeitragVerfasst: 21. Dez 2012, 19:05 
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Jersey Devil
(The Barrens)
mit Shawn Ashmore, Mia Kirshner, Stephen Moyer, Peter DeCunha, Erik Knudsen, Allie MacDonald, Athena Karkanis, Max Zopplin, Demore Barnes, Naomi Snieckus, J. LaRose, Chantelle Chung, David Keeley
Regie: Darren Lynn Bousman
Drehbuch: Darren Lynn Bousman
Kamera: Joseph White
Musik: Bobby Johnston
keine Jugendfreigabe
USA / 2012

Der "Jersey Devil": Viele Legenden ranken sich um die jahrhundertealte Kreatur, welche in den einsamen Wäldern New Jerseys ihre Opfer suchen und zerfleischen soll. Diese Märchen halten Richard allerdings nicht auf, in dieser Gegend mit seiner Familie einen Wochenend-Campingausflug zu unternehmen. Auch das Auftauchen von übel zugerichteten Tierkadavern hindert ihn nicht daran, immer tiefer in den Wald vorzudringen. Doch schon bald wird die erste Leiche geborgen, und Richard scheint mehr über die vermeintliche Sagengestalt zu wissen, als er zugeben möchte ...


Komischerweise werden die neuen Filme von Darren Lynn Bousman von vielen Leuten immer etwas unterbewertet, was sicherlich ein wenig in der Tatsache begründet ist, das der gute Mann mit seinen 3 Regie-Arbeiten innerhalb der Saw-Reihe (Saw 2-4) die Messlatte in Sachen Härte teilweise ziemlich hoch gelegt hat. Kein Wunder also das viele ganz automatisch weiterhin harte und blutige Horrorfilme erwarten und nach der Sichtung der neuen Filme in dieser Beziehung doch eher enttäuscht sind. Das war schon bei "11-11-11 - Das Tor zur Hölle" so und auch beim vorliegenden "Jersey Devil" verhält es sich anscheinend nicht anders. Zugegebenermaßen könnte man aufgrund der Inhaltsangabe eventuell sogar ein spektakuläres-und blutiges Creature-Movie erwarten, aber die Geschichte entwickelt sich vielmehr in Richtung Psycho-Drama, das mit einigen etwas blutigeren Passagen angereichert wurde. So bekommt der Zuschauer einige verendete Tierkadaver und diverse menschliche Leichen präsentiert, doch die dazugehörigen taten werden zu keiner Zeit visuell in Szene gesetzt. Nun mag sich das eventuell etwas langweilig anhören, ist es aber ganz und gar nicht. Zuerst einmal präsentiert sich die Story in einem äußerst atmosphärischen Gewand, denn der Schauplatz des unglaublich großen Waldgebietes dient hier fast schon idealerweise für Gänsehaut und unheimliche Momente, die "Jersey Devil zur Genüge beinhaltet. Bousman ist es ganz vortrefflich gelungen, trotz fehlender expliziter Gewaltdarstellungen einen durchgehend konstanten Spannungsbogen zu erzeugen, der das Geschehen jederzeit sehr interessant erscheinen lässt.

Dabei wird man zu Beginn noch hauptsächlich mit Problemen innerhalb Richard's Familie konfrontiert, die auch im weiteren Verlauf immer wieder in den Vordergrund treten und für das Szenario auch nicht unerheblich sind. So ist nicht nur das Verhältnis seiner ältesten Tochter und der Stiefmutter mehr als problematisch, auch unter den Eheleuten sind die ständig auftretenden Spannungen nicht zu übersehen. Hauptsächlich steht der Charakter von Richard im Vordergrund, der von einem sehr spielfreudigen Shawn Ashmore äußerst gut dargestellt wird. Die Figur erscheint geheimnisvoll und in etliche Sequenzen sogar regelrecht unheimlich, was dem Gesamtbild insgesamt sehr gut zu Gesicht steht. Zudem scheint der gute Mann weitaus mehr über die Legende des "Jersey Devil" zu wisse, als er letztendlich zugeben möchte. Aus diesem Aspekt bezieht die Story dann auch den Hauptteil ihrer Stärke, weiß man doch bis kurz vor dem Ende nicht wirklich, wer für die etlichen Tötungen verantwortlich zeichnet. Ist es der anscheinend halluzinierende Richard, oder verbirgt sich ein anderer Täter hinter den abscheulichen Morden? Die dritte Möglichkeit wäre dann noch, das es sich hier keinesfalls um eine Legende handelt, sondern es die sagenhafte Kreatur wirklich gibt, die vor über 400 Jahren als dreizehntes Kind einer Hexe vollkommen deformiert zur Welt gekommen sein soll.

Diese Frage wird am Ende auch beantwortet, doch bis dahin wird der Zuschauer lediglich mit Andeutungen konfrontiert, wobei der Verdacht in eine ganz bestimmte Richtung gelenkt wird. Das sorgt ganz automatisch dafür, das die Konzentration des Betrachters durchgehend aufrecht erhalten wird, und die von den Ereignissen ausgehende Faszination tut ihr Übriges, um hier für etliche Gänsehaut-Momente zu sorgen. Das sich dabei der vorhandene Härtegrad in sehr überschaubaren Grenzen bewegt, hat mich persönlich gar nicht weiter gestört, denn dieser kleine, aber sehr feine Horror-Thriller hat seine Stärken an ganz anderen Stellen. So ist man auch die ganze Zeit über hin-und her gerissen, was die Identität des Mörders angeht, denn trotz der offensichtlichen Fokussierung auf eine bestimmte Person gibt es immer wieder andere Anzeichen, die einen ins Grübeln kommen lassen. An dieser Stelle ist dann auch das wirklich gelungene Schauspiel der Haupt-Charaktere hervorzuheben, die allesamt einen äußerst überzeugenden Eindruck hinterlassen und den Zuschauer lange Zeit darüber im Unklaren lassen, was hier nun Realität oder reine Einbildung ist.

Ganz wichtig ist auch noch der Punkt, das man vorliegende DVD nicht beim Einsetzen des Abspanns schon aus dem heimischen Player holt, da die Geschichte danach noch einige Minuten weitergeht. Gleichzeitig hat Bousman dem Geschehen auch noch einen Cliffhanger beigefügt der durchaus darauf hindeuten könnte, das hier mit einer Fortsetzung zu rechnen ist. Ich selbst fühlte mich bestens unterhalten und kann die eher negativen Kritiken zu diesem Horror-Thriller nicht so ganz nachvollziehen. Sicherlich handelt es sich nicht um eine Story, die etliche Neuerungen beinhaltet, denn ähnlich gelagerte Szenarien hat man schon oft genug gesehen. Dennoch bekommt man ein spannendes-und sehr atmosphärisches Gesamtpaket präsentiert, das auf jeden Fall kurzweilige Genre-Unterhaltung bietet, die man sich jederzeit gut anschauen kann.


Fazit:


"Jersey Devil" ist kein filmisches Meisterwerk, wird jedoch in meinen Augen zu Unrecht unterbewertet. Gute Schauspieler, sehr viel Spannung und eine herrlich dichte Grundstimmung sind vollkommen ausreichend, um an dieser Stelle von einem Genre-Vertreter zu sprechen, der sich über dem normalen Durchschnitt ansiedelt und kurzweilige Unterhaltung bietet.


7/10

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