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 Betreff des Beitrags: Midnight Ripper - Der Mitternachts-Killer (1986)
BeitragVerfasst: 23. Dez 2012, 12:12 
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O-Titel: Morirai a mezzanotte
Herstellungsland: Italien
Erscheinungsjahr: 1986
Darsteller: u. a. Valeria D'Obici, Leonardo Treviglio, Paolo Malco, Lara Wendel, Lea Martino, Eliana Miglio, Barbara Scoppa, Massimiliano Baratta, Loredana Romito, Dino Conti, Marcello Modugno, Loredana Guerra
Regie: Lomberto Bava
FSK: ungeprüft

Inhalt:


Ein Polizist folgt einer Dame, die in einem Geschäft verschwindet. Kurz darauf entschwindet auch die Dame mit einem Mann. Erst zweitrangig erfährt man, dass es sich dabei um Sara, die Ehefrau von Polizist Nicola handelt. Beide geraten in Streit darüber, der auch in Handgreiflichkeiten mündet. Sara verletzt Nicola dabei mit einem Eispickel, er versucht sie in der Spüle zu ertränken. Doch er lässt von ihr ab und geht zu seiner Freundin der Kriminalpsychologin Anna Berardi.

Unterdessen wird seine Frau von dem Killer ermordet. Und der Verdacht gerät natürlich auf Nicola. Die Ermittlungen leitet Inspektor Pierro Terzi, dessen Tochter Carol bei Anna eine Magisterarbeit schreibt. Es kommt der Verdacht auf, dass neben dem besagten Nicola auch Franco Tribo als Täter in Frage kommen könnte. Allerdings ist dieser vor mehreren Jahren angeblich bei einem Brand in einer Irrenanstalt umgekommen.

Anna glaubt diesen Tribo bei sich zu Hause gesehen zu haben, was unter anderem ein Grund dafür ist, dass ihr eine Polizeiwache zur Verfügung gestellt wird. Als Carol Terzi in einem Museum an ihrer Magisterarbeit schreibt, wird ihr die Mordwaffe zugespielt.

Als Anna nach Hause kommt, wartet Nicola auf sie, weshalb sie anfängt zu schreien. Der Polizist, der sie bewachen soll, sieht ein Messer während eines Handgemenges und erschießt Nicola. Allerdings war dieser nicht der Täter, denn der Killer taucht im Anschluss in dem Laden vom Beginn des Films auf, und ermordet die Verkäuferin.

Auch die Studentinnen werden von dem Killer bedroht. Aber wer ist der Mörder? Wer hat den Drang immer wieder im selben Umfeld jemanden umzubringen?.

Wertung:

Zuvor habe ich mich nie mit dem Thema Giallo auseinander gesetzt. Den Begriff hatte ich wohl mal gehört, aber mehr auch nicht. Umso überraschter bin ich von diesem Film, der nicht durch Hochspannung sondern durch eine ausgereifte Story und fantastisch in Szene gesetzte Darsteller zu überzeugen vermag.

An Schauspielern kann man keinen richtig herausheben. Kein einziger hat mir vorher etwas gesagt. Wenn ich jemanden nennen müsste, so ist dies Valeria D'Obici, die in der Rolle als Anna Berardi ihre Sache sehr gut gemacht hat. Als wirklichen Hauptcharakter kann man aber auch sei nicht bezeichnen.

Richtig überzeugt bin ich allerdings von der Atmosphäre dieses Films, da ein typisch italienisches Flair entsteht, allein schon durch die Drehorte, die in italienischer Weise weite Plätze mit entsprechender Architektur zeigen. In der Anfangssequenz hatte ich sogar geglaubt, Venedig zu erkennen, musste mich aber eines besseren belehren lassen, obwohl ich die Örtlichkeit dem Markusplatz nicht unähnlich fand.

Weiter trug die Musik in ihrer Art und Weise dazu bei, dass man merkt, dass es sich um einen italienischen Film handelt. Auch Fulci, auch wenn er meist ein anderes Genre bedient hat, verwendete ähnliche Musik in seinen Filmen. Diese hätte hier ein wenig mehr vorhanden sein können, da in einigen Szenen einfach die Untermalung gefehlt hat.

Die Synchronnisation ist durchweg gut. Besonders fällt hier auf, dass Inspektor Terzi von Norbert Langer gesprochen wird, der hier einen exzellenten Job macht. Man kennt die Stimme unter anderem als Tom Selleck oder Burt Reynolds. Auch aus dem Hörspielbereich ist er unter anderem als He-Man in Erinnerung geblieben, auch wenn er dort eine mehr schlecht als rechte Leistung erbrachte.

Der Film bekommt von mir ingesamt 08/10 Punkte.

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Midnight Ripper - Der Mitternachts-Killer
BeitragVerfasst: 23. Dez 2012, 13:11 
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Dieses Werk vom Filius des legendären Mario Bava kann man getrost zu den Spätwerken des italienischen Gialli zählen. Lamberto Bava erzählt dabei eine für das Sub-Genre typische Geschichte, die sich allerdings in Fan-Kreisen keiner allzu großen Beliebtheit erfreut und somit auch nie die Aufmerksamkeit erhalten hat, die diesem durchaus gelungenem Film eigentlich zustehen würde. Eigentlich bekommt man nämlich eine durch und durch interessante Story geboten, in der sich ein jederzeit spannendes Geschehen präsentiert, das zudem auch noch äusserst atmosphärisch in Szene gesetzt wurde. Sicherlich enthalt das geschehen auch einige kleinere Schwächen, die sich insbesondere in einigen zeitlichen Abfolgen diverser Ereignisse offenbaren, die für den Betrachter schwerlich nachvollziehbar sind. Dennoch beeinträchtigen diese Mankos den insgesamt sehr guten Gesamteindruck nicht so stark, als das man diverse äusserst schlechte Kritiken nachvollziehen könnte, die dem Werk schon verpasst wurden.

Bava hat es sehr gekonnt verstanden, immer wieder falsche Fährten einzubauen, um den Zuschauer in die Irre zu führen, so wurde jederzeit gewährleistet das der geheimnisvolle Story-Plot eine starke Faszination auslöst, die durch etliche bedrohliche Momente immer wieder zusätzlich unterstützt wird. Und gerade diese Momente kommen beispielsweise durch einen fantastischen Score richtig gut zur Geltung, ist doch die musikalische Untermalung eine der besonderen Stärken dieses Spät-Giallos. Hierfür sei beispielsweise das letzte Drittel des Werkes erwähnt, das sich fast ausschließlich in einem riesigen Hotel abspielt, das ausserhalb der Saison geschloßen ist. Hier halten sich die Tochter des in der Mordserie ermittelnden Kommissars und ihre beiden Freundinnen auf, um nicht dem Killer in die Hände zu fallen. Nun lässt zwar dieser Teil der Geschichte die schon erwähnten Mankos erkennen, stellt aber meiner Meinung nach gleichzeitig den spannendsten-und atmosphärischsten Part des Szenarios dar, so das gerade bei der ersten Sichtung dieses Filmes schweßnasse Hände-und eine Gänsehaut vorprogrammiert sein dürften. Denn auch das Ende der teils sehr mysteriösen Geschichte ist keinesfalls unbedingt vorhersehbar, denn obwohl man ab einem gewissen Zeitpunkt die Identität des Killers erahnen könnte, gibt es im Prinzip keine offensichtlichen Hinweise. Hier hat Bava wirklich gute Arbeit geleistet und etlichen falschen verdächtigungen des Zuschauers Vorschub geleistet.

Zudem präsentieren sich auch mehrere etwas blutigere Sequenzen, doch sollte man keinesfalls einen übermäßig großen Härtegrad erwarten, sind doch die meisten Morde lediglich ansatzweise zu erkennen, so das die hohe Alterseinstufung gerade aus heutiger Sicht doch ziemlich überzogen erscheint. Nichtsdestotrotz passen sämtliche Zutaten dieses Giallos für mich persöhnlich sehr gut zusammen, Lamberto Bava hat nämlich genau die richtige Kombination aus Spannung, Atmosphäre und Härte gefunden, so das man "Midnight Ripper" durchaus als überdurchschnittlich guten Genre-Vertreter einstufen kann. Denn auch beim dargebotenen Schauspiel kann man sich eigentlich nicht beschweren, bewegen sich die Leistungen doch im soliden Bereich. Letztendlich handelt es sich also um einen durch und durch sehenswerten Spät-Giallo, der zwar nicht zu den absoluten Größen des Genres zählt, aber immer noch über dem Durchschnitt einzuordnen ist.


Fazit:

Wie immer ist es reine Geschmackssache, aber "Midnight Ripper" zählt für mich zu den am meisten unterschätzten Giallis. Ich mag diesen Film sehr gern, beinhaltet er doch sämtliche Zutaten, die diese Filmgattung so absolut sehenswert macht. Die kleineren, aber doch offensichtlichen Defizite fallen dabei nicht sonderlich ins Gewicht, bietet das Gesamtpaket doch ganzzeitig gute und äusserst spannende Unterhaltung.


7,5/10

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