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 Betreff des Beitrags: Preservation (2014)
BeitragVerfasst: 24. Jul 2015, 16:57 
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Preservation
(Preservation)
mit Wrenn Schmidt, Pablo Schreiber, Aaron Staton, Cody Saintgnue, Michael Chacon, Nick Saso, Nix
Regie: Christopher Denham
Drehbuch: Christopher Denham
Kamera: Nicola Marsh
Musik: Samuel Jones / Alexis Marsh
keine Jugendfreigabe
USA / 2014

Der unnahbare Sean unternimmt mit seinem Bruder Mike und dessen Frau Wren ein Jagdwochenende in der amerikanischen Wildnis. Der gemeinsame Trip soll die beiden unterschiedlichen Brüder wieder vereinen. Doch schon bald werden Spannungen in der Gruppe deutlich und die Situation droht zu eskalieren. Als am nächsten Tag ihr sämtliches Hab und Gut verschwunden ist und alle drei mit einem Kreuz auf der Stirn gekennzeichnet aufwachen, beschuldigt Mike zunächst Sean dahinter zu stecken. Doch schnell wird klar, dass sie nicht allein sind, sondern das Ziel einer tödlichen Menschenjagd. Ein gnadenloser Kampf ums Überleben beginnt.


Christopher Denham dürfte den meisten Leuten wohl viel eher als Darsteller bekannt sein, denn der gute Mann hat schon in diversen Serien (Deception, Person of Interest) wie auch in einigen Filmen (Argo, The Bay) mitgewirkt. Mit "Preservation" legt er nun seine mittlerweile zweite Regiearbeit vor und präsentiert dabei eine gelungene Mixtur aus Survival Thriller und Horrorfilm. Gleichzeitig lässt die Geschichte auch trotz ihrer Location in einem Waldgebiet die typischen Elemente des Home Invasion Thrillers erkennen, so das man rein prinzipiell von einem interessanten und sehenswerten Filmerlebnis ausgehen kann. Dabei lassen sich unübersehbare Anlehnungen an diverse Genre Vertreter erkennen, wobei dem Zuschauer insbesondere zwei Filme ganz stark in Erinnerung kommen. Da wären zuerst einmal der britische Vertreter "Eden Lake" und auf der anderen Seite die französische Produktion "Them", wobei beide Filme ganz starke Spuren im vorliegenden Szenario hinterlassen. Wer beide Filme kennt kann sich denken, das Denham hier ein intensives Filmchen auf die Beine gestellt hat, gleichzeitig eröffnet sich dadurch aber auch gleichzeitig ein deutliches Manko der Geschichte. Innovative Ansätze sollte man nämlich gar nicht erst erwarten, denn stellenweise kommen einem die Abläufe sogar seltsam bekannt vor.

Für Neueinsteiger ist das eher unerheblich, wer sich jedoch ein wenig in den Genres auskennt, muss sich mit altbewährten Zutaten zufrieden geben. Diese wurden allerdings recht gekonnt umgesetzt, nur stehen definitiv keinerlei Neuerungen auf dem Stundenplan. Wenn einem das nichts ausmacht wird man äußerst gut bedient, wobei der Film jedoch gut 35 Minuten Zeit benötigt, bis er so richtig in die Gänge kommt. Die Zeit davor dient eher als etwas zu lang geratene Einführung in das Geschehen und bringt einem die drei Hauptfiguren und deren Verhältnis untereinander ein wenig näher. Tiefere Charakterzeichnungen sollte man dabei aber nicht unbedingt erwarten, denn trotz sichtlicher Mühen gelingt es Denham nicht gänzlich, einen echten Bezug zwischen den Protagonisten und dem Betrachter herzustellen. Stattdessen werden die Abläufe mit typischen Klischees angefüllt, die sich in erster Linie auf das in wichtigen Situationen nicht logisch nachvollziehbarem Verhalten der beiden Brüder Mike und Sean anwenden lassen. Ebenso vorhersehbar erscheint die Tatsache, das andererseits die gute Wren im Laufe der Zeit zu einer regelrechten Kampfamazone mutiert, die sich ihren Peinigern unerschrocken gegenüberstellt. Ähnliche Abläufe ist man ja aus etlichen anderen Genre Vertretern gewohnt und so nimmt man diese nicht immer authentisch wirkenden Handlungsweisen als gegebenes Stilmittel, um die Spannung ein wenig künstlich in die Höhe zu pushen.

Das mag nicht jedem zusagen, erscheinen doch die Ereignisse durch diesen Aspekt nicht immer glaubwürdig, andererseits schadet es dem gewonnenen Gesamtbild nicht sonderlich. Dafür mangelt es dem Film ein wenig an visueller Härte, denn gerade die bisherigen Veröffentlichungen von Pierrot Le Fou haben sich doch ganz besonders dadurch ausgezeichnet, das die Fans der etwas härteren Schiene immer auf ihre Kosten gekommen sind. Zwar beinhaltet auch "Preservation" einige blutige Momente, doch insgesamt gesehen kocht man in vorliegendem Fall doch eher auf Sparflamme. Dafür setzt das Geschehen aber im Kopf des Zuschauers eine Menge an Brutalität frei, die sich letztendlich jedoch vielmehr aus der Situation an sich ergibt, als das sie in expliziten Gewaltdarstellungen zur Geltung kommen würde. Und so sollte man sich auf einen Beitrag mit Stärken als auch diversen Schwächen einstellen, wobei sich das Gesamtbild aber meiner persönlichen Meinung nach oberhalb des üblichen Durchschnitts ansiedelt.

Letztendlich liegt es wie immer im Auge des jeweiligen Betrachters, doch mir hat diese Produktion trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit äußerst gut gefallen. Das Szenario wird von einer stimmigen und größtenteils bedrohlichen Grundstimmung getragen und die Identität der Täter sorgt zudem für einen derben Beigeschmack. Neu ist dieser allerdings auch nicht, denn in dieser Beziehung kommt man wieder zu den beiden von mir genannten Referenzwerken, so das im Endeffekt kein wirklicher Überraschungseffekt vorliegen dürfte. Wem also mangelnde Neuerungen und fehlende Innovation nichts ausmachen, der kann definitiv den Griff zu diesem Film wagen, denn bereuen dürfte man eine Sichtung keinesfalls.


Fazit:


"Preservation" bietet jede Menge altbewährte Zutaten, die Christopher Denham recht gekonnt zu einem größtenteils intensiven Genre Mix kombiniert hat. Sonderliche Höhepunkte oder gar geniale Wendungen sollte man jedoch nicht erwarten, denn ansonsten könnte man am Ende dann doch etwas enttäuscht sein.


7/10

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