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Die bunte Welt des unterschlagenen Films
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 Betreff des Beitrags: Sieben Jungfrauen für den Teufel (1968)
BeitragVerfasst: 2. Mär 2013, 19:32 
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Sieben Jungfrauen für den Teufel
(Nude... si muore)
mit Mark Damon , Eleonora Brown, Michael Rennie, Sally Smith, Patrizia Valturri, Ludmila Lvova, Luciano Pigozzi, Franco De Rosa, Vivian Stapleton, Ester Masing, Aldo De Carellis, Giovanni Di Benedetto
Regie: Antonio Margheriti
Drehbuch: Antonio Margheriti / Franco Bottari
Kamera: Fausto Zuccoli
Musik: Carlo Savina
ungeprüft
Italien / 1968

Das einsam gelegene St.Hilda College fungiert als Mädchenpensionat der gehobenen Klasse. Mit Ankunft der neuen Lehrer und Lehrerinnen macht sich plötzlich eine Mordwelle breit, die das Leben vieler junger Schülerinnen kostet. Während die Polizei im Dunkeln tappt, ermitteln die frechen Gören auf eigene Faust und spielen damit mit ihrem Leben!


Dieses Frühwerk des italienischen Gialllo's bietet einerseits die zumeist übliche Genrekost, hebt sich aber dennoch in einigen Punkten von etlichen anderen Vertretern ab. So fällt einem ziemlich schnell auf, das sich das Werk von Antonio Margheriti im Bezug auf den Härtegrad doch extrem bedeckt hält, denn die wenigen Morde werden doch lediglich in Ansätzen gezeigt und fallen zudem auch noch vollkommen unblutig aus. Wirklich negativ ist das zwar nicht zu bewerten, doch sind die Unterschiede zu später erschienenen Filmen dieser Art doch recht augenfällig. An gewissen Stellen kann man sich sogar ein gewisses Schmunzeln nicht verkneifen, ist es doch äußerst charmant dargestellt, das insbesondere die Tötungen durch Strangulation lediglich eine Zeitspannen von 5 Sekunden benötigen, bevor hier junge Mädchen ihr Leben aushauchen. Dieser Umstand mag jedoch der damaligen Zeit geschuldet sein, in der Härte und explizite Gewaltdarstellungen noch nicht so in aller Munde waren, wie es in der heutigen Zeit der Fall ist.

Blutige Passagen sollte man also erst gar nicht erwarten, zudem fällt die Geschichte auch äußerst dialoglastig aus. Im Grunde genommen sehe ich das auch nicht als Nachteil an, jedoch sind einige Wortwechsel doch ziemlich in die Länge gezogen, so das stellenweise kleinere Längen entstehen. Dennoch kann das Szenario in seiner Gesamtheit absolut überzeugen, denn der dramaturgische Aufbau des Geschehens kann sich allemal sehen lassen. Die Identität des scheinbar wahnsinnigen Killers bleibt bis kurz vor dem Ende im Dunkeln, doch sollte man fairerweise darauf aufmerksam machen, das Kenner des Genres schon sehr frühzeitig darauf stoßen könnten, wer für die Morde verantwortlich zeichnet. Das Motiv für die Taten gibt sich jedoch erst recht spät zu erkennen, so das man selbst bei Kenntnis über die Identität des Mörders genügend Spannungsmomente geboten bekommt und auch von der zumeist bedrohlichen Atmosphäre fasziniert ist, die dieses tolle Frühwerk beinhaltet. Auffällig ist auch der Aspekt, das die Geschichte eigentlich ohne jegliche Nacktszenen auskommt, ist dies doch normalerweise ein eher typisches Stilmittel des Gialli's. In vorliegendem Fall bekommt man jedoch lediglich einmal einen nackten Rücken geboten, ansonsten hält sich "Sieben Jungfrauen für den Teufel" auch in diesem Punkt sehr bedeckt.

Auch wenn die aufgezählten Punkte für manch einen vielleicht etwas negativ anhören mögen, soll es sich hier keineswegs um Kritik handeln, es ist lediglich eine Feststellung von diversen Unterschieden im Vergleich zu später erschienenen Genre-Vertretern. Bekommt man ansonsten auch mal des Öfteren ziemlich reißerische Inszenierungen geboten, so setzt Margheriti fast schon auf eine eher beschauliche Erzählweise, die auch einige humorige Passagen beinhaltet. Nun zählt "Nude... si muore" wie der Film im Original heißt sicherlich nicht zu den allerbesten Vertretern seiner Art und aufgrund der eher harmlosen Inszenierung mag das Werk auch nicht bei jedem auf die größte Gegenliebe stoßen, doch mir persönlich gefällt die Geschichte sehr gut. Ganz besonders haben mir auch die tollen Bilder und die kräftigen Farben gefallen, ist diese Komponente doch absolut typisch für die italienischen Filme dieser Zeit.

Im Endeffekt bekommt man es im Prinzip mit einem typischen Giallo zu tun, der sich jedoch in einigen Punkten doch von anderen Vertretern abhebt. Die Unterschiede mögen für manch einen negativ anzusehen sein, meiner Meinung nach kann man aber auch ohne Weiteres von positiven Unterschieden sprechen, die dieser Produktion einen unglaublichen Charme verleihen. Wie dem aber auch sei, sehenswert ist "Sieben Jungfrauen für den Teufel" allemal, wobei man sich aber durch den deutschen Titel auf keinen Fall in die Irre führen lassen sollte. Gute-und spannende Unterhaltung ist hier durchgehend gegeben, so das man eine Sichtung des Filmes keinesfalls bereuen dürfte.


Fazit:


Trotz fehlender Härte und dem Mangel an erotischen Szenen ist "Sieben Jungfrauen für den Teufel" ein absolut sehenswerter Giallo, der an diversen Stellen sogar ein wenig Humor enthält. Ich persönlich mag diesen Film äußerst gern und kann ihn nur jedem Fan wärmstens ans Herz legen.


8/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Sieben Jungfrauen für den Teufel
BeitragVerfasst: 3. Mär 2013, 11:05 
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Habe den selben Film ja auch erst vor einigen Tagen gesehen. Aufgrund des Alters (1968) darf man mit Sicherheit keine absoluten Höhenflüge bei der Bildqualität erwarten. Der Film liegt zum einen in Scharz-Weiss (im Original) und in der colorierten Fassung vor. Die ursprüngliche Fassung ist dabei mit allen Bildstörungen und Aussetzern behaftet, die das Master entsprechend hatte, und das vermittelt durchaus einen gewissen Charme. Die Farbfassung ist zwar insgesamt ein wenig hell bei Tageslicht, steht dem Film aber gut zu Gesicht, so dass er sich nicht vor anderen colorierten Filmen verstecken braucht.

Ein wenig Abzug musste ich geben, da es zwar ein Giallo ist, dieser aber leider nicht unbedingt durch seine Spannung überzeugen kann. Damit will ich gar nicht sagen, dass der Film schlecht sei, denn das ist er ganz sicher nicht, aber bei einem Giallo hätte ich ein wenig mehr erwartet. Es kommt aus meiner Sicht auch nicht das typisch-italienische Flair rüber, wie es bei Argento oder anderen Vertretern dieses Genres der Fall ist.

Die Geschichte mutet außerdem leicht abstrus an, da die Beweggründe für den Mord nicht so ganz einleuchtend sind. Ja, sie werden am Ende des Films so deutlich wie möglich dargestellt, aber dennoch bleibt da ein leicht fader Beigeschmack übrig. Blutige Passagen, wie Master es so schön nannte, gibt es hier sehr sehr wenige, die ich aber auch nicht unbedingt bei einem solchen Film haben muss. Dennoch trägt der Film das KJ-Siegel, was anbetracht eben genannter Tatsache ein wenig übertrieben scheint.

Alles zusammen genommen kann man aber durchaus von einem sehenswerten Film sprechen, der nach anfänglich fast schon kömödianter Art und Weise versucht einen Rahmen über die Handlung zu biegen schlussendlich aber dennoch zumindest einen Hauch von Giallo versprühen kann.

07/10

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Und Blaine, der Mono fuhr weiter Richtung Südosten unter dem Dämonenmond. "Warum taufte die Frau ihren Sohn Siebeneinhalb?" - "Weil sie seinen Namen aus einem Hut gezogen hat!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Sieben Jungfrauen für den Teufel
BeitragVerfasst: 7. Apr 2013, 10:38 
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Find den Film hervorragend. Story und Cast passen, wunderbare Spät-60er Atmo, eine sehr gelungene colorierte Fassung...was will man mehr...Höchstwertung von mir

10/10

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Wer im Glashaus sitzt, sollte ich sich im Dunkeln ausziehen!


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