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 Betreff des Beitrags: Sushi Girl (2012)
BeitragVerfasst: 21. Mär 2013, 12:10 
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Sushi Girl
(Sushi Girl)
mit Tony Todd, Noah Hathaway, James Duval, Mark Hamill, Cortney Palm, Sonny Chiba, David Dastmalchian, Jeff Fahey, Danny Trejo, Michael Biehn, Destin Pfaff, Stryker, Cyrus Alexander, David Reynolds
Regie: Kern Saxton
Drehbuch: Destin Pfaff / Kern Saxton
Kamera: Aaron Meister
Musik: Fritz Myers
keine Jugendfreigabe
USA / 2012

Sechs Jahre hat Fish im Gefängnis verbracht. Sechs Jahre, in denen er völlig auf sich allein gestellt war. Sechs Jahre, in denen er sein Maul gehalten hat, über den Überfall und die anderen Männer, die beteiligt waren. Jetzt ist Fish wieder auf freiem Fuß. Sein ehrenwertes Schweigen feiern die anderen Vier mit einem extravaganten Bankett: Auf dem nackten Körper einer schönen, jungen Frau wird Sushi gereicht. Ihr wurde beigebracht, völlig teilnahmslos zu bleiben. Das erweist sich zunehmend als schwierig, denn je weiter der Abend voranschreitet, desto mehr schlägt die Stimmung um, Aggression macht sich breit: Denn die vier Männer können einfach nicht anders, als alte Wunden zu öffnen, um herauszufinden, wo die Beute des Überfalls versteckt ist ...


Waren es bisher nur einige Kurzfilme, so feiert Kern Saxton nun mit "Sushi Girl" auch sein Langfilm-Debüt und präsentiert dabei keinesfalls einen asiatischen Film, wie man aufgrund des Titels eventuell vermuten könnte. Vielmehr offenbart sich ein Thriller nach bester Tarantino-Art, der auch ziemlich schnell auffällige Ähnlichkeiten zu dessen "Reservoir Dogs" erkennen lässt. Nun kommt vorliegender Film ja bei einigen Leuten anscheinend schlechter weg und es ist teilweise sogar die Rede von einer zusammengeklauten Geschichte auf TV-Niveau, was ich persönlich nicht so ganz nachvollziehen kann. Der erste Punkt mag ja sogar stimmen, doch wenn man sich an anderen Filmen orientiert und auf dieser Basis ein gut unterhaltendes Szenario entwirft, ist das doch vollkommen in Ordnung, so lange der Zuschauer gut bedient wird. Und das ist hier durchaus der Fall, denn die interessante Erzählweise der Geschichte sorgt für beste Unterhaltung auf gehobenem Niveau. Und "Sushi Girl" hinterlässt auch keinesfalls den Eindruck einer TV-Produktion, sondern ist vielmehr ein herrlich atmosphärischer B-Movie, der zudem über eine nette Darsteller-Riege verfügt.

So tummeln sich hier beispielsweise mit Tony Todd, Mark Hamill oder auch Michael Biehn und Danny Trejo etliche bekannte Gesichter des B-Movies. Und gerade Mark Hamill der vielen noch als Luke Skywalker aus "Krieg der Sterne" bekannt sein dürfte, gibt eine sehr sehenswerte Performance als durchgeknallter Psychophat ab. Dabei sollte man jedoch nicht unerwähnt lassen das man den guten Mann kaum wieder erkennt, hat sich sein Äußeres im Laufe der Jahre doch nicht unbedingt zu seinem Vorteil verändert. Dick und aufgequollen wie ein mit Wasser gefüllter Luftballon kommt der ehemals strahlende Held daher, doch für seine Rolle in diesem Film ist das sogar eher als Vorteil anzusehen. Leider sind Biehn und Trejo nur in ganz kurzen Nebenrollen zu sehen, ein wenig mehr Spielzeit wäre schon nett gewesen, sieht man diese Personen doch immer wieder gern.

Die Geschichte spielt sich zum größten Teil in einem einzigen raum ab, wodurch die Inszenierung wie ein Kammerspiel mit mehreren Personen wirkt. Das titelgebende "Sushi Girl" dient dabei die meiste Zeit über lediglich als lebende Servier-Platte für eine Yakuza-Tradition, der die Männer hier frönen. Erst zum Ende hin nimmt die hübsche junge Frau dann einen nicht unerheblichen Stellenwert ein, der zuvor nicht unbedingt erkennbar ist. Im Fokus der Ereignisse steht im Prinzip lediglich die Frage, wo die bei einem vor 6 Jahren begangenen Überfall erbeuteten Diamanten geblieben sind, denn noch immer warten die Gangster auf ihren jeweiligen Anteil aus dem Raubzug. In immer wieder eingestreuten Rückblenden wird dem Zuschauer dann der Überfall näher gebracht, wobei sich die Gesamt-Zusammenhänge erst im finalen Showdown zu erkennen geben. Zugegebenermaßen ist die Auflösung nicht sonderlich innovativ und eventuell mag das Geschehen für manch einen auch äußerst vorhersehbar erscheinen, doch ändert das rein gar nichts am reinen Unterhaltungswert dieses Filmes.

Zudem kann man sich auch noch an diversen recht derben Folter-Szenen erfreuen, deren Ansicht dem Betrachter fast schon selbst körperliche Schmerzen verursachen. Was der unter Verdacht stehende Fish hier ertragen muss geht wirklich auf keine Kuhhaut und seine ehemaligen Mitstreiter sind in der Wahl ihrer Mittel alles andere als zimperlich. Dabei merkt man ihnen ihre sadistische Freude während der Folter richtig an, insbesondere Mark Hamill entpuppt sich als ausgesprochener Sadist dem es sichtlich Freude bereitet, sein wehrloses Opfer zu quälen. Am Ende bekommt dann aber jeder das was er verdient und es kann nur eine Person als Sieger den Raum verlassen. Auch wenn "Sushi Girl" bestimmt kein innovatives Meisterwerk darstellt, wird man jederzeit kurzweilig unterhalten. Es mag zwar der nötige Schuss Genialität fehlen, aber insgesamt gesehen bekommt man eine sehr spannende-und unterhaltsame Geschichte präsentiert, an der man durchaus seine Freude hat. Mich persönlich hat das Werk jedenfalls absolut überzeugt und jeder der Filme im Stil von Tarantino zu schätzen weiß, sollte auf jeden Fall zumindest einen Blick riskieren.


Fazit:


Natürlich wurde hier an mehreren Stellen bei anderen Genre-Vertretern geklaut, doch die Umsetzung der Story kann dennoch als sehr gelungen bezeichnet werden. "Sushi Girl" ist hart, kompromisslos und äußerst atmosphärisch gestaltet und zudem mit einem Cast ausgestattet, der sich jederzeit sehen lassen kann. Selbstverständlich ist es einmal mehr reine Geschmackssache und ein jeder wird das Werk anders bewerten, ich selbst kann jedoch nur eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen, denn der Film hat weitaus mehr zu bieten, als manche Kritik es vermuten lässt.


8/10

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